Aktien Startkapital: Wie viel Startkapital braucht man, um investieren zu können?

Aktien StartkapitalAuch im Jahr 2021 ließen sich mit bestimmten Einzelaktien mehrere 100 % Gewinn machen – eine lukrative Anlagemöglichkeit mit hohen Renditen, die mit dem richtigen Riecher schnell zu einem großen Vermögen führen kann.

Bestes Beispiel ist vermutlich immer noch Warren Buffett, der seinen Wohlstand vorrangig durch Aktien aufgebaut hat und mit seiner Strategie in vielen Fällen genau richtig liegt.

Wenn man nun für sich überlegt, in den Aktienhandel einzusteigen, stellt sich unweigerlich folgende Frage: Wie viel Startkapital für Aktien brauche ich denn?


Aktien für Einsteiger: Was sind Aktien und wie viel Startkapital braucht man zum Investieren?

Man kauft in der Regel die komplette Aktie

AktienbubbleAktien sind Anteile an einem Unternehmen, die an einer Börse gehandelt werden.

  • Kauft man eine Beteiligung, so besitzt man einen kleinen Teil des Unternehmens.
  • Einige Aktien enthalten sogar Stimmrechte, mit denen man ein Mitspracherecht beispielsweise an der Ausrichtung der Firma hat.
  • Die regulären Aktien, die man frei an der Börse kaufen kann, haben das jedoch meist nicht.

Da es sich um Anteile an einem Unternehmen handelt und man diesen Anteil nach dem Kauf besitzt, muss der gesamte Kaufpreis erbracht werden.

Es reicht also nicht wie beispielsweise bei CFDs, einen prozentualen Teil des Werts als Sicherung zu halten.

Hier findet sich bereits der 1. Grund, warum grundsätzlich das Startkapital für Aktien etwas höher angesetzt werden sollte.

Möglicher Fokus: Hohe Dividendenrenditen

Dividenden

Einige Investoren bevorzugen eine Aktienstrategie, die vorwiegend auf Dividendenzahlungen ausgerichtet ist.

Dividenden sind Zahlungen der Unternehmen an die Aktienbesitzer, sozusagen als Dankeschön für deren Investition und Vertrauen.

  • Pro Aktie ist die Summe natürlich sehr klein, daher braucht es eine hohe Anzahl an Aktien, um eine nennenswerte Ausschüttung an Dividenden zu erhalten.
  • Um diese Menge an Unternehmensbeteiligungen zu kaufen, braucht es ein höheres Startkapital.
  • Dafür ermöglicht dies jedoch jährlich ein passives Einkommen.

Streuung bei einzelnen Aktien

diversifizieren

Diversifizieren: Nicht alle Eier in einen Korb legen

Im Gegensatz zum Investment in einen Aktienfonds, der von einem Fondsmanager betreut wird, birgt das Investieren in eine einzelne Aktie ein höheres Risiko.
Erklärung

Beim Kauf einer einzigen Unternehmensbeteiligung setzt man sein Geld lediglich auf ein Pferd. Gerät diese Firma in Schieflage, so ist die Beteiligung schnell weniger Wert oder sogar komplett wertlos und das eingesetzte Startkapital verloren.

  • Deshalb kommt es beim Aktienhandel auf die Streuung zwischen geeigneten Aktien an.
  • Nicht nur zwischen unterschiedlichen Unternehmen, sondern auch in unterschiedlichen Branchen und Ländern.
  • In Krisen performen einige Branchen besser als andere – wenn manche Länder straucheln, stehen andere besser da.

Natürlich kann man Glück haben und genau die Aktie, die man ausgewählt hat, ist der Überflieger des Jahres – doch was, wenn nicht?

Dann ist das wenige Aktienstartkapital, das man nur zur Verfügung hatte, weg. Deshalb lohnt sich zur eigenen Sicherheit ein größeres Portfolio, um Schwankungen auszugleichen.

Auch ein Warren Buffett mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung streut in unterschiedliche Aktien und setzt nicht alles auf eine Karte.

Um diversifizieren zu können, braucht es von Anfang an ebenfalls mehr Startkapital für Aktien, da ansonsten keine Streuung möglich ist.

Regelmäßiges Investieren

Investing Animation

Der Aktienmarkt unterliegt generell Schwankungen. Auch wenn es einzelnen Unternehmen beispielsweise sehr gut geht, so hat die gesamtwirtschaftliche Lage ebenfalls Einfluss auf den Aktienpreis der Unternehmen.

Gleichzeitig kann die ausgewählte Firma im Laufe eines Jahres ebenfalls schwächeln, weil einzelne Projekte nicht optimal verlaufen oder andere Herausforderungen das Wachstum behindern

  • Eine Aktie steigt niemals nur konstant im Wert.
  • Angesichts dessen investiert man nie von Anfang an die volle Summe, sondern immer wieder einen prozentualen Teil.
  • So bleibt noch Kapital übrig, falls der Preis der ausgewählten Aktie fällt und man so günstig nachkaufen kann.
  • So sinkt der Gesamteinkaufspreis im Durchschnitt, was im Fachjargon als Cost Average bezeichnet wird.

Um das mit mehreren Beteiligungen umsetzen zu können, braucht es ebenfalls ein höheres Startkapital für Aktien, da ansonsten schnell der Gesamtbetrag investiert ist und man auf Marktsituationen nur noch bedingt reagieren kann.

Depotkosten

Beim Handel mit Aktien braucht man ein Depot. Das kann bei einem Onlineanbieter im eigenen Land, im Ausland oder auch bei der Hausbank sein.

Je nach Anbieter sind die Kostenunterschiede enorm.

Zu beachten ist vor allem:

  • Gibt es eine grundsätzliche Depotführungsgebühr – also ein monatlicher Beitrag, der ganz gleich, was passiert, gezahlt werden muss.
  • Wie hoch sind die Ordergebühren – also das, was man zahlt, wenn man einen Kauf oder Verkauf durchführt.

Mittlerweile gibt es einige Anbieter, bei denen die Gebühren nahezu 0 sind. Dennoch gibt es Depots, bei denen kosten Orders zwischen 2 € – 8 €.

Diese Kosten müssen natürlich von der Rendite abgezogen werden. Bei kleinen Investitionen mit einem Startkapital für Aktien von 100 € ist so der Kostenfaktor zu hoch.

Aber wie hoch sollte das Startkapital in Zahlen ausgedrückt sein?

Wie viel Euro Startkapital für Aktien braucht man?

Ein solides Anfangsbudget liegt laut manchen Experten zwischen 5.000 € und 10.000 €.

So besteht die Möglichkeit, breit zu streuen und gleichzeitig eine ausreichende Anzahl an Einzeltiteln zu kaufen.

  • Grundsätzlich sollte man das investierte Geld eher als Spielgeld betrachten und nicht Geld als Startkapital nehmen, auf das man in ein paar Monaten angewiesen ist.
  • Der Kauf von Aktien ist selten eine kurzfristige Spekulation, sondern eher eine langfristige Anlage.
Dennoch kann man auch mit weniger Geld einsteigen, um erst einmal auszuprobieren, ob der Aktienmarkt wirklich die richtige Investitionsanlage ist. So kann man ein paar Aktien kaufen, schauen, wie sich der Kurs bewegt, wie man selbst auf Verluste und Gewinne reagiert. Denn Investieren ist ein hochemotionales Thema und viele Fehlentscheidungen sind von Gefühlen getrieben und entstehen nicht aus rationalen Gründen.

Ein geringes Startkapital für Aktien kann daher sinnvoll sein, um ein erstes Gefühl zu bekommen.

  • Wer mit 200 € keine Gewinne macht, wird auch mit 20.000 € keine Gewinne machen.
  • Doch 200 € zu verlieren ist weit weniger schmerzhaft als 20.000 €.

Viele argumentieren, dass sie erst ein paar Jahre warten, um den Betrag anzusparen. Doch dabei ist zu bedenken, dass man in diesen Jahren dann Rendite liegen lässt, bzw. das angesparte Geld durch Inflation eher an Wert verliert.

Deshalb ist es ratsam, mit einem geringen Startkapital anzufangen, zu lernen und währenddessen zu sparen, bzw. durch andere Anlagemöglichkeiten, das Kapital für Aktien zu erhöhen.

Welche Aktien lohnen sich für Einsteiger mit geringem Startkapital?

Animation

Wer gerade erst in Aktien einsteigt, sollte sich nicht zu sehr mit Exoten aus fernen Ländern oder komplizierten Branchen auseinandersetzen.

Um die Anfänge zu lernen und den Markt zu verstehen, eignen sich solide Aktien für Einsteiger aus dem DAX.

Viele davon gibt es unter 50 € pro Stück, sodass sie auch bei einem geringeren Startkapital von 1.000 € – 2.000 € ausreichend gekauft werden können.

Wer ein höheres Startkapital für Aktien zur Verfügung hat, sollte sich zunächst eine Strategie überlegen: Wo liegt der Fokus, wie hoch ist das Risiko, das man bereit ist, einzugehen, ist man an Dividenden etc. interessiert?

Eine funktionierende Strategie ist viel wichtiger als die Höhe des Startkapitals, denn nur sie garantiert, dass man langfristig mit Aktien erfolgreich ist. Ganz gleich, ob man mit 200 €, 2.000 € oder 2.000.000 € arbeitet. Überhaupt gilt das für jede Geldanlage.

Die Strategie ist entscheidend – sie muss funktionieren.


Alternativen zum Investment in Aktien

alternativenIst das Startkapital nicht ausreichend und man möchte gleichzeitig nicht 2 Jahre warten, um die nötige Summe zusammenzusparen, gibt es Alternativen.

Mit diesen kann man in Aktien investieren, bzw. das Geld erwirtschaften, um dann sein Geld in Einzelpositionen anzulegen.

ETFs als direkte Alternative zu einzelnen Aktien für Einsteiger

Fehlt das notwendige Startkapital für Aktien und man möchte dennoch am Gewinn des Aktienmarktes teilhaben, so können ETFs eine Alternative sein.

Sie unterscheiden sich von regulären Aktienfonds dadurch, dass sie meistens den Index oder eine bestimmte Gruppe von Aktien nachbilden, ohne aktiv von einem Menschen gemanagt zu werden. Das hat den Vorteil, dass die Kosten deutlich niedriger ausfallen, das Risiko meistens geringer ist und man bereits mit sehr kleinen Summen anfangen kann.

Viele Broker und Banken bieten Sparpläne auf bestimmte ETFs an und verlangen dafür häufig auch keine zusätzlichen Gebühren. So können bereits 25 € im Monat ausreichen, um am Aktienmarkt teilzunehmen. Es wird regelmäßig investiert, und zwar genau in dem vorgegebenen Intervall – man selbst hat kaum bis gar keine Arbeit.

Natürlich sind die Renditen deutlich geringer als bei Einzelaktien, doch auch das Risiko ist bei Weitem niedriger. Mit einem Startkapital von 25 Euro im Monat kann man bereits einsteigen, also ungefähr so viel wie die Mitgliedschaft im Fitnessstudio.

CFDs für ein schnelles hohes Startkapital

Wer höhere Renditen erhalten möchte und gleichzeitig bereit ist ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen, der kann mit CFDs traden.

Hier reichen meist wenige 100 € als Startkapital aus, um bei den meisten Brokern einzusteigen. Auch hier ist eine Strategie unbedingt notwendig, denn so schnell man Geld gewinnen kann, kann man es mit CFDs auch verlieren. CFDs auf geeignete Aktien sind grundsätzlich möglich. Durch die geringe Volatilität bieten sich jedoch Währungen und Rohstoffe eher an.

Ausführliche Informationen und Hilfestellungen zu dem Thema CFDs gibt es in diesen Beiträgen:

Die Welt der Kryptowährungen

Eine weitere Alternative zum Handeln mit Aktien sind Kryptowährungen. Hier lassen sich teilweise enorme Gewinne erwirtschaften.

Doch so lukrativ wie sich das anhört, sollte das Risiko nicht außer Acht gelassen werden. Bereits mit 50 € oder 100 € können Währungen erworben werden, die sich in wenigen Wochen verdoppeln oder sogar verdreifachen.

Der Vorteil ist ebenfalls, dass man beispielsweise keinen ganzen Bitcoin kaufen muss, sondern Anteile daran erwerben kann.

Das Risiko, sein Startkapital zu verlieren, ist jedoch ebenfalls sehr hoch, wenn man nicht weiß, was man tut.

Daher ist es wichtig, sich hier wirklich mit den einzelnen Projekten auseinanderzusetzen, Chartanalysen zu beherrschen oder zumindest eine verlässliche Quelle dafür zu haben.


Fazit: Startkapital für Aktien

Grundsätzlich kommt es auf die Zielsetzung an: Was beabsichtigt man zu erreichen?

Möchte man zunächst nur testen und ein Gefühl für die Geldanlage in Aktien bekommen, so können bereits kleinere Summen von 1.000 € ausreichen. Möchte man ein Vermögen aufbauen, sicher und sinnvoll investieren, so ist ein Startkapital für Aktien von 5.000 € – 10.000 € ratsam.

Wichtig ist, dass man sich niemals nur auf ein Unternehmen konzentriert, sondern sein Kapital auf unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Länder aufteilt.

Regelmäßiges Investieren senkt den Cost-Average, also den durchschnittlichen Einkaufspreis und verbessert so die Renditemöglichkeiten.

Gleichzeitig sollte man beim Broker auf ein günstiges Depot achten, da beim Kauf und Verkauf von Aktien Gebühren anfallen können.

Diese Faktoren führen dazu, dass man etwas mehr Startkapital braucht. Wer das nicht sofort aufbringen kann, der hat durch verschiedene Anlageformen – wie beispielsweise ETFs, CFDs und Kryptowährungen – die Möglichkeit, bereits mit weniger Startkapital Renditen zu erwirtschaften.

Niemals vergessen darf man aber, dass es keine Garantie auf Gewinne gibt. Beim CFD-Handel ist es beispielsweise so, dass die meisten Trader Geld beim Handel verlieren.

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