Was bedeutet bullisch? | Erklärungen bedeutender Börsen-Begriffe

Was bedeutet bullisch?Aktienhändler und Börsianer reden gerne in einer Art Börsensprache. Zwischen gewöhnliches Deutsch fallen dann oft Begriffe, die „Normalos“ nicht so leicht verstehen. Die wohl beliebtesten Wörter, um einen Markt zu beschreiben, sind „bullisch“ und „bärisch“. Die beiden Wörter kommen aus dem Englischen und geben Aufschluss darüber, in welche Richtung der Markt zur Zeit neigt. Doch es gibt noch viele weitere Dinge, die an Aktienmärkten oft zu hören sind.

Im folgenden Artikel werfen wir einen genauen Blick auf „bullisch“, „bärisch“ und weitere interessante Redewendungen aus der Wall Street.


Bullisch & bärisch

Die beiden Begriffe könnten unterschiedlicher nicht sein. Während das eine Wort für steigende Kurse steht, neigen bei der anderen Bezeichnung die Kurse eher nach unten.

Was bedeutet „bullisch“?

Bullisch BedeutungDer Bulle hat mächtige Hörner, die von unten nach oben emporsteigen.

Das Tier ist somit ein Symbol für steigende Kurse und einen Aufwärtstrend. Von einem „bullischen Markt“ spricht man dann, wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum nach oben gehen.

Ein Aktionär, der beispielsweise in Diskussionen steigende Kurse verspricht oder einfach nur davon ausgeht, dass sich der Markt positiv entwickeln wird, wird gemeinhin auch als „Bulle“ bezeichnet.

Die Extremform eines bullischen Marktes ist die Rally. Hier geht’s sehr steil aufwärts – was jedoch auch ein erhöhtes Risiko andeutet.

Übrigens: Ein Markt mit langfristig stark ansteigenden Kursen wird auch „Hausse“ genannt. Wer mit einer Hausse rechnet, erwartet bereits Gewinne und ein großes Plus.

Was bedeutet „bärisch“?

Bärisch BedeutungIm Gegensatz zum nach oben gerichteten Bullen schaut der Bär oft nach unten. Mit seinen Tatzen greift er von oben nach unten an.

Das bedeutet, dass der Bär eher für einen schwachen Markt mit sinkenden Kursen steht.

Geht es in einem Markt über einen längeren Zeitraum abwärts, so nennen das Börsianer oft „Bärenmarkt“. Die Gewinnerwartungen sind niedrig.

Auch der Bärenmarkt hat eine Extremform – den Crash. In Zeiten eines Crash kann ein Unternehmen enorme Summen an Börsenwert einbüßen.

Übrigens: Ein Markt mit langfristig fallenden Kursen wird auch „Baisse“ genannt. „Baisse“ kommt aus dem Französischen und bedeutet „Rückgang“.

Der Seitwärtsmarkt

Natürlich muss es nicht immer einen eindeutigen Trend geben. An der Börse ist es sogar ziemlich oft so, dass es nicht stark bergab oder bergauf geht.

In solchen Börsenphasen spricht man von einem Seitwärtsmarkt – es gibt keine besonderen Vorkommnisse und der Markt ist ruhig.

Zwar gibt es immer kleine Kursschwankungen, aber die Veränderungen sind zu klein, um große Auswirkungen für langfristige Investitionen zu haben.


Weitere Begriffe aus der Welt der Börse

Dead Cat Bounce

Dead Cat Bounce

Fangen wir mit einem unkonventionellen Begriff an, dem „Dead Cat Bounce“.

Auf Deutsch bedeutet „Dead Cat Bounce“ so viel wie „Sprung einer toten Katze“. Die Metapher ist bereits seit einigen Jahrzehnten in Verwendung.

Von einem „Dead Cat Bounce“ ist die Rede, wenn sich eine Aktie, die sich in einem starken Abwärtstrend befindet, plötzlich scheinbar erholt.

Doch die Erholung ist nur von kurzer Dauer: Nach einem „Dead Cat Bounce“ geht es oft noch steiler bergab, als vorher. In Verbindung mit dem Begriff gibt es auch ein Sprichwort: „Selbst eine Tote Katze wird aufhüpfen, wenn man sie aus ausreichender Höhe fallen lässt!“

Dead Cat Bounce Beispiel 2000Beispiel: Während der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gab es mehrere Katzensprünge. Nach diesen beiden Bounces ging es jedoch bis zum Tiefpunkt im Jahr 2002 immer weiter bergab.

Manche gingen während der Sprünge davon aus, dass sich die Börse schnell wieder erholen würde – eine fatale Fehleinschätzung, die für viele zum finanziellen Desaster wurde.

Bären- / Bullenfalle

Bärenfalle Bullenfalle

Nicht weit vom „Dead Cat Bounce“ entfernt ist die Bären-, bzw. Bullenfalle.

Wie auch die Katzenfalle, verleiten die Bären- und Bullenfallen zu falschen Entscheidungen, die später zu finanziellen Einbußen führen können.

Die Bullenfalle ist der kleinere Bruder des „Dead Cat Bounce“. In einem leicht fallenden Kurs geht es kurz bergauf. Der kurze Aufwärtstrend verleitet zum Kauf. Doch auf den kurzen Aufwärtstrend folgt ein noch stärkerer Preisverfall.

Die Bärenfalle beschreibt das umgekehrte Phänomen: In einem langfristig steigenden Bereich geht es kurz abwärts, bevor es stärker bergauf geht.

Korrektur

Korrektur Aktienmarkt

Ein Ereignis, welches am Aktienmarkt relativ oft vorkommt, ist die Korrektur.

Von einer Korrektur ist immer dann die Rede, wenn nach einem langen Aufwärtstrend eine Bewegung nach unten einsetzt.

Zur Korrektur kommt es oft deshalb, weil viele Anleger die Gewinne, die sie durch den vorangegangenen Aufstieg eingefahren haben, mitnehmen möchten – und daher die Aktie verkaufen.

Eine Korrektur ist kein Grund zur Panik und für viele Experten ist eine Korrektur ein Anzeichen für einen weiteren, gesunden Anstieg des Kurses.

Crash

Was bedeutet bullisch? (Crash)

An der Börse geht es nicht immer so gemächlich zu, wie bei einer langsam einsetzenden Korrektur.

Ein Crash kann sehr wohl dramatisch enden: Er bezeichnet einen raschen Kurseinbruch. Der Aktiencrash ist oft mit Panik bei vielen Anlegern verbunden – und daher kann er noch drastischer werden, wenn viele Anleger den Kursverfall betrachten und ebenfalls fliehen möchten.

Nach jedem Regenschauer scheint irgendwann einmal wieder die Sonne. Das ist auch bei einem Crash so. Nach einem Crash dreht sich die Stimmung oft sehr schnell, denn viele möchten die Aktien bei niedrigen Preisen kaufen.

Der schnelle Stimmungswechsel ist typisch für solche Crash-Situationen.

Salami-Crash

Salami Crash

Eine Salami wird in Scheiben abgeschnitten. Genau so ist es beim Salami-Crash.

Während es bei einem „normalen“ Crash relativ schnell abwärts geht, passiert bei einem Salami-Crash alles viel langsamer.

Nach und nach verliert die Aktie an Wert – Tag für Tag ein bisschen mehr. Der Trend ist langsam – aber abwärtsgerichtet.

Obwohl der Salami-Crash nicht so gefährlich klingt, kommt es auf lange Sicht trotzdem zu großen Verlusten. Daher gilt es, rechtzeitig einen solchen Salami-Unfall zu erkennen.


Wie analysiere ich den Markt?

In diesem Beitrag haben wir bereits einiges gelernt. Doch wie wende ich diese Begrifflichkeiten in der Praxis an?

Damit dir dieser Ratgeber in der Praxis hilft, benötigst du Hilfsmittel, um den Markt analysieren zu können.

Bei den meisten Brokern gibt es sogenannte Analyse-Tools. Das sind Grafiken, die man über dem eigentlichen Chart einblenden kann. Mit Hilfsmitteln, wie beispielsweise den Bollinger Bändern oder den Gleitenden Durchschnitten kannst du schon eher Trends erkennen und den Markt einordnen: Ist der Markt bullisch oder bärisch?

Eine große Auswahl an Hilfsmitteln zur Analyse gibt es beispielsweise bei Plus500.


Fazit: Was bedeutet bullisch?

Bullisch BedeutungIn diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Begriffe rund um Bulle & Bär erklärt.

Den Unterschied kann man sich ganz leicht merken: Der Bulle neigt durch seine Hörner dazu, nach oben zu blicken. Er steht für steigende Kurse. Der Bär greift von oben nach unten an. Er steht für fallende Kurse.

Neben „bullisch“ und „bärisch“ gibt es aber natürlich noch viele weitere Begriffe und Ereignisse, die täglich in der Börsenwelt auftreten. Manchmal haben sie einen ziemlich komischen Namen – wie beispielsweise „Salami Crash“.

Wer effektiv und gut traden möchte, sollte diese Begriffe verinnerlichen und lernen, „Dead Cat Bounces“, „Bullenfallen“ oder „Salami-Crashes“ schnell zu erkennen. Wer gefährliche Märkte schnell erkennt, hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen.

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