1. CFD-Grundlagen

CFD GrundlagenEs scheint so, als wären Differenzkontrakte ein neues Phänomen. Tatsächlich sind die ersten CFD-Broker aber bereits vor der Jahrtausendwende an den Start gegangen. Mit dem Aufschwung des Internets wurde jedoch einiges leichter: Hat man eine Internetverbindung, kann man bequem von zuhause aus traden und Gewinne erzielen. Viele steigen jedoch in den Handel mit CFDs ein, ohne ein richtiges Hintergrundwissen zu haben.

Um diesen Informations-Missstand zu beseitigen, klären wir im 1. Kapitel CFD-Grundlagen alles zu den so begehrten Differenzkontrakten – von den Unterschieden zum richtigen Aktienhandel bis hin zu den verschiedenen Handelsinstrumenten.


Unterschied zwischen Aktien und CFDs

Obwohl man mit CFDs auf Kurse spekulieren kann, haben herkömmliche Aktien mit CFDs relativ wenig zu tun.

CFD Grundlagen

Wer an Differenzkontrakte denkt, dem fallen sofort Aktien ein. Im Gegensatz zu Aktien erwirbt man als Trader bei CFDs jedoch keine richtigen Vermögenswerte. Anstatt richtige Aktien zu kaufen, spekuliert man als CFD-Händler auf die weitere Kursentwicklung eines Basiswertes.

Bei CFDs sind immer zwei Aktionen möglich: Kaufen (long gehen) oder Verkaufen (short gehen). Es ist hier also auch realistisch, von fallenden Kursen zu profitieren, wenn man rechtzeitig eine Short-Position eröffnet.

cfd short long

CFDs sind durch ihre Kurzlebigkeit also nicht als längerfristige Investitionen anzusehen – vielmehr tradet man bei CFDs im Stunden- oder gar Minutentakt. Wer auf den längerfristigen Handel setzen möchte, der muss zu klassischen Aktien greifen.

Kleiner Einsatz, große Chancen und Risiken?

Bei CFDs gibt es sehr große Hebel. Für Händler bedeutet das, dass mit einem geringen Einsatz schon große Handelssummen bewegt werden können. Einerseits bedeutet das, dass mit wenig Geld viel Gewinn erreicht werden kann, andererseits birgt diese Form des Tradings jedoch auch große Risiken.

CFD Aktie

Hebel-Beispiel: Investiert man 1.000€ in CFDs, bei einem Hebel von 50, handelt man mit einem Volumen von 50.000€. Ändert sich der Kurs dann um nur 1%, hat man mit einem Einsatz von 1.000€ bereits 500€ gewonnen.

Das kann jedoch auch schiefgehen: Entwickelt sich der Kurs entgegen den Erwartungen, hat man bei 2% Kursänderung schon das gesamte Investment von 1.000€ verloren.

Wie man anhand dieses Beispiels sehen kann, können CFDs mit dem richtigen Geschick und Glück sehr profitabel sein. Gleichzeitig kann man das eingesetzte Geld jedoch auch schneller verlieren, als einem lieb ist. 

Warum die Anmeldung bei  CFD-Anbietern meist kostenlos ist…

Eine Frage, die immer wieder auftaucht: Wie können CFD-Anbieter kostenloses CFD-Trading anbieten und womit verdienen sie dann überhaupt ihr Geld?

Zum einen muss erwähnt sein, dass es mittlerweile viele Premium-Anbieter gibt, die monatliche Kosten für den CFD-Handel auf ihrer Plattform verlangen. Andererseits gibt es auch noch viele Plattformen, die (scheinbar) kostenloses Trading anbieten.

Um aus den Kunden Profit zu schlagen, finanzieren sich die meisten Anbieter durch Spreads. Als Spread bezeichnet man die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis.

Eröffnet man einen neuen Trade, ist man anfangs immer im Minus. Erst wenn sich der Kurs in die gewünschte Richtung entwickelt, kommt man ins Plus. Genau durch diese Differenz zwischen den beiden Preisen finanzieren sich die Anbieter – schließlich sind viele neue Nutzer ungeduldig und schließen ihre Positionen noch bevor sich der Kurs überhaupt verändert hat.

Anscheinend kommen die CFD-Broker durch die Spreads so gut über die Runden, dass weitere Gebühren gar nicht nötig sind. Das senkt auch die Schwelle für neue Kunden, mit dem CFD-Trading zu beginnen. Oft gibt es jedoch einen Mindesteinsatz, den man immer für den Handel mit Echtgeld bezahlen muss. Bei Plus500 sind es zB. 100€, bei anderen Anbietern gar 500 oder 100€. Die Demokonten sind hingegen fast immer kostenlos.

Was kann gehandelt werden?

Abhängig vom Broker kann man mit verschiedenen Handelsinstrumenten handeln.

Vor allem bei den größeren Anbietern gibt es meist eine üppige Auswahl an Basiswerten. Die Palette reicht dabei von Aktien über ETFs bis hin zu Kryptowährungen.

Die folgenden Handelsinstrumente können u.a. bei Brokern gehandelt werden:

  • Rohstoffe Öl CFDAktien
  • Rohstoffe
  • ETFs
  • Devisen
  • Kryptowährungen
  • Indizes

Wie bereits weiter oben erwähnt, verfügt man jedoch nie über den tatsächlichen Basiswert. Man wettet nur auf die weitere Kursentwicklung.

Vor- & Nachteile von CFD-Trading für Privathändler

Für private Trader gibt es positive und negative Aspekte am Handel mit Differenzkontrakten.

Vorteile: Der CFD-Handel ist unkompliziert und die Einstiegshürden sind niedrig. Nachdem der Account vom Broker bestätigt wurde, kann jeder traden. Durch die Hebel kann man mit geringen Einsätzen hohe Gewinne erzielen. Mittlerweile gibt es sogar schon Handy-Apps – bequemer traden geht nicht.

Nachteile: Natürlich darf man nicht vergessen, dass der Hebel auch in die andere Richtung wirken kann. Hat man gerade eine Pechsträhne und der Kurs entwickelt sich in die ungewünschte Richtung, kann es schnell zu hohen Verlusten kommen. Hat man in den AGB des Brokers der Nachschusspflicht zugestimmt, können schnell hohe Geldforderungen auf einen zukommen.

Vor allem Privatpersonen sollten sich aller Risiken bewusst sein und nur handeln, wenn sie sich ein gewisses Grundwissen angeeignet haben. CFD-Handel kann sehr profitabel, aber auch sehr gefährlich sein. Man sollte sich im Hinterkopf immer der Risiken bewusst sein.

Wieviel kann ich mit CFDs verlieren?

Beim Thema Risiko & Verluste muss man immer zwischen 2 Broker-Arten unterscheiden: In Deutschland legale & in Deutschland illegale Broker.

Jeder, der in Deutschland eine legale CFD-Plattform betreiben möchte, muss sich an EU-Regeln und die Regeln der BaFin halten. Die BaFin hat im letzten Jahr die Nachschusspflicht verboten. Das bedeutet, dass Broker kein Geld mehr von Privatkunden fordern dürfen, wenn diese offene Positionen haben und kein Geld mehr auf dem Trading-Konto vorhanden ist.

Natürlich gibt es online auch einige Plattformen, die außerhalb der EU ihren Sitz haben. Bei diesen muss man Vorsicht walten lassen: Es kann sein, dass sie in ihren AGB eine Nachschusspflicht versteckt haben. Im schlimmsten Fall kann es dann passieren, dass man vom Broker aufgefordert wird, mehr Geld zu investieren.

Am besten, du meldest dich bei einem in der EU regulierten und erlaubten Broker an. Nur so kannst du dir sicher sein, dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt. In unserem CFD-Anbieter Vergleich präsentieren wir nur Broker, die hierzulande erlaubt sind.

Wie kann ich mit dem Handel beginnen?

In unserem Beitrag Wie handelt man mit CFDs? präsentieren wir 6 Schritte, die man absolvieren sollte:

  • Lernen & sich informieren – Wie funktioniert das Traden? Welche Strategien gibt es?
  • Einen Broker aussuchen – Welcher Broker eignet sich für mich? (CFD-Anbieter Vergleich)
  • Sich registrieren
  • Erste Trades mit dem Demokonto versuchen
  • Zum Echtgeld-Konto wechseln
  • Ersten Trade machen

Natürlich kann man den ersten Schritt überspringen. Wir empfehlen jedoch immer, den Handel mit CFDs zu perfektionieren und alles Grundwissen zu erlernen, bevor man mit Echtgeld handelt. Es ist deutlich schwieriger, als man glauben würde.


Wir hoffen, dass wir dir mit dem 1. Kapitel die wichtigsten Fragen zum Thema CFD beantworten konnten. Weitere Infos findest du in der Kategorie „Über CFDs“.

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