Ölpreise ziehen wieder an, Anklagen bei Wirecard, Landtechnik auf der Gewinnerseite, Verwirrung um Fidor-Verkauf

17.01.2022 (KW 3)

Der DAX hat am vergangenen Freitag mit Verlusten geschlossen. Schon nach den schwachen NASDAQ-Ergebnissen vom Vortag war der deutsche Leitindex angezählt gewesen. Die Ergebnisse der US-Banken, die geringer ausfielen als erwartet, gaben ihm dann den Rest.

Somit schloss der DAX am Freitagnachmittag bei 15.883 Punkten und verfehlte damit die angepeilte 16.000 Punkte Marke. Neben den Konjunktursorgen aufgrund der Coronapandemie setzt den Börsen auch die straffere US-Geldpolitik zu. Alleine schon, um Glaubwürdigkeit zu bewahren, muss die Fed die Zügel anziehen. Auch der Euro notiert wieder schwächer und liegt jetzt im US-Handel bei 1,1416 Dollar.

Ölpreise ziehen wieder an

Im Verlauf der vergangenen Woche sind die Ölpreise deutlich angestiegen.

Die Nordseesorte Brent kostete am vergangenen Freitag 86,16 US-Dollar und war damit 1,74 % teurer als noch am Vortag. Auch die amerikanische Sorte WTI legte deutlich zu und kostete 83,94 Dollar und damit 1,86 % mehr als noch am Vortag. Damit ist das der vierte Wochengewinn in Folge für die Ölpreise. Langsam steuern die Preise wieder das Mehrjahreshoch im Oktober 2021 an.

Wirecard: Die ersten Anklagen

Es war ein der größten Wirtschaftsskandale der letzten Jahre, der auch auf so manche Institution kein gutes Licht warf. Die Rede ist natürlich von Wirecard. Eineinhalb Jahre nach der Insolvenz des Finanzdienstleisters kommt es zu den ersten Anklagen durch die Staatsanwaltschaft.

Beschuldigt wird ein Geschäftspartner von Ex-Chef Marsalek, der weiterhin untergetaucht ist. Konkret werden dem Mann besonders schwerer Betrug, vorsätzliche Geldwäsche und Verletzung der Buchführungspflicht vorgeworfen. Das Münchner Landgericht muss allerdings erst über die Zulassung der Anklage entscheiden.

22 Millionen Euro soll der Manager gemeinsam mit Jan Marsalek aus der Konzernkasse veruntreut haben. 8 Millionen davon soll er für sich abgezweigt haben, davon hat er unter anderem den Bau seines Hauses finanziert und in eine Beteiligungsfirma investiert haben. Zudem soll er Geld gewaschen haben.

Die veruntreuten Wirecard-Gelder wurden in verschiedene Start-up-Unternehmen investiert und dadurch legal wieder in den Wirtschaftskreislauf überführt, wodurch die illegale Herkunft des Geldes verschleiert wurde. Dies soll über das Unternehmen IMS Capital gelaufen sein. Bei diesem wiederum war der Manager, der übrigens als enger Freund Marsaleks gilt, beschäftigt.

Marsalek war einer der Hauptinvestoren von IMS Capital. Ein weiterer Akteur ist der ehemalige lybische Geheimdienstchef.

Nicht nur geschäftlich verbandelt

Der Beschuldigte und der gesuchte Marsalek galten nicht nur geschäftlich als eng miteinander verbandelt. Bei Wirecard galten sie als enge Freunde.

Der Angeklagte soll etwa die Münchner Villa in der Prinzregentenstraße gemietet haben, die als Rückzugsort für Marsalek diente. Dieser ist weiterhin verschwunden und wird in Russland vermutet.

Landtechnik auf der Gewinnerseite

Während viele Branchen unter der Pandemie ächzen und stöhnen, gibt es auch Gewinner. Eine davon ist die Landtechnik.

Dank steigender Rohstoffpreise verdienen Landwirte derzeit nämlich richtig gut. Viele nutzen das aus und rüsten ihre Landtechnik, sprich Traktoren und anderes, auf. Alleine im November 2021 hat der indische Hersteller Mahindra & Mahindra rund 10.000 Traktoren verkauft. Der deutsche Hersteller Fendt kann sich immerhin über 20.000 verkaufte Traktoren im Jahr 2021 freuen.

Die großen Unterschiede bei den Absatzzahlen sind übrigens im Preis begründet. Bei Mahindra & Mahindra kostet das Einsteigermodell etwa 8.000 Euro, bei Fendt sind es 70.000 Euro. Auch die Spitzenmodelle der beiden Hersteller liegen preislich weit auseinander. Der Fendt liegt bei rund einer halben Million Euro (richtet sich nach der Ausstattung), der Mahindra bei 15.000 Euro. Auch für 2022 sind die Auftragsbücher gut gefüllt.

Die Hersteller rechnen mit einem Umsatzplus von 20%. Damit hält der Aufwärtstrend der Branche an. Wer vor etwa drei Jahren Aktien der Top-Hersteller der Branche gekauft hat, kann sich freuen. Die Werte dürften sich mittlerweile verdoppelt haben.

Investieren in Landtechnik?

Wer sich mit dem Gedanken trägt, auch in solche Aktien zu investieren, der sollte das jetzt tun. Zwar dürfte der Kurs nicht mehr so rasant ansteigen wie in den vergangenen beiden Jahren, trotzdem ist das Wachstum nicht vorbei.

Der Grund dafür sind zum einen die gestiegenen Preise für Agrarrohstoffe, die auch beim Erzeuger landen. Zum anderen wächst auch die Weltbevölkerung immer weiter und damit auch der Nahrungsbedarf.

Wurde Fidor überhaupt verkauft?

Eigentlich wollte die französische Großbank BPCE Fidor im vergangenen Jahr wieder verkaufen, nachdem diese das Fintech-Unternehmen vor rund fünf Jahren gekauft hatte. Fidor, die Direktbank, die einst mit N26 in einem Atemzug genannt wurde, hat der BPCE horrende Verluste beschert.

Alleine die Abschreibung der Fidor Solutions, die an den Technologiekonzern Sopra Steria verkauft wurde, beläuft sich auf 69 Millionen Euro. Dazu kommt das defizitäre operative Geschäft von Fidor. Dem Zins- und Provisionsergebnis von 16 Millionen Euro standen 53 Millionen Euro Verwaltungsaufwendungen gegenüber. Kein Wunder also, dass die BPCE Fidor loswerden möchte.

Eigentlich sollte das Bankgeschäft schon längst an den Finanzinvestor Ripplewood verkauft sein. Recherchen haben aber gezeigt, dass (zumindest Mitte letzten Jahres) Fidor immer noch im Besitz der französischen Großbank war. Auf Nachfragen wird eher ausweichend geantwortet. (Quelle: Finance FWD)

Der 14-tägige Elon: Nichts als Ärger in Grünheide

Eigentlich könnte alles so schön sein – zumindest für unseren Lieblingsmilliardär. Ende 2019 hat er die Pläne für seinen Bau der Tesla Gigafabrik bei dem brandenburgischen Landesamt für Umwelt eingereicht. Seitdem wird dort mit Ausnahmegenehmigungen gebaut. Dass sich die Bauarbeiten allerdings immer weiter verzögern, ist nicht nur Schuld der deutschen Bürokratie und der Umweltschützer.

Denn in Grünheide sollen hochkomplexe neue Fertigungstechnologien entstehen, sozusagen als Versuchsprojekte. Weil das ziemlich komplex ist, werden die Pläne immer wieder geändert, was sich wiederum auf das Genehmigungsverfahren auswirkt.

Ärger auch wegen Autohaus in China

Das ist aber nicht der einzige Ärger, den Elon Musk derzeit hat. Konkret geht es um ein Tesla Autohaus, das in der chinesischen Provinz Xinjiang eröffnet wurde. Dort leben allerdings die Uiguren, die vom chinesischen Staat systematisch unterdrückt und überwacht werden. Der chinesische Staat bestreitet diese Vorwürfe natürlich.

An Silvester verkündete Tesla über das chinesische Twitter Weibo, dass die Ausstellungsräume in der Provinzhauptstadt Ürümqi nun eröffnet sind. Seitdem steht Tesla bei US-Menschenrechtsorganisationen schwer in der Kritik. Die größte muslimische Organisation in den USA wirft Tesla vor „Völkermord zu unterstützen“ (die Uiguren sind muslimischen Glaubens) und forderte von Elon Musk das Autohaus wieder zu schließen. Ähnlich sieht das auch der republikanische Abgeordnete Mark Rubio, ebenso wie einer der führenden US-Wirtschaftsverbände.

Übrigens stehen auch deutsche Konzerne immer wieder für ihre Geschäftsbeziehungen nach Xinjiang in der Kritik. Dazu gehören unter anderem VW und BASF.

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