In den DAX investieren: Anleitung mit 3 Dingen, die man wissen sollte

In den DAX investierenDen deutschen Aktienindex DAX kennen viele aus den Nachrichten. Regelmäßig liest man Schlagzeilen wie “Der DAX hat einen neuen Rekordwert erreicht” oder “DAX sackt ab”. Der Index der wichtigsten deutschen Unternehmen hat also für das ganze Land eine hohe Relevanz.

Aktienanleger und Experten aus Politik und Wirtschaft betrachten den DAX als wichtigen Index, der auch über die Gesundheit der deutschen Wirtschaft Auskunft gibt.

In Zeiten wie diesen suchen viele Menschen nach einer Möglichkeit, in sichere Wertanlagen zu investieren. Ein vielbeachtetes Asset ist dabei der DAX.

Doch kann man so einfach in den DAX investieren? Was müssen Einsteiger beachten?

Investing Animation

Im folgenden Beitrag gehen wir unter anderem auf diese Fragen ein:

  • Was ist der DAX?
  • Wie ist der DAX aufgebaut?
  • Welche Unternehmen sind im DAX?
  • Wie ist der DAX gewichtet?
  • Wie kann ich den DAX handeln?
  • Welche 3 Dinge sollten Einsteiger über den DAX wissen?

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Übrigens: Der DAX wird im September erweitert! Grund dafür ist unter anderem der Wirecard-Skandal. Wie genau sich der deutsche Leitindex ändern wird, erfährst du weiter unten.

Was ist der DAX?

DAXDie Abkürzung DAX wird aus dem Wort “Deutscher Aktienindex” abgeleitet.

  • Der DAX soll die 30 größten deutschen Unternehmen, die an der Frankfurter Börse gelistet sind, in einem Index zusammenfassen.
  • Die Größe bezieht sich dabei auf die Liquidität der Unternehmen.
  • Im DAX befinden sich etwa SAP, Siemens, Allianz, Daimler, Adidas, Volkswagen oder die Deutsche Telekom.

Mittlerweile ist der DAX der mit Abstand wichtigste deutsche Index. Die Geschichte des DAX fängt jedoch klein an: Er wurde im Jahr 1988 gegründet und als Ergänzung zu den bereits bestehenden Indizes angesehen.

Der Index entwickelte sich jedoch schnell zum größten und relevantesten Index. Mittlerweile gilt er als eines der wichtigsten Aushängeschilder der deutschen Finanzwelt und ist sowohl in Deutschland, als auch in Europa und international anerkannt.

Index Investment

Der DAX kann mit großen Indizes anderer Länder verglichen werden – etwa mit dem Dow Jones, NASDAQ 100 oder FTSE. Beim Vergleich des DAX mit anderen Indizes gibt es jedoch eine Hürde, auf die wir weiter unten eingehen.

Zusammengefasst handelt es sich beim DAX also um den wichtigsten Aktienindex in Deutschland.

Damit ein Unternehmen in den DAX aufgenommen wird, muss es einige Kriterien erfüllen – etwa bei der Marktkapitalisierung oder beim Börsenumsatz.

Wie ist der DAX aufgebaut?

In den DAX investieren: DAX Aufbau

Wie bei vielen Brokern durch den Namen “DAX 30” sofort ersichtlich, befinden sich im DAX die 30 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands.

Hinweis: Der DAX wird im September in den DAX 40 erweitert. Was das bedeutet, erklären wir weiter unten.

Blue Chip UnternehmenUnternehmen, die sich im DAX befinden, werden auch “Blue Chip Unternehmen” genannt.

  • Blue Chips sind große und bedeutende Unternehmen, auf deren Kursentwicklung Aktienindizes basieren.
  • Wenn etwa der Kurs eines großen Blue Chip Unternehmens sinkt oder steigt, wirkt sich das auf den Kursverlauf eines Indizes aus.

Aufbau

Wenn Unternehmen aufgrund von Verlusten bei der Marktkapitalisierung aus dem DAX fallen, steigen sie einfach in eine andere Liga ab – ähnlich wie beim Fußball.

Auf den DAX folgt der MDAX und auf den MDAX folgt dann der SDAX.

Die größten DAX-Unternehmen (nach Marktkapitalisierung, Stand: Juli 2021):

  1. SAP
  2. Linde
  3. Volkswagen
  4. Siemens
  5. Allianz
  6. Deutsche Telekom
  7. Daimler

Unterschied zwischen Performance- und Kurs-Index

Chart

Während es von den meisten großen Länder-Indizes nur einen Kurs-Index gibt, gibt es im DAX auch einen Performance-Index.

DAX NewsWenn im deutschen Fernsehen oder in den deutschen Tageszeitungen vom DAX berichtet wird, so ist immer der Performance-Index gemeint.

Im Performance-Index werden die ausgeschütteten Dividenden der einzelnen gelisteten Unternehmen wieder reinvestiert. Dadurch verliert der Index nicht an Wert, wenn Dividenden ausgeschüttet werden.

Im Kurs-Index werden die ausgeschütteten Dividenden weggerechnet. Der Dow Jones, Nikkei oder FTSE werden als Kurs-Indizes geführt.

Kritiker bemängeln am DAX häufig, dass es eigentlich der einzige große Index ist, der immer in der Performance-Variante gehandelt wird. Deshalb ist er mit den Indizes anderer Länder nicht so gut vergleichbar.

Gewichtung

Um die Aktien im größten deutschen Index zu gewichten, muss zuerst die Marktkapitalisierung berechnet werden.

Die Berechnung der Marktkapitalisierung erfolgt, indem der aktuelle Kurs eines Unternehmens mit der Anzahl aller ausgegebenen Aktien multipliziert wird.

Die Formel für die Marktkapitalisierung lautet also:

  • Aktueller Kurs * Anzahl aller ausgegebenen Aktien = Marktkapitalisierung

Um nun die Gewichtung im DAX herauszufinden, muss die Marktkapitalisierung eines einzelnen Unternehmens der Marktkapitalisierung des gesamten Indizes gegenübergestellt werden.

Dazu wird die Marktkapitalisierung einer Aktie durch die gesamte DAX-Marktkapitalisierung dividiert und mal Hundert multipliziert, um eine Prozentzahl zu bekommen.

Die Formel für die Gewichtung lautet:

  • (Marktkapitalisierung Einzelaktie : Marktkapitalisierung DAX) * 100 = Gewichtung

Aus den beiden Formeln kann also die Marktkapitalisierung für jedes einzelne deutsche Unternehmen im DAX genau berechnet werden.

Wie wird der DAX gehandelt?

In den DAX investieren: So wird's gemacht

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den DAX zu handeln.

Die gewählte Variante hängt vor allem vom Anlagenhorizont und von der eigenen Handelsstrategie ab.

Neben kurzfristigen Möglichkeiten fürs aktive Trading gibt es auch passive Varianten, wo man entweder einmal oder automatisch und regelmäßig investiert.

Während mit aktivem Traden eher die Chance auf kleine und kurzfristige Gewinne bestehen, kann mit langfristigen Aktien- oder ETF-Investments nach und nach ein bestehendes Vermögen aufgebaut werden.

Sehen wir uns im Folgenden alle Möglichkeiten des Handels mit dem Deutschen Leitindex DAX an. In den DAX investieren – so wird’s gemacht:

Aktien

aktienEine simple Investitionsmöglichkeit für den DAX ist das direkte in Investment in Einzelaktien.

Dabei investiert man nicht in den gesamten Index, sondern vielmehr in einzelne Aktien, die man sich aus dem DAX “herauspickt”.

Zwar bietet diese Methode den Vorteil, dass man selbst eine 100%-ige Kontrolle über alle Positionen hat, doch das Aktienmanagement ist deutlich komplizierter als bei einem ETF.

Man ist selbst dafür verantwortlich, die richtigen Aktien zu wählen und muss diese auch regelmäßig verwalten.

Während bei einem ETF die Einzelpositionen extern verwaltet werden, ist dies bei eigenen Aktien nicht der Fall. Hier muss man selbst dafür sorgen, dass man die richtigen Aktien im Portfolio hat.

Wenn man beispielsweise eine Aktie aus dem DAX kauft und diese im weiteren Verlauf aus dem DAX fällt, passiert das im eigenen Depot nicht.

Ein weiterer Nachteil ist, dass der Kauf einzelner Aktien wegen der Ordergebühren deutlich teurer ist. Wer etwa den ganzen DAX im Depot nachbilden möchte, muss für jeden einzelnen Kauf Gebühren bezahlen. Diese sind gesamt dann deutlich höher, als etwa bei einem einzelnen Exchange Traded Fund (ETF).

Fassen wir die Vor- und Nachteile einzelner Aktieninvestments nochmals zusammen:

Vorteile:

  • Man hat selbst die Kontrolle über das Depot und muss nicht in alle Aktien des DAX investieren.
  • Man kann nur einzelne Unternehmen aus dem DAX herauspicken, bei denen man ein besonders hohes Potential sieht.
  • Es handelt sich nicht um eine abstrakte Abbildung des DAX, sondern um richtige Unternehmen. Das Konzept ist für Anfänger also leichter zu durchschauen.

Nachteile:

  • Die Gebühren sind beim Kauf einzelner Aktien deutlich höher.
  • Der Kauf einzelner Unternehmensaktien ist risikoreicher als das Investment in einen Index.
  • Das einzelne Investment in verschiedene Unternehmen ist aktiver und erfordert deutlich mehr Zeitaufwand, als passive Investments (wie etwa ETF-Anlagen).

ETFs

etfDie Abkürzung “ETF” steht für “Exchange Traded Fund” und bedeutet auf Deutsch “börsengehandelter Fonds”.

Mit einem ETF kann man langfristig und vor allem günstig in bestimmte Aktien-Sparten investieren und Vermögen aufbauen. Viele Anleger halten ETFs über Jahre, um von der langfristigen Vermögenssteigerung zu profitieren.

ETFs kombinieren die Vorteile von börsengehandelten Wertpapieren und klassischen Fonds.

Bevor man einen ETF kauft, sollte man sich zuerst die dahinterliegende ETF-Strategie ansehen. Diese gibt an, in welche Assets der ETF investiert ist – etwa Aktien aus dem DAX.

Das größte Argument für einen ETF ist, dass das Investment sehr passiv ist. Man muss sich nach dem Kauf eigentlich um nichts mehr kümmern, denn alle Änderungen im DAX werden im ETF automatisch nachgebildet.

ETF-Investments eignen sich zwar für diversifiziertere Anlagestrategien (etwa All-World-ETFs, die weltweit in Aktien investieren), doch auch DAX-ETFs sind für diejenigen, die in den DAX investieren möchten, sehr empfehlenswert.

Zusammengefasst kann man mit einem ETF also in mehrere Aktien einer bestimmten Kategorie oder Sparte gleichzeitig investieren.

Empfehlenswerte DAX-ETFs gibt es etwa von iShares oder Xtrackers.

Vorteile:

  • Sehr unkompliziertes Investment in den gesamten DAX.
  • Passive Anlagestrategie, bei der man sich nach dem Kauf des ETFs nicht mehr darum kümmern muss.
  • Verglichen mit anderen Anlagemöglichkeiten sehr günstige Methode für die Nachbildung des gesamten DAX-Index mit allen gelisteten Unternehmen im eigenen Depot.
  • ETFs bilden den DAX linear und direkt nach.
  • ETFs auf den DAX eignen sich auch für kleine Privatanleger ideal.

Nachteile:

  • Reine DAX-ETFs sind nicht so breit gestreut, wie etwa ein All-World-ETF.
  • Investments in ETFs eignen sich nicht für kurzfristige Anleger. ETFs müssen über lange Zeiträume gehalten werden, um von den steigenden Kursen wirklich merkbar zu profitieren.

Fonds

fondsAls Alternative zu ETFs bieten sich auch die sogenannten “Deutschland-Fonds” an. 

Das sind Fonds, die ausschließlich Aktien aus Deutschland enthalten. Sie bilden aber nicht zwingendermaßen den DAX ab, weshalb sie in unserer Liste eine Ausnahme darstellen.

Wenn man sich vergangene Entwicklungen ansieht, haben aktive Deutschland-Fonds den DAX immer geschlagen. Ein Problem ist jedoch, dass Fonds im Vergleich zu ETFs deutlich teurer sind, da es höhere Gebühren gibt.

Der Grund für die höheren Gebühren: Wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, werden aktiv gemanagte Fonds von echten Menschen verwaltet.

Zwar stellen Fonds auch eine reale Investmentmöglichkeit dar, die meisten Experten raten aber vor allem Einsteigern eher zu ETFs, da diese günstiger sind und dadurch auch bessere Chancen auf höhere Renditen bieten.

Zusammengefasst haben “Deutschland-Fonds” in der Vergangenheit besser performt als der DAX, doch einerseits lassen vergangene Wertsteigerungen nicht auf zukünftige schließen und andererseits sind diese aktiv gemanagten Fonds deutlich teurer als etwa ETFs.

Vorteile:

  • Fonds bieten gegenüber vergleichbaren Indizes eine bessere Performance.
  • Mit Deutschland-Fonds kann man direkt in viele verschiedene deutsche Unternehmen investieren.
  • Durch das Investment in verschiedene Aktien wird das Risiko gestreut, aber es besteht noch immer das regionale Risiko.
  • Aktive Fondsmanager können in verlustreichen DAX-Phasen mit einer Umschichtung entgegensteuern, während man bei ETFs den Verlust akzeptieren muss.

Nachteile:

  • Aktiv gemanagte Fonds sind im Vergleich zu ETFs deutlich teurer.
  • Vergangene Wertentwicklungen von Fonds lassen nicht auf zukünftige schließen, bzw. es gibt keine Garantie, dass es auch in Zukunft eine bessere Entwicklung als im DAX geben wird.
  • Die laufenden Gebühren schmälern die Gewinne.
  • Deutschland-Fonds beziehen sich nicht immer genau auf den DAX und die größten Unternehmen.

CFDs

cfdCFDs – das sind Differenzkontrakte und die Haupt-Anlageklasse, über die wir auf CFD.guide berichten.

Bei sogenannten “Contracts for Difference” handelt es sich um Derivate, die von einem Basiswert abgeleitet werden. Der Basiswert kann etwa ein Rohstoff, eine Aktie oder eben ein gesamter Index sein.

Ein großer Unterschied zu den meisten anderen Investmentmöglichkeiten ist, dass bei CFDs auch mit fallenden Kursen Gewinne realisiert werden können. Trader können mit CFDs nämlich nicht nur “Long” gehen, sondern auch eine “Short”-Position eröffnen.

Wer eine Short-Position eröffnet, geht davon aus, dass der Kurs sinken wird. Es ist also möglich, den Verkaufen-Button zu drücken, ohne dass man zuvor das ursprüngliche Asset überhaupt gekauft hat.

Das liegt daran, dass man beim Investment in einen CFD nicht wirklich das dahinterliegende Finanzprodukt kauft, sondern vielmehr eine Art Wette mit dem Broker eingeht. Wer davon ausgeht, dass der Kurs steigen wird, geht “Long”. Wer einen fallenden Kurs erwartet, geht “Short”.

Auf den DAX kann man bei sehr vielen Brokern mit CFDs handeln. Interessant ist , dass dabei auch ein Hebel zum Einsatz kommt.

Dank des Hebels können mit vergleichsweise kleinen Einsätzen große Summen bewegt werden. Das ermöglicht hohe Gewinn- und Verlust-Chancen bei geringen Einsätzen. CFD-Trading auf den DAX bietet einerseits also viele Chancen, ist andererseits aber hochriskant und nicht für jeden geeignet.

Zum CFD-Anbieter Vergleich

Hinweis: Bei CFD-Trading Apps heißt der DAX oft “Deutschland 30”.

Vorteile:

  • Bei CFDs kann auch von fallenden Kursen profitiert werden.
  • Der CFD-Hebel ermöglicht hohe Gewinnchancen bei kleinen Einsätzen.
  • Im Vergleich mit vielen anderen Anlageklassen ist der Einstieg bei CFDs sehr simpel. Ein Trading-Konto ist in 10-15 Minuten erstellt.
  • CFDs eignen sich vor allem für kurzfristige Investments – etwa als Reaktion auf bestimmte Ereignisse oder Nachrichten.
  • Beim CFD-Handel kann mit Copytrading auch das Portfolio eines anderen Nutzers kopiert werden. So können Einsteiger vom Know-How anderer User profitieren.
  • Die Transaktionskosten beim CFD-Handel sind niedrig.

Nachteile:

  • CFD-Trading ist hochriskant, da dank des Hebels schnell viel Geld verloren werden kann.
  • Fürs CFD-Trading sollte man flink sein und schnell reagieren können, da kleine Kursänderungen große Auswirkungen auf die eigene Position haben können.
  • Man erwirbt nie den richtigen Basiswert, sondern spekuliert nur auf den weiteren Kursverlauf.
  • Beim Handel mit CFDs kann es schnell zum Totalverlust des Trading-Kontos kommen.
  • Wer langfristig in den DAX investieren möchte, findet in den anderen Investmentmöglichkeiten vermutlich bessere Alternativen.

Zertifikate

zertifikatIm Gegensatz zu allen obigen Investmentmöglichkeiten handelt es sich bei Zertifikaten um eine sehr komplexe Anlageklasse.

Ein Zertifikat ist ein Wertpapier, dessen Preis direkt von einem dahinterliegenden Basis-Wert gebildet wird – in unserem Fall direkt vom DAX. Diese Wertpapiere sind jedoch nicht abgesichert. Das bedeutet, dass man im Falle der Pleite des Zertifikat-Herausgebers das gesamte investierte Kapital verliert.

Zwar sind Zertifikate durch die Vielzahl an möglichen Investmentstrategien durchaus interessant, in Sachen Risiko und Transparenz können Zertifikate mit vielen anderen Investmentmöglichkeiten jedoch nicht mithalten.

Vorteile:

  • Interessant in Kombination mit vielen verschiedenen Investmentstrategien.
  • Gute Wahl für all jene, die ein genaues Anlageziel anpeilen, welches Zertifikate beinhaltet.
  • Gute Option für erfahrene Anleger und Investoren.

Nachteile:

  • Hohe Kosten – etwa in Form von Ordergebühren oder der Geld-Brief-Spanne.
  • Durch die Komplexität des Anlageprodukts eignen sich Zertifikate nicht für Amateur-Anleger.
  • Oft findet man in anderen derivativen Finanzprodukten bessere Konditionen.

Wieso kann man den DAX nicht mit anderen Indizes vergleichen?

Wie in diesem Beitrag bereits erwähnt, ist der größte Index deutscher Unternehmen nicht mit den Indizes vieler anderer Länder vergleichbar.

Dies liegt daran, dass der DAX als Performance-Index notiert wird.

  • Das bedeutet, dass neben der reinen Aktienentwicklung der Unternehmen auch andere Einnahmen in den Index einfließen – etwa Dividenden.
  • Zwar ist die Zusammenrechnung anderer Einnahmen zum aktuellen Aktienkurs für Anleger praktischer, doch diese Addition macht es schwieriger, den DAX mit anderen europäischen und globalen Indizes zu vergleichen.

Die meisten Indizes anderer Länder sind nämlich als Kursindex ausgeführt. Sie zeigen die physische Nachbildung der Aktien, rechnen jedoch keine anderen Einnahmen dazu.

Wer den DAX mit anderen Indizes vergleichen möchte, kann auf Webseiten wie Börse.de den DAX als Kursindex anzeigen lassen.


Einsteiger-Anleitung: In den DAX investieren

Für die folgende Anleitung werden wir uns ansehen, wie man mit dem Broker eToro in den DAX investieren kann. Diese Anleitung kann auch auf andere Plattformen abgeleitet werden.

1. Plattform auswählen

eToro Webinterface

Screenshot aus dem eToro Webinterface

Im ersten Schritt geht es darum, die passende Plattform für das DAX-Investment auszusuchen.

Wir haben uns für diese Anleitung eToro ausgesucht. Der Broker bietet sowohl das Investment mit CFDs, als auch mit klassischen Aktien an.

Tipp: Wir empfehlen in diesem Zusammenhang den CFD.guide eToro Selbstversuch.

2. Registrieren

eToro Anmelden Screenshots

Screenshots aus dem Anmeldeprozess bei eToro

Jetzt geht es darum, sich zu registrieren.

Dieser Schritt unterscheidet sich von Broker zu Broker. Manche Anbieter haben einen sehr unkomplizierten Anmeldeprozess, während es bei anderen doch etwas länger dauert.

Bei eToro muss neben der Eingabe klassischer Anmeldedaten auch eine Verifizierung durchgeführt werden. Außerdem werden Nutzer dazu aufgefordert, eine sogenannte Know-Your-Customer Umfrage auszufüllen.

Fragebögen

Hierbei geht es darum, dass der CFD-Broker den Nutzer besser kennenlernt und mehr über die bisherigen Erfahrungen mit dem Investieren herausfindet.

Nachdem der Anmeldeprozess geschafft ist, landet man im Webinterface des Brokers.

3. Mit dem Interface im Demokonto vertraut machen

eToro Demokonto Screenshot

Screenshot aus dem eToro Demokonto

Die meisten Broker verfügen über ein Demokonto. Wir empfehlen grundsätzlich allen Lesern, zuerst im Demokonto zu starten.

Dabei handelt es sich um ein Interface, welches dem herkömmlichen Trading-Interface eigentlich in Nichts nachsteht. Anstatt mit realem Geld zu traden, bekommt man jedoch ein virtuelles Startkapital vom Broker.

Das ermöglicht sicheres Lernen in einer virtuellen Umgebung.

Wer testweise bereits im Demokonto in den DAX investieren möchte, muss bei eToro nur nach GER30 suchen. So wird der Index auf der Plattform genannt.

Ein Klick auf “Traden” ermöglicht dann das virtuelle Investment in den Index.

Um ins Echtgeldkonto zu wechseln, reicht ein Klick auf den grau-grünen Button in der Menüleiste.

4. In den DAX investieren

GER30 eToro

DAX bei eToro

Sobald man sich in der virtuellen Umgebung mit dem Interface zurechtgefunden hat, geht es ans reale Investieren.

Dazu muss zuerst Geld eingezahlt werden.

Bei eToro gibt es für europäische Nutzer eine große Auswahl an Einzahlungsmöglichkeiten – etwa Kreditkarten, PayPal, Sofortüberweisung oder klassisches Online-Banking.

Sobald das Geld beim Broker ist, kann mit dem Traden begonnen werden.

Klicks auf “Märkte” und “Indizes” öffnen eine Auswahl aller Indizes, die bei eToro getradet werden können. Es sind einige europäische Indizes dabei – etwa der ESP35, FRA40, GER30 oder UK100.

Beim Investment kann man auch auswählen, ob man “Long” oder “Short” geht (wie weiter oben bereits erklärt). Außerdem können der Hebel und die Risikomanagement-Tools aktiviert werden.

Der Stop Loss sorgt dafür, dass die Position automatisch geschlossen wird, wenn die Position auf einen bestimmten Verlustwert fällt. Der Take Profit funktioniert genau gegenteilig – wenn ein bestimmter Gewinn erreicht wurde, wird die Position automatisch geschlossen und man nimmt den Gewinn mit.

Diese Tools sind vor allem für all jene praktisch, die nicht dauernd am PC sitzen möchten. Hier handelt die Software dann teilweise selber.

5. Beobachten & optimieren

Das Investment ist getätigt, die Position läuft.

Jetzt muss man eigentlich nicht mehr viel tun. Es ist jedoch wichtig, regelmäßig in die App zu schauen und sich über neue Nachrichten zum DAX zu informieren.

Außerdem können die Risikomanagement-Tools auch bei geöffneter Position optimiert und geändert werden.

Abhängig von der eigenen Anlagestrategie kann man beispielsweise monatlich Geld hinzufügen oder bereits Gewinne mitnehmen.

Die Auszahlung erfolgt nach den Auszahlungsrichtlinien. Bei eToro gibt es eine Auszahlungsgebühr von 5 US-Dollar.


3 Dinge, die man zum DAX wissen sollte

Wer in den DAX investieren möchte, sollte sich die folgenden 3 wissenswerten Fakten zum deutschen Leitindex durchlesen.

Denkerpose

1. Der DAX 30 wird im September zum DAX 40

Im September 2021 wird der DAX von 30 auf 40 Unternehmen aufgestockt. Das bedeutet, dass es im Index ab September 10 mehr große deutsche Aktiengesellschaften geben wird.

Außerdem dürfen mit der Reform nur mehr profitable Unternehmen in den Index. Das Unternehmen Delivery Hero fällt somit aus dem DAX.

Die Reform kommt, weil es zuletzt immer mehr Kritik am DAX gab – besonders wegen des Wirecard-Skandals. Auch an der mangelnden Diversifikation gab es Kritik.

Das verbessert sich mit der Aufstockung auf 40 Unternehmen zwar etwas, doch verglichen mit Indizes wie dem USA SPX 500 sind die 40 Unternehmen im DAX noch immer relativ wenig.

Ein Unternehmen, welches wegen der Reform in den DAX aufsteigen dürfte, ist etwa Zalando. Auch Airbus wird in den DAX 40 kommen.

Ab September 2021 werden alle Index-Unternehmen außerdem nur noch nach Marktkapitalisierung eingeordnet. Der sogenannte “Börsenumsatz” wird keine Rolle mehr spielen.

2. Es gibt kleinere Ausführungen des DAX

Unternehmen, die es nicht in den Hauptindex schaffen, kommen in den MDAX oder SDAX.

Auf den DAX folgt zuerst der MDAX. In diesem befinden sich 50 Unternehmen (nach der Umstrukturierung im September 40), die auch groß und relevant sind. Wenn der DAX die Goldmedaille ist, dann ist der MDAX die Silbermedaille.

Die bronzene Medaille ist der SDAX. In diesem befinden sich 70 kleinere deutsche Aktiengesellschaften.

3. Die größte Marktkapitalisierung hat SAP

Geht es nach der reinen Marktkapitalisierung, so hatte SAP beim Verfassen dieses Artikels mit einem guten Abstand die größte Marktkapitalisierung.

Auf SAP folgen Linde, Volkswagen und Siemens.

All diese drei Aktiengesellschaften haben Marktkapitalisierungen, die höher als 100.000 Mio. Euro sind.

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