Trading ohne Startkapital: Ist das möglich?

Trading ohne StartkapitalJeder Trader beginnt im Demokonto. Dort wird in einer sicheren Umgebung mit virtuellem Geld testweise getradet, ohne das eigene Kapital zu gefährden. Irgendwann kommt man aber zu dem Punkt, ins Echtgeld-Trading zu wechseln.

Viele Händler fragen sich dann, wie viel Startkapital sie denn überhaupt dafür benötigen.

Manche möchten mit kleinem Startkapital beginnen, andere ohne “ernst zu nehmendes” Startkapital, also etwa im Bereich von 100 – 200 Euro. Aber funktioniert Trading ohne Startkapital?

Kann man mit einem Einsatz im drei- oder gar zweistelligen Bereich erfolgreich traden? Wie geht man Trading ohne Startkapital am besten an?

Im folgenden Ratgeber setzen wir uns mit genau dieser Frage auseinander. Am Ende des Artikels wirst du wissen, ob Trading mit Mini-Startkapital funktioniert, welche Alternativen es gibt und worauf man beim Investieren des eigenen Geldes besonders achten sollte.


Funktioniert Trading ohne Startkapital?

Trading Startkapital

Eines vorweg: Außer im Demokonto funktioniert Trading nur mit eigenem Einsatz. Wenigstens eine kleine Summe muss investiert werden, um damit handeln zu können.

Bei CFD-Händlern hat man den Vorteil, dass mit vergleichsweise kleinen Einsätzen größere Summen bewegt werden können. Dies wird durch den sogenannten “Hebel” erreicht.

aktienDie niedrigste Investmentgrenze hängt vom CFD-Broker ab. Der Anbieter eToro hat etwa die Mindesteinzahlungsgebühr im letzten Jahr auf gerade mal 50 USD gesenkt. So kann man mit einer Einzahlung von nur 50 USD (etwa 45 Euro) beim Anbieter handeln.

Gleichzeitig stellt sich jetzt aber die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, mit so kleinen Geldbeträgen zu traden.

Ein großer Nachteil ist, dass die Spanne für Fehler deutlich kleiner ist. Der Hebel funktioniert schließlich in beide Richtungen. Das bedeutet, dass sogar kurzfristige Negativ-Entwicklungen dazu führen können, dass man die 45 Euro auch rasch wieder los ist. Generell gilt bei vielen Experten ja die Devise, dass man immer nur mit 1 – 2 % des Handelsvermögens investieren sollte. Bei einem Einsatz von 45 Euro wird das schwierig.

Positiv ist, dass Erfolge und Misserfolge beim Traden skalierbar sind. Wer es nicht schafft, aus einem zweistelligen Einsatz mehr Geld zu machen, der wird es auch bei größeren Summen nicht schaffen. Kleine Investments empfehlen sich also vorrangig für Einsteiger, die das Traden einfach mal probieren möchten.

Wie immer gilt: Traden ist sehr riskant und nur wenige schaffen es, mit einem Profit auszusteigen. Die Wahrscheinlichkeit, das eingesetzte Kapital zu verlieren, ist deutlich höher als umgekehrt. Generell sollte ein angehender Trader also zum Demokonto mit virtuellem Guthaben greifen.

Trading ohne Startkapital im Demokonto

eToro Demokonto Screenshot

Screenshot aus dem eToro Demokonto

Wirklich ohne Startkapital funktioniert das Traden im Demokonto.

Beim Demokonto handelt es sich um ein kostenloses Angebot vieler Broker. Es ermöglicht, in einer virtuellen Umgebung (mit realen Börsendaten) zu traden. Im Gegensatz zum Echtgeld-Konto handelt man hier aber mit einem virtuellen Guthaben, welches einem Spielgeld ähnelt.

Das virtuelle Startkapital ist von Broker zu Broker unterschiedlich.

So bekommt man beispielsweise 10.000 Euro Startkapital, welches natürlich nicht echt ist. Es existiert nur in der virtuellen Demo-Umgebung, um den Handel zu erlernen.

Hier kann man sich als Demo-Trader dann wirklich austoben – ohne das hohe Risiko, welches sonst mit dem Traden einhergeht.

Ein zeitliches Limit gibt es bei den meisten Anbietern normalerweise nicht.

Das Demokonto eignet sich jedoch nicht nur für blutige Einsteiger, sondern auch für jene Trader, die neue Strategien testen möchten, ohne ein großes finanzielles Risiko einzugehen.

Alles in allem eignet sich ein Demokonto also wirklich für Trading ohne Startkapital. Hier hat man dann aber auch keine Möglichkeit, das erhandelte Geld auszuzahlen, weil es nur virtuelles Spielgeld ist.

Trotzdem empfehlen wir allen Einsteigern, zuerst eine Zeit lang im Demokonto zu bleiben und die Grundsätze des Tradens – etwa erste Strategien oder sinnvolles Risikomanagement – zu erlernen. Wer nämlich blind und ohne Plan handelt, wird nur eines sehen: viele rote Zahlen und einen Verlust auf dem eigenen Konto.

Echtgeld-Trading mit geringem Startkapital

Margin

Durch die niedrigen Mindestbeiträge, die es bei vielen Brokern gibt, kann man bereits mit geringem Startkapital traden.

fondsSo ist es etwa realistisch, mit einem Einsatz von 50 Euro zu handeln.

Hier stellt CFD-Trading eine große Ausnahme zu anderen Handelsvarianten dar, wo der Einsatz pro Trade deutlich höher sein muss, um größere Kapitalmengen zu bewegen.

Beim normalen Aktienhandel würde man mit 50 Euro beispielsweise nicht weit kommen, da es hier gar keinen Hebel gibt.

Wer mit kleinem Startkapital handeln möchte, der muss jedoch einige Dinge beachten.

Wie bereits weiter oben erwähnt, funktioniert sinnvolles Risikomanagement in diesem Bereich nicht, da man bei Risikomanagement davon ausgeht, nur 1 – 2 % vom Gesamtkonto zu investieren. Bei einem Mini-Einsatz funktioniert diese Regel nicht.

Trading mit kleinem Startkapital kann aber auch sinnvoll sein und dabei helfen, eine eigene Strategie zu entwickeln.

So ist es mit kleinen Investments deutlich wahrscheinlicher, dass man längere Zeit dran bleibt und nicht gleich am Anfang aufgibt.

Zu Beginn geht es sowieso nur darum, sich ein Fachwissen und ein Gespür für den Handel aufzubauen. Wer erwartet, von Anfang an Gewinne einzufahren, liegt nämlich falsch.

Um sich “erfahrener Trader” nennen zu können, müssen oft viele Monate oder gar Jahre ins Land ziehen.

Viele erfolgreiche Trader sind bereits mehrere Jahre dabei und müssen noch immer stetig ihre Taktiken optimieren, um weiterhin erfolgreich zu traden.

Generell geht es nicht darum, innerhalb kürzester Zeit die größten Gewinne einzufahren.

Schließlich muss man sich auch des hohen Risikos bewusst sein, welches mit emotionalem und unbedachtem Trading einhergeht.

Besser ist es, eine niedrige Volatilität und stetige positive (wenn auch langsame) Entwicklung anzustreben.

Viele Experten würden sogar noch einen Schritt weitergehen: Wer es nicht schafft, über einen vordefinierten Zeitraum (etwa ein halbes Jahr oder länger) mit einem positiven Outcome zu traden, sollte die Finger von größeren Einsätzen lassen.

Glücklicherweise ist Risiko- und Moneymanagement einfach skalierbar. Wer mit kleinem Kapital positiv handelt, dürfte es auch mit größerem schaffen – das Gleiche gilt umgekehrt.


Trading ohne Startkapital: Wichtige Fragen & Antworten

Wo kann ich ohne Startkapital traden?

Die einzige Möglichkeit, ohne Startkapital (also mit 0 Euro) zu traden, ist im Demokonto.

Das Demokonto wird von allen größeren Brokern angeboten und dient vorwiegend Einsteigern dazu, sich beim Broker zurechtzufinden.

Da man hier mit virtuellem Spielgeld handelt, muss man auch keine Geldeinzahlung vornehmen.

Wer das erste Mal tradet, sollte dies tatsächlich am besten im Demokonto machen. Viele Menschen sind nämlich von den Versprechungen scheinbarer “Experten” und diverser Online-Werbungen verblendet.

Die Wahrheit sieht viel trister aus, als es viele je zugeben würden: Tatsächlich kann nur ein winziger Teil aller Trader mit einem positiven Outcome aussteigen. Die Allermeisten verlieren Geld.

Deshalb ist es gar keine schlechte Idee, anfangs komplett ohne Startkapital im virtuellen Konto zu handeln und erst dann mit dem Echtgeld-Trading zu beginnen, wenn man es im Demokonto geschafft hat, über einen längeren Zeitraum mehr gewinn- als verlustreiche Trades durchzuführen.

Welche Kontogröße passt für mich?

Bei der Frage der Kontogröße (und damit auch des Daytrading Startkapitals) gibt es natürlich nicht den optimalen Wert.

Grundsätzlich hängt die Kontogröße aber von der eigenen Risikobereitschaft und von der eigenen finanziellen Position ab.

Wir können es nicht oft genug wiederholen: Trading ist sehr riskant und man sollte sich von der Illusion verabschieden, damit schnell reich zu werden.

Deshalb sollten hauptsächlich all jene, die sich größere Ausgaben nicht leisten können, auch nur im Demokonto oder mit geringen Einsätzen handeln. Wenn man Gewinne macht, ist das schön und wenn man das Geld verliert, hat man wenigstens nicht so viel verloren.

Wer mehr finanzielle Mittel hat oder ein Risikokapital, welches nicht für andere Zwecke reserviert ist, kann auch etwas mehr investieren.

Bei größeren Investments ist aber gutes Risikomanagement noch viel wichtiger und essentieller, als es das bei kleinen Investitionen ist.

Einen Verlust von 50 oder 100 Euro kann man schließlich eher verkraften, als einen Verlust von 1.000 Euro oder mehr.

Gibt es Unterschiede bei Positionsgrößen von Forex, CFD und Aktien?

Forex Märkte Symbol

Am Forex-Markt werden Devisen gehandelt, zum Beispiel EUR/USD.

Bei Forex handelt es sich um eine Trading-Art, bei welcher Währungspaare gehandelt werden. Das kann beispielsweise EUR/USD oder YEN/USD sein.

Forex-Trades können schon im geringen dreistelligen Bereich (etwa ab 100 Euro) durchgeführt werden. Viele Einsteiger entscheiden sich für Forex, da es nicht so komplex wie andere Trading-Varianten ist.

Eine Alternative zu Forex ist natürlich das CFD-Trading.

Was die optimale Positionsgröße bei CFDs ist, hängt vom unterliegenden Wert ab. Grundsätzlich können auch bei CFDs sehr kleine Investments funktionieren, da mit dem Hebel dann größere Kapitalmengen bewegt werden können. Diese Art des Handels ist jedoch sehr riskant – und man kann das investierte Geld schnell verlieren.

Last but not least: Der klassische Handel mit Aktien.

Normaler Aktienhandel ist mit geringen Positionsgrößen nicht möglich.

Da es bei Aktien keinen Hebel gibt, muss man den tatsächlichen Gegenwert einer Aktie real besitzen, um dann auch diese Aktie kaufen zu können.

Außerdem ist es auch wenig sinnvoll, nur eine einzelne Aktie zu kaufen. Hier benötigt man eine ausgeklügelte Investmentstrategie und genug ungenutztes Kapital, um langfristig davon zu profitieren.

Was ist der beste Weg für Einsteiger?

Einsteiger sollten sich beim Traden primär auf eine Sache konzentrieren: Risikomanagement.

Auch wenn es zu den persönlichen Zielen zählt, mit dem Trading Geld zu verdienen, so sollten sich Einsteiger vordergründig mit der Realität konfrontieren.

Zwar ist es unter Umständen möglich, mit Trading auch Geld zu verdienen – es ist jedoch alles andere als leicht und birgt ein hohes Risiko.

Anfänger sollten sich vordergründig also nicht um das Trading Startkapital kümmern, sondern realistische Ziele definieren, die man dann auch umsetzen kann.

Ein Ziel könnte etwa sein, ein Trading Tagebuch zu führen. Dieses wird dafür verwendet, sowohl positive als auch negative Handelsbewegungen in einem Protokoll zu verewigen. Anschließend kann man nach Mustern suchen, die einem verraten, wann man besonders viele gewinnbringende Trades gemacht hat.

Weiters könnte man als persönliches Ziel definieren, die Volatilität des eigenen Portfolios so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet, dass striktes Risikomanagement betrieben wird und verlustreiche Trades sofort gestoppt werden und man gewinnbringende Trades weiterlaufen lässt.

Alles in allem sollte jede neue Strategie (vordergründig von Anfängern) im Demokonto probiert werden.

Auch nach dem Wechsel ins Echtgeld-Konto empfehlen wir, anfangs nur geringe Summen zu investieren und das Daytrading Startkapital erst dann zu steigern, wenn langfristig die Summe an positiven Trades höher ist als die an negativen. Das kann unter Umständen auch eine Zeit lang dauern – oder gar niemals eintreten.


Die Gefahr falscher Versprechen

Wer nach “Trading ohne Startkapital” googelt, dürfte auch auf gegenteilige Meinungen treffen.

So titeln manche Webseiten etwa, dass ein zu geringes Startkapital ein kritischer Fehler ist.

Wir sagen: Das stimmt nicht.

Ein kritischer Fehler ist, wenn Otto Normaltrader mehr Geld verliert, als nötig.

Gehen wir von folgender Situation aus:

Ein Einsteiger-Trader sieht online, dass ein zu geringes Startkapital ein Fehler ist.

Er investiert mehrere hundert Euro in CFDs, weil er überzeugt davon ist, das Geld schnell zu vervielfachen.

Wie so oft entwickelt sich das Investment in die falsche Richtung – der Neuling hat all sein Geld verloren und möchte nie wieder traden.

So geht es sehr vielen Tradern. Diese Situation tritt nicht selten auf.

Deshalb ist es wichtig, sich selbst risikofrei im Demokonto ein Bild vom Traden zu machen, bevor man reales Geld investiert.

Und auch wenn man einmal reales Kapital reinsteckt, sollte es zuerst im geringen Umfang sein und erst dann nach und nach aufgestockt werden – mit steigendem Erfolg. Niemals sollte Geld investiert werden, welches für andere Zwecke (etwa für einen Kredit oder für die eigene Familie) reserviert ist. Traden bleibt ein riskantes Spiel.


Fazit: Trading ohne Startkapital

Thinking

Wie dieser Ratgeber gezeigt hat, funktioniert Trading mit 0 Euro Startkapital nur dann, wenn man es im Demokonto macht.

Bei allen anderen Formen des Tradens verlangen CFD-Broker ein Mindestkapital, welches meist 50, 100 oder 200 Euro beträgt.

Unter dieser Grenze können keine Einzahlungen getätigt werden.

Im Zusammenhang mit Trading ohne Startkapital fragen sich viele auch, welches das optimale Startkapital ist. Dazu gibt es keine fixe Antwort.

Vor allem bei gehebeltem Handeln (etwa CFDs) muss das Startkapital aber nicht allzu groß sein, denn man kann auch mit geringen Einsätzen eine größere Summe eines bestimmten Basiswerts bewegen.

Beim normalen Handel mit Aktien benötigt man ein größeres Startkapital, da es sich hier nicht um gehebeltes Trading handelt. Das bedeutet, dass man den tatsächlichen Gegenwert einer einzelnen Aktie bezahlen muss, um rechtmäßiger Besitzer davon zu werden.

Einsteigern empfehlen wir, im Demokonto zu beginnen und nur dann ins Echtgeld-Konto zu wechseln, wenn sie die Funktionsweise von CFDs verstehen und sich darüber bewusst werden, dass Differenzkontrakte komplexe Instrumente sind, bei denen man auch schnell das Gesamtinvestment verlieren kann.

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