DAX startet mit Minus, Ölpreise auf Mehrjahreshoch, Syngeta geht nicht an die Börse, Evergrande strauchelt weiter, neuer BaFin Chef greift durch

11.10.2021 (KW 41)

Ölindustrie

Normalerweise beginnen wir die Börsennews mit dem Börsenschluss der vergangenen Woche. Diesmal „brechen“ wir allerdings mit dieser Tradition. Das liegt auch daran, dass der September an den deutschen Börsen – nach den vergangenen Höhenflügen – der schlechteste Monat war. Wall Street und DAX befanden sich im Tiefflug, was auch an den Inflationssorgen liegt. In der vergangenen Woche sah es dann ein wenig  besser aus. Nach der fulminanten Erholungsrallye schloss der DAX bei etwa 15.200 Punkten.

Doch die neue Börsenwoche fing nicht gut an. Der DAX startete mit Verlusten von 0,6 Prozent bei 15.115 Punkten und auch um die Mittagszeit sah es nicht besser aus. Es bleibt abzuwarten wie sich die Woche entwickelt.

Ölpreise auf Mehrjahreshoch

Wir alle haben es in den letzten Wochen schmerzlich bemerkt, dass die Benzinpreise immer höher werden. Das liegt an den steigenden Energiepreisen, die auch die Inflationserwartungen steigern.

Am Montag stiegen die Preise für ein Barrel der Nordseesorte Brent auf 83,66 US-Dollar. Das sind 1,27 Dollar mehr als noch am Freitag. Der Preis der US-Sorte Intermediate stieg auf 80,88 Dollar. Am Freitag kostete das Fass noch 1,53 Dollar weniger.

Damit kostet Brent mehr als noch vor etwa drei Jahren. Der US-Ölpreis ist sogar auf einem Sieben-Jahreshoch. Ausschlaggebend für die immer höheren Preise ist der derzeitige Versorgungsengpass auf dem Energiesektor.

Syngeta doch nicht an der Börse

Chinesische Unternehmen haben es derzeit nicht leicht auf dem Markt. Evergrande strauchelt immer noch (dazu aber später mehr). Jetzt wurde der Börsengang des Agrochemiekonzerns Syngeta Group (vorerst) gestoppt. Das Unternehmen selbst hat zwar seinen Sitz in der Schweiz, gehört aber zum chinesischen Staatskonzern ChemChina.

Erst im Juli hatte der Konzern die Genehmigung erhalten, am STAR Market der Börse in Shanghai gelistet zu werden, der Börsengang selbst war in Bälde erwartet worden. Doch anscheinend liegen die Pläne des schweizerischen Konzerns nun erstmal auf Eis.

Keine aktualisierten Finanzergebnisse – kein Börsengang

Der Grund dafür sind nicht aktualisierte Finanzergebnisse der Syngeta Group zu der die Schweizer Syngeta AG, das israelische Unternehmen Adama und die landwirtschaftliche Sparte von Sinochem gehören. STAR Market verlangt von Unternehmen, die an der Börse in Shanghai gelistet werden sollen, dass zusätzliche Informationen vorgelegt werden müssen, wenn die Finanzinformationen in den vorhandenen Akten veraltet sind. Die Angaben zu den Finanzen in Börsenprospekten dürfen an der chinesischen Börse nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Bei Syngeta reichten diese bis Ende März.

Damit ist der potenziell größte Börsengang des Jahres wohl erstmal Geschichte. Insidern zufolge könnte die Gruppe auf eine Börsenbewertung von bis zu 60 Milliarden Dollar kommen. Von Syngeta liegt übrigens bis dato keine Stellungnahme zum geplatzten Börsengang vor.

Das Unternehmen befindet sich allerdings in guter Gesellschaft. Es wurden weitere 57 Börsengänge ausgesetzt.

Evergrande-Krise zieht weitere Kreise – nun auch kleinere Unternehmen betroffen

In den Börsennews haben wir ja bereits über die Evergrande-Krise berichtet. Mittlerweile hat der chinesische Konzern die Fristen für rückfällige Zahlungen verstreichen lassen.

Die chinesische Immobilienblase ist am Platzen. Ob uns allerdings eine Finanzkrise wie 2008 droht – darüber sind sich Experten noch nicht ganz einig. Fakt ist: Ausländische Investoren, wie etwa BlackRock, haben bis vor einigen Wochen noch fleißig westliche Rentengelder in den schwankenden Immobilienriesen investiert. Auch deutsche Unternehmen gehörten dazu, wie beispielsweise die Allianz oder die Deutsche Bank. Sollte Evergrande also wirklich in die Insolvenz schlittern, dann bedeutet das einen herben Verlust und sehr viel Geld zum Abschreiben.

Evergrande hat derzeit mehr als 300 Milliarden US-Dollar Schulden angehäuft und hält damit den traurigen Rekord als höchst verschuldeter Immobilienentwickler der Welt.

Derzeit versucht sich der Konzern an einem Befreiungsschlag und möchte 51 Prozent seines Tochterunternehmens Property Service Group verkaufen. Damit würden etwa 5 Milliarden Dollar wieder in die sehr leeren Kassen gespült werden.

Neuer Bafin Chef will durchgreifen

Mark Branson, ehemaliger Chef der Schweizer Finanzaufsicht und neuer Bafin Chef, lässt Worten Taten folgen. Aktuell im Visier: Der deutsche Ableger der russischen VTB – Bank. Der Vorwurf: Sie gehe nicht sorgsam genug gegen Geldwäsche vor.

Zum ersten Oktober hat die BaFin dann Konsequenzen gezogen und die VTB unmissverständlich aufgefordert, entschiedener gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung vorzugehen. Angeordnet wurden angemessene interne Sicherungsmaßnahmen.

Damit die Bank diese auch wie von der BaFin gewünscht umsetzt, wurde ein Sonderbeauftragter eingesetzt, der die Maßnahmen überprüfen soll und der Finanzaufsicht fortlaufend berichtet.

Die VTB Bank Europe SE mit Sitz in Frankfurt am Main gehört zur zweitgrößten russischen Bankengruppe, die sich mehrheitlich in staatlicher Hand befindet. Die Bank selbst hat bis jetzt noch keine Stellung abgegeben.

Elon Musk will dieses Jahr in Grünheide produzieren

Nachdem es in den letzten Börsennews nichts Erwähnenswertes von unserem Lieblingsmilliardär gab (und von den anderen, wie Jeff Bezos oder Richard Branson auch nicht – nur Mark Zuckerberg machte Schlagzeilen, aber mittlerweile ist das eine Problem ja wieder behoben), können wir in diesen Börsennews endlich wieder mit Neuigkeiten aufwarten.

Elon Musk weilte wieder einmal in Deutschland. Grund war, unter anderem, der Tag der offenen Tür in seinem Tesla Werk in Grünheide. Dort kündigte er an, spätestens im Dezember mit der Produktion starten zu wollen.

Im Laufe des Folgejahres soll dann die Produktion hochgefahren werden und die im Bau befindliche Batteriefabrik in Betrieb sein. Die Sache hat allerdings einen klitzekleinen Haken: Bisher hat Musk für seine Gigafabrik nur vorzeitige Zulassungen. Die letzte umweltrechtliche Genehmigung fehlt noch. Derzeit läuft die Erörterung von mehreren hundert Einwänden.

Musks Gigafabrik gilt derzeit als wichtigstes Industrieprojekt in Ostdeutschland. Bleibt zu hoffen, dass er das Werk genehmigt bekommt und sich an seine Versprechen hält, die Umwelt nicht zusätzlich zu belasten.

Kostenloser CFD-Kurs für alle? Ja!

Mit Grundlagen & ersten Strategie-Empfehlungen.
Melde dich jetzt an!

Du erfährst Schritt für Schritt, wie du dich anmeldest, wie du die ersten Trades tätigst und wie du strategisch handelst.

Seit 2021 zusätzlich mit dabei:
- PDF mit 17 Tipps für Starter
- Copytrading Broschüre mit 7 Ratschlägen, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen
Wir respektieren deine Privatsphäre & hassen Spam.

Das könnte dich auch interessieren …