Putin schickt die Börsen auf Talfahrt, Swift-Ausschluss russischer Banken, Bitcoin Betrüger gefasst

28.02.2022 (KW9)

Auch in den Börsennews dreht sich diese Woche fast alles um das Thema des russischen Einmarschs in die Ukraine.

Wir haben dazu eine klare Meinung: Mr. Putin, stop the war!

Putin schickt die Börsen auf Talfahrt

Trotz aller Unschuldsbeteuerungen und Nicht-Absichtserklärungen hat er es schlussendlich doch getan. Putin hat die Ukraine angegriffen und dadurch die Börsen auf Talfahrt geschickt.

Der DAX schloss am 24.02 bei 14.050 Punkten, kurzzeitig stand sogar eine 13 vorne. Besonders hart hat es die Konzerne getroffen, die mit Russland zusammenarbeiten, beispielsweise Siemens.

Hart getroffen hat es auch den Energieanbieter Uniper, der gemeinsam mit Gazprom an Nordstream 2 gebaut hat. Dessen Aktien rutschten um satte 14 Prozent ab. Die Moskauer Börse rutschte am Donnerstag zwischenzeitlich sogar um 50 Prozent ab, obwohl ein Handelsstopp verhängt worden war.

Wieder etwas ruhiger am Freitag

Während in der Ukraine Krieg herrscht und Russland Bomben auf Kiew wirft, kehrte beim Börsenmarkt am Freitag wieder Ruhe ein.

Der DAX schloss mit 14.567 Punkten und büßte in dieser Woche damit um rund 3 Prozent ein. Der Dow Jones hingegen verzeichnete ein Plus von 2,5 Prozent, auch der S&P konnte ein Plus von 2 Prozent verzeichnen.

Lediglich beim Nasdaq lag das Wochenplus bei 1,5 Prozent. Damit sind die Auswirkungen des russischen Einmarschs in die Ukraine auf die Weltwirtschaft nicht ganz so dramatisch, wie anfangs befürchtet. Was auch daran liegen mag, dass die Sanktionen gegen Russland zunächst nicht ganz so hart ausfielen.

Die Inflation steigt

Während sich an den Börsen wohl der berühmte Lichtstreif am Horizont abzeichnet, müssen die Verbraucher in Deutschland weiter mit steigenden Preisen leben.

Sehr viele Unternehmen wollen in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen. Das ifo-Barometer kletterte auf 47,1 Punkte.

Timo Wollmerhäuser vom ifo Institut sagte dazu: “Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine drohen die Kosten für Gas und Öl weiter zu steigen und damit viele weitere Preise für die Verbraucher. Eine Fünf vor dem Komma der Inflationsrate im Gesamtjahr 2022 wird gerade wahrscheinlicher als eine Drei.” (Quelle: Tagesschau)

Swift Ausschluss russischer Banken

Als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine sind weitere Finanzsanktionen gegen Russland beschlossen worden. Zudem werde es Maßnahmen gegen die russische Zentralbank geben. Der Westen macht also Ernst und dreht die Sanktionsschrauben enger.

Zunächst werden einige große russische Finanzinstitute, die bereits mit Sanktionen belegt sind, aus dem Banken-Kommunikationswerk Swift ausgeschlossen. Wenn es erforderlich ist, dann werden weitere Banken dazu kommen.

Deutschland war zuletzt wegen seiner Zurückhaltung bei diesem Thema stark unter Druck geraten. Doch mittlerweile hat ein Umdenken in der Bundesregierung stattgefunden. Mit dem Ausschluss aus dem Swift-Verfahren werden russische Banken vom globalen Finanzsystem abgeschnitten. Weiterhin können keine Zahlungen nach Russland geleistet werden.

Damit wird der Handel zwischen Russland und dem Westen weitreichend eingeschränkt. Übrigens werden auch in Russland die allermeisten internationalen Geschäfte über Swift abgerechnet. Ohne Swift müssen die Geschäfte künftig wieder via E-Mail, Fax, Telefon oder per Geldkoffer getätigt werden – was wesentlich länger dauert. Auch die westlichen Kredite an Russland werden über das System abgerechnet.

Was könnten die Folgen sein?

Viele deutsche Unternehmen haben Niederlassungen in Russland, beispielsweise Claas, VW, Metro, Automobilzulieferer usw.

Als Folge des Swift-Ausschlusses ist es für diese Unternehmen extrem schwierig, die Geschäfte vor Ort aufrechtzuerhalten.

Sie könnten lediglich über westliche Banken getätigt werden, sofern es denn Niederlassungen gibt. Das ist aber umständlich und dazu noch teurer. Die Folge: Die Unternehmen könnten sich aus Russland zurückziehen, was einige schon durchblicken haben lassen.

Ungemach auch für die russische Zentralbank

Die EU, Großbritannien und die USA wollen zudem die Möglichkeit der russischen Zentralbank noch weiter einschränken, den Rubelkurs mit internationalen Finanzgeschäften zu stützen.

Banken in der EU ist es somit untersagt, Geld aus Russland anzunehmen. Das wiederum trifft Russland, welches in den letzten Jahren große Devisenreserven angehäuft hat.

War wohl doch nichts mit den Kryptomillionen: Bitcoin-Betrüger gefasst

In den Börsennews berichten wir auch immer wieder von (gefallenen) Börsensternen wie Wirecard und von Skandalen und Skandälchen aus der Finanzwelt – vielleicht, weil die zuständige Redakteurin so unglaublich viel Spaß daran hat.

Dazu gehört auch der Hack der Börse Bitifinex im Jahr 2016.

Nun wurde das Pärchen Heather Morgan und Ilya Liechtenstein vom FBI in Manhattan, dem berühmten New Yorker Stadtteil, verhaftet.

Damit ist den Behörden ein großer Schlag gegen die Krypto-Kriminalität gelungen. 94.000 Bitcoins konnten sichergestellt werden.

Was war passiert?

2016 starteten Hacker einen Angriff auf die Kryptobörse Bitifinex und sendeten 120.000 Bitcoins über unautorisierte Transaktionen an ein Wallet, das von Heather Morgan und Ilya Liechtenstein kontrolliert wurde. Das war möglich, weil es eine Sicherheitslücke in der MulitSig-Lösung gab.

In Dollar umgerechnet ergab das einen Schaden von 71 Millionen US-Dollar. Zahlreiche geprellte Anleger warten bis heute ihre Entschädigung.

Danach ging das Katz‘-und-Maus-Spiel mit den Behörden los. Denn die gestohlenen Bitcoins waren zwischenzeitlich gebrandmarkt worden und konnten also nicht mehr auf normalem Wege verkauft werden.

Über komplizierte und verschlungene Wege versuchten die Täter das Geld zu waschen und ihre digitalen Spuren zu verwischen. Mit 25.000 Bitcoin ist das über einen Zeitraum von 5 Jahren auch gelungen. Die restlichen über 90.000 Bitcoin befanden sich allerdings immer noch im Wallet der Täter.

Die Behörden haben sich Zugang zu einem der Online-Konten der mutmaßlichen Täter verschafft. Dort konnten die Dateien mit den Keys sichergestellt werden, die dann direkt zu dem Wallet führten, in dem die Bitcoin aus dem Hack lagerten. Das wiederum gehörte Ilya Liechtenstein.

Der LEO Exchange Token von Bitifinex schoss nach Bekanntwerden der Neuigkeit um satte 50 Prozent in die Höhe.

Der 14-tägige Elon: Elon Musk aktiviert Starlink

Auch der 14-tägige Elon steht ganz im Zeichen der Ukraine-Krise.

Elon Musk hat, nachdem ihn der ukrainische Minister für Digitales Mychailo Fedorow über Twitter angeschrieben und um Hilfe gebeten hatte, sein Satelliteninternetdienst Starlink aktiviert.

Damit sorgt Musk für eine funktionierende Internetverbindung in der Ukraine.

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