Futures handeln: Ratgeber

Futures handeln: RatgeberNeben dem klassischen Aktienhandel und CFDs gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, das eigene Geld (hoffentlich) gewinnbringend anzulegen. Eine Variante der Geldanlage sind sogenannte Futures. Die Terminkontrakte sind günstig, durch Behörden streng reguliert und sollen sich vor allem auch für Privatanleger eignen. Da der Handel mit Futures (Terminkontrakten) jedoch längst nicht so bekannt ist, wie zB. der Handel mit CFDs, stellen sich bei vielen Interessenten Fragen: Was sind Futures überhaupt? Wie funktionieren sie? Was ist der Unterschied zwischen CFDs und Futures?

Auf all diese – und noch weitere – Fragen möchten wir im folgenden Ratgeber zum Thema „Futures handeln“ genauer eingehen.


Was sind Futures?

Bei Futures handelt es sich genauer gesagt um „unbedingte Termingeschäfte“.

Das bedeutet, dass sich der Käufer eines Terminkontrakts verpflichtet, einen Basiswert zum vorher vereinbarten Kaufpreis zu kaufen – an einem bestimmten Tag.

Das gleiche gilt für den Verkäufer: Er verpflichtet sich, den Basiswert zum vorher vereinbarten Verkaufspreis zu verkaufen – auch an einem bestimmten Tag.

Das klingt zuerst einmal nicht sehr neu oder speziell. Man sollte jedoch beachten, dass sich bei Futures beide Parteien (Käufer und Verkäufer) binden, den Kauf/Verkauf durchzuführen.

Was ist ein CFD Hebel?Außerdem wird bei Futures nur ein kleiner Teil des eigentlichen Basiswertes investiert. Somit können Futures auch „Hebelprodukte“ genannt werden. Hier können bereits mit kleinen Einsätzen exorbitant hohe Mengen an Kapital bewegt werden, was die Gewinn- und Verlustchancen extrem erhöht.

Futures gehören somit zu den äußerst riskanten Anlageformen.

Futures handeln: Ein praktisches Beispiel

Am folgenden Beispiel möchten wir uns ansehen, wie Futures funktionieren.

Hinweis: Alle Werte sind fürs Beispiel frei erfunden.

Beim Rohöl-Future ist ein Indexpunkt 30€ Wert. Auf einem Handelskonto sind 5% als Sicherheitsleistung (wie bei CFDs) zu hinterlegen. Ist Rohöl also gerade bei 10.000 Punkten, so hat der Rohöl-Future einen Wert von 300.000€ (10.000*30). Da aber nur 5% der Sicherheitsleistung hinterlegt werden müssen, muss der Kunde nur 15.000€ (5% von 300.000) hinterlegen.

Nach einiger Zeit steigt das Rohöl-Future von 10.000 auf 12.000 Punkte. Das ist ein Gewinn von 2.000 Punkten. Für den Anleger ergibt das einen Gewinn von 60.000€, obwohl der Einsatz lediglich bei 15.000€ lag.

Leider kann es auch in die andere Richtung gehen. Wenn der Verlust größer als das auf dem Konto hinterlegte Kapital wird, kann es zur Nachschusspflicht kommen.

Wie man an diesem Beispiel sieht, kann man mit Futures also mit relativ wenig Einsatz große Gewinne – aber auch große Verluste – erzeugen.

Unterschiede zwischen CFDs und Futures

Trendfolge-StrategieEs gibt einige, nicht zu unterschätzende Unterschiede zwischen CFDs und Futures, die wir in der folgenden Liste genauer beleuchten werden.

  • Nachschusspflicht: Während bei den meisten CFD-Brokern keine Nachschusspflicht mehr existiert, gibt es bei Futures eine Nachschusspflicht. Entwickelt sich ein Kurs also ins Minus, kann es passieren, dass man hohe Nachzahlungen anstellen muss. Das macht Futures im Grunde noch riskanter.
  • Preiswert: Der Handel mit Futures ist günstiger als der Handel mit CFDs. Das liegt daran, dass die Spreads geringer sind als bei Differenzkontrakten.
  • Transparenz: Bei Futures zeigt der Broker immer den aktuellen Realpreis an und die Order wird schnell ausgeführt. Bei CFD Brokern kann es zu Verspätungen kommen und manchmal wird ein falscher Preis angezeigt.
  • Für Privatanleger: Zwar sind Futures auch für Privatanleger geeignet, wer jedoch über ein kleines Kapital verfügt, sollte lieber mit CFDs anfangen. Bei Futures sind meist größere Geldsummen nötig, da auch die Sicherheitsleistungen größer sind.

FAQ: Fragen & Antworten

Wodurch definiert sich der Preis von Futures?

Der Preis von Terminkontrakten wird ganz klassisch von Angebot und Nachfrage bestimmt.

Im Gegensatz zu anderen Formen der Anlage wird der Preis von Futures nicht von Market-Makern oder gar vom Broker selber bestimmt.

Zum eigentlichen Preis von Futures kommen jedoch noch die Lagerungskosten hinzu, die bei jedem Broker anders aussehen. Somit muss man bei Futures die Lagerungskosten zum Kassapreis hinzurechnen, um auf den eigentlichen Preis eines Futures zu kommen.

Wie kann ich Futures handeln?

Bei CFDs reicht es ja, sich bei einem Broker anzumelden, um mit dem Traden beginnen zu können.

So leicht ist es bei Futures nicht. Terminkontrakte werden an speziellen Terminbörsen oder Terminmärkten getradet. Hier muss man sich zuerst bei einem speziellen Future-Broker anmelden, was meist etwas komplizierter ist als die Anmeldung bei einem CFD-Broker. Es kann auch vorkommen, dass man sich telefonisch oder postalisch verifizieren lassen muss, bevor man mit Futures handeln kann.

Nachdem ein Account erstellt wurde, kann man das erste Kapital hochladen und die ersten Terminkontrakte kaufen. Der genaue Prozess unterscheidet sich jedoch von Anbieter zu Anbieter.

Welche Broker gibt es für Futures?

Wie bei CFDs, gibt es auch bei Futures eine große (wenn auch nicht so breite) Palette an Brokern.

Zu den beliebtesten und größten Brokern für Europa und den deutschsprachigen Raum zählen:

Sind Futures für Anfänger geeignet?

Futures handelnBei diesem Thema spalten sich oft die Geister: Eignen sich Futures für Anfänger? Oder gilt für blutige Trader-Neulinge lieber: Finger weg!?

Einerseits sind Futures sehr unkompliziert und die Struktur ist sehr simpel. Vor allem für Leute, die bereits schon Erfahrungen mit CFDs gemacht haben, dürften Futures interessant sein.

Andererseits sind Futures, wie bereits weiter oben erwähnt, mit hohen Risiken verbunden und daher nicht für jeden geeignet. Wer sich der mit Futures einhergehenden Risiken nicht bewusst ist, dürfte früher oder später mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen haben.

Zusammengefasst empfehlen wir den Handel mit Futures nur denjenigen, die risikobewusst sind und Geldmanagement beherrschen.

Eignen sich Futures für langfristige Anlagen oder sollte man sie eher als Spekulation ansehen?

Objektiv gesehen gehören Futures eher zur Gruppe der spekulativen Finanzprodukte.

Der Preis kann sich schlagartig ändern und auch sonst sind nur wenige Trader langfristig an Futures beteiligt.

Wer auf der Suche nach langfristigen Anlageoptionen ist, sollte sich beispielsweise den klassischen Aktienhandel näher ansehen oder noch nach weiteren Finanzprodukten recherchieren.

Wer jedoch spekulieren möchte und auch vor etwas größeren Risiken nicht zurückschreckt, um große Gewinne zu erzielen, kann sich Futures definitiv genauer ansehen.

Wie viel Kapital benötige ich, wenn ich mit Futures handeln möchte?

Wer mit Futures handeln möchte, benötigt ein gewisses Grundkapital.

Während bei CFDs meist schon 100€ genug sind, um die ersten Trades durchzuführen, sollte das Konto fürs Future-Trading etwas größer sein.

Natürlich gibt es keine endgültige Antwort auf diese Frage, im vierstelligen Bereich sollte sich das Konto aber befinden, um effektives Trading betreiben zu können und damit man nicht nur mit Peanuts handeln muss.

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