Frühjahrshoch auf den Aktienmärkten, Tesla und die deutsche Bürokratie, ASOS auf Erfolgskurs, Nachhaltigkeit auf dem Aktienmarkt

12.04.2021 (KW 15)

Trotz dritter Coronawelle und vielleicht drohendem harten Lockdown sind die Aktienmärkte derzeit weiterhin auf Erfolgskurs. Der DAX schloss am Freitag (09.04.2021) mit 15.234 Punkten und sicherte sich damit den sechsten Wochengewinn in Folge.

Am 06.04.21 hatte der DAX übrigens erstmalig in seiner Geschichte die 15.300 Punkte geschafft. Zu den Gewinnern gehörte übrigens die Deutsche Post, zu den Verlierern hingegen Porsche, die derzeit unter den Lieferschwierigkeiten für Elektrochips leiden.

Dow Jones mit Allzeithoch

Ebenso im Höhenflug befindet sich der Dow Jones. Dieser legte am Freitag noch einmal um 0,9% zu und schloss damit mit einem Allzeithoch von 33.800 Punkten. Auch der Nasdaq steigerte sich um 0,6% und schloss mit 13.900 Punkten.

Toshiba gerettet?

Ein Silberstreif am Horizont zeichnet sich für den schwer gebeutelten Toshiba Konzern ab. Der Finanzinvestor CVC hat Kaufinteresse bekundet und möchte das Unternehmen nach erfolgreichem Abschluss von der Börse nehmen.

Der Investor bietet 21 Milliarden Dollar. Dieses Signal wurde an der Börse äußerst positiv aufgenommen. Die Aktie legte kräftig um 18% zu.

Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings. Der Verkauf ist längst noch nicht so sicher, wie sich das manche vielleicht wünschen. Denn es geht auch um die nationale Sicherheit Japans, da der Konzern auch in strategischen Bereichen unterwegs ist, beispielsweise im Kernkraftgeschäft. Deswegen muss der Deal von der Regierung in Tokio genehmigt werden.

Seit dem Finanzskandal im Jahr 2015 befindet sich der Konzern im Dauerkrisenmodus. Insgesamt sieben Jahre lang hatte Toshiba seine Bilanzen künstlich aufgebläht und damit viel zu hohe Gewinne ausgewiesen. Dazu hatte das Unternehmen mit Imageproblemen zu kämpfen. Der berühmt berüchtigte Block 3 des Atomkraftwerks in Fukushima wurde nämlich von Toshiba gebaut.

Tesla und die deutsche Bürokratie

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Derzeit beklagt sich das Unternehmen über die schleppende deutsche Bürokratie – genauer gesagt über das sich immer weiter verzögerte Genehmigungsverfahren des Werks in Grünheide.

Schon im Sommer sollte dort eigentlich die Produktion starten. Doch die endgültige Genehmigung liegt bis jetzt noch nicht vor.

Dass Elon Musk extrem epfindlich auf Einschränkungen reagiert, ist hinlänglich bekannt. Er empfindet es beispielsweise als irritierend, dass 16 Monate nach der Antragsstellung immer noch kein Zeitplan für ein endgültiges Genehmigungsverfahren steht. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Umweltschützer vs. Elon Musks Gigafabrik

Zwar mögen die Teslas umweltfreundlich mit Strom fahren und die Gigafabrik sehr viel Geld in Brandenburgs Kassen spülen. Aber den Umweltschützern treibt der Fabrikbau die Sorgenfalten ins Gesicht.

Da ist zum einen der enorme Wasserverbrauch. Zum anderen das erhöhte Verkaufsaufkommen und nicht zuletzt die Bäume, die gerodet werden mussten. Außerdem ist bis heute die Frage offen, in welche Gefährdungsstufe die Fabrik eingeordnet wird. Ebenso ist unklar, welche Chemikalien dort zukünftig gelagert werden. Der Rallye-Kurs der Tesla Aktie ist übrigens seit einiger Zeit abgeflacht. Letzte Woche sank das Asset um 1,27 %.

Beflügelt durch den Trend zum Onlineshopping – Modehändler ASOS auf Erfolgskurs

Corona und der damit einhergehende Lockdown mit teils sehr eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten haben ihn beflügelt: Den Trend zum Onlineshopping.

Ein Unternehmen, das ganz oben auf der Erfolgswelle mitschwimmt, ist der Modehändler ASOS. Satte 275% Gewinn hat das Unternehmen im letzten halben Jahr erwirtschaftet.

Trotzdem gibt sich Vorstandschef Nick Beighton für die Jahresziele bescheiden. Der Grund: Aufgrund der anhaltenden Pandemie und den Einschränkungen könnte es zu wirtschaftlichen Einschränkungen der Zielgruppe des Unternehmens kommen.

Gerade ASOS zielt nämlich deutlich auf die jüngere Generation ab. Trotzdem möchte Beighton weitere Unternehmen zukaufen. Erst im letzten Jahr wurden die Marken Topshop, Topman, Miss Selfridges und HIIT von der Arcadia Gruppe, zu der ASOS gehört, übernommen.

Nachhaltigkeit ist auch auf dem Aktienmarkt angekommen

Nachhaltigkeit liegt glücklicherweise voll im Trend – und der ist mittlerweile auch auf dem Aktienmarkt angekommen. Immer mehr Anleger achten darauf, in welche Unternehmen sie eigentlich investieren und für welche Werte diese stehen, beispielsweise beim Thema Umweltschutz, aber auch bei den Produktions- und Arbeitsbedingungen.

Zu solchen Unternehmen zählen beispielsweise der Fleischersatzhersteller Beyond Meat, aber auch Sun Power oder Vestas Wind System sowie der Konzern LVMH, zu dem unter anderem das Label Stella McCartney gehört und auch das Unternehmen Cucinelli.

So besser nicht

Ein gutes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen besser nicht agieren sollte, ist der schwedische Textilriese H&M.

Bereits 2018 hatte der Textilvermarkter mit einem enormen Imageschaden zu kämpfen. Es standen Rassismus-Vorwürfe im Raum, dazu kamen Schwierigkeiten mit dem Onlineshop. Der einstige Börsenstar kam daraufhin schwer ins Trudeln. Man hätte meinen können, dass H&M aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Doch eher das Gegenteil scheint der Fall.

So hat das schwedische Textilunternehmen unter anderem die enorm beliebte PlusSize Kollektion aus den Läden genommen. Begründet wurde das mit dem Kaufverhalten der Kund*innen. Die sehen das aber ganz anders und fühlen sich vom Konzern diskriminiert. Mit der Fettnäpfchenparade ging es aber noch weiter: Mit Beginn des Lockdowns kündigte H&M an, keine Miete mehr für die Geschäfte zahlen zu wollen.

Möglich machte das ein spezielles Gesetz. Der Sportriese Adidas sprang übrigens gleich auf den Zug mit auf. Beide Unternehmen erwirtschafteten in 2019 noch Milliardengewinne. Als ob das nicht genug wäre, wurde bekannt, dass der Konzern H&M in Deutschland Stellen abbauen will. Von den Kündigungen sollen hauptsächlich junge Eltern betroffen sein. Dazu kommen die zum Teil katastrophalen Bedingungen in den Fabriken, in denen H&M seine Bekleidung fertigen lässt.

Kein Ruhmesblatt also für einen Konzern, der sich Diversität und Nachhaltigkeit eigentlich auf die Fahnen geschrieben hat.

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