Frachter sorgt für steigende Ölpreise, VW überholt SAP, Puma und Adidas steigen ab, WeWork plant Börsengang, Trend Börsenmäntel

29.03.2021 (KW 13)

Mittlerweile scheinen sich die Anleger mit dem Lockdown – egal ob verschärft oder nicht – angefreundet zu haben. Der DAX schrammte am Freitag zwar knapp an seinem Rekordhoch vorbei, legte aber trotzdem um 0,9% zu und schloss am Freitag mit 14.748,94 Punkten.

Ähnlich gut sieht es auf dem amerikanischen Aktienmarkt aus. Der DOW JONES schloss am Freitag mit über 33.000 Punkten. Ebenso schloss der Nasdaq bei 12.979, was ein Plus von 1,6 Prozent bedeutet.

Ölpreise steigen – Schuld daran ist „Ever Given“

Seit Mitte der Woche ziehen die Ölpreise merklich an. Schuld daran ist der Frachter „Ever Given“, der den Suezkanal blockiert.

Obwohl die ägyptische Regierung plant, den Riesenfrachter innerhalb der nächsten Tage freizuschleppen, könnte dieser Versuch scheitern.

Update: Während der Veröffentlichung dieses Artikels konnte die Ever Given großteils befreit werden – nur der Bug sitzt noch fest.

Das Schiff der taiwanesischen Reederei Evergreen, das wiederum unter der Flagge Panamas fährt, war wegen eines Sandsturms auf Grund gelaufen.

VW überholt SAP – Der Volkswagen-Konzern ist jetzt wertvollstes DAX Unternehmen

Wer hätte das gedacht? Nach einer äußerst spannenden Rallye – durchaus mit Kursschwankungen – kannte die Volkswagen Aktie nur einen Weg, nämlich den nach oben.

In der vergangenen Woche legte die Aktie des Konzerns ordentlich zu – und zwar um 20%. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn damit hat der Automobilkonzern aus Wolfsburg den Software-Multi SAP als wertvollstes DAX-Unternehmen abgelöst.

Trotzdem reicht VW derzeit noch nicht an den Börsenwert des größten Konkurrenten im Bereich der E-Mobilität heran. Die Rede ist natürlich von Tesla.

Kommt es bei der E-Mobilität zu einem Favoritenwechsel?

2020 war das Jahr von Elon Musk und Tesla. Lag der Kurs der Aktie im Januar 2020 noch bei knapp 90,00 US-Dollar, sah das im Dezember 2020 schon ganz anders aus.

Der Kurs war mittlerweile bei 880 US-Dollar. Doch dieser Höhenflug scheint mittlerweile beendet.

Derzeit liegt der Kurs der Aktie bei 650 Dollar. Das bedeutet einen Verlust von 25%.

Interessant dabei ist, dass derzeit (fast) die ganze Autoindustrie dabei ist, den einstigen Branchenprimus abzuhängen. Bei VW war es nur der Anfang. Denn auch die Papiere anderer Autobauer legten zu, beispielsweise die von Mitsubishi und Ford. Das hat auch einen guten Grund. War man bisher der Meinung, dass Tesla alle anderen auf dem Weg in die E-Mobile Zukunft überholt, sieht das mittlerweile ganz anders aus.

Denn auch die anderen Autobauer haben mittlerweile gemerkt, dass die Zukunft nicht mehr bei den Verbrennungsmotoren liegt und überzeugen damit die Verbraucher.

General Motors kündigte beispielsweise an, bis 2025 etwa 20 Milliarden Dollar in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos beziehungsweise Autos mit Elektroantrieb stecken zu wollen.

Die Luft wird also zukünftig ziemlich dünn für Tesla – oder zieht Elon Musk demnächst vielleicht ein neues Ass aus dem Ärmel?

Puma und Adidas lassen Federn

Noch Mitte März sah es für Adidas gut am Börsenhimmel aus. Die Aktie war auf dem Weg in den Kursbereich von 300 Euro.

Doch der Erfolgskurs hielt nicht an. Erst lag die Aktie auf dem Unterstützungskurs von 280 Euro, mittlerweile sind die Titel auf 259,70 Euro gefallen.

Trotzdem wird damit gerechnet, dass die Aktie sich auf lange Sicht erholt, denn durch das Abwärts gelten die Adidas Aktien als überverkauft. Wir werden sehen, ob die Aktie es schafft, die 280 Euro zurückzuerobern.

Ähnlich sieht es bei Puma aus. In den letzten Handelstagen gab es auch für diese Aktie leider nur eine Richtung, nämlich nach unten. Mittlerweile liegt sie im Widerstandsbereich von 80 Euro.

WeWork – klappts beim zweiten Mal mit dem Börsengang?

Wie heißt es so schön in einem Lied von Stefan Waggershausen – „Beim ersten Mal tat‘s noch weh, beim zweiten Mal nicht mehr so sehr!“

Das hat sich wohl auch der Bürovermieter WeWork gedacht und startet den zweiten Versuch an der Börse.

Über einen leeren Börsenmantel, einen sogenannten SPAC, wagt das Unternehmen den zweiten Anlauf, allerdings deutlich schlechter bewertet als beim ersten Mal.

2019 wagte WeWork den ersten Anlauf und sollte damit die Erfolgsstory des (ehemaligen) Inhabers Adam Neumann krönen. Doch nach nur sechs Wochen war der Traum ausgeträumt. Lange Zeit hatten die Investoren nämlich dessen eher exzentrisches Verhalten, ein Unternehmen zu leiten, toleriert, wenn nicht sogar ausgeblendet.

Es wurde sogar von Börsenwerten von bis zu 96 Millionen Dollar fabuliert. Doch damit war es vorbei, als das Unternehmen seine S-1 Registrierung öffentlich machte. Das wurde dem geplanten Börsengang zum Verhängnis – denn der Verlust war genauso hoch wie der Umsatz.

Dazu kam, dass Inhaber Neumann sich schamlos am Unternehmen bereichert hatte und recht bizarre Bestimmungen in das Prospekt geschrieben hatte.

Long Story Short, Neumann war den Chefposten natürlich los, und das Unternehmen wurde gründlich umstrukturiert – wobei tausende Mitarbeiter ihre Jobs verloren. Jetzt stehen die Zeichen also auf einem Neubeginn. WeWork fusioniert, um den Börsengang zu ermöglichen, mit dem Spac Bowx Aquisition Corp.

Bewertet wurde das Unternehmen diesmal mit neun Millionen US-Dollar. Übrigens: Apple plant sogar eine Miniserie über den legendären Absturz. Die Hauptrollen sollen Anne Hathaway und Jared Leto übernehmen.

Was sind eigentlich Börsen-Mäntel?

WeWork geht mithilfe eines sogenannten Spac an die Börse. Doch was sind Spacs eigentlich?

Dabei handelt es sich um einen leeren Börsenmantel, also um eine leere Hülle – quasi. Diese Unternehmen sammeln in der Regel über einen Börsengang Geld ein, um später andere Firmen aufzukaufen beziehungsweise zu übernehmen. BowX, der Spac, mit dem WeWork fusioniert, ist im August 2020 an die Börse gegangen – mit einem Gesamtkapital von 420 Millionen Dollar.

Unternehmen wiederum, die an die Börse möchten, müssen eigentlich nichts anderes tun, als sich diesen Mantel überzuziehen.

Das ist aber nicht ganz ungefährlich. Denn sehr oft fusionieren Spacs mit StartUps, die noch gar nicht bereit für die Börse sind. Experten sprechen mittlerweile sogar von einer Blase, denn seit Anfang des Jahres sind 264 Spacs an die Börse gegangen und haben 86 Milliarden Dollar eingesammelt.

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