CFD ohne Nachschusspflicht

CFD ohne NachschusspflichtIst von Risiken beim CFD Handel die Rede, fällt früher oder später das Wort „Nachschusspflicht“. Bei der Nachschusspflicht handelt es sich um eine nicht zu unterschätzende Gefahr, die schon für einige Trader zum finanziellen Albtraum wurde. Noch vor wenigen Jahren konnte man auf den Kosten sitzen bleiben. In diesem Beitrag zeigen wir, warum die Lage in Deutschland zurzeit ungefährlich ist, was die Nachschusspflicht überhaupt ist und welche Risiken dich sonst noch bei CFDs erwarten.

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Was ist die „Nachschusspflicht“ überhaupt?

Um die Nachschusspflicht zu verstehen, müssen wir uns zuerst mit dem Grundprinzip von CFDs auseinandersetzen.

Bei CFDs sind große Hebel im Spiel. Das bedeutet, dass man zwar mit wenig Einsatz sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann.

Hat man ein Tradingkonto mit Nachschusspflicht, so hat der Broker die Erlaubnis, Nachzahlungen vom Trader zu fordern, wenn sein Konto ins Minus fällt. Durch die Hebel können sehr hohe Nachzahlungen in kurzer Zeit fällig werden. In wirtschaftlich sehr bewegten Zeiten (beispielsweise während Finanzkrisen) kann es dann schon vorkommen, dass drei- oder vierstellige Beträge fällig werden.

Ein Broker mit aktiver Nachschusspflicht muss auf der Startseite auf jeden Fall bekanntgeben, dass es diese Pflicht gibt. Ohne entsprechende Vorwarnungen sollte man sich auf jeden Fall beschweren und auch nicht zahlen, wenn es zur Forderung kommt.

Warum ist die Nachschusspflicht so gefährlich?

Die Nachschusspflicht bringt gleich mehrere gefährliche Aspekte mit sich.

Der gefährlichste Punkt ist aber zweifellos die Tatsache, dass die Nachschussforderungen das eigene Vermögen sogar übersteigen können! Theoretisch gibt es dabei kein Limit.

Es gibt also nicht nur ein Risiko für das Geld, welches sich auf dem Tradingkonto befindet, sondern auch für das gesamte Privatvermögen.

Außerdem kann es sehr schnell zu dieser Forderung kommen. Es muss nur ein Kurs unerwartet etwas schneller in die ungewünschte Richtung laufen und schon kommt es zu dieser Zwangsmaßnahme.

Diese Situation führte zu vielen verärgerten Nutzern und vielen Beschwerden beim Verbraucherschutz. Dass hier etwas geändert werden muss, fiel letztendlich auch der Finanzaufsichtsbehörde BaFin auf.

Die Lage in Deutschland: Heute

Da es sich bei Onlinehändlern vor allem um Privatpersonen handelt, sah die BaFin die Nachschusspflicht schon seit einiger Zeit sehr skeptisch.

Im Jahr 2017 kam man dann endlich zu dem Schluss, dass die CFD Nachschusspflicht ein unkalkulierbares und zu gefährliches Risiko für Privathändler darstellt. Es kann nicht sein, dass man sich mit wenigen Klicks selber in den finanziellen Ruin begibt.

Daher wurden im Jahr 2017 alle CFD Anbieter dazu aufgerufen, ihre Nachschusspflicht zu stoppen – was sie auch getan haben.

Heute haben alle großen CFD Anbieter, die in Deutschland tätig sein wollen, keine Nachschusspflicht mehr.

Für Interessenten und private Trader heißt das, dass ein großer Risikofaktor weggefallen ist. Jetzt kann man sorglos handeln und muss sich keine Gedanken darüber machen, mit einpaar Trades das ganze Vermögen zu verspielen – Selbstkontrolle und Disziplin bleiben aber trotzdem wichtig.

Welche Risiken gibt es bei CFDs noch?

Wie bei allen Trading-Arten, die es online gibt, sollte man auch bei CFDs besondere Vorsicht walten lassen.

Obwohl die Nachschusspflicht jetzt Geschichte ist, sollte man die eigenen Finanzen trotzdem immer im Blick behalten. Schließlich nützt das Verbot der Nachschusspflicht nichts, wenn man dann trotzdem selber andauernd neues Geld auf das Konto pumpt. Mit gutem Risiko- und Geldmanagement kann man dem entgegnen.

Ein weiteres Risiko ist das Suchtpotential. Wenn man zu den Leuten gehört, die für Sucht anfällig sind, empfiehlt es sich, dass man sich strikte Tradingzeiten setzt. Außerhalb dieser Zeiten gilt ein Tradingverbot.

Tipp: Es ist sowieso empfehlenswert, nur zu bestimmten Zeiten zu traden. Tradet man immer zur gleichen Zeit, kann man sich daran gewöhnen, wie sich der Markt zu dieser bestimmten Uhrzeit verhält.

Last but not least: Die Hebelwirkung. Einerseits kann sie dabei helfen, satte Gewinne einzustecken. Andererseits kann man durch sie in Nullkommanichts viel Geld verlieren.

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