DAX erholt sich – es bleibt schwierig, Bitmex übernimmt nicht Bankhaus von der Heydt, Wirtschaftweisen mahnen an

11.04.22 (KW15) 

WIrtschaft Animation Beitrag

Der DAX hat sich zum Wochenschluss, nach drei Verlusttagen hintereinander, wieder erholt. Am Freitag schloss der deutsche Leitindex bei 14.283 Punkten und legte über den Tag damit insgesamt 1,46 Prozent zu.

Auf die Woche gesehen ergibt sich allerdings ein Minus von 1,1 Prozent. Die Lage bleibt weiterhin schwierig. Der Ukraine-Krieg tobt weiterhin, und eine Aussicht auf Frieden ist nicht in Sicht. Dazu kommt, dass die FED deutlich an der Zinsschraube drehen will und dazu ihre Bilanz abbauen möchte.

Es werden weitere Ölreserven freigegeben

Die IEA, die Internationale Energieagentur, hat weitere 120 Millionen Barrel an Rohöl freigegeben, um die Folgen des Krieges abzumildern.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag damit zumindest zeitweise bei unter 100 Dollar. Derzeit hat sich der Preis bei etwa 101 Dollar eingependelt. Experten sagen, dass die Zeit der großen Preissprünge jetzt zunächst vorbei wäre.

Bitmex übernimmt jetzt doch nicht das Bankhaus von der Heydt

Eigentlich sah alles einigermaßen gut aus. Die internationale Kryptobörse Bitmex wollte das kränkelnde Münchner Bankhaus von der Heydt übernehmen – Zustimmung der Bafin vorausgesetzt.

Doch jetzt ist der Deal geplatzt – und zu den Gründen will derzeit keiner der Beteiligten Stellung nehmen. Vom derzeitigen CEO Alexander Höptner wurde lediglich bestätigt, dass beide beteiligten Parteien sich geeinigt hätten, die geplante Übernahme nicht weiterzuverfolgen. Das führt natürlich zu Spekulationen.

Hat etwa die Bafin eingegriffen?

Denn hinter der Kryptobörse liegt – gelinde gesagt – eine bewegte Vergangenheit. 2020 wurde dem damals noch in der operativen Verantwortung stehenden Gründerteam von den US-Staatsanwälten Geldwäsche, Missachtung von Bankgesetzen und Bestechung vorgeworfen. Davor gab es auch schon von der Wertpapieraufsicht CTFC Ermittlungen.

Vor rund drei Wochen bekannte sich dann das letzte Mitglied des Gründerteams nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft schuldig und zahlte 10 Millionen Dollar Strafe.

Bitmex möchte seriös werden

Die Einigung mit den US-Behörden kostete Bitmex dann noch einmal 100 Millionen Dollar. Ende 2020 wurde dann Alexander Höptner als CEO verpflichtet. Er leitete vorher die Stuttgarter Börse.

Die wilden Zeiten der Kryptobörse schienen damit der Vergangenheit anzugehören. Zum neuen seriösen Image hätte die Übernahme einer Deutschen Bank nur allzu gut gepasst. Auch dem Bankhaus von der Heydt hätte eine Übernahme gut zu Gesicht gestanden, denn schon seit geraumer Zeit erwirtschaftet das Unternehmen kein positives Geschäftsergebnis mehr.

Im Jahr 2020 lag das Minus bei 3,4 Millionen Euro.

Die Wirtschaftsweisen mahnen an

Der Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen hat die Konjunkturprognosen für dieses Jahr drastisch gesenkt. Außerdem mahnen die Wirtschaftsweisen an, dass sich Deutschland unbedingt für einen Stopp der russischen Energielieferungen rüsten müsse.

Derzeit ist die Bundesrepublik, leider muss man es so ausdrücken, abhängig von den Energielieferungen Russlands. Deswegen müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, diese Abhängigkeit zu beenden, mahnte Volker Wieland, eines der Mitglieder des Rats, an.

Sollte Russland die Lieferungen plötzlich stoppen, würde das bedeuten, dass die Volkswirtschaft in eine tiefe Rezession rutscht – so Monika Schnitzer, ebenfalls Mitglied des Rats.

Warnung vor Lohn-Preis-Spirale

Durch die immer noch stark steigenden Energiepreise wird auch die Inflation steigen. Für 2022 rechnen die Wirtschaftsweisen mit 6,1 Prozent, 2023 mit 3,4 Prozent. Das wiederum dürfte sich auf die Tarifverhandlungen auswirken.

Die Lohnforderungen dürften im zweiten Halbjahr ebenso ansteigen, ist sich Ratsmitglied Veronika Grimm sicher. Damit steigt wiederum das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale. Nicht ganz so pessimistisch hingegen sind IfW und ifo.

Das Kieler Institut IfW rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent – das Münchner ifo mit einem Wachstum von 2,2 Prozent bis 3 Prozent.

Warren Buffett kauft endlich wieder ein

Der Börsenguru Warren Buffett hat sich nach einer sechsjährigen Abstinenz wieder mit Wertpapieren eingedeckt.

Unter anderem hat der 91-Jährige bei HP zugeschlagen.

Mit insgesamt 4,2 Milliarden Dollar ist er bei dem Laptop- und Druckerhersteller eingestiegen. Damit sichert er sich rund 11 Prozent Firmenanteil.

Der 14-tägige Elon (diesmal 7-tägig)

Unser Lieblingsmilliardär war ähnlich wie Warren Buffett auch auf Einkaufstour.

Insgesamt 73,5 Millionen Aktien von Twitter hat er sich gegönnt – und damit einen Firmenanteil von 9,2 Prozent. Kann man als reichster Mensch der Welt ja mal machen. 😉

Twitter gab dann übrigens nach dem Milliardendeal bekannt, dass Elon auch gleich in den Verwaltungsrat einziehen wird.

Doch unser Elon wäre vermutlich nicht unser Elon, wenn er die Aktion nicht gleich auch als Provokation nutzen würde. Ganz provokant fragte er nämlich auf Twitter: „Stirbt Twitter?“.

Dazu erwähnte er die derzeit größten Accounts, die unter anderem Barack Obama, Katy Perry oder Justin Bieber gehören. Gleichzeitig kritisierte er, dass auf vielen dieser Accounts nicht mehr regelmäßig gepostet wird.

Taylor Swift hat beispielsweise auf ihrem Twitter-Kanal das letzte Mal vor drei Monaten von sich hören lassen, Justin Bieber schaffte es immerhin, dieses Jahr einen ganzen Tweet abzusetzen.

Unser Elon selbst hingegen ist eifriger Twitter-Nutzer. Trotzdem wirft er dem Unternehmen immer wieder vor, die freie Meinungsäußerung einzuschränken.

Das ist aber so nicht ganz richtig. Seit einigen Jahren versucht das Unternehmen Trolle, Verschwörungstheoretiker und Radikale stärker zu kontrollieren und einzuhegen.

2021 wurde einer der größten Trolle von der Plattform verbannt: Donald Trump, dessen geplante Twitter-Konkurrenz übrigens in einem Desaster zu enden scheint.

Man muss jetzt erst mal sehen, was die Zukunft bringt, denn mit einem Sitz im Verwaltungsrat und 9,2 Prozent der Stimmen dürfte unser Elon alleine nicht viel erreichen.

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