DAX schließt mit Rekordwert, Adidas verkauft Reebok, Haustierboom auch auf dem Aktienmarkt, Investor bietet Milliarden für Onlinehändler

16.08.2021 (KW 33)

Am vergangenen Freitag schloss der DAX mit dem Rekordwert von 16.030 Punkten und hat damit eine neue Bestmarke aufgestellt. Es ist das dritte Rekordhoch innerhalb von drei Tagen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der Leitindex derzeit einen Lauf hat. Ein Grund dafür sind die aktuellen Inflationsraten aus den USA, diese lagen mit 5,4 % höher als noch zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr. Trotzdem stiegen die Preise langsamer als beispielsweise noch im Juni. Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag mit einer Bestmarke, ebenso wie der S&P.

Allerdings sollte man trotz aller Euphorie immer noch im Hinterkopf behalten, dass wir eine Pandemie haben und in Asien in vielen Ländern die Fallzahlen derzeit rasant ansteigen. Dadurch könnten Lieferketten wieder unterbrochen werden.

Gerade in China sind vor kurzem wieder drastische Maßnahmen ergriffen worden. Dort wurde zur Wochenmitte der zweitgrößte Containerhafen kurzerhand geschlossen – wegen der Coronainfektionen eines einzigen Mitarbeiters.

Adidas verkauft Reebok – das Ende einer eher unglücklichen Ära

Der Plan war gut, die Umsetzung eher nicht. Mit der Übernahme von Reebok vor 16 Jahren wollte Adidas eigentlich dem Weltmarktführer und Konkurrenten Nike Kunden abjagen und endlich richtig Fuß auf dem amerikanischen Markt fassen. Gelungen ist das nicht. Trotz der Neuausrichtung der Marke hatte Reebok nie die Wachstumsraten von Adidas erreicht. 2019 trug Reebok gerade mal 7 % zum Konzernumsatz bei.

2020 kam es dann, dank der Coronakrise, knüppeldick mit einem Umsatzeinbruch von 20 %. Vor geraumer Zeit hat sich Adidas bereits von kleineren Anteilen an dem US-Hersteller getrennt, die bei der Übernahme damals mitgekauft wurden. Dafür hatten die Herzogenauracher etwa 0,4 Milliarden Euro mehr in der Kasse. Schon länger beklagten die Manager von Reebok, dass Adidas sich nur noch um die Entwicklung ihrer Eigenmarke kümmern würde und die amerikanische Tochter eher stiefmütterlich behandelt wird.

Diese Zeiten dürften mit dem Verkauf des Unternehmens vorbei sein.

Strippenzieher Shaquille O`Neal

Jetzt ist Reebok wieder zurück in amerikanischen Händen. Für 2,1 Milliarden Euro übernimmt die Authentic Brands Group das Unternehmen von dem Hersteller aus Herzogenaurach. Interessant ist, dass einer der Eigentümer von ABG niemand geringerer als Basketballsuperstar Shaquille O’Neal ist.

Dieser hatte schon 2020 gesagt, dass er, wenn Adidas Reebok nicht mehr haben wolle, diese gern an ihn verkaufen können. O’Neal war in seiner aktiven Zeit Markenbotschafter von Reebok und bescherte dem Konzern damals traumhafte Erfolge. Sein erklärtes Ziel ist es nun, Reebok wieder zurück zum Basketball und auf den Fitnessmarkt zu bringen.

Laut dem CMO von ABG Nick Woodhouse war es auch O`Neal, der auf einen Kauf von Reebok drängte. (Quelle: Footwear News/Manager Magazin).

Der Abschluss der Transation erfolgt allerdings wahrscheinlich erst im ersten Quartal 2022. Den größten Teil der Barerlöse will Adidas an seine Aktionäre ausschütten.

Haustierboom auch auf dem Aktienmarkt – Investor bietet Milliarden für Onlinehändler

Die Coronapandemie sorgte nicht nur für einen Boom bei den Fahrrädern oder den Streaminganbietern (dazu gleich mehr). Auch Haustiere waren, bzw. sind plötzlich beliebt wie nie. Das trieb auch die Umsätze auf dem Heimtiermarkt gehörig an.

So mancher Händler konnte online wie offline Traumumsätze verzeichnen. Fressnapf konnte beispielsweise seinen Umsatz um 15 % steigern. Stärker wuchs nur einer, nämlich Zooplus. Dieser hat sich rein auf den Onlinehandel spezialisiert und konnte seinen Umsatz um etwa 18 % steigern. In Zahlen ausgedrückt sind das 1,8 Milliarden Euro. Das ruft Investoren auf den Plan, die ja nach lohnender Rendite suchen. In diesem Fall ist das der US-Investmentfonds Hellmann und Friedmann. Diese bieten den Aktionären derzeit 390 Euro pro Aktie, gesamt sind das 2,8 Milliarden Euro.

Das gefällt auch dem Management von Zooplus. Dieses hat eine Investitionsvereinbarung mit dem US-Investor unterzeichnet. Der Vorstand und der Zooplus Investor Maxburg Beteiligungen offerierten Hellmann und Friedmann 17 % der Aktien zum Kauf.

Zooplus Gründer und Chef Cornelius Platt erhofft sich durch die Übernahme vor allem Investitionen in die weitere Expansion des Unternehmens. Das war mit den derzeitigen Mitteln leider nicht immer so möglich, wie der Chef und sein Vorstand das gern gesehen hätten.

Mithilfe von Hellmann und Friedmann soll nun unter anderem in die Zooplus Eigenmarken, in das Marketing, in die Logistik und andere Bereiche investiert werden. Der Bedarf ist durchaus da. Nach Schätzungen soll der Markt für Tierbedarf bis 2030 bis auf 50 Millarden Euro in Europa anwachsen. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass der Markt hart umkämpft ist.

Der US-Investor Hellmann und Friedmann ist unter anderem an Axel Springer, Scout24 und ProSiebenSat.1 beteiligt.

Disney+ rückt Netflix auf die Pelle

Der Streamingmarkt ist – und das nicht erst seit der Pandemie – hart umkämpft. An der Spitze stehen dabei (derzeit) zwei US-Konzerne. Netflix und Disney.

Zwar ist Netflix bislang immer noch Marktführer, doch der Walt Disney Konzern holt mit Riesensprüngen auf, wie die Zahlen des zweiten Quartals zeigen. Disney konnte einen Zuwachs von 12 Millionen Abonnenten verzeichnen und erhöhte damit die Gesamtzahl auf 116 Millionen Kunden. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr.

Auch Hulu und ESPN, die ebenfalls zum Disney Konzern gehören, durften sich über steigende Abonnentenzahlen freuen. Alle Disney Streaminganbieter zusammen haben insgesamt nun etwa 174 Millionen Abonnenten.

Netflix schwächelt

Der große Konkurrent Netflix hingegen konnte im vergangenen Quartal lediglich 1,5 Millionen neue Abonnenten verzeichnen. Zwar hat der Streaminganbieter mit insgesamt 209 Millionen Abonnenten noch einige Kunden mehr, wenn aber der Disney Konzern weiterhin so stark aufholt, dann dürfte das bald Geschichte sein.

Insbesondere im Nordamerika-Geschäft verzeichnet Netflix große Einbrüche. Dort verlor der Streaminganbieter fast eine halbe Million Abonnenten. Das liegt wohl unter anderem auch an den Preisen, denn Disney ist mit seinen Angeboten günstiger als der große Konkurrent mit dem roten N.

Bis zum nächsten Jahr hat sich der Disney Konzern vorgenommen Marktführer zu werden. Dabei helfen sollen Milliardeninvestitionen.

Jeff Bezos rennen die Kunden davon

Weil unsere Berichterstattung ja nicht langweilig werden soll, berichten wir heute über einen anderen Milliardär der, gelinde ausgedrückt, genauso polarisiert wie unser Elon (über den wir in den nächsten Börsennews wieder berichten, versprochen!). Die Rede ist von Jeff Bezos, der seine Milliarden mit Amazon scheffelte und seine Ex-Frau zu einem sehr reichen Menschen gemacht hat.

Besagtem Jeff Bezos rennen die Kunden weg, seitdem er von seinem Weltraumtrip zurückgekehrt ist. Genauer gesagt kündigen derzeit immer mehr Menschen ihr Prime Abo. Ausschlaggebend dafür ist wohl die Weltraumreise des Milliardärs mit seiner Firma Blue Origin, beziehungsweise seine Aussagen in der anschließenden Pressekonferenz.

Dort bedankte sich Bezos bei seinen Mitarbeitern und Kunden mit den Worten „Denn ihr habt für all das bezahlt.“ (Hier geht’s zum Video). Für einige war das wohl zu viel (zynische) Dankbarkeit.

Aktie stürzt ab

Auch der Aktienkurs von Amazon knickte spürbar ein und bescherte Bezos einen Verlust von 14 Milliarden Dollar – an einem einzigen Tag. Zudem musste das Unternehmen einen herben Rückschlag in Europa einstecken. Die Datenschutzbehörde in Luxemburg verdonnerte Amazon zu einer Strafe von insgesamt 746 Millionen Euro. Grund ist der Verstoß gegen die europäische Datenschutzverordnung.

Das Unternehmen will allerdings dagegen vorgehen und wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, Daten an Dritte weitergegeben zu haben.

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