DAX gibt nach, Evergrande zahlt (noch), Facebook bekommt einen neuen Namen, Bezos und Musk bald die nächsten Supersteuerzahler?

29.10.21 (KW 43)

Der DAX gibt zum Wochenschluss wieder nach und liegt im Moment bei einem Tief von 15.503 Punkten. Auch der Nasdaq 100 ist abgestürzt und liegt jetzt bei 15.644 Punkten.

Schon gleich zur Eröffnung des XETRA notierten die 40 deutschen Standardwerte 0,7 Prozent tiefer als am Vortag und lagen bei 15.580 Punkten. Damit fällt der DAX auch unter das Tagestief vom vergangenen Donnerstag.

Problemkinder Apple und Amazon

Ursache sind neben Inflations- und Zinsängsten auch die Quartalsbilanzen von Apple und Amazon, die am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlicht wurden. Beide Unternehmen kämpfen derzeit mit Lieferengpässen.

Bei Amazon kommen noch Mitarbeitermangel hinzu – und bei Apple die derzeitigen Chip-Engpässe und die Ausfälle durch die Coronapandemie. Bei Apple sind so ziemlich alle Produkte vom Chip-Mangel betroffen.

Nachbörslich büßte die Apple Aktie um 5 % ein. Im vierten Quartal wurde der Umsatz des Konzerns um rund sechs Milliarden Dollar gedrückt. Ebenso hart getroffen ist derzeit Amazon. Das liegt, wie bereits eingangs beschrieben, an den derzeitigen Lieferengpässen bei den verschiedensten Waren – und am Mitarbeitermangel.

Davon könnte auch das Weihnachtsgeschäft betroffen sein.

Gute Nachrichten von Daimler

Die Aktie des Daimler-Konzerns hingegen klettert auf ein Sechsjahreshoch und das, obwohl die Verkäufe im letzten Quartal rückläufig waren.

Die Umsätze blieben trotz steigender Preise stabil und der Konzern konnte bei den Gewinnen sogar zulegen. Das kommt zum einen durch die Einsparungen und zum anderen durch die starke Finanzsparte von Daimler.  Der Nettogewinn stieg auf 2,47 Milliarden Euro, was natürlich die Aktionäre freute.

Evergrande leistet Zahlung

Bereits in der letzten Ausgabe haben wir über den angeschlagenen chinesischen Konzern Evergrande berichtet. Natürlich wollen wir euch auch weiterhin auf dem Laufenden halten.

Stand 29.10.21 hat Evergrande eine weitere Zahlung in Höhe von 47,5 Millionen US-Dollar geleistet. Die Aktien sind allerdings weiterhin vom Handel ausgesetzt.

Facebook bekommt einen neuen Namen

Alles neu macht der Mai – oder in diesem Fall besser gesagt – der Oktober. Am Donnerstagabend verkündete Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Rahmen der Connect 2021, dass er seinen Konzern in „Meta“ umbenennen möchte.

Facebook, Instagram und WhatsApp sollen allerdings ihre Namen behalten. Der „Meta“ Konzern soll lediglich als Dach fungieren und die Schöpfung eines sogenannten Metaversums – einer kollektiv nutzbaren virtuellen Welt – soll damit in den Vordergrund gestellt werden.

Das Metaversum soll, so zumindest die Vision von Mark Zuckerberg, die reale und die virtuelle Welt miteinander vermischen und so die Menschen noch näher zusammenbringen. Doch ein neuer Name macht nicht gleich einen neuen Konzern.

Facebook hat wesentlich schwerwiegendere Probleme

Derzeit hat Facebook nämlich mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Da ist zum einen die Whistleblowerin Frances Haugen, die publik machte, dass Facebook sehr wohl über die Risiken der schädlichen Inhalte auf den Plattformen Bescheid wusste – aber aus reiner Profitgier nichts dagegen getan hat.

Zum anderen läuft Facebook die begehrte Nutzergruppe der 18- bis 29-Jährigen davon. Diese empfinden nämlich das Medium mittlerweile als langweilig, negativ und irreführend und wechseln immer mehr zur chinesischen Plattform TikTok (ob die allerdings so viel besser ist, überlassen wir eurer Meinung).

Zuckerberg erwog sogar, ein Instagram für Kinder und Jugendliche unter 13 Jahren zu entwickeln. Und das, obwohl er sich laut der Whistleblowerin darüber im Klaren ist, wie sehr die schöne (gestellte und gefilterte) Welt gerade der Psyche junger Menschen schaden kann.

Auch die Werbeeinnahmen sprudeln nicht mehr wie einst. Das liegt auch an Apples iPhone, das seit iOS 14 gezieltes Tracking verhindern kann.

Damit können Werbeanzeigen weniger zielgruppengerecht ausgespielt werden. Ob das Metaverse von Mark Zuckerberg Erfolg hat, wird die Zukunft zeigen.

Jeff Bezos und Elon Musk bald nicht nur superreich, sondern auch Super-Vielsteuerzahler?

Heute schlagen wir sozusagen gleich zwei Milliardäre mit einer Klappe. Jeff Bezos und Elon Musk. Beide sind superreich und zahlen trotz allem superwenig Steuern.

Das hat etwas mit den Besonderheiten des amerikanischen Finanzsystems zu tun. Sowohl Bezos als auch Musk rechnen sich mit schöner Regelmäßigkeit vor dem Fiskus mit Erfolg bettelarm. Dadurch zahlte Musk in den Jahren zwischen 2014 und 2018 nur 3,27 Prozent Steuern. Beim Amazon Gründer Jeff Bezos waren es sogar nur 0,98 %. In den Jahren zuvor zahlte dieser übrigens keinen Cent Steuern und kassierte dazu sogar noch Kindergeld – weil (angeblich) seine Ausgaben seine Einnahmen überstiegen.

Ein amerikanischer Durchschnittshaushalt zahlt dazu im Vergleich etwa 14 Prozent Einkommenssteuer. Doch die schönen Zeiten könnten für die beiden Milliardäre und für viele andere sehr reiche Menschen in den USA bald vorbei sein. Die Demokraten planen nämlich eine neue Steuer, die vorwiegend die Superreichen trifft.

Zahlen sollen nämlich nur diejenigen, die drei Jahre in Folge mehr als 100 Millionen Dollar verdient haben oder über einen Besitz von mehr als einer Milliarde Dollar verfügen – im gleichen Zeitraum.

Der Clou an der Sache: Diese neue Steuer würde nur etwa 700 Menschen betreffen und trotzdem viel Geld in die amerikanischen Steuerkassen spülen. Die Steuer wird übrigens auf Wertgewinne erhoben. Der Plan der Demokraten ist, dass Amerikas Milliardäre künftig eine Kapitalertragssteuer in Höhe von 23,8 Prozent auf den Wertzuwachs ihrer Aktien, beziehungsweise ihrer sonstigen Wertpapiere zahlen. Eventuelle Verluste können gegengerechnet werden. Ebenso sollen auch Wertgewinne von Immobilien versteuert werden, allerdings erst, wenn diese verkauft werden.

Elon Musk hat seinem Ärger über die geplante Steuer auf Twitter gleich Luft gemacht. Er hält davon nämlich – wer hätte es gedacht – nämlich gar nichts.

Es ist übrigens fraglich, ob die Demokraten ihre Steuerpläne umsetzen können. Präsident Joe Biden ist zwar Fan von dieser Idee, hat aber seine eigene Partei (noch) nicht geschlossen hinter sich stehen.

Kostenloser CFD-Kurs für alle? Ja!

Mit Grundlagen & ersten Strategie-Empfehlungen.
Melde dich jetzt an!

Du erfährst Schritt für Schritt, wie du dich anmeldest, wie du die ersten Trades tätigst und wie du strategisch handelst.

Seit 2021 zusätzlich mit dabei:
- PDF mit 17 Tipps für Starter
- Copytrading Broschüre mit 7 Ratschlägen, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen
Wir respektieren deine Privatsphäre & hassen Spam.

Das könnte dich auch interessieren …