Entspannung auf dem Chip-Markt, Russland will mehr Gas liefern, Biontech hebt Prognose an, Zooplus: Bye bye Börse, Was macht eigentlich Martin Shkreli?

09.11.21 (KW 45)

Urlaubsbedingt gibt es die Börsennews in dieser Woche einen Tag später.

Der DAX ist weiterhin im Aufwärtstrend. Am Nachmittag kletterte er erstmals auf über 16.100 Punkte – ein neuer Rekordwert.

Entspannung auf dem Chip-Markt

Der Chef von Infineon rechnet in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres mit einer Entspannung auf dem Chip-Markt.

Derzeit werden überall in der Branche die Kapazitäten auf- und ausgebaut, was tatsächlich in Zukunft zu einer Überproduktion führen könnte.

Diese werden aber verschwinden, denn moderne Geräte benötigen viel mehr Halbleiter als ihre Vorgängermodelle.

Russland will mehr Gas liefern, oder?

Dass die Energiepreise derzeit explodieren, ist unstrittig.

Jetzt möchte der russische Gaskonzern Gazprom eigenen Angaben zufolge einige Gasspeicher in Europa wieder auffüllen. In den sozialen Medien teilte das Unternehmen mit, dass zu insgesamt fünf Speichern mehr Gas gepumpt werden soll.

Die Routen und die Mengen ständen bereits fest. Im brandenburgischen Mallnow kamen zumindest schon einmal sechs Millionen Kubikmeter an. Kritiker werfen dem Kreml allerdings immer noch vor, Lieferungen bewusst zurückzuhalten, um so im Westen die Angst vor einem Engpass im Winter zu schüren.

Damit solle die schnelle Inbetriebnahme der umstrittenen Pipeline Nordstream 2 erzwungen werden.

Biontech hebt Prognose an

Das Mainzer Pharmaunternehmen hat seine Umsatzprognose für 2021 noch einmal angehoben.

Statt rund 15 Milliarden (!) Euro erwartet das Unternehmen nun einen Verkaufserlös für sein Vakzin von 16 bis 17 Milliarden Euro. Das freute auch die Börse. Die Aktie verzeichnete einen Kurssprung von 11 Prozent.

Zooplus: Bye bye Börse

Die beiden Finanzinvestoren EQT (Schweden) und Hellman & Friedmann (U.S.A), die beide zusammen rund 82 % des gesamten Zooplus Grundkapitals halten, wollen den Online-Tierbedarfshändler von der Börse nehmen. Die Anleger dürfte es freuen.

Denn das Papier verzeichnet derzeit einen Wertzuwachs von rund 500 %. Das hat es seit Ende Januar 2020 nicht mehr im DAX, beziehungsweise im MDax gegeben. Lediglich im SDax ist ein Unternehmen zu finden, das um 755 % zugelegt hat, der Online-Möbelhändler Westwing. Den noch verbleibenden Aktionären bieten die beiden Investoren 480 Euro pro Aktie.

Die gesetzliche Annahmefrist für das Angebot beginnt heute, den 09.11.21, und endet am 22.11.21 um Mitternacht.

Warum wollen die Investoren Zooplus von der Börse nehmen?

In der Corona-Krise gibt es nicht nur Verlierer.

Gerade Online-Tierbedarfshändler können sich zu den großen Siegern der Pandemie zählen, hat sich doch gefühlt fast jeder ein Haustier angeschafft.

Beide Bieter, also die EQT und Hellmann & Friedmann, hatten sich zuerst eine Angebotsschlacht geliefert – um sich später zusammenzutun.

Ebenso sind beide davon überzeugt, dass es besser für die Positionierung von Zooplus ist, wenn das Unternehmen von der Börse genommen wird. Das würde im Übrigen auch mit Cornelius Patt, dem CEO des Unternehmens, d’accord gehen, der mit den beiden finanzkräftigen Investoren die Expansion des Unternehmens vorantreiben will.

Was macht eigentlich Martin Shkreli?

Er galt als der meistgehasste Mann Amerikas, wurde von Donald Trump „verzogene Göre“ genannt und nannte sich selbst Pharma-Bro.

Die Rede ist von Martin Shkreli, dem (ehemaligen) Chef von Turing Pharmaceuticals, die jetzt Phoenixus heißen. Bekannt wurde Shkreli dadurch, dass seine Firma die Lizenzen für das Medikament Daraprim kaufte und den Preis von 13,50 $ auf 750 $ erhöhte.

Unter anderem wird Daraprim in der Therapie von Aids-Patienten verwendet. Die Empörung war groß und statt sich elegant zurückzuhalten, goss Martin Shkreli noch eifrig Öl ins Feuer. Dazu gehörte unter anderem der Kauf des einzigen Exemplars des Wu-Tang Clan Albums „Once Upon a Time in Shaolin“ für zwei Millionen Dollar.

Shkreli, Sohn albanischer und kroatischer Einwanderer, der mit gerade einmal 23 Jahren seinen eigenen Hedgefonds gründete, verkörpert also so ziemlich all das, was die Menschen an der Pharmabranche hassen. Umso größer war dann die Schadenfreude, als 2015 die Handschellen klickten. Der Vorwurf: Verdacht auf Wertpapierbetrug.

Shkreli wurde beschuldigt, sich an den Firmen bereichert und dann anschließend das Geld in seinen Fonds gesteckt zu haben. Ein US-Gericht verurteilte ihn zu sieben Jahren Haft und zu einer Geldstrafe von über sieben Millionen Dollar. Das hätte eigentlich das Ende der Geschichte sein können – ist es aber nicht.

Chef hinter Gefängnismauern – und immer noch einflussreich

Martin Shkreli hält nämlich immer noch 44 Prozent der Anteile an Phoenixus – und er nimmt immer noch fleißig Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens.

Anteilseigner forderten die Führungsriege von Phoenixus auf, den derzeitigen Vorstand auszutauschen, der als Freund von Shkreli gilt. Insgesamt sechs neue Direktoren wurden von den Eignern vorgeschlagen. Doch Martin Shkreli wollte sich das nicht so einfach bieten lassen, warf sein Aktienpaket in die Waagschale und versprach einem anderen Aktionär wohl den Chefsessel. Das ist deswegen möglich, weil Shkreli seinen Aktienanteil zwar technisch verwirkt hat, diese aber bislang noch niemand neuem zugewiesen wurden.

Doch das Blatt könnte sich wenden. Mittlerweile hat ein Richter dafür gestimmt, dass die Aktienanteile an einen Konkursverwalter gehen.

Der 14-tägige Elon: Tesla Aktie verliert an Wert

Dass unser Lieblingsmillionär für kuriose Aktionen bekannt ist, ist mittlerweile nichts Neues mehr

Jetzt hat Elon Musk per Twitter (!) darüber abstimmen lassen, ob er ein Zehntel seines Aktienpakets bei Tesla verkaufen soll. Dafür waren etwa 57 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Das Echo ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Die Aktien rauschten im DAX um rund sieben Prozent nach unten. Ob Musk seine Aktien allerdings tatsächlich verkauft, bleibt bis jetzt offen. Denn Aktienverkäufe von Topmanagern benötigen in der Regel eine lange Vorlaufzeit, auch um dem Insiderhandel vorzubeugen.

Zudem hat Musk mit seinem Tweet vermutlich gegen eine Abmachung mit der SEC (der US-Börsenaufsicht) verstoßen. Denn eigentlich muss Musk Tweets, die Einfluss auf den Börsenkurs des Unternehmens haben könnten, von der SEC freigeben lassen. Dazu wird die SEC vermutlich einige Fragen haben.

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