Was ist passives Investieren?

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Was ist passives Investieren?Was ist passives Investieren und warum erfreut sich diese Strategie in den letzten Jahren einer so großen Beliebtheit? Insbesondere private, langfristig denkende Investoren, die sich selbst nicht mit Börse, Aktien und allem was dazugehört, beschäftigen wollen, schätzen den geringen Aufwand passiver Investmentstrategien.

Aber was ist passives Investieren? Das schauen wir uns im heutigen Ratgeber an. Hier beantworten wir alle Fragen zu der beliebten Investmentstrategie und erklären, warum du mit diesem Anlagestil langfristig gute Renditen erzielen und viele andere Geldanlageprodukte schlagen kannst.


Was ist passives Investieren?

Passiv Geld Investment

Ganz so untätig, wie man es bei dem Wort passiv vermuten könnte, ist diese Investmentstrategie dann doch nicht.

Sie verzichtet lediglich auf das sogenannte Stockpicking. Beim Stockpicking werden einzelne Aktien ausgewählt, weil der Investor vermutet, dass diese besser performen werden als andere Aktien.

  • Eine passive Investmentstrategie legt das Geld lediglich in einem vordefinierten Index an, den sie bestmöglich nachbilden will.
  • Der wohl bekannteste Fonds aus der Kategorie der ETF, welche bei passiven Investmentstrategien eingesetzt werden, ist der MSCI World.

ETF für Aktien Grundwissen

  • Anstatt einzelne Aktien auszuwählen, bilden ETF auf diesen Index die 1600 größten Unternehmen aus den 23 weltweiten Industrienationen ab. Die Idee dahinter ist relativ simpel: Passive Investoren gehen davon aus, dass sie Kursverläufe nicht vorhersagen können und investieren daher einfach in den kompletten Markt.
  • Ein riesiger Vorteil von ETF, vor allem für kleinere Privatinvestoren, ist die eingebaute Risikostreuung. Eine Grundregel des Investierens ist, nicht alle Eier in einen Korb zu legen, sondern, breit diversifiziert, in viele Unternehmen zu investieren.

Mit kleinem Startkapital ist das beim Investment in Einzelaktien eine echte Herausforderung. Alle die sich fragen “Was ist passives Investieren?” können sich beim Thema Diversifikation entspannt zurücklehnen. Die Risikostreuung ist hier schon ab dem ersten Euro automatisch eingebaut.

ETF Sparplan bei Growney

Growney Screenshot

Ein innovativer und neuer Anbieter für ETFs und ETF-Sparpläne ist etwa growney. Bei growney gibt es auch einen ETF-Rechner, mit dem man ausrechnen kann, wieviel Rendite über einen bestimmten Zeitraum zu erwarten ist.

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Was ist aktives investieren?

Investments

Um den Unterschied zwischen den beiden Strategien zu verstehen, müssen wir uns natürlich auch die Kehrseite der Medaille anschauen.

Wenn du dich gefragt hast “Was ist passives Investieren?”, willst du jetzt sicher auch wissen, was es mit dem aktiven Investieren auf sich hat.

  • Beim aktiven Investieren versucht der Marktteilnehmer nicht nur lediglich an der Marktrendite teilzuhaben, sondern diese sogar zu schlagen.
  • Er trifft Vorhersagen über zukünftige Kursentwicklungen anhand von Fundamentaldaten oder Vermutungen über die zukünftige Unternehmensentwicklung.
  • Die Grenze zwischen aktivem und passivem Investieren ist jedoch nicht festgelegt. Genau genommen ist auch passives investieren nicht komplett passiv. Immerhin wählst du dabei aktiv einen ETF aus, der gewisse Unternehmen abbildet.
  • Du entscheidest dich also aktiv für das Investment in eben diese Unternehmen. Aktives Investieren kann schon damit beginnen, sich nicht bewusst für einen weltweiten Fonds zu entscheiden, sondern auf einzelne Regionen in der Welt zu setzen.

Klassische aktive Investmentstrategien arbeiten nicht mit ETF, sondern ausschließlich mit Einzelaktien. Diese werden analysiert, bewertet und dann entsprechend ins Portfolio aufgenommen oder in einigen Fällen sogar leerverkauft. Bei einem Leerverkauf wettet der Investor auf den Kursverfall einer Aktie.

Du hast es möglicherweise schon herausgelesen: Aktives Investieren ist mit jeder Menge Arbeit verbunden und erfordert ein extrem hohes Wissen rund um das Thema Geldanlage. Alleine deshalb ist es für viele Privatanleger nicht wirklich geeignet.

Was sind aktiv gemanagte Fonds?

Aktiv gemanagte Fonds

Nachdem uns jetzt grundsätzlich klar ist, welche Strategien die beiden Investmentansätze verfolgen, wollen wir uns die dafür genutzten Finanzprodukte etwas genauer anschauen.

Wir haben beim aktiven Investieren bisher lediglich von der Strategie gesprochen. Diese Strategie müssen Privatinvestoren jedoch nicht zwangsläufig selbst ausführen, um über aktives Management an den Märkten teilzunehmen.

Dein Geld kannst du auch einem Fondsmanager anvertrauen. Fast alle großen Fondsgesellschaften in Deutschland bieten auch aktives Management an. Die vorher beschriebene Investmentstrategie musst du also nicht unbedingt selbst umsetzen.

In der Praxis funktioniert diese Strategie für dich genau wie ein Investment in einen ETF. Der Unterschied:

  • Bei einem passiven Investment in einen ETF gibst du dein Geld dem Markt und lässt die Marktrendite für dich arbeiten.
  • Bei einem aktiven Investment gibst du das Geld dem Fondsmanager und vertraust darauf, dass dieser die richtigen Aktien auswählt und möglichst viel Rendite für dich erzielt.

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Es gibt fast genauso viele aktive Managementstrategien, wie es aktive Fonds gibt. Die Auswahl ist beinahe unbegrenzt. Egal welche Strategie du verfolgen möchtest, ob hohe Rendite mit hohem Risiko, geringe Rendite mit geringerem Risiko, oder nachhaltige Investments – In der Welt der aktiv gemanagten Fonds wirst du auf jeden Fall fündig werden.

Das größte Argument für die aktiv gemanagten Fonds ist definitiv die Chance auf eine Outperformance des Marktes. Bei einem ETF kann dein Investment maximal die Marktrendite erzielen, was an sich nichts schlechtes sein muss. Aktiv gemanagte Fonds dagegen bieten dir die Möglichkeit, den Markt zu schlagen und höhere Renditen zu erzielen. Im nächsten Kapitel schauen wir uns an, welche Strategie aus der wissenschaftlichen Sicht besser für private Investoren geeignet ist.

Tipp: Besondere Vorteile bieten sogenannte “Robo Advisors”. Das sind Systeme, die automatisch und auf Algorithmen basierend die Geldanlage verwalten. Den besten Robo Advisor findest du in unserem Vergleichsrechner.

Der Vergleich: Solltest du besser auf aktive oder passive Fonds setzen?

Thinking

Nachdem wir uns jetzt beide Investmentansätze im Detail angeschaut haben, möchten wir dir auch noch einen abschließenden Vergleich geben.

  • Die finanzwissenschaftlichen Daten und die derzeitigen Performancezahlen sprechen dafür, dass Privatinvestoren langfristig mit einer passiven Investmentstrategie besser fahren.
  • Es ist zwar richtig, dass es bei den aktiv gemanagten Fonds immer wieder Ausreißer nach oben gibt, die den Markt deutlich schlagen, diese sind jedoch nur schwer vorhersehbar.

Passives Investieren schlägt Aktives InvestierenVor allem über längere Zeiträume haben diese erfolgreichen Investoren auch Jahre, in denen sie deutlich schlechter als der Markt abschneiden. Generell gelingt es knapp 80 % der aktiven Investoren nicht, den Markt in einem bestimmten Jahr zu schlagen.

Erweitert man diese Sichtweise auf einen Zeitraum von 15 oder 20 Jahren, sieht es für die aktiv gemanagten Fonds noch schlechter aus. Über diesen langen Zeitraum konnten nur drei bis sechs Prozent der aktiven Fondsmanager eine bessere Performance erzielen, als der Markt.

Der Hauptgrund für die schlechte Performance der aktiven Anlagestrategien sind die Kosten. Häufig ist es den Fondsmanagern zwar technisch gelungen, besser abzuschneiden als der Markt, die erzielte Rendite wurde dann jedoch von den Kosten für das Fondsmanagement zunichte gemacht. In einigen Fällen ist es den Fondsmanagern nicht gelungen den Markt überhaupt zu schlagen, die Kosten sind aber trotzdem weiter gelaufen. In diesem Fall haben Anleger, im Vergleich zu einem passiven Investment in einen ETF, deutlich geringere Gewinne eingefahren.

Bei passiven Investmentstrategien mit Indexfonds gibt es eine wesentlich geringere Schwankungsbreite bei der Performance.

  • Die meisten passiven Investmentfonds bleiben knapp unterhalb der Marktrendite, da auch sie Kosten haben und keine Chance darauf besteht, den Markt zu schlagen.
  • Bei ETF fehlen, im Vergleich zur aktiven Investmentstrategie, die Ausreißer. Das gilt sowohl für die Ausreißer nach oben, als auch für die nach unten.

Den größten Vorteil bieten die vergleichsweise geringen jährlichen Kosten. Bei einer Durchschnittsrendite das Marktes von 8 %, vernichten die 2 – 3% Managementgebühren für aktive Fonds teilweise mehr als ein Drittel der Gesamtrendite. ETF kosten Im Schnitt nur 0,2 – 0,5 % der investierten Summe pro Jahr und mindern die Rendite damit In jedem Fall um weniger als 10 %. Es sind vor allem diese Kosteneinsparungen, welche die passive Investmentstrategie langfristig erfolgreicher macht.

Solltest du jetzt überhaupt noch in ETF investieren?

Passives Investieren GIF

Ein großes Thema in den Finanzwissenschaften ist das sogenannte Market Timing. Beim Market Timing geht es darum, den richtigen Einstiegszeitpunkt für die optimale Rendite zu finden.

Das Market Timing ist den aktiven Investmentstrategien zugeordnet, kann in der Theorie jedoch auch mit Indexfonds durchgeführt werden. Nach der Meinung einiger Experten, müsste der nächste große Crash schon bald vor der Tür stehen.

Diese und ähnliche Warnungen hören wir schon seit etwa zehn Jahren. Passiert ist jedoch genau das Gegenteil. Der Wert der Aktien im MSCI World hat sich beinahe verdoppelt und, abgesehen von einigen kleineren Korrekturen, deren Verluste jedoch schnell wieder eingeholt wurden, ist bisher nichts passiert.

Entwicklung des MSCI World

Entwicklung des MSCI World von März 2016 bis März 2021

Wer jetzt aufgrund seines Market Timings zehn Jahre gewartet hat, hat einiges an Rendite verpasst. In der Finanzwissenschaft ist man sich einig, dass der Zeitpunkt von Korrekturen nicht vorhergesagt werden kann und dass diese immer dann eintreten, wenn niemand damit rechnet.

Der Einbruch des weltweiten Aktienmarktes im März 2020 aufgrund der überraschenden Corona Pandemie ist ein sehr aktuelles und aussagekräftiges Beispiel, welches diese Theorie stützt.

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage ist dementsprechend: Ja.

In den meisten Fällen ist es besser, wenn du jetzt sofort investierst, da der kurzfristige Verlauf des Aktienmarktes von vielen Faktoren beeinflusst wird und nicht zuverlässig vorhergesagt werden kann. Für langfristige Investoren hat der Einstieg kurz vor einem großen Crash in der Vergangenheit tatsächlich kaum Auswirkungen gehabt.

Über Zeiträume von 40 Jahren oder länger lagen die durchschnittlichen Jahresrenditen nur etwa ein Prozent auseinander, wenn man vor beziehungsweise direkt nach einem Crash an den Extrempunkten eingestiegen ist.


Aktives Management bei passiven Investmentstrategien

StrategieAm Anfang des Ratgebers haben wir schon angeschnitten, dass es keine wirklich komplett passive Investmentstrategie gibt.

An irgendeiner Stelle werden immer Entscheidungen für oder gegen Unternehmen getroffen, nur die Häufigkeit und die Art der Entscheidungen weichen ab.

Aber was ist noch passives Investieren? Und was ist schon aktiv?

Eine nachweislich bessere Performance erhältst du mit diesen aktiven Investitionsansätzen

1) Rebalancing

Rebalancing bezeichnet den Vorgang, die ursprüngliche Investmentstrategie wiederherzustellen, nachdem sich die Werte im Portfolio verändert haben.

Ein kleines Beispiel: Du hast dich am Anfang dazu entschieden, zu 50 % in den DAX und zu 50 % in den MSCI World Index zu investieren. Nach einem Jahr hat der MSCI World Indexfonds 10 % zugelegt, der Dax hingegen hat 10 % verloren. Deine ursprüngliche Asset Allokation ist jetzt also nicht mehr 50:50, sondern 60:40 zugunsten des MSCI World. Um deine ursprüngliche Allokation wiederherzustellen, verkaufst du nun also Teile des gestiegenen MSCI World und nimmst deine Gewinne mit. Von diesen Gewinnen kaufst du Anteile des gefallenen Fonds auf den DAX günstig ein. Diese Strategie erhöht die Durchschnittsrendite nachweislich um bis zu 0,5 % pro Jahr.

2) Wetten jeglicher Art vermeiden

Jedes Unternehmen, in das du investierst, gleicht einer Wette darauf, dass diese Unternehmen besser abschneiden als diejenigen, in welche du nicht investierst. Je breiter deine Diversifikation ist, umso geringer ist der Einfluss dieser Wetten auf die Performance deines Investments. Der MSCI World investiert zwar in 1600 Unternehmen, deckt dabei jedoch nur große Industrienationen ab und legt das Geld auch nur in sehr großen Unternehmen an. Für eine breitere Risikostreuung solltest du versuchen, auch außerhalb der Industrieländer zu investieren und möglichst viele verschiedene Branchen abzudecken.

3) Kosten vermeiden

Eine unumgängliche aktive Strategie beim passiven Investieren ist die Auswahl der richtigen Fonds. Du wirst nicht darum kommen, zumindest einen Fonds für dein Investment auszuwählen. Dabei solltest du weniger auf die Performance der Vergangenheit achten und vor allem die Kosten als Hauptkriterium für deine Auswahl heranziehen. Selbstverständlich gibt es noch mehr Faktoren, welche die Auswahl des richtigen Fonds beeinflussen, jedoch stellt der Kostenblock den mit Abstand wichtigsten dar.


Wie du dich am besten verhältst

Wellen

In der Ruhe liegt die Kraft: Schaue nicht zu oft ins Depot

Im vorherigen Abschnitt haben wir über die aktiven Teile der passiven Investmentstrategie gesprochen. Wie du sicherlich festgestellt hast, bist du dabei tatsächlich nur sehr selten aktiv und triffst wenige Entscheidungen.

Genau auf diese Art und Weise solltest du alle Aspekte deines Investments behandeln.

Schau nicht häufiger in dein Depot, als die Strategie des Rebalancing es nötig macht. Viele Anleger können nicht gut mit Verlusten umgehen und verkaufen panisch, wenn sie zu häufig in ihr Depot schauen.

Das Verkaufen nach einem großen Verlust ist einer der größten Renditekiller der passiven Anlagestrategien. Insbesondere wenn du fürs Alter sparst oder andere langfristige Sparziele verfolgst, solltest du maximal alle paar Wochen einen Blick in dein Portfolio werfen.

Noch besser wäre es, nur einmal im Jahr für das jährliche Rebalancing reinzuschauen. Der Sinn des passiven Investments ist schließlich, sich eben nicht Tag für Tag damit beschäftigen zu müssen, sondern das Geld zu investieren und dann alles von selbst laufen zu lassen.

Wie viel Geld du mit ETF verdienen kannst

Entwicklung des L&G Cyber Security ETF von 2016 bis 2021 (Quelle: justETF)

Abschließen möchten wir den Artikel mit einer wichtigen Antwort für deine langfristige Finanzplanung. Wie viel Geld kannst du tatsächlich mit passiven Investmentstrategien verdienen?

  • In einem vorherigen Abschnitt haben wir bereits erwähnt, dass bei langfristigen Investments der Unterschied zwischen hohen und niedrigen Einstiegspunkten gerade mal ein Prozent beträgt.
  • Die Gesamtrendite bei diesen langfristigen Investments von 40 Jahren oder mehr, lag im Schnitt zwischen sieben und acht Prozent im MSCI World Index.
  • Es gibt durchaus Indizes mit mehr und Indizes mit weniger Rendite, für eine seriöse Kalkulation sind die genannten Prozentwerte jedoch am besten geeignet.

Wie du vielleicht bereits herausgelesen hast, hängen deine Renditechancen und Risiken sehr stark von der Investmentdauer ab. Es ist durchaus nicht unüblich, in einem einzigen Jahr eine Rendite von 50 % oder mehr zu erzielen, während in einem anderen Jahr 40 % Verlust verzeichnet werden.

Bei einer Investmentdauer von mehr als 15 Jahren wärst du, selbst im schlechtesten Fall, schon bei einer Rendite von etwa 0 gewesen und hättest zumindest keine Verluste eingefahren. Allerdings sind bei dieser 15-jährigen Haltedauer auch die Renditechancen nach oben begrenzt.

Im besten Fall hättest du etwa 15 % Rendite pro Jahr erzielen können. Sicher kalkulieren kannst du dementsprechend nur über sehr langfristige Zeiträume.

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