Funktioniert die Chartanalyse?

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  2. Funktioniert die Chartanalyse?

Funktioniert die ChartanalyseDieser Beitrag wurde am 16.07.2021 von Jurij veröffentlicht.

Die Chartanalyse führt in Trader-Kreisen immer wieder zu teils heftigen Diskussionen.

Während manche Trader darauf schwören, gibt es wiederum immer mehr Kritiker, die das Analysieren von Charts mit Horoskopen und Kaffeesudlesen gleichsetzen.

  • Aber funktioniert die Chartanalyse?
  • Oder ist das alles nur großer Quatsch?
  • Was spricht dafür und was spricht dagegen?

Im folgenden Beitrag möchten wir einen sachlichen Blick auf die jetzige Erkenntnislage zur Chartanalyse werfen – inklusive eigener Meinung.


Die Chartanalyse: Eine Theorie mit Geschichte

Chartanalyse Geschichte

Glaubt man den Geschichtsbüchern, so ist Charles Dow der Begründer der Chartanalyse. Er hat auch den Dow Jones Index entwickelt.

Im Wall Street Journal veröffentlichte er gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder Artikel, die darauf hindeuteten, dass er Werkzeuge erschaffen hatte, mit denen die Einstufung von Trends erleichtert würde.

Er selbst hat dabei nie behauptet, dass man mit seinen Tools zukünftige Preise vorhersagen könnte.

Seine Handelswerkeuge basieren auf der Theorie, dass sich Märkte in zyklischen Wellen bewegen. Diese können sowohl in kurzen, als auch in großen Zeiträumen auftreten.

Immer wieder wurden die Theorien von Charles Dow neu aufgegriffen und verfeinert – etwa vom amerikanischen Mathematiker Ralph Elliot, welcher der Begründer der Elliot-Wellen ist.

Der richtige Durchbruch für die Chartanalyse kam aber mit dem Aufkommen computergestützter Systeme. Erst als es möglich wurde, Chartanalyse Tools live zu berechnen und im Kurs anzuzeigen, fand eine massenhafte Anwendung dieser Werkzeuge statt.

Kein Wunder: Heute ist es mit wenigen Klicks möglich, komplexe Tools im Chart anzuzeigen – mathematische Berechnungen sind für den Durchschnittstrader nicht mehr nötig.

Aktuell gilt die Chartanalyse als weit verbreitet, obwohl es viel Kritik an den charttechnischen Untersuchungen gibt.

Ein Grund dafür dürfte auch die massive Bewerbung von Charttechnik Tools durch Broker sein. Mittlerweile werden ganze Lexika geschrieben, die sich mit der Analyse von Kursbildern beschäftigen.

Möglichkeiten der Chartanalyse

Trendlinie nach unten

Zweifache Trendlinie: Trendkanal

Die einzelnen Chartanalyse Tools können in verschiedene Unterkategorien eingeteilt werden.

Als einfachste Handelswerkzeuge gelten Muster, die im Chart erkannt werden sollen. Das sind etwa Gaps (Lücken im Chart), Doppelhochs oder Flaggen.

Ebenso simpel sind Tools, die vom Trader selbst eingezeichnet werden. Das bekannteste Beispiel sind dabei wohl die Trendlinien, bzw. Trendkanäle.

Bei ersterer handelt es sich um eine Linie, die an den Tief-, bzw. Hochpunkten eines Charts eingezeichnet wird. Zweiteres sind “Kanäle”, die aus zwei Linien bestehen, wobei eine die Hochpunkte und die andere die Tiefpunkte miteinander verbindet.

Komplexer wird es mit den sogenannten technischen Indikatoren. Das sind Tools, die basierend auf aktuellen und vergangenen Preisen live berechnet und von der Software im Chart angezeigt werden.

Ein einfaches Beispiel sind in dem Zusammenhang etwa die Gleitenden Durchschnitte. Diese berechnen anhand der Kurspreise eine Durchschnittslinie, die größere Ausbrüche nach oben oder unten glättet. So entsteht eine ruhigere Linie, die das Erkennen von Auf- und Abwärtstrends erleichtern soll.

Noch aufwendiger wird es dann etwa mit Stochastik- oder MACD-Indikatoren.

Alternative zur Chartanalyse

Die offensichtlichste Alternative zur Chartanalyse ist die Fundamentalanalyse.

Bei dieser versucht man nicht, aus vergangenen Kurspreisen zukünftige Entwicklungen vorherzusagen.

Vielmehr ist das Ziel der Fundamentalanalyse, mit genauer Betrachtung und Einordnung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und anderen wirtschaftlichen Aspekten eines Unternehmens, den weiteren Verlauf eines Aktienkurses vorherzusagen.

Anstatt sich das Kursbild anzusehen und mithilfe von charttechnischen Tools zu Erkenntnissen zu kommen, analysieren “Fundis” wichtige Kennzahlen eines Unternehmens.

Das können beispielsweise folgende Werte sein:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis
  • Umsatz
  • Cashflow
  • Eigenkapital
  • Gesamtkapital
  • Gewinn
  • Umsatzrendite

Anhand solcher Punkte kann dann eine Excel-Tabelle erstellt werden, in der mehrere Aktien miteinander verglichen werden.

Je besser die einzelnen Unternehmensdaten, desto höher wird das Interesse eines Fundamentalanalysten am Kauf der Aktie – so jedenfalls die Theorie.

Was Kritiker zur Chartanalyse sagen

Chartanalyse: Support und Resistance Linien

An der Chartanalyse gibt es viel Kritik. Doch was bemängeln Kritiker an der Chartanalyse?

Ein großer Kritikpunkt ist, dass die Chartanalyse keine Wissenschaft ist. Das stimmt.

In den allermeisten Studien, die bisher zur charttechnischen Analyse durchgeführt wurden, konnte kein Vorteil gegenüber dem Markt bewiesen werden.

Verlässliche Beweise, die darauf hindeuten, dass mit Chartanalyse bessere Trading-Entscheidungen gefällt werden, fehlen also.

Außerdem hatten diejenigen, die mit ihren Chartanalyse-Techniken bisher Gewinne eingefahren haben, großteils scheinbar einfach Glück.

Hierbei muss man sich nur ansehen, wann Chartanalysten und scheinbare Trading-Profis wie Pilze aus dem Boden sprießen: Wenn es gerade einen Bullrun gibt!

In den Jahren 2020 und 2021 stieg der Kurs von Bitcoin & Co. etwa stark an. Viele Crypto-Trader haben in dieser Zeit auf Twitter und anderen sozialen Medien mit ihren Trading-Techniken und den (angeblich) daraus resultierenden Profiten geprahlt.

Als der starke Aufwärtstrend abebbte, kehrte auch bei den selbsternannten Trading-Profis schnell wieder Ruhe ein.

Viele Chartanalysten profitieren also meist nur in Situationen, in denen eindeutige Trends vorherrschen – doch die erkennt man oft auch mit dem bloßen Auge.

Weiters steht die Chartanalyse im direkten Gegensatz zur sogenannten Random-Walk-Theorie.

  • Sie besagt, dass sich die Aktienmärkte unberechenbar bewegen. Der einzige Faktor, der nach dieser These eine Rolle spielt, ist der Zufall.
  • Ein Affe, der sich blind für verschiedene Aktien entscheiden würde, hätte nach dieser Theorie die gleichen Erfolgsaussichten, wie ein ausgebildeter Finanzexperte.

Natürlich ist aber auch diese Theorie stark umstritten. Das beweist auch die Entscheidung der Jury des Wirtschaftsnobelpreises 2013.

Damals wurde der Preis an zwei Professoren verliehen, die eigentlich das genaue Gegenteil voneinander behaupten.

  • Professor Eugene Fama hat etwa empirisch belegt, dass sich Märkte effizient (und somit zufällig) bewegen. Seine Untersuchungen bestätigen die Random-Walk-Theorie.
  • Der zweite Nobelpreisträger ist Professor Robert Shiller. Er hat die These von Eugene Fama widerlegt.

Shillers Theorie besagt, dass Aktien zu starken Schwankungen unterliegen, als dass die Kurse immer zu 100% effizient wären. Seiner Meinung nach ist die These, dass Märkte immer effizient sind, der “bemerkenswerteste Fehler in der Geschichte der Ökonomie”. Mehr Infos dazu gibt es im Beitrag auf FuW.ch.

Nach Shillers Ansichten sollte man sich hauptsächlich auf psychologische und verhaltenswissenschaftliche Thesen beziehen, wenn man sich die Preisbildung von Aktienkursen erklären möchte.

Die Studie, die für die Chartanalyse spricht

Keine Studie ohne Gegenstudie – oder so ähnlich.

Im September 2015 wurde in der FAZ ein Artikel veröffentlicht, welcher die Chartanalyse wieder in ein besseres Licht rückt.

Der Beitrag handelt von den Methoden des Aktienanalysten Ryan Detrick, welcher bei der Analyse des Autokonzerns Ford Recht behielt: Er sagte voraus, dass der Kurs von Ford sinken würde. Seine Begründung: Der Gleitende Durchschnitt im 200er Zeitraum flachte ab. Tatsächlich sank der Kurs.

Im weiteren Verlauf des Artikels geht es dann um eine Studie, die von drei israelischen Finanzprofessoren durchgeführt wurde. Sie haben zwischen 2011 und 2014 Empfehlungen von Chartanalysten denen von Fundamentalanalysten gegenübergestellt.

  • Dabei fiel auf, dass jene Kurse, bei denen technische Analysten stark zum Verkauf empfohlen hatten, wirklich im Durchschnitt um 8,85% nachgaben.
  • Gleichzeitig gab es bei Aktien, bei denen Fundamentalanalysten zum Verkauf geraten haben, nur eine durchschnittliche Negativ-Entwicklung von 2,33%.
  • Aktien mit normaler Verkaufempfehlung von Fundamentalanalysten haben sich um mehr als 6% besser als der Marktdurchschnitt entwickelt – hier lagen die Analysen mit fundamentaltechnischen Mitteln also stark daneben.
  • Im Umkehrschluss entwickelten sich in der Studie Aktien, die von den Fundamentalanalysten zum Kauf empfohlen wurden, im Durchschnitt negativ.
  • Bei den Kaufempfehlungen von technischen Analysten gab es hingegen einen positiven Return – die Aktien entwickelten sich im Durchschnitt besser als der allgemeine Aktienmarkt.

Wenn man sich die Punkte aus der Studie so ansieht, kommt man schnell zur Erkenntnis, dass Anhänger der technischen Analyse bessere Empfehlungen abgeben als Fundamentalanalysten.

Aber wieso ist das so?

Ein Erklärungsversuch: Wieso die Chartanalyse vielleicht doch funktioniert

SMA und EMA

SMA 200 und EMA 200

Wenn der Beitrag bisher eines gezeigt hat, dann ist es wohl die Tatsache, dass es bei diesem Thema nicht “die eine” richtige Wahrheit gibt.

Das folgende Pro-Chartanalyse-Argument wird sogar von jenen unterstützt, die eigentlich sagen, dass die Chartanalyse Bullshit [sic] ist.

In den letzten Jahren ist das Traden mit Chartanalyse zu einer Art Volkssport geworden.

Professionelle und Amateur-Trader haben heutzutage die Möglichkeit, in weniger als 15 Minuten eine Trading-App herunterzuladen, ein Konto zu erstellen und loszutraden.

Zwar unterscheiden sich die Broker bei vielen verschiedenen Punkten, doch eine Sache haben (fast) alle gemeinsam: Sie bieten eine große Palette an Chartanalyse Tools an, die mit einem Klick im Kurs angezeigt werden können. Gleitende Durchschnitte sind etwa oft standardmäßig auf die 200-Tages-Linie eingestellt.

Doch was bedeutet das für den gesamten Markt?

Die Chartanalyse wird zur Self-Fullfilling Prophecy.

Wenn viele Menschen den gleichen Indikator als Basis für ihre Trading-Entscheidungen nutzen, spielt der Indikator automatisch eine Rolle für den gesamten Markt.

Da mittlerweile sehr, sehr viele Menschen an die Relevanz der Chartanalyse glauben und auf Basis von solchen Tools Entscheidungen treffen, hat die Chartanalyse dadurch automatisch eine Auswirkung auf den Markt.

Sehen wir uns ein einfaches Beispiel an.

  • Wenn etwa viele Menschen den SMA 200 als Support-Linie in einem Chart interpretieren, gibt es an der Position des SMA 200 viele Buy-Orders.
  • Durch die vielen Buy-Orders prallt der Kurs dann tatsächlich vom SMA 200 ab – und der Nutzen der Chartanalyse ist für viele Menschen wieder bestätigt.

Die Chartanalyse mitsamt allen Indikatoren kann also wirklich für Bewegungen im Markt sorgen. Da heutzutage auch sehr viele Menschen nach den Theorien der technischen Analyse handeln, wird sie zum eigentlichen Auslöser von Marktbewegungen.

Dieses Argument wird deswegen auch oft von all jenen bestätigt, die eigentlich keine Freunde der technischen Analyse sind.

Gleichzeitig kann man wohl davon ausgehen, dass dies zwar in kurzfristigen Settings sicher gut funktioniert (etwa im Daytrading) – langfristig gewinnen dann aber andere preisbeeinflussende Faktoren die Dominanz über den Kurs.

Achtung, Meinung: Die eigene Handelsstrategie sollte den Umgang mit Chartanalyse Tools bestimmen

Wir haben in diesem Artikel jetzt einige Pro- und Kontra-Argumente zur Chartanalyse gelesen.

  • Es stimmt, dass es Untersuchungen gibt, die darauf hindeuten, dass die Chartanalyse dem einzelnen Trader keinen Vorteil gegenüber dem gesamten Markt gibt.
  • Außerdem kann empirisch nicht nachgewiesen werden, wieso vergangene Preisdaten auf zukünftige schließen lassen sollten.
  • Gleichzeitig muss man aber bedenken, dass israelische Forscher herausgefunden haben, dass Chartanalysten gegenüber Fundamentalanalysten in ihrer Untersuchung die Nase vorn hatten. Sowohl bei Verkauf- als auch bei Kaufsignalen haben die technischen Analysten ihre Konkurrenten geschlagen.
  • Auch das Nobelpreiskomitee konnte sich nicht entscheiden, welcher These man Recht gibt – im gleichen Jahr wurde sowohl ein Anhänger der Markteffizienzhypothese als auch ein Gegner ebendieser ausgezeichnet.

Die Situation ist also verzwickt und nicht eindeutig.

Vor allem Anlegern, die langfristig in Aktien und andere Vermögenswerte investieren möchten, sei von der Chartanalyse abgeraten.

In langfristigen Zeithorizonten macht es unter Einbeziehung aller Studienergebnisse absolut keinen Sinn, anhand von technischen Chartanalysen Kaufentscheidungen für bestimmte Unternehmen oder Aktien zu treffen.

Wer sich also langfristig ein Wertpapierportfolio aufbauen möchte, sollte von der Chartanalyse Abstand nehmen und eher eine tiefgreifende Analyse der zu investierenden Unternehmen durchführen.

Gleichzeitig gibt es auch Situationen, in denen die technische Analyse des Chartbildes vielleicht doch Sinn macht.

Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, wirken sich chartanalytische Werkzeuge kurzfristig auf einen Kurs aus, wenn viele Menschen die gleichen Indikatoren nutzen und dann daraus eine Kursbewegung entsteht.

So ein klassischer populärer Indikator ist etwa der SMA, bzw. EMA 200. In der Vergangenheit hat sich oft gezeigt, dass die 200er Linie des Gleitenden Durchschnitts schon als Unterstützung-, bzw. Widerstandslinie fungiert hat.

Wer also in kurzfristigen Zeithorizonten traden möchte (Daytrading oder Scalping), kann sich der technischen Analyse bedienen.

Gleichzeitig muss man sich aber immer im Hinterkopf behalten, dass es keine empirische Bestätigung der Wirkweise von Chartanalysen gibt, obwohl israelische Forscher eine bessere Performance gegenüber Fundamentalanalysen erkennen konnten.

So schätzen wir die Rolle der Chartanalyse aktuell ein

Die Chartanalyse funktioniert in manchen Trading-Konstellationen, weil es eine selbsterfüllende Prophezeiung ist.

In Marktbereichen, in denen viele gleichzeitig den selben (oder ähnlichen) technischen Indikator verwenden, kann dieser für eine Änderung des Kursverlaufs sorgen.

Somit hat die Chartanalyse sehr wohl ihre Daseinsberechtigung.

Außerdem verwenden vernünftige Händler immer Risikomanagement Tools, wie den Stop Loss.

Man sollte also sicher und bedacht vorgehen, um das meiste aus der Chartanalyse zu holen:

  • Beliebten Indikator verwenden
    Populäre Indikatoren sind etwa der 50er, 100er oder 200er SMA, bzw. EMA.
  • Aktien traden
    Die oben genannte israelische Studie hat gezeigt, dass die Chartanalysten interessanterweise nur bei Aktien vor den Fundamentanalysten lagen. Ein Grund wurde dabei nicht genannt.
  • Bild von der Lage machen
    Zuerst muss man sich ein Bild von der Lage machen und sich mithilfe von Werkzeugen im echten Chart (oder vor dem geistigen Auge) den weiteren Kursverlauf ausmalen.
  • Engen Stop Loss setzen
    Ein enger Stop Loss sorgt dafür, dass der Trade sofort ausgebremst wird, wenn sich der Kurs nicht in die gewünschte Richtung entwickelt.

Zusammengefasst kann die technische Analyse vor allem in kurzfristigen Trading-Horizonten sinnvoll und nützlich sein. Die Studienergebnisse haben außerdem gezeigt, dass vor allem beim Traden von Aktien die besten Chancen auf einen positiven Outcome bestehen.

Gleichzeitig sollte die Chartanalyse beim langfristigen Investieren gar keine Rolle spielen, da hier andere und wichtigere preisbeeinflussende Faktoren die zukünftige Entwicklung vorgeben.


Fazit: Funktioniert die Chartanalyse?

Wir haben für diesen Beitrag großflächige Recherchen durchgeführt und versucht, so viele Pro- und Kontra-Argumente einzubauen, wie möglich.

Daraus ist ein Beitrag entstanden, der gezeigt hat, dass es keine eindeutige Meinung zu diesem Thema gibt – auch auf wissenschaftlicher Basis gibt es Diskrepanzen.

Folgende Erkenntnisse haben wir im Laufe dieser Erörterung gewonnen:

  • Die Chartanalyse hat zwar schon eine lange Geschichte, wurde aber erst mit dem Aufkommen von computergestütztem Trading massentauglich.
  • Neben einfachen Chartanalyse Tools gibt es auch komplexe Werkzeuge, die das Resultat von Berechnungen sind, welche die Trading-Software im Hintergrund durchführt.
  • Viele Chartanalysten auf Social Media profilieren sich als Profi-Trader, haben in Wahrheit aber nur mit allgemeinen Markttrends Profit gemacht – etwa in den Crypto-Bullruns 2017 und 2020/2021.
  • Die Random-Walk-Theorie besagt, dass sich Kurse gänzlich zufällig und effizient bewegen. Deshalb sei gar keine Vorhersage auf Basis vergangener Preise möglich.
  • Dem widerspricht die These von Prof. Robert Shiller, der die Markteffizienzhypothese als den “bemerkenswertesten Fehler in der Geschichte der Ökonomie” bezeichnet.
  • Im Jahr 2015 wurde eine Studie von drei israelischen Finanzprofessoren veröffentlicht, in der Fundamentalanalysten mit Chartanalysten verglichen wurden. Sowohl bei Kauf- als auch bei Verkaufempfehlungen hatten die Chartanalysten die Nase vorn.
  • Eine Erklärung für das Funktionieren der Chartanalyse ist, dass es sich um eine Self-Fullfilling Prophecy handelt. Wenn viele Händler mithilfe technischer Analysen handeln, hat die Chartanalyse wirklich einen einen direkten Einfluss auf Kursveränderungen. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass viele den gleichen Indikator verwenden und gleich interpretieren.

Abschließend sei gesagt, dass ein technischer Analyst nach der aktuellen (und oben mehrmals erwähnten) Studienlage in kurzfristigen Zeithorizonten durchaus gewinnbringend traden kann. Dafür ist jedoch ein striktes Risikomanagement nötig.

Wer Vermögensaufbau mit langfristigen Aktieninvestments betreiben möchte, sollte von der Chartanalyse aber eher die Finger lassen, da bei langfristigen Kursverläufen andere Faktoren einen höheren Einfluss auf den Preis haben.

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