DAX optimistisch für 2022, Lebensmittelengpässe dank Brexit, Delivery Hero auf Einkaufstour, Handelsstop bei Evergrande

03.01.2022 (KW 1)

News 2022

Auch wenn die Zeichen in den letzten Wochen eher auf Verlust standen, gibt es im Rückblick auf den DAX nur Positives zu berichten. Der deutsche Leitindex legte nämlich im Jahr 2021 insgesamt 16 % zu. Am letzten Handelstag des vergangenen Jahres schloss der DAX mit 15.873 Punkten und konnte damit fast den Stand des Vortages erreichen. Da der Handel nur bis 14:00 Uhr lief, konnten die Anleger Impulse der Wall Street nicht mehr nutzen.

Optimistisch gestimmt für 2022

Die Anleger sehen das Börsenjahr 2022 eher positiv als negativ. Allerdings ist das Coronavirus mit seiner Omikron-Variante auch an den Börsen weiterhin Thema. Trotzdem haben die Anleger Hoffnung, dass die verschärften Beschränkungen nur über einen kurzen Zeitraum in Kraft bleiben – und natürlich, dass kein erneuter Lockdown droht.

Ölpreise gestiegen

Wir haben es alle gemerkt. 2021 sind die Ölpreise gestiegen. Das lag unter anderem auch daran, dass die Weltkonjunktur sich langsam, aber sicher erholt.

Auch die lange unklare Förderpolitik der OPEC und knappe Lagerbestände tragen ihren Anteil dazu bei. Ende Dezember kostete ein Barrel Öl der US-Sorte WTI 76 Dollar, die Nordseesorte Brent lag bei 79 Dollar.

Lebensmittelengpässe dank Brexit

Der Brexit hält Großbritannien derzeit in Atem. Eigentlich versprach Boris Johnson, das Land in eine goldene Zukunft zu führen, wovon allerdings nicht mehr allzu viel übrig ist. Zuerst ging Großbritannien im September nach und nach der Sprit aus. Der Grund: Fehlende Lkw-Fahrer. Viele der meist ausländischen Fahrer waren, nachdem der Brexit in Kraft getreten ist, nach Kontinentaleuropa zurückgekehrt.

Dazu kam die Coronapandemie, in der Boris Johnson übrigens auch eine sehr unrühmliche Rolle spielte. Die Pandemie verzögert derzeit die Ausbildung von neuen Fahrern, beziehungsweise deren Prüfung. Auch die deutsche Wirtschaft war vom Fahrermangel auf der Insel betroffen, da bestimmte Produkte nicht geliefert werden konnten.

Aber auch langfristig könnte der Brexit Folgen für Deutschland haben. Der Handel in Großbritannien leidet. Dadurch wächst die britische Wirtschaft langsamer, wodurch wiederum die Nachfrage nach Waren aus Deutschland gedämpft wird.

Im Januar drohen Lebensmittelengpässe

Nun drohen bei Lebensmittelimporten aus der EU nach England sehr komplizierte Prüfverfahren. Besonders relevant ist dabei, dass Großbritannien fünfmal mehr Lebensmittel importiert als exportiert. Zum einen müssen schon vor dem Verladen detaillierte Dokumentationen bereitliegen. Zum anderen wird dann bei der Einfuhr nach Großbritannien noch einmal kontrolliert, was zu enormen Verzögerungen führen kann. On top liegt immer noch keine digitale Lösung für das Problem vor – trotz einer Vorbereitungszeit von sechs Jahren.

Während Branchenvertreter den von der britischen Regierung forcierten harten Brexit als absolutes Desaster ansehen, sieht das Boris Johnson erfahrungsgemäß ganz anders. „Unsere Aufgabe seither war es, die Vorteile des Brexits zu verstärken, sodass wir als modernes, dynamisches und unabhängiges Land erfolgreich sein können“ (Quelle: DPA und Frankfurter Rundschau). Fakt ist: Der Brexit wird auch dieses Jahr die Märkte in Atem halten.

Delivery Hero auf Einkaufstour

Der Lieferdienst Delivery Hero ist weiter auf Einkaufstour. Diesmal stockt das DAX-Unternehmen seine Anteile am spanischen Konkurrenten, der Liefer-App Globo, um satte 39,4 Prozent auf und hält damit jetzt mehr als 80 Prozent der Anteile. Damit stieg auch der Wert von Globo, nämlich auf 2,3 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu Delivery Hero hatte Globo von Anfang an auch Einkäufe aus Supermärkten, beziehungsweise aus Apotheken, geliefert. Ein Markt, in den Delivery Hero auch unbedingt vorstoßen möchte.

Rückzug aus Deutschland

Die Tochter Foodpanda bleibt zwar als Entwicklungsabteilung in Berlin, stellt aber den Lieferdienst in den anderen deutschen Städten ein. Dadurch werden Mittel frei, um in andere attraktive Wachstumsmärkte zu investieren. Diese Nachricht kam bei den Investoren sehr gut an.

What about Evergrande?

Über den schwächelnden chinesischen Immobilienriesen hatten wir schon mehrfach im vergangenen Jahr – im negativen Kontext – berichtet. Doch auch im neuen Jahr gibt es keine guten Nachrichten. Seit dem 03.01.22 können die Aktien an der Hongkonger Börse nicht mehr gehandelt werden – bereits zum wiederholten Mal. Eine Erklärung dafür gab es bislang nicht.

Seit vergangenen Dienstag warten die Aktionäre von Evergrande auf die neuen Kuponzahlungen in Höhe von 255 Millionen Dollar. Bislang ist die 30-tägige Nachfrist zwar noch nicht verstrichen, aber ob die Zahlungen kommen, ist fraglich. Evegrande ist mit 300 Milliarden Dollar verschuldet und erst kürzlich hat nach der Ratingagentur Fitch auch Standard & Poor`s die Kreditwürdigkeit heruntergestuft – eine Stufe vor dem kompletten Zahlungsausfall.

Der chinesische Staatschef Xi Jingping hat währenddessen angekündigt, die Branche stärker regulieren zu wollen.

Der 14-tägige Elon: Tesla muss 475.000 Autos zurückrufen

Fast eine halbe Million Autos der Reihe Model 3 und der Reihe Model S muss wegen Problemen mit der Rückfahrkamera zurück in die Werkstatt. Durch das Öffnen und das Schließen des Kofferraumdeckels könnten Kabel beschädigt werden und die Kamera ausfallen, ließ die Fahrzeugsicherheitsbehörde NHTSA verlauten.

Alle Modelle der Reihe 3, die zwischen 2017 und 2020 gebaut worden sind, müssen deswegen zurück in die Werkstatt. Das Gleiche gilt für 119.000 Modelle der Reihe S. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass der vordere Kofferraum sich plötzlich öffnet und so die Sicht des Fahrers behindert. Die Probleme werden von Tesla kostenlos behoben.

Aktienkurs davon wenig beeindruckt

Der Aktienkurs von Tesla zeigte sich von den Rückrufen hingegen wenig beeindruckt, gelang doch dem Unternehmen bei den Fahrzeugauslieferungen der sechste Quartalsrekord in Folge. Das freute auch die Anleger und die Aktie stieg um rund 7 % auf 1133 Dollar.

Das dürfte auch unseren Elon freuen, denn der verkauft weiterhin fleißig seine Aktien. Zuletzt waren es Ende Dezember Aktien im Wert von 1,02 Milliarden Dollar.

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