Mit wenig Geld traden: Wie viel Startkapital?

Mit wenig Geld tradenWer mit dem Trading beginnen möchte, stellt sich anfangs viele Fragen: Wie geht Trading? Welche Trading Plattform soll ich verwenden? Wie viel kann ich damit verdienen?

Die wohl häufigste Frage ist aber: Wie viel Startkapital benötige ich? Kann man mit wenig Geld traden?

Ob man mit wenig Geld traden kann (oder traden sollte) hängt natürlich ganz von der eigenen Strategie ab. Über das eigene Trading Kapital sollte man aber vor dem Start genau nachdenken, denn hat man den eigenen Einsatz einmal verloren, kann man das Geld nicht mehr zurückholen.

Das Trading birgt schließlich hohe Risiken.

Aber kommen wir zur alles entscheidenden Frage: Wie viel Startkapital benötigt man? Alle Infos dazu im folgenden Ratgeber.


Risiken des Tradens

risiko

Eines vorweg: Online Trading mit CFDs geht mit hohen Risiken und auch höheren Chancen einher.

HebelBei CFDs handelt es sich nämlich um gehebelte Finanzderivate.

  • Das bedeutet, dass mit vergleichsweise kleinen Einsätzen große Summen bewegt werden.
  • Gibt es etwa einen Hebel von 1:20, kann man mit einem Einsatz von 100€ eine Positionsgröße von 2.000€ handeln.
  • Man braucht in dem Beispiel also nur 1/20 des Kapitals, um die hohe Position zu traden.
  • Dadurch kann man deutlich mehr Kapital traden, als man tatsächlich auf dem Handelskonto hat.

Der Hebel wirkt in beide Richtungen.

Entwickelt sich die eigene Position in die gewünschte Richtung, verdient man deutlich mehr Geld, als wenn man ohne Hebel traden würde.

Geht es aber in die falsche Richtung, verliert man auch deutlich mehr Geld.

Nutzt man keine Risikomanagement Tools wie den Stop Loss, kann der Verlust unendlich sein – bis man gar kein Geld mehr auf dem Trading Konto hat und der Broker die Position schließt.

Hebelauswahl beim Online Broker eToro

Hebelauswahl beim Online Broker eToro

Wie man hier sieht, ist der Hebel also ein zweischneidiges Schwert.

Einerseits ermöglicht er deutlich größere Gewinne in kürzester Zeit – andererseits kann man dank des Hebels aber schnell das gesamte Kapital im Trading Konto verbrennen.

Vor allem neue Nutzer sind sich dieses Risikos kaum bewusst und traden unbedacht drauflos.

Wir empfehlen für den Anfang immer die Nutzung des kostenlosen Demokontos. Im Demokonto kann man mit virtuellem “Spielgeld” traden.

Nur Risikokapital investieren

Risiko

Wer online tradet, sollte immer nur Geld investieren, welches nicht für andere Zwecke gebraucht wird – etwa für einen Kredit.

Geld investierenDieses Geld wird auch “Risikokapital” genannt, weil man riskieren kann, es gänzlich zu verlieren.

Insofern ist es vielleicht gar nicht schlecht, anfangs nur einen kleinen Risikobetrag zu investieren.

Vor allem Anfänger müssen damit rechnen, Geld zu verlieren.

Wer also vor der Frage steht, wie viel Geld er investieren möchte, sollte sich eher mit kleinen Beträgen zufrieden geben.

Beim Traden ist es beispielsweise durchaus möglich, dass man mit einwenig Anfängerglück aus 500€ schnell 1.000€ macht.

Spätestens nach dem zweiten oder dritten Trade wird man dann jedoch merken, dass es auch ganz schnell in die andere Richtung gehen kann.

Tipp: In diesem YouTube Video von Daniel Inskeep sieht man ganz gut, wie schnell aus Euphorie Ernüchterung werden kann. Er hat mit Futures-Trading gute Gewinne eingefahren, bis er innerhalb weniger Tage die gesamten Profite zunichte gemacht hat.

Wenn man über die Risiken des Tradens nachdenkt, ist es eine gute Idee, anfangs mit einem kleinen Trading Startkapital zu beginnen oder das kostenlose Demokonto zu nutzen.

Wenn man dann erkennt, dass man langfristig ein erfolgreicher Trader war (mehr verdient als verloren), werden auch größere Summen investiert. Vorher sollte man aber lieber bei kleinen Einsätzen bleiben.

Wie viel Startkapital benötige ich?

Futures

Sehen wir uns anhand verschiedener Trading-Möglichkeiten an, wie viel Startkapital man überhaupt benötigt.

Demokonto

Für das Demokonto benötigt man ein Startkapital von 0€ (Null Euro).

Nahezu alle Broker bieten für Neueinsteiger ein kostenloses Demokonto an.

Dabei handelt es sich um ein virtuelles Trading Interface, welches dem Echtgeld-Konto eigentlich in nichts nachsteht – bis auf einen wichtigen Punkt.

Im Demokonto erhalten Nutzer virtuelles Spielgeld vom Broker. Meist sind es 100.000 Dollar.

Mit diesem “Fake-Kapital” kann der Trader das Traden risikofrei testen. Auch für die Entwicklung neuer Strategien eignet sich das Demokonto hervorragend.

Wenn man dann das Gefühl hat, genug gelernt zu haben, kann mit einem Klick vom Demo- ins Echtgeld-Interface wechseln. Um dann mit echtem Geld zu handeln, muss man jedoch zuallererst Geld einzahlen. Das funktioniert dann beispielsweise mit Kreditkarte, PayPal oder Sofortüberweisung.

Echtgeld-Konto

Für das Echtgeld-Konto muss man mindestens das Kapital einzahlen, welches vom Broker als Mindesteinzahlung festgesetzt wurde.

Die Mindesteinzahlung ist von Broker zu Broker unterschiedlich.

Und es gibt auch Broker ohne Mindesteinzahlung.

Grundsätzlich ist es problemlos möglich, mit wenig Geld zu traden. Es reicht für den Anfang vollkommen, wenn die Mindesteinzahlung eingezahlt wird.

Kein Anfänger sollte von heute auf morgen große Beträge einzahlen und erwarten, per Knopfdruck reich zu werden. Das gibt es nicht.

Wer solche Dinge verspricht, macht mit der Naivität vieler Neulinge Geld.

Fange lieber langsam an und steigere dich, wenn du dich bereit dazu fühlst.

Die Realität ist nämlich, dass 70-80% der Online Trader Geld verlieren. Nur 20-30% sind langfristig im grünen Bereich. Und bis man vom Anfänger-Level in diesen Bereich kommt, kann es mitunter Monate oder Jahre dauern.

Fortgeschrittener Handel

Wer sich mehr zutraut und vom ganz kleinen Startkapital wegkommen möchte, der sollte über seine Risikotoleranz nachdenken.

brokerUm den eigenen Stresspegel niedrig zu halten, darf beim CFD-Handel pro Trade nur ein kleiner Prozentsatz des eingesetzten Kapitals riskiert werden.

Das eingesetzte Kapital bei einem Trade sollte in etwa 1-3% des gesamten Trading Geldes sein.

Wenn das Startkapital also etwa 2.000 Euro ist, dann dürfen bei einer Risikostrategie von 1% pro Trade 20 Euro riskiert werden.

Beim fortgeschrittenen Handel mit gehebelten Finanzprodukten können so relativ schnell hohe Geldmengen bewegt werden – bei einem eingesetzten Kapital von 5.000 Euro sind 1% schon 50 Euro.

Grundsätzlich ist es ganz egal, wie viel Trading Geld man investiert. Eigentlich geht es nur darum: Man muss langfristig Geld verdienen.

Das bedeutet: Das Trading darf kein Verlust- oder Nullsummenspiel werden. Auf jeden verlustreichen Handel sollten zwei profitable Trades folgen.

Dass das nicht ganz einfach ist und Trading für Anfänger oft sehr risikoreich ist, hört man in vielen Werbungen natürlich nicht.

Tipp: Um das Risiko managen zu können, empfehlen sich Tools wie der Stop Loss oder Take Profit. Der Stop Loss stoppt die Position automatisch, wenn der Kurs einen bestimmten Wert erreicht.

Mindesteinzahlung beim Broker

Auch von diesem Wert hängt ab, wie viel Geld man am Start investiert.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Mindesteinzahlung von Broker zu Broker.

Sie definiert die niedrigste Geldmenge, die bei der ersten Einzahlung überwiesen wird.

Plus500

Plus500 Screenshot

Plus500 Screenshot – Beispielpreise

Der Broker Plus500 ist wohl der bekannteste Broker für CFDs innerhalb Europas.

Das Unternehmen hat sich bereits vor vielen Jahren einen Namen gemacht, als mit dem Sponsoring von Atletico Madrid begonnen wurde.

Die Plattform ist als CFD-Broker für Fortgeschrittene tätig. Einsteiger sollten mit dem Demokonto beginnen. Es gibt auch mobile Apps für den Handel über iPhone, iPad oder Android.

Was die Mindesteinzahlung betrifft, muss man bei Plus500 – im Vergleich zu anderen Brokern – nicht so tief in die Tasche greifen.

Aktuell beträgt die Mindesteinzahlung genau 100€.

Eingezahlt werden kann etwa mit PayPal, Kreditkarte, klassischer Überweisung oder SOFORT.

Wer anfangs nicht gleich Geld an den Broker überweisen möchte, kann das Plus500 Demokonto nutzen. Dieses ermöglicht dank virtuellem Guthaben das Demo-Trading in einer Sandbox-Umgebung.

Weitere Infos zur Mindesteinzahlung findest du im ständig aktualisierten Beitrag zum Thema.

eToro

eToro Screenshots CopyPortfolio

Screenshots aus dem eToro Copy Interface

Im Gegensatz zu vielen anderen CFD-Brokern geht eToro einen etwas anderen weg.

Der Anbieter ist ein sogenannter Social Trading Broker.

Das bedeutet, dass der Broker über Features verfügt, mit denen Händler auf der Plattform miteinander interagieren können.

Es ist etwa möglich, die Trades und Portfolios anderer Nutzer zu kopieren.

Wer möchte, muss also nicht selbst traden, sondern kann andere für sich traden lassen. Dieses Konzept funktioniert für manche ganz gut – birgt aber natürlich auch neue Risiken. Grundsätzlich ist eToro vor allem für Einsteiger eine interessante Option.

Jetzt zu eToro

Auch bei eToro gibt es eine Mindesteinzahlung. Wer erstmals Geld einzahlt, muss mehr als 200$ überweisen. Ab der zweiten Einzahlung fällt der Betrag auf 50$. Dies gilt jedoch nur für Konten innerhalb Europas.

Auch eToro bietet ein Demokonto an. Verglichen mit Plus500 ist das Interface von eToro etwas moderner und dank des Social Trading Aspekts um einige Funktionen reicher.

Mehr Infos zu den eToro Gebühren und zur Mindesteinzahlung findest du hier.

Gehebeltes Trading: Große Kapitalbewegungen mit wenig Einsatz

Gehebeltes Trading

Wie bereits öfter in diesem Ratgeber erwähnt, benötigt man fürs Traden kein allzu großes Startkapital. Für Anfänger ist es sogar besser, mit wenig Geld zu traden. Man kann hier nämlich vom Hebel profitieren.

  • Der Hebel eröffnet auch Anlegern mit kleineren Investitionssummen große Spielräume.
  • Das erhöht einerseits die Chancen, aber andererseits auch die Risiken.
  • Beim Trading mit Hebel über CFDs wird man nicht zum direkten Besitzer eines Wertpapiers. Vielmehr spekuliert man auf den weiteren Verlauf dieses Vermögenswerts.
  • Für den Handel mit Hebel ist nur das Bezahlen der Margin erforderlich.
  • Bei einer Hebelwirkung von 1:10 zahlt man nur 10% des Vermögenswerts, man erhält jedoch die gleichen Gewinne und Verluste, wie wenn man den gesamten Vermögenswert gekauft hätte.

Wer sich jetzt also die Frage stellt, ob mit wenig Geld traden überhaupt möglich ist, hat damit die Antwort: Dank des Hebels können auch mit wenig Geld Aktien bewegt werden.

Dies ermöglicht einen sehr schnellen Einstieg.

Bei gehebeltem Handel profitiert man im Best Case also mehrfach – im Worst Case verliert man den gesamten Einsatz.

Tipp: Man sollte niemals die Komplexität von CFDs unterschätzen. Grob geschätzt kann man davon ausgehen, dass 70-80% der Privatkunden Geld beim Traden verlieren. Nur 20-30% der Privatkunden können mit einem Profit aussteigen.

Ist Daytrading mit geringem Startkapital sinnvoll?

Ja! Vor allem Anfänger sollten mit kleinem Startkapital beginnen.

Je weniger Geld man investiert, desto weniger kann man auch verlieren. Bei gehebeltem Trading ist es sowieso so, dass in Relation zum Investment schnell große Verluste und große Gewinne realisiert werden können.

Deshalb ist Daytrading mit kleinem Startkapital sogar sinnvoller, als direkt mit großen Summen einzusteigen.

Eigentlich handelt es sich nur um Zahlen, die sich ändern. Je größer das Investment, desto größer der potentielle Gewinn (oder der potentielle Verlust).

Tipp: Am besten ist es, anfangs einfach mit der Mindesteinzahlung zu traden. Wenn man sich sicher fühlt, kann mehr Geld eingezahlt werden. Niemals sollte Geld investiert werden, welches für andere Dinge reserviert ist.

Noch besser ist es, anfangs mit einem kostenlosen Demokonto zu starten und anschließend ins Echtgeld-Konto zu wechseln.

Was müssen Einsteiger beachten?

Wer mit wenig Geld traden möchte, sollte folgende Punkte beachten, um langfristig gute Ergebnisse zu erzielen.

  • Trotz des geringen Investments sollte das Risiko mithilfe von Risikomanagement Tools minimiert werden.
  • Setze einen Stop Loss, um nicht unnötig Geld zu verlieren.
  • Erst dann größere Summen investieren, wenn man mit dem kleinen Konto langfristig Profite einfährt.
  • Wer mit einem kleinen Konto kein erfolgreiches Trading-Konzept schafft, wird dies auch mit einem größeren Konto nicht erreichen.
  • Auch bei einem kleinen Handelskonto sollte pro Trade nicht mehr als 1-3% der gesamten Investitionssumme riskiert werden.
  • Führe ein Trading Tagebuch. Ins Trading Tagebuch werden sowohl alle positiven, als auch alle negativen Trades geschrieben.
  • Mit einem Trading Tagebuch können Muster im eigenen Trading-Verhalten erkannt werden, die man dann optimieren kann.
  • Auch wenn man mit wenig Geld traden möchte – vielleicht ist es anfangs am besten, ein kostenloses Demokonto zu nutzen und erst später zum Echtgeld-Konto zu wechseln. So spart man sich vermutlich einiges an “Lerngeld”.

5 sinnvolle Ratschläge zur Risikominimierung

  1. Trailing Stop Loss anwenden
    Der Trailing Stop Loss ist ein Tool, welches den Kurs mit einem kleinen Abstand in die “richtige Richtung verfolgt”. Geht es aber in die falsche Richtung, wird der Kurs ausgestoppt. Der Trailing Stop Loss ist ein sehr dynamisches Werkzeug, welches beim Handel durchaus von Vorteil sein kann.
  2. Maximalen Verlust pro Trade definieren
    Beim Handel mit komplexen Finanzinstrumenten geht es auch immer um den persönlichen Wohlfühlfaktor. Wie viel Euro pro Trade bist du bereit, maximal zu verlieren? Definiere eine klare Grenze und schließe die Position beinhart, wenn diese Schmerzgrenze erreicht ist. So handelst du unemotional und nur nach den eigenen Trading-Prinzipien.
  3. Beim Copytrading genau recherchieren
    Viele Menschen denken, dass das Copytrading (also das Kopieren anderer Trader auf Social Trading Plattformen) sehr einfach ist. Doch das ist es nicht. Es ist essentiell, die Spreu vom Weizen zu trennen. Recherchiere daher gründlich und sehe dir vergangene Charts und einzelne Strategien an, bevor du eine Person kopierst.
  4. The trend is your friend
    Vor allem Einsteiger sollten auf die einfachsten Strategien setzen, wenn es um kurzfristiges Daytrading geht. Als Neuling hat man nicht genug Erfahrung, Trendwechsel oder andere Chartformationen schnell zu erkennen. Daher gilt: Simplicity is your friend! Schwimm mit dem Trend mit.
  5. Anfangs im Demokonto bleiben
    Bevor du darüber nachdenkst, wie viel Startkapital man benötigt, solltest du das Trading im Demokonto probieren. Starte erst mit dem Echtgeld-Trading, wenn es im Demokonto gut geht. Falls nicht – übe weiter.

Fazit: Mit wenig Geld traden?

Sicher einsetzenEs ist problemlos möglich, mit wenig Geld zu traden. In Wahrheit ist es für Anfänger sogar die beste Option.

Trading ist ein riskantes Spiel und endet für viele im Verlust. Es ist jedoch möglich, langfristig profitabel zu traden – das beweisen private Daytrader, die über längere Zeiträume positive Renditen generieren.

Wichtig ist, dass anfangs ein kleiner Risikokapital-Betrag investiert wird, welchen man auch verlieren kann.

Größere Summen sollten erst dann an den Broker überwiesen werden, wenn auch mit kleinem Kapital mehr Gewinn als Verlust realisiert wird.

Hier gilt folgende Devise: Wer mit kleinem Kapital Gewinne generiert, tut dies auch mit größerem Kapital. Wer mit wenig Geld Verluste macht, macht das auch mit viel Geld. It’s as simple as that.

Ganz am Anfang empfiehlt sich aber das kostenlose Demokonto, in dem man mit virtuellem Geld traden kann – ohne Risiko.

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