Corona und der Aktienmarkt, Continental großer Gewinner im ersten Quartal, Alibaba – alle Zeichen auf Neustart?

26.04.2021 (KW17)

Nach den letzten Wochen, in denen ein Rekord den anderen jagte, zeigt sich die Börse derzeit wechselhaft.

Am vergangenen Montag schloss der DAX zwar noch mit 15.500 Punkten, das sollte es aber für diese Woche mit den Rekordjagden gewesen sein.

Auf Wochensicht gesehen verlor der Leitindex um 1,2 Prozent und schloss am Freitag bei 15.279 Zählern.

Keine Furcht vor Steuererhöhungen – in den USA

Die USA impfen derzeit, was „das Zeug hält“ gegen das Coronavirus. Das scheint auch die Wirtschaftsstimmung anzukurbeln.

Der Einkaufsmanagerindex kletterte auf 62,2 Zähler – also um 2,5 Prozentpunkte. Die gute Konjunktur können derzeit auch die Steuerpläne der Biden-Regierung nicht bremsen. Diese will, zumindest angekündigt, die Kapitalertragssteuer auf 40% anheben.

Das wäre eine Verdopplung des derzeitigen Steuersatzes. Allerdings scheinen die Chancen auf eine so große Steuererhöhung eher gering. Das hat auch etwas mit der nur hauchdünnen Mehrheit der Demokraten in beiden Kammern des Kongresses zu tun. Eine Erhöhung wird wohl kommen, aber nicht in dem Ausmaß wie von Biden angekündigt. Am Freitag, den 23.04.2021, stieg der Dow Jones auf über 34.000 Punkte. Der Nasdaq sogar um 1,3%

Bitcoin und Ölpreise fallen

Auch der Kurs des Bitcoins begibt sich nach unten. Er fiel um 8% auf 47.460 Dollar.

Ebenso fiel Ethereum um 12% auf 2654,75 Dollar. Seit Jahresbeginn hatte diese Kryptowährung um fast 230% Prozent zugelegt und stieg damit fast viermal so stark wie der Bitcoin.

Auch die Ölpreise fallen wieder. Am Freitag fielen die Preise für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent um 0,3%. Das liegt unter anderem auch an der Coronakrise. Denn gerade in den großen Nachfrageländern wie Indien ist derzeit pandemiebedingt die Lage sehr angespannt.

Die Hoffnungen der Ölindustrie ruhen auf einem Fortschreiten der Impfkampagnen und weniger coronabedingten Einschränkungen. Dann könnte auch die Nachfrage nach Erdöl wieder steigen.

Quartalssieger Continental – Erwartungen übertroffen

Neben Infineon gab es im ersten Quartal einen klaren Sieger: Die Conti-Aktie. Obwohl das Geschäft der Autozulieferer derzeit noch etwas stockt, geht es sowohl bei der Kunststofftechnik als auch bei den Reifen wieder aufwärts.

Zudem zeigte Conti, obwohl das vergangene Jahr sehr von der Corona-Pandemie belastet war, deutliche Fortschritte bei der Wirtschaftlichkeit.

Im ersten Quartal konnte der Konzern seinen Umsatz deutlich steigern, und zwar von 9,9 Milliarden Euro auf 10,3 Milliarden Euro. In Prozent ausgedrückt legte Conti also um 8,6% zu, Wechselkursschwankungen sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensanteilen ausgeklammert. Damit übertraf Conti sogar die Erwartungen zahlreicher Analysten. Das zahlte sich aus, und am Freitag schoss die Conti-Aktie an die DAX-Spitze.

Corona und der Aktienmarkt

Die Pandemie beeinflusst natürlich auch die Aktienmärkte – und das nicht nur im negativen Sinn. DieBioNTech Aktie schloss am Freitag, dem 23.04.2021, mit einem Plus von 2,40 Prozent bei 173,00 US-Dollar. Auch die Pfizer Titel legten zu, und zwar um 0,16 %. Sie schlossen damit am vergangenen Freitag bei 38,70 Dollar.

Die Verwendung von AstraZeneca wurde zuletzt in zahlreichen EU-Ländern stark eingeschränkt. Trotzdem steht die EU-Arzneimittelbehörde weiterhin voll hinter dem Impfstoff. Im Londoner Handel zeigt sich die Aktie trotzdem um 1,56% schwächer und bewegte sich am Freitag bei 75,53 Pfund.

Die Corona Pandemie beeinflusst die Aktienmärkte in ganz neuen Dimensionen, stärker als beispielsweise je ein neugewählter US-Präsident das könnte.

Obwohl viele Unternehmen um ihre Existenzen bangen, hat die Krise auch Gewinner hervorgebracht. Dazu gehören neben dem Online-Handel und den Lieferdiensten auch die Elektronik- und Unterhaltungsbranche.

Die Gewinner der Krise (Quelle: startupvalley.news)

  • Nintendo
  • Sony
  • Walt Disney
  • Netflix
  • Slack
  • PayPal
  • Mastercard
  • Zoom Video Communications
  • Activision Blizzard

Die Verlierer der Corona Krise

Doch wo es Licht, beziehungsweise Gewinner gibt, gibt es auch Schatten, also Verlierer.

Eine Branche steht ganz oben: Die Tourismus- und Hotelbranche. Seit der ersten Jahreshälfte 2020 befinden sich die Aktienkurse zahlreicher Unternehmen im Sinkflug.

Dazu gehören Fluggesellschaften wie Ryanair und Lufthansa oder der Flugzeugbauer Airbus. Stark gebeutelt sind auch die Hilton und die Marriott Aktien.

Fakt ist: Die wirtschaftlichen Schäden der Pandemie werden uns noch lange begleiten.

Alibaba: Alle Zeichen auf Neustart?

Monatelang war Jack Ma, der Gründer des Alibaba-Konzerns, in der Versenkung verschwunden. Überraschend wurde der Börsengang der Ant Group abgesagt.

Die Zeichen standen also auf Sturm – und das alles nur, weil der charismatische Jack Ma die chinesischen Finanzbehörden stark kritisiert hatte. Ein Unding im kommunistischen China.

Nun brummte die Kartellaufsicht dem Konzern eine Strafe von umgerechnet 2,8 Milliarden Dollar auf. Der Grund für diese Strafzahlung ist, dass Jack Ma, beziehungsweise seine Online-Plattform, viele Händler dazu gezwungen hat, nur über ihn zu verkaufen. Damit behindere er laut den Behörden den Wettbewerb.

Alibaba nahm die Strafe an und kündigte an, zukünftig besser mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Prompt legte die Aktie um 7,8 Prozent an der Börse in Hongkong zu.

Alles wieder gut? Eher nicht.

Alles wieder gut im Hause Alibaba? Wohl eher nicht.

Denn nun werden auch die Medien-Assets des Konzerns näher beleuchtet. Angeblich wären die Behörden „entsetzt“ über deren Ausmaß.

Alibaba soll seine Beteiligung abstoßen und eine Firma in Staatshand wird diese dann übernehmen. Außerdem will der Staat auch die von Jack Ma gegründete Wirtschaftsuniversität Hupan näher anschauen.

Neue Anmeldungen sind derzeit ausgesetzt. Die Regierung hat die Befürchtung, dass dort Inhalte und Ziele unterrichtet werden, die Jack Ma gesetzt hat – und nicht die kommunistische Partei.

Auch die Zukunft der Ant Group steht momentan noch in den Sternen. Fakt ist, dass die Finanzholding unter die Aufsicht der Staatsbank gestellt und wesentlich strenger reguliert wird. Das erschreckende dabei: Über Jahre gesammelte Daten über Kunden der Finanzdienste fließen so der Regierung zu. Es kommen also unruhige Zeiten auf Jack Ma und seine Unternehmen zu.

Allerdings hat Chinas derzeit größte Onlineplattform enorme Wachstumschancen und ist laut vielen Analysten niedrig bewertet.

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