Kriegsangst verursacht beim DAX einen Kurssturz, Delivery Hero auf Talfahrt, Microsoft kauft Activision, Starinvestor warnt vor Superblase

14.02.2022 (KW7)

Krieg in Europa?

In Europa geht die Kriegsangst um. Der Grund ist der massive russische Truppenaufzug an der ukrainischen Grenze. Davon bleibt auch der deutsche Leitindex DAX nicht verschont. Am Montag, ausgerechnet am Valentinstag, startete der deutsche Leitindex mit einem Kurssturz von 2,3 Prozent und damit bei 15.066 Punkten.

Im weiteren Tagesverlauf ging es dann noch weiter nach unten auf 14.844 Punkte. Damit lag der DAX um 3,8 Prozent tiefer als am Freitag. Die Ukraine-Krise sorgt nicht nur für fallende Aktienkurse, sondern auch für steigende Rohstoffpreise.

Weizen viel teurer

Die Angst vor dem Ausfall von Weizenlieferungen – sowohl Russland als auch die Ukraine zählen zu den wichtigsten globalen Weizenexporteuren – treibt den Preis nach oben. Der US-Terminkontrakt stieg um zwei Prozent und liegt bei 8,135 Dollar.

Ölpreise könnten sich erneut verteuern

Marschiert Russland in die Ukraine ein, dann könnten sowohl Erdgas als auch Öl teurer werden. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch Erdgas könnten dann die von 100 Dollar je Barrel, beziehungsweise Megawattstunde sprengen.

Delivery Hero auf Talfahrt

Einen traurigen Rekord verzeichnet die Aktie von Delivery Hero. Diese notierte einen Kursrutsch von 35 Prozent innerhalb von zwei Tagen. Mit einem Verlust von 30 Prozent innerhalb eines Tages, nämlich am Donnerstag, verzeichnete die Aktie den bis dahin größten prozentualen Tagesverlust.

Die Gründe liegen in der schwachen Geschäftsentwicklung des Konzerns. Zwar stieg das Bestellaufkommen um 28 Prozent, trotzdem wurden die Umsatzerwartungen nicht erfüllt. Diese lagen mit 755 Millionen deutlich unter den anvisierten 850 Millionen.

Bereits am Freitag senkten etliche Analysten ihre Kursziele für die Titel von Delivery Hero. So kappte etwa die Bank of America das Kursziel von ursprünglich 150 auf 56 Euro.

Skepsis schon von Anfang an

Im Sommer 2020 stieg der Essenslieferant Delivery Hero in die erste Börsenliga auf und ersetzte damals Wirecard – aus bekannten Gründen. Schon damals hielten Experten mit Kritik nicht hinter dem Berg. Der Konzern hat und hatte es seit seiner Gründung 2011 nicht geschafft, im laufenden Geschäft einen Gewinn zu erzielen.

Geht man nach den aktuellen Regeln der Deutschen Börse – bei denen ein Unternehmen zwei Jahre in Folge einen Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen erzielen muss – dürfte Delivery Hero gar nicht mehr in die erste Liga aufsteigen.

Microsoft kauft Activision Blizzard

Gut, zugegeben, so ganz neu ist diese News nicht – aber trotzdem immer noch aktuell. Microsoft hat den Videospielanbieter Activision Blizzard gekauft – für satte 70 Milliarden Dollar.

Für jemanden, der sich nicht in der Gaming-Welt bewegt, hört sich das vielleicht erst mal nicht ganz so spektakulär an. Doch mit dem Kauf des Konzerns, auf dessen Konto Spiele wie Call of Duty oder Doom gehen, errichtet sich Microsoft langsam, aber sicher ein Monopol. Wettbewerber, wie der größte Konkurrent Sony mit seiner Playstation, könnten das Nachsehen haben.

Doch auch die kämpfen mit harten Bandagen. Gerade Sony hatte in den vergangenen Jahren einige hervorragende – allerdings nur auf der Playstation spielbare – Titel herausgebracht. Dem will sich Microsoft nun entgegenstemmen. Erst kaufte der Konzern Bethesda Softworks (Fallout) und jetzt Activision Blizzard.

Activision machte zuletzt Negativschlagzeilen

Vor der Übernahme durch Microsoft machte Activision Blizzard hauptsächlich durch Negativschlagzeilen von sich reden. Im Raum stehen Vorwürfe wie Diskriminierung, sexuelle Übergriffe und schlechte Arbeitsbedingungen. Eine Klage ist im Gange. Ganz besonders im Fokus steht dabei der CEO Bobby Kotick, der seit 30 Jahren das Unternehmen führt. Der wusste nämlich über das Fehlverhalten einiger Mitarbeiter, hat aber nichts dagegen unternommen.

Noch darf Activision Blizzard eigenständig entscheiden, wird aber genauestens von Microsoft dabei beobachtet. Sollte Bobby Kotick 2023 gehen müssen, wenn der Deal komplett abgeschlossen ist, wird er allerdings weich aufgefangen – von vielen Millionen Dollar.

Börsenguru und Starinvestor Jeremy Grantham warnt vor Superblase

Der britische Investor, Philantrop und Gründer des Vermögensverwalters GMO Jeremy Grantham warnte schon bei Beginn der Corona-Krise vor einem historischen Zusammenbruch des US-Aktienmarktes. Seiner Einschätzung nach habe sich eine Superblase (darunter versteht man die Kombination mehrerer Blasen zusammen) gebildet, die vor dem Platzen stehen könnte.

Es handelt sich dabei um die vierte Superblase in den letzten hundert Jahren. Merkmale solcher Blasen sind eine starke Beschleunigung des Kursanstiegs sowie eine Verengung der Märkte und eine Unterperformance der spekulativen Aktien.

Gleichzeitig wirft er der Fed vor, dass diese das Entstehen von Superblasen nicht verstehe, ebenso wenig wie den Schaden, den das Platzen einer solchen Blase anrichtet.

Grantham warnte bereits Anfang 2021

Mit Blick auf die vergangenen geplatzten Blasen – das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und das Platzen der Immobilienblase 2009 ist den meisten mit Sicherheit noch in lebhafter Erinnerung – zeigt sich, dass diese in der Regel in den riskantesten Teilen zu platzen beginnen. Seiner Meinung nach zeigten sich schon 2021 die letzten zwölf Monate als klassisches Finale eines zwölfjährigen Bullenmarktes (Quelle: cash.ch).

Vor allem im Technologiesektor sieht Grantham den Aktienmarkt als überbewertet an. Auch hält er die niedrigen Zinssätze für extrem gefährlich. Ebenso bereiten dem Investor die steigenden Immobilienpreise Sorgen, nicht nur in den USA. Dort liegen die Immobilienpreise mittlerweile höher als 2006. Auch bereitet ihm China Bauchschmerzen, Stichwort: Evergrande.

Dazu kommen die steigenden Rohstoffpreise und die deflationäre Vermögenspreisblase. Das gab es übrigens schon einmal 2008.

Um sich abzusichern, sollten Anleger laut ihm vorrangig auf Value Aktien aus Schwellenländern und aus Industrieländern wie Japan setzen.

Der 14-tägige Elon

Und auch unser Lieblingsmilliardär dürfte im Moment wenig zu lachen haben. Der Grund: Der Staat Kalifornien verklagt Tesla wegen Rassismus im Werk in der San Francisco Bay Area.

Es lägen hunderte Beschwerden aus dem Werk in Fremont vor. Zudem hätte die Behörde für faire Beschäftigung und Wohnen Beweise gefunden, dass es bei Tesla nach Rasse beziehungsweise Hautfarbe getrennte Arbeitsplätze gebe. Außerdem würden Mitarbeiter mit anderer Hautfarbe bei Gehaltserhöhungen und Beförderungen benachteiligt, ebenso wie bei der Zuteilung von Tätigkeiten. Tesla hingegen stellt die Vorwürfe als PR-Gag dar.

Das Verhältnis zwischen Musk und dem Staat Kalifornien gilt als angespannt, spätestens seitdem er bekannt gegeben hat, dass der Hauptsitz vom liberalen Kalifornien ins (erz-)konservative Texas verlagert werden soll. Ein Grund dafür könnte sein, dass ihm Kalifornien kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie verboten hat, das Werk in Fremont wiederzueröffnen.

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