Kursminus zum Wochenschluss, Bund könnte bei Commerzbank aussteigen, Wenn ein Shootingstar tief fällt – Theranos und Elizabeth Holmes

21.09.2021 (KW 38)

Zum Wochenschluss gab es an der Börse noch einmal ein Kursminus. Sowohl die Börsen an der Wallstreet als auch der DAX hatten zum Teil deutliche Verluste.

Im Handelsverlauf am vergangenen Freitag zeigten die Kurse an der Wallstreet einen deutlichen Abwärtstrend. Der Dow-Jones-Index stand am Ende bei 34.585 und verlor somit 0,5 Prozent. Der Nasdaq schloss mit 15.333 Punkten und wies damit einen Verlust von 1,2 Prozent auf. Daran könnten auch die Gerüchte schuld sein, die derzeit die US-Börse beschäftigten.

Es wird befürchtet, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) schnell mit der Reduzierung der Anleihekäufe – dem sogenannten Tapering – beginnen könnte.

Die US-Notenbank tagt übrigens am kommenden Mittwoch wieder. Der DAX schloss am Freitag mit 15.490 Punkten und hatte damit einen Verlust von etwa einem Prozent. Das könnte auch etwas mit dem dreifachen Hexensabbat am vergangenen Freitag zu tun haben.

Steigt der Bund bei der Commerzbank aus?

Die letzte Bankenkrise, als deren Auslöser das Platzen der Immobilienblase in den USA gilt, ist uns allen vermutlich noch in lebhafter Erinnerung. Viele Banken schlüpften unter den sogenannten Rettungsschirm, darunter auch die Commerzbank.

Seit der Finanzkrise ist der Bund nun der größte Anteilseigner der Bank. Das war aber unter Ära Merkel, die mit der Bundestagswahl zu Ende geht. Mittlerweile gibt es Gerüchte, dass nach der Wahl der Bund ganz schnell bei der Commerzbank aussteigen könnte. Einen Interessenten für die Anteile gibt es übrigens auch schon: Der amerikanische Finanzinvestor Cerberus, der nach dem Staat der zweitgrößte Anteilseigner ist.

Schon seit längerem ist Cerberus mit dem Management der Commerzbank unzufrieden. Der Investor wirft diesem Fahrlässigkeit und Arroganz vor, was den Niedergang der einst so berühmten Bank nur beschleunigt. Das will Cerberus nicht länger hinnehmen. Sollte der Investor also Hauptanteilseigner werden, könnte es für einige Menschen ziemlich ungemütlich werden.

Verluste vorprogrammiert

Allerdings ist es so, dass, wenn ein Verkauf anstehen sollte, Verluste quasi schon vorprogrammiert sind. Wegen des Kursverfalls der Aktie sind diese von ursprünglich 5 Milliarden Euro derzeit nur noch etwa 1 Milliarde wert.

Es bleibt also abzuwarten, wie die Parteien sich bis Anfang Januar nach der Wahl sortiert haben. Dann könnte es ziemlich schnell gehen – und einige Mitarbeiter des derzeitigen Managements sollten sich schon mal nach etwas Neuem umschauen.

Wenn ein Shootingstar tief fällt – Theranos und Elizabeth Holmes

Ihre Bluttests sollten revolutionär sein und sie galt als Biotech-Pionierin. Oft trat sie gekleidet in einen schwarzen Rollkragenpullover auf, eine Hommage an ihr großes Vorbild Steve Jobs.

Doch während Apple Milliardengewinne einfährt, steht sie wegen einem Millionenbetrug vor Gericht. Die Rede ist von Elizabeth Holmes – der Gründerin von Theranos. Der Gerichtsprozess im kalifornischen San José hat diese Woche begonnen. Sollte sie verurteilt werden, droht ihr nicht nur eine lange Haftstrafe, sondern auch Zahlungen in Millionenhöhe.

Startup-Wunderkind und Selfmade Milliardärin

Eigentlich war sie angetreten, um die Diagnosetechnik zu revolutionieren. Ein paar wenige Tropfen Blut sollten ausreichen, damit ihr „Edison“-Gerät erkennt, an welchen Krankheiten der Patient leidet.

Mit dieser Idee stieg sie innerhalb weniger Jahre zur Selfmade-Milliardärin auf und wurde als Startup-Wunderkind gefeiert. Prominente wie Rupert Murdoch oder die ehemalige US-Bildungsministerin Betsy de Vos investierten Millionen von Dollar. Auch der Aufsichtsrat war mit Promis gespickt. Darin finden sich beispielsweise illustre Namen wie Henry Kissinger oder George Shultz.

Zum Schluss galt das Medizin-Startup als neunfaches Einhorn. Leider hatte die ganze Sache nur einen Schönheitsfehler: Das Edison-Gerät funktionierte nicht. 2015 deckte ein Journalist vom Wallstreet Journal auf, dass im Hintergrund heimlich Analysegeräte von Siemens mitliefen, was Holmes allerdings vehement abstritt.

Aufgeflogen ist der Schwindel durch Angestellte, die ihre Chefin nicht mehr decken wollten. Sollte Elizabeth Holmes verurteilt werden, könnten ihr bis zu 20 Jahre Haft drohen. Der Prozess ist auf 13 Wochen angesetzt.

Kommt der nächste große Crash aus China? Der Fall Evergrande

Als die letzte Immobilienblase 2008/2009 platzte, zog das eine beispiellose Weltwirtschaftskrise nach sich. Nun könnte uns die nächste drohen. Nur kommt diese Krise nicht aus Amerika, sondern aus China.

Diesmal heißt der Schuldige Evergrande, ein riesiges Konglomerat, welches in den letzten Jahren aggressiv expandiert hat. Diese Expansion wurde allerdings über Schulden finanziert. Sie belaufen sich auf derzeit rund 300 Milliarden Dollar.

Dazu kommt das Fehlverhalten einiger Führungskräfte. Diese hatten mehrere Anlageprodukte im Voraus eingelöst, obwohl deren Haltezeit noch nicht vollendet war. Der Konzern will nun strenge Strafen gegen die sechs Mitglieder aus der Führungsriege verhängen und natürlich das Geld zurückfordern.

Die Aktien des Konzerns befinden sich trotz aller Rettungsbemühungen in freiem Fall und auch die Ratingagenturen haben das Unternehmen heruntergestuft. Zudem scheint sich die Krise derzeit auch auf andere Immobilienkonzerne auszuweiten, denn auch deren Aktien sind alles andere als beliebt.

Der chinesische Staat hält sich bedeckt

Obwohl sie beispielsweise gegen Tech-Konzerne derzeit mit gnadenloser Härte vorgeht, hält die chinesische Regierung sich sehr bedeckt, was die Rettung des extrem angeschlagenen Immobilienriesen betrifft. Denn es könnte durchaus sein, dass Peking ein Warnsignal an andere Immobilienkonzerne senden will.

Die hohen Schulden, gerade im Immobiliensektor, sieht die kommunistische Partei überhaupt nicht gern. Diese Woche werden die nächsten Rückzahlungen von Evergrande fällig. Es bleibt abzuwarten, ob sie überhaupt geleistet werden können.

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