Corona und der DAX, Ölpreise unter Druck, Wirecard fliegt aus dem regulären Handel, Erzeugerpreise steigen, Gewinneinbruch bei Alibaba

22.11.21 (KW 47)

Die vierte Coronawelle hat sich mittlerweile auch auf den DAX ausgewirkt. Nachdem während der letzten sechs Handelstage wieder leichte Rekorde erzielt wurden, fand die Serie am vergangenen Freitag ein Ende.

Allerdings waren die Verluste moderat und der DAX schloss mit 16.159 Punkten. Wobei an dieser Stelle allerdings angemerkt sei, dass der deutsche Leitindex seit Oktober um 1.400 Punkte gestiegen ist.

Der Grund für die derzeit zögerliche Entwicklung könnte (mal wieder) in der Pandemie liegen – und in der Angst vor einem erneuten Lockdown in Deutschland, denn ein solcher wäre sehr schlecht für die wirtschaftliche Erholung in Deutschland. Das Nachbarland Österreich geht ab Montag erneut für 20 Tage in den Lockdown – aufgrund einer alarmierenden Zahl an Neuinfektionen.

Ölpreise unter Druck

Dafür befinden sich die Ölpreise derzeit wieder im Rückwärtsgang. Den höchsten Verlust mit 4,6 Prozent machte die Leichtölsorte WTI: Das Nordseeöl Brent verlor 3,8 Prozent. Der Grund dafür ist auch hier die Angst vor einem erneuten Lockdown.

Als der erste Lockdown im vergangenen Jahr verkündet wurde, brachen die Rohölpreise ein. Denn wenn die Wirtschaft steht, wird auch kein Öl gebraucht.

Wirecard fliegt aus dem regulären Handel

In den Börsennews berichten wir regelmäßig von den Skandälchen und Skandalen rund um börsennotierte Unternehmen und solche, die es werden wollen. Einer dieser Fälle, der uns mit Sicherheit noch allen gut in Erinnerung ist, ist Wirecard.

Mitte November ist die Aktie des mittlerweile insolventen Unternehmens aus dem regulären Handel verschwunden. Das Wertpapier hat aktuell einen Verlust von über 99 % und ist nur noch ein paar Cent wert. Im Vergleich dazu kostete die Aktie bei ihrem Höchststand 2018 gut 200 Euro das Stück. Anleger, die immer noch Wirecard Aktien besitzen, sind gut beraten, diese jetzt zu verkaufen.

Denn es besteht die Gefahr, dass die Aktien als wertlos ausgebucht werden. Der sich daraus ergebende Verlust kann zwar mit den Gewinnen verrechnet werden, aber nur bis zu einem Betrag von maximal 20.000 Euro.

Erzeugerpreise steigen wie in den ersten Jahren der D-Mark

In Deutschland steigen die Preise. Das ist Fakt. Seit November 2020 sind lt. dem Statistischen Bundesamt die Erzeugerpreise um insgesamt 18,4 % gestiegen. Einen so hohen Zuwachs verzeichneten die Zahlen zuletzt im November 1951. Auch im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise um insgesamt 3,8 %. Der größte Preistreiber war – wen überrascht es – die Energie.

Erdgas ist seit dem Vorjahr um 81,4 % teurer, Strom etwa um 50 %. Auch Güter wie Holz und Metall haben sich verteuert, allerdings sind diese Zahlen seit dem Höchststand im Oktober wieder im Sinkflug. Die EZB beurteilt die derzeitige Inflation allerdings nur für vorübergehend und erwartet, dass die Preise im kommenden Jahr wieder sinken.

Kritiker sehen das allerdings ganz anders, denn die Pandemie hat auch die Strukturen des Weltmarktes verändert.

Gewinneinbruch bei Alibaba

Über den strauchelnden chinesischen Evergrande haben wir in der letzten Ausgabe der Börsennews ja bereits berichtet. Aber auch ein anderes chinesisches Unternehmen hat derzeit mit dramatischen Gewinneinbrüchen zu kämpfen: der Onlinehändler Alibaba.

Im vergangenen Quartal verdiente der Online-Shop rund 39 % weniger als noch im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Der Grund dafür sollen hohe Investitionen gewesen sein, unter anderem in die Onlineshopping-Plattform Taobao.

In China hat der Staat immer ein Wörtchen mitzusprechen

Lange waren in den Augen der chinesischen Regierung die Techkonzerne Erfolgsmodelle, mit denen sich man nach außen schmückte und die nach innen wenig reguliert wurden. Das ist seit dem letzten Jahr anders.

Die chinesische Regierung hat die Zügel gehörig angezogen, und die Konzerne werden sehr viel stärker reglementiert. Alibaba wurde beispielsweise untersagt „Ant“ an die Börse zu bringen.

Außerdem wurden dem Konzern Strafzahlungen in Milliardenhöhe auferlegt. Dazu kommen eine geringere Nachfrage und ein gestiegener Wettbewerb unter den Konzernen. Beim Singles Day erzielte Alibaba etwa das geringste Plus in der bisherigen Firmengeschichte.

Der 14-tägige Elon

Natürlich gibt es auch wieder etwas von unserem Lieblingsmilliardär zu berichten. Elon Musk hat sein Versprechen tatsächlich wahr gemacht und Tesla Aktien im Wert von 6,9 Milliarden Dollar verkauft.

Daraufhin büßte der Aktienkurs um 15 % ein. Experten vermuten, dass Musk die Gunst der Stunde nutzt, da die Kurse für Tesla im Moment sehr hoch sind. Übrigens soll auch der Bruder von Elon, Kimbal Musk, ein großes Aktienpaket verkauft haben.

Musk verkauft die Aktien im Übrigen deswegen, weil er mit dem Erlös daraus seine Steuerschulden bezahlen will (wir berichteten). Denn da er weder ein Gehalt bezieht, noch Bonuszahlungen bekommt, sieht er in dem Verkauf der Aktien die einzige Möglichkeit, um an genügend Geld zu kommen.

Derzeit ist es so, dass in Amerika Kursgewinne erst dann besteuert werden, wenn der Gewinn auch realisiert wird. Deswegen kaufen US-Firmen auch immer wieder ihre eigenen Aktien. Zum einen stützen sie damit den Kurs, zum anderen müssen sie dann auch keine Dividenden zahlen.

Extrem Reiche wie Elon Musk, die nicht auf die Auszahlung von Dividenden angewiesen sind, machen somit enorme Gewinne. US-Präsident Biden will eine Milliardärssteuer auf den Weg bringen, bei der alle Gewinne besteuert werden sollen – auch wenn sie nicht durch den Kauf erzielt wurden. US-Demokrat Bernie Sanders appellierte an die Verantwortung der Reichen, was unser Elon natürlich erfahrungsgemäß ganz anders sah. Er beleidigte den Demokraten via Twitter: „Ich vergesse immer wieder, dass Sie noch am Leben sind.“

Kostenloser CFD-Kurs für alle? Ja!

Mit Grundlagen & ersten Strategie-Empfehlungen.
Melde dich jetzt an!

Du erfährst Schritt für Schritt, wie du dich anmeldest, wie du die ersten Trades tätigst und wie du strategisch handelst.

Seit 2021 zusätzlich mit dabei:
- PDF mit 17 Tipps für Starter
- Copytrading Broschüre mit 7 Ratschlägen, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen
Wir respektieren deine Privatsphäre & hassen Spam.

Das könnte dich auch interessieren …