Was ist Micro Trading? Wie funktioniert es?

Micro TradingWenn du Geld anlegen möchtest und mit wenig Aufwand gute Renditen erzielen willst, ist Micro Trading eine interessante Option.

Allerdings ist das Micro Trading eine sehr technische Anlagestrategie, die nicht ohne weiteres von jedem durchgeführt werden kann.

In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Voraussetzungen du mitbringen musst, um mit dieser Strategie an der Börse erfolgreich zu sein. Außerdem erklären wir, wie Micro Trading überhaupt funktioniert.


Was ist Micro Trading?

Trading vs Investieren

Trend GIFBeim Micro Trading handelt es sich um eine sogenannte Intraday Strategie. Anstatt eine Aktie oder ein anderes Finanzprodukt für einen längeren Zeitraum zu kaufen, handelt man mit einer sehr hohen Frequenz, teilweise innerhalb von wenigen Minuten.

  • Das besondere bei dieser Strategie: Du nutzt die hohe Volatilität der Börse in der ersten Stunde nach der Handelsöffnung.
  • In dieser ersten Stunde sind besonders viele Trader aktiv, weshalb die Börsenwerte in dieser Zeit besonders hohen Schwankungen unterliegen. Diese Schwankungen kannst du für deine Gewinne ausnutzen.
  • Durch die hohe Volatilität handelt es sich hierbei um eine hochspekulative Anlageform, die bei Erfolg hohe Gewinne verspricht, aber bei schlechtem Risikomanagement auch zu entsprechenden Verlusten führen kann. Das Verlustrisiko sollten Anleger bei dieser Anlagestrategie niemals außer Acht lassen.
  • Da nicht auf langfristige Wertentwicklungen gesetzt wird, handelt es sich dabei um ein Nullsummenspiel. Für jeden Gewinn den du einfährst, muss ein anderer Marktteilnehmer also Verluste machen.

Grundwissen über die Märkte

Thinking

Für das Trading ist einiges an Grundwissen über Finanzmärkte notwendig. In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit den gängigsten Begriffen, die du zum Erlernen der Trading Strategie benötigst.

1. Aktien

AktieAktien sind verbriefte Unternehmensbeteiligungen, die dich zur Partizipation an der Kursentwicklung und der Dividendenausschüttung des Unternehmens berechtigen.

Aktien werden an der Börse gehandelt und sind relativ große Einzelpositionen.

Daher sind sie nur für kapitalstarke Trader geeignet.

2. Futures

Bei Futures handelt es sich um sogenannte Zukunftskontrakte. Du schließt mit einem anderen Marktteilnehmer einen Vertrag über den zukünftigen Verkaufspreis für ein Finanzprodukt ab.

Du kannst heute schon sagen, dass du ein Unternehmen, unabhängig vom zukünftigen Kurs, in sechs Monaten für den heutigen Preis verkaufen willst. Sinkt der Wert des Unternehmens bis dahin, hast du einen Gewinn erzielt.

Wenn der Wert jedoch steigt, musst du einen Verlust realisieren. Futures sind besonders interessant, da sie für wesentlich geringere Beträge gehandelt werden und deshalb besser für Hochfrequenz Strategien geeignet sind.

3. Devisen

Am Devisenmarkt werden Währungen aus aller Welt gehandelt.

Devisen sind generell hoch volatil und deshalb ideal für unsere Trading Strategie geeignet.

4. Broker und Demokonto

brokerAls Privatperson ist es dir nicht erlaubt, an den meisten Finanzmärkten zu handeln. Um mit Futures oder Devisen handeln zu können, brauchst du einen Broker, der als Makler deine Interessen an den Börsen vertritt.

Insbesondere bei den Intraday Strategien ist die Auswahl des Brokers extrem wichtig, da hohe Kosten schnell zu Verlusten beim Handel führen können.

Fast jeder Broker bietet ein kostenloses Demokonto an, bei dem du mit Spielgeld an echten Märkten handeln und Erfahrungen sammeln kannst.

5. Spreads

Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen dem Angebotspreis und dem Nachfragepreis. Je höher der Spread ist, umso schwerer ist es innerhalb kurzer Zeit Gewinne zu erzielen.

6. Hochfrequenzhandel

Alle Intraday Strategien fallen in die Kategorie des sogenannten Hochfrequenzhandels. Beim Hochfrequenzhandel wird innerhalb von kurzer Zeit eine große Zahl an Trades durchgeführt, um den Gesamtgewinn über viele kleinere Gewinne zu erzielen.

7. Leverage oder Hebel

Um auch schon mit kleinen Einsätzen große Gewinne erzielen zu können, können Trader sogenannte Hebeleffekte nutzen. Bei einem Hebel wird das eingesetzte Kapital vervielfacht. Entsprechend vervielfachen sich auch die Gewinne, allerdings können dadurch auch Verluste über das eingesetzte Kapital hinaus entstehen.

Übrigens: In Deutschland wurde die Nachschusspflicht abgeschafft. Broker sind also nicht mehr berechtigt, mehr Geld einzufordern, als der Nutzer anfangs eingezahlt hat.

8. Risikomanagement

Die absolute Grundregel des Finanzmarktes ist Diversifikation. Anstatt alle Eier in einen Korb zu legen, solltest du deine Anlage auf viele kleine Einzelinvestments verteilen.

Das gilt natürlich auch für Daytrading Strategien. Insbesondere beim Hochfrequenzhandel wirst du immer wieder Verluste erleiden. Damit diese Verluste nicht das gesamte Kapital verschlingen, musst du diese begrenzen.

Welche Voraussetzungen muss man fürs Micro Trading mitbringen?

Voraussetzungen

Wie bereits angesprochen, handelt es sich hier um eine sehr anspruchsvolle Strategie.

Trading SchuleDu kannst diese zwar auch als Neuling anwenden, musst dich dann aber vorher wirklich sehr gut einlesen und sicherstellen, dass du die technischen Indikatoren verstehst.

  • Insbesondere stochastische Oszillatoren sind ein wichtiger technischer Indikator für diese Anlagestrategie.
  • Dabei berechnen sie einen Chartwert im Minutentakt und leiten daraus ab, wie sich der Kurs des gehandelten Finanzproduktes in der nächsten Minute verändert.
  • Das bedeutet auch, dass du diese Strategie nicht einfach nebenbei anwenden kannst.

Du brauchst zwar nur eine Stunde täglich am Beginn eines Handelsfensters – in dieser Stunde musst du allerdings hochkonzentriert handeln. Dass du die Öffnungszeiten der wichtigen Börsenplätze genau kennst, ist eine weitere Grundvoraussetzung für den Erfolg dieser Strategie.

Um sicherzugehen, dass du mit dem hohen Stresspotential umgehen kannst und wirklich verstanden hast, wie die Börsen funktionieren, solltest du diese Strategie zunächst für einen längeren Zeitraum auf einem Demokonto ausprobieren.

Dein Kapital kannst du in dieser Zeit über eine einfachere Strategie vermehren. Wenn du die Grundprinzipien und Funktionsweisen der Börse nicht verstanden hast, wirst du wahrscheinlich zu denjenigen zählen, die beim Hochfrequenzhandel Geld verlieren.

Die Nutzung eines Demokontos ist in den meisten Fällen komplett kostenlos. Wenn du also bereits einen Broker hast, kannst du ganz ohne Startkapital erste Erfahrungen an echten Börsen sammeln.

Vor- & Nachteile des Micro Tradings

Vor- und Nachteile

Vorteile

1. Zeit

Für eine Intraday Strategie brauchst du relativ wenig Zeit. Die meisten Daytrading Strategien erfordern täglich mehrere Stunden Arbeit. In diesem Fall kommst du mit nur einer Stunde am Tag aus.

2. Management

Wenn du einmal verstanden hast wie die Märkte und Indikatoren funktionieren, ist das Management des Portfolios relativ einfach, da du deine Handelsentscheidungen anhand von einigen wenigen Indikatoren treffen kannst.

3. Diversifikation

Die Renditen bei dieser Trading Strategie sind vollkommen unabhängig von der Marktentwicklung. Auch wenn du primär auf eine langfristige Anlagestrategie setzt, kannst du dein Portfolio über Hochfrequenzhandel diversifizieren und deine Geldanlage insgesamt sicherer machen.

Nachteile

1. Geringe Marktauswahl

Viele Finanzprodukte weisen nicht genug Volatilität aus, um mit einer solchen hochfrequenten Strategie erfolgreich gehandelt werden zu können. Um erfolgreich mit dieser Strategie zu arbeiten, empfiehlt sich vor allem die Investition in Aktien, Futures und Devisen.

2. Stress

Vor allem zu Beginn wird das Stresspotential dieser Strategie häufig unterschätzt. Es ist zwar nur eine Stunde Arbeit täglich, in dieser musst du aber durchgehend voll konzentriert und bei der Sache sein. Schon eine kleine Unaufmerksamkeit in der Berechnung der Indikatoren kann zu großen Verlusten führen.

3. Erfahrung ist notwendig

Du musst den Markt und die Trading Technik gut verstehen und schon einige Erfahrung haben, um mit dieser Strategie erfolgreich zu sein. Es ist kaum möglich als Anfänger ohne Vorkenntnisse einzusteigen und sofort Gewinne zu erzielen, wie es bei langfristigen Strategien üblich ist.

Wie viel Geld brauchst du für das Micro Trading?

Wie oben bereits erwähnt, kannst du die Strategie zunächst mit einem völlig kostenlosen Demokonto an echten Märkten ausprobieren.

Geld

Wenn du dich dann sicher fühlst, kannst du auch Echtgeld investieren.

Die Mindesteinzahlung beträgt bei den meisten Anbietern zwar nur 100 oder 200 Euro, das reicht allerdings nicht für diese Trading Strategie.

Insbesondere im Devisen und Futures Markt kannst du zwar schon mit kleinen Positionen handeln, du musst jedoch immer bedenken, dass du eine Risikoabsicherung für deine Strategie brauchst und nicht das gesamte Kapital in einzelne Trades investieren kannst.

Auf die Details der Risikostrategie gehen wir in einem späteren Abschnitt noch ein. Um erfolgreich mit dieser Strategie handeln zu können, solltest du mindestens 500 – 1000 Euro zur Verfügung haben.

Was sind Micro Futures?

Futures

Bei Micro Futures handelt es sich um eine noch relativ neue Art von Finanzprodukten. Da CFD in den Vereinigten Staaten von Amerika verboten sind, war es für kleinere Anleger fast unmöglich, Aktien oder Indizes für das Day Trading an amerikanischen Börsen zu benutzen.

Schon eine einzelne Aktie stellt eine Position von teilweise mehreren hundert Dollar dar und konnte auch nur als eine solche Einzelposition gehandelt werden.

Um dieses Problem zu lösen, wurden sogenannte Micro Futures eingeführt.

Diese Future Kontrakte auf Teilaktien sind deutlich günstiger als Unternehmensbeteiligungen und können daher auch von kleineren Tradern gehandelt werden.

Meist ist trotzdem noch ein Mindestbetrag von etwa 10.000€ nötig, um handeln zu können. Für Einsteiger und sehr kleine Trader sind Micro Futures daher trotzdem nicht geeignet.

Können Menschen von Micro Trading leben?

Ob du von einer Daytrading Strategie leben kannst, kommt darauf an, wie hoch dein eingesetztes Kapital ist. Das gilt natürlich nicht nur für Daytrading Strategien, sondern für alle Anlagestrategien.

Als Daytrader hast du zwar hohe Verlustrisiken, über längere Zeiträume ist es aber durchaus möglich, gute Renditen pro Jahr zu erzielen.

Übrigens: Wir warnen ausdrücklich vor falschen Erwartungen. Daytrading ist eine äußerst volatile Einnahmequelle, die auch mit hohen Risiken verbunden ist. Dass ein Neuling vom Daytrading leben kann, ist höchst unwahrscheinlich.

Wenn du 20% jährliche Rendite erwirtschaftest, kannst du anhand deines Finanzbedarfs errechnen, mit welchem Kapitaleinsatz du vom Daytrading leben könntest.

Ein Beispiel: Du brauchst monatlich 2.000 Euro zum Leben. Das ergibt eine Summe von 24.000€ im Jahr. Bei einer Rendite von 20% wären somit 120.000€ Kapital nötig. In dieser Berechnung fehlen natürlich noch Steuern und Sozialabgaben, die nicht pauschal eingepreist werden können. Um sicherzugehen, solltest du hier insgesamt noch einmal 50% auf das Kapital aufschlagen. Damit wären 180.000€ nötig.

Wie diese Formel zeigt, ist es vor allem mit kleinen Beträgen unwahrscheinlich, vom Micro Trading leben zu können.

Praxistipps für erfolgreiches Micro Trading

CFD-StrategieNachdem wir jetzt die Theorie abgehandelt haben, möchten wir uns zum Abschluss noch einige wichtige Praxistipps anschauen, die dich erfolgreicher an den Finanzmärkten handeln lassen.

1. Sei dir sich sicher, dass du ein Daytrader sein möchtest

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist Daytrading relativ komplex und birgt ein hohes Stresspotential. Bevor du mit dem Trading beginnst, solltest du dich fragen, warum du das überhaupt möchtest. Wenn du das Spiel und den Nervenkitzel liebst und mit kleinen Beträgen hohe Gewinne erzielen möchtest, ist Daytrading vermutlich gut für dich geeignet. Für einen langfristigen Vermögensaufbau gibt es jedoch auch risikoärmere und wesentlich stressfreiere Alternativen, die möglicherweise besser zu dir passen.

2. Diversifiziere dein Risiko

Verluste und schlechte Trades gehören zum Hochfrequenzhandel dazu. Du kannst an den Finanzmärkten kurzfristig nicht immer gewinnen. Umso wichtiger ist es, das Risiko möglichst gering zu halten. Die meisten Daytrader nutzen dafür die 1%-Regel. Die 1%-Regel besagt, dass du mit einem einzelnen Trade nie mehr als ein Prozent Ihres Gesamtkapitals verlieren solltest. Das ist natürlich nur eine Faustregel und du kannst, je nach persönlicher Risikotoleranz, die Verlustgrenze auch nach oben oder unten anpassen. Neben der vorausgehenden Berechnung deines Maximalverlusts für einen Trade spielen dabei vor allem Stop Loss Orders eine große Rolle. Wenn du einen Trade eröffnest, kannst du direkt eine Stop Loss Order setzen, die dafür sorgt, dass deine Position beim Erreichen eines gewissen Wertes automatisch geschlossen wird. Dadurch wird der Maximalverlust begrenzt.

3. Fokussiere dich auf einen Bereich

Es gibt eine schier unendliche Auswahl an Finanzprodukten, mit denen du Micro Trading betreiben kannst. Alleine in den Kategorien Aktien, Futures und Devisen gibt es Tausende von Unternehmen, Währungspaare und Kontrakte, die täglich handelbar sind. Anstatt viele verschiedene Produkte auszuprobieren, solltest du dich insbesondere am Anfang auf einige wenige fokussieren und diese wirklich verstehen und meistern. Wenn du das gleiche Unternehmen oder das selbe Währungspaar oft gehandelt hast, wirst du bestimmte Muster und Chartverläufe erkennen und dadurch erfolgreicher werden.

4. Definiere deine Gewinnziele für jeden Trade

Insbesondere in hochvolatilen Märkten kann ein Gewinn auch schnell zu einem Verlust werden. Daher ist es wichtig, für jeden Trade bereits vorher einen Ausstiegspunkt festzulegen, um erzielte Gewinne mitzunehmen. Lasse dich nicht von Gier leiten und ärgere dich nicht darüber, wenn du eine Position zu früh schließt. Gier führt häufiger zu Verlusten als zu höheren Gewinnen. Durch ein festgelegtes Gewinnziel objektivierst du dein Risiko. Das Handeln wird dir dadurch deutlich leichter fallen.

5. Mache Geduld zu einer Tugend

Wie bei vielen Dingen im Leben ist es auch im Trading entscheidend, dass du nicht zu schnell aufgibst und dich aus der Bahn werfen lässt. Sei geduldig, auch wenn es mal länger nicht gut läuft oder mehrere Trades in Folge schiefgehen. Das ist ganz normal und sollte in einer guten Anlagestrategie einkalkuliert sein.

6. Protokolliere deine Trading Ergebnisse

Um zu überprüfen, ob deine Strategie überhaupt funktioniert, brauchst du eine Übersicht über deine Handelsergebnisse. Es empfiehlt sich, daher ein Trading Tagebuch zu führen, in dem du deine Tagesgewinne notierst und möglicherweise einige Bemerkungen zu besonderen Trades machst. Wenn es mal nicht so gut läuft, kann ein solches Tagebuch auch unglaublich motivierend sein, da es veranschaulicht, was du in der Vergangenheit bereits erreicht hast und es zeigt dir, dass auch wieder bessere Zeiten kommen werden.

Das könnte dich auch interessieren …

Platz 1 in unserem Vergleich: Plus500

    

 

Jetzt zu Plus500

 

Risikohinweis: 72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.
Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.