CFD-Handel Risiken: Das sollte man beachten

CFD-Handel RisikenDer CFD-Handel über einen Online-Broker birgt Chancen, aber auch Risiken: Finanzprodukte wie z.B. Aktien, Anleihen sowie CFDs und ETFs bieten Privatanlegern zwar umfangreiche Renditechancen, bergen jedoch auch ein gewisses Risiko – vor allem wenn sich der Markt gegen den entsprechenden Anleger wendet, neigt dieser dazu, Geld zu verlieren. Alte Börsenweisheiten wie z.B. „Kaufen Sie Aktien und nehmen Sie Schlaftabletten“ (André Kostolany) lassen sich im heutigen, schnelllebigen Handel nur mehr bedingt anwenden.

Gerade beim Forex- und auch beim CFD-Trading wird der Handel in Sekundenschnelle abgewickelt. Etwaige Finanzprodukte werden oftmals nur wenige Augenblicke gehalten, werden gehebelt gehandelt und dann – nach Möglichkeit – wieder mit Gewinn verkauft.

Im folgenden Beitrag zeigen wir, welche Risiken es beim CFD-Handel gibt und wie man die Chancen auf Rendite vielleicht sogar erhöhen könnte.


Vorgehensweise im CFD-Handel auf den Punkt gebracht

Kaum eine Position im CFD-Handel wird beispielsweise über Nacht oder über mehrere Tage oder Wochen gehalten.

Da Kleinanleger hierbei oftmals nur an kleinen Kursänderungen profitieren können und oftmals auch das nötige Eigenkapital fehlt, um lukrative Gewinne aus eigener Kraft zu realisieren, wird gut und gern zum gehebelten Handel gegriffen.

Indem sich potentielle Anleger in den Kursverlauf eines bestimmten Basiswerts einkaufen – den so genannten Differenzkontrakt – können diese entweder auf steigende oder auf fallende Kurse setzen – per „long“ auf steigend, per „short“ auf fallend.

Renditechancen durch gehebelten Handel mit CFDs sogar noch erhöhen

Beim gehebelten Handel mit CFDs handelt der entsprechende Anleger nicht nur mit seinem eigenen Kapital, sondern kann sich durch das Hinterlegen einer sogenannten „Margin“ (einer Sicherheitsleistung) einen Fremdkapitalbetrag für den Handel des CFDs leihen.

Je nach gewähltem Hebel kann so mit dem bis zu 200-fachen des ursprünglichen Einstandswerts gehandelt werden.

Vorteilhaft bei dieser Methode ist, dass potentielle Anleger so auch bei Kursschwankungen in minimalen Bereichen bereits hohe Gewinne mit dem Trade realisieren können.

Hierzu ein kleines Beispiel:

CFD Risiko Beispiel

Einstandskurs CFD = 50,0000
Verkaufskurs CFD = 50,1000
Margin: 1000,00 Euro
Hebel: 1:100
Eingesetztes Kapital: 100.000,00 Euro
Anzahl gekaufter CFDs: 2000 Stück (long)
Kapital nach Verkauf: 100.200,00 Euro
Gewinn: 200,00 Euro

Im Beispiel konnte der entsprechende Anleger also aus 1.000 Euro eingesetzten Kapital und 200 Euro Gewinn folglich eine Rendite in Höhe von 20 Prozent realisieren.

Eine Riesenchance im gehebelten CFD-Handel ist also die Möglichkeit, selbst mit geringem Kapitaleinsatz bereits hohe Gewinne, bzw. hohe Renditen einfahren zu können.

Gleichermaßen risikoreich ist dieses Unterfangen jedoch, da potentielle Verluste auch mit Nachschusspflichten einhergehen können – doch dazu im folgenden Abschnitt ein wenig mehr.

Totalverlust mit Nachschusspflicht: Das Worst-Case-Szenario bei CFD-Handel Risiken

Der gehebelte Handel mit CFDs birgt nicht nur hohe Renditechancen, sondern vor allem auch hohe Verlustchancen.

Verläuft ein Trade nicht in die richtige Richtung – also setzt der Trader auf beispielsweise „long“ und die Kurse fallen entgegen seiner Erwartungen – so können gemäß des obigen Fall auch 200 Euro Verlust aus dem Trade entstehen.

Schlimmer noch: Der Trader riskiert hier nicht nur seine eigenen, eingesetzten 100 Euro, sondern auch das gesamte Fremdkapital in Höhe von 100.000 Euro, welches für den Trade beim Broker aufgenommen wurde.

Im Worst-Case besteht für den Trader also sogar eine Nachschusspflicht des verloren Kapitals, welches dieser an den Broker rückerstatten muss.

Hinweis: Die Nachschusspflicht ist in Deutschland mittlerweile illegal. Das bedeutet, dass das Risiko der Nachschusspflicht bei Brokern in Deutschland nicht mehr besteht.

Weitere CFD Handel Risiken übersichtlich aufgelistet:

  1. Marktpreisrisiko (Kontraktwert ändert sich plötzlich aufgrund von Basiswertänderung)
  2. Overnight-Risiko/Overnight-Margin (über Nacht gehaltene Positionen können zu Beginn des folgenden Geschäftstags unkalkulierbare Schwankungen aufweisen, zudem sind die zu hinterlegenden Margins über Nacht in der Regel wesentlich unvorteilhafter)
  3. Liquiditätsrisiko (CFD-Positionen werden vom Broker nur teilweise oder gar nicht aufgelöst, wenn Marktstörungen vorherrschen)
  4. Währungsrisiko (immer dann, wenn ein CFD in einer Fremdwährung gekauft wird und diese einen plötzlichen Kursverfall erleidet)
  5. Risiko durch unüberschaubare Transaktionskosten und weitere Entgelte
  6. Risiken durch Banken oder Brokerinsolvenz (die gesetzliche Einlagensicherung schützt meist nur Kapitalanlagen bis einschließlich 100.000 Euro Anlagewert)
  7. „Slippage“ bei Orderausführungen (Verzögerung oder unpräzise Orderausführung – z.B. bei „Stopp-Loss“-Befehlen, die bei einem plötzlichen, starken Kursverfall erst zu spät eingreifen)

CFD Risiken

Möglichkeiten für Kleinanleger, die CFD-Handel-Risiken einzuschränken

Zahlreiche CFD-Broker statten ihre Handelsplattformen mit hochwertigen Handelssoftwares aus, die ihren Nutzern wiederum hilfreiche Tools zur Risikominimierung bieten.

Unter anderen treten diese in Form von Orderbefehlen in Erscheinung. Hier können sich Trader z.B. mit folgenden Orderbefehlen gegen hohe Verluste absichern:

• „Stopp-Loss“-Orderbefehl (liquidieren automatisch den jeweiligen Trade, sobald dieser einen festgelegten Kurswert erreicht oder überschreitet)
• „Take-Profit“-Orderbefehl (liquidiert Trade bei Erreichen eines vorher festgelegten Gewinns)
• „Trailing-Stop“-Orderbefehl (Broker kauft automatisiert nach, wenn Kurs günstig steht, liquidiert die Position aber beim Unterstreiten eines vordefinierten Werts)

Individuelles Money Management aufstellen und befolgen

Gerade auch beim gehebelten CFD-Trading sollten sich potentielle Anleger folgender Sache bewusst sein: Mit nur einem erfolgreichen Trade, können im Vergleich zum Kapitaleinsatz unverhältnismäßig große Gewinne realisiert werden – ein schlechter Trade kann im Umkehrschluss aber auch zehn erfolgreich verlaufene Trades zunichtemachen.

Daher gilt: Ein ganzheitliches Money Management, bei welchem pro Trade nur maximal ein bestimmter Anteil des vorhandenen Eigenkapitals eingesetzt werden darf – z.B. maximal 1 Prozent pro Trade.

Darüber hinaus gilt: Verluste begrenzen und Gewinne weiterlaufen lassen, bzw. Absicherungen wie z.B. Stopp-Loss nachziehen. Im Idealfall ergibt sich so eine Konstellation, bei der der Trader seinen Trade, der bereits in der Gewinnzone liegt, nach und nach aufstockt und sich nach unten hin aber weiterhin absichert.


Vorteile des Handelns mit CFDs zusammengefasst

Der Hauptvorteil, den CFD-Trading insgesamt bietet, lässt sich an der Möglichkeit des Hebelns festmachen – wird diese vernünftig eingesetzt und wird das obig beschriebene Money Management befolgt, können damit hohe Renditen erzielt werden.

Besonders für Anleger mit nur kleinem Kapitalstamm lassen sich so dennoch hohe Gewinne erzielen. Ein weiterer Vorteil von CFDs ist dadurch, dass hier bereits bei kleinsten Kursschwankungen hohe Gewinne erzielt werden können.

Demnach ist das Potential, welches der gehebelte Handel in Verbindung mit potentiellen Kursausbrüchen der CFDs bietet, nahezu ungeahnt groß. Auch bieten viele CFD-Broker ihre Depot-Angebote bereits mit extrem geringen Mindestanlageanforderungen an. So wird auch unerfahrenen Tradern der Markteintritt erleichtert.

Weitere Vorteile sind zudem die geringen Transaktionskosten, die beim CFD-Handel im Vergleich zum regulären Aktienhandel berechnet werden und auch die grundsätzliche Möglichkeit, auf steigende, als auch auf fallende Kurse setzen zu können.

Damit eignet sich der CFD-Handel über einen Broker für den sicherheitsorientierten Anleger ebenso wie z.B. für den chancenorientierten oder gar risikoaffinen Anlegertyp.

Wer jetzt über den Handel mit CFDs nachdenkt, sollte sich jedoch immer über alle Risiken bewusst sein.

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