Spannende Börsenwoche, Ölpreise steigen, türkische Lira im Sinkflug, Bitcoin bricht ein, Aufregung in China und in den USA

06.12.2021 (KW 49)

Spannender als ein Krimi endet die Handelswoche an der Frankfurter Börse. Am Freitag schloss der DAX mit einem Verlust von rund 0,6 % und schloss bei 15.169 Punkten.

Damit bleibt der deutsche Leitindex weiterhin unbeständig. Ihren Anteil daran dürfte auch die neu entdeckte Corona Variante Omikron haben. Denn derzeit schwanken die Anleger wohl zwischen Corona-Panik und der Versuchung zu kaufen, was bei den derzeit fallenden Kursen ja besonders verführerisch ist.

Auch die Wall-Street war diese Woche volatil und schloss bei 34.319 Punkten, was einen Verlust von 0,95 % bedeutet.

Ölpreise steigen

Nachdem die Kurse ins Rutschen gekommen waren, steigen die Ölpreise derzeit wieder. Das liegt auch an der Zusicherung der OPEC +, bei einer erneuten Zuspitzung der Coronakrise zeitnah zu reagieren.

Zudem wurden die Fördermengen ausgeweitet.

Türkische Lira im Sinkflug

Die Inflation in der Türkei ist derzeit auf 21,3 % gestiegen und könnte bis Ende des Jahres sogar noch auf 25 % steigen. Daraufhin hat die US-Ratingagentur die Bonität der Türkei von „stabil“ auf „negativ“ abgesenkt.

Hauptschuld daran trägt lt. Experten der türkische Präsident Erdoğan. Denn dieser übt Druck auf die türkische Zentralbank aus, damit diese die Zinsen nicht – wie in einer Inflation üblich – erhöht, sondern senkt.

Die Quittung kam prompt – und die türkische Lira hat innerhalb eines Jahres gegenüber dem Dollar fast die Hälfte an Wert verloren.

Bitcoin bricht ein

Auch die Kryptobörsen bleiben von der derzeitigen wahrscheinlich coronabedingten Talfahrt nicht verschont. In der Nacht von Samstag brach der Bitcoinkurs um 20 % ein und steht damit jetzt bei 47.500 US-Dollar.

Im Vergleich dazu lag der Kurs vor vier Wochen noch bei 68.000 US-Dollar.

Auch Ethereum fällt, allerdings nicht ganz so stark wie der Bitcoin. Der Kursverlust liegt hier bei 15 % – und derzeit notiert die Währung bei 3.600 US-Dollar.

Merck Aktie: von einem Rekordhoch zum nächsten

Sie steigt und steigt: die Merck Aktie. Um satte 57,7 % hat die Aktie des Darmstädter Pharmaunternehmens seit Anfang des Jahres zugelegt. Im dritten Quartal steigerte der Konzern seinen Umsatz um satte 11,8 % auf 4,97 Milliarden Euro.

Der Motor des Wachstums war dabei der Unternehmensbereich Life Science, dessen Umsatz alleinstehend betrachtet um 17,7 % gestiegen ist.

Natürlich profitierte Merck wie so viele andere Pharmaunternehmen auch von der Pandemie.

Dazu kommt, dass sich das Kerngeschäft von Merck – Produkte und Dienstleistungen – für die Pharmaherstellung und wissenschaftliche, beziehungsweise gewerbliche Labore weiter erholt hat.

Auch die Geschäfte im Bereich Health Care und Electronics laufen gut.

Was ist da bloß in China los?

Das Drama um den schwankenden chinesischen Immobilienriesen Evergrande geht in die nächste (erwartete) Runde.

Nachdem Evergrande verkündet hatte, dass es nicht sicher ist, ob eine am Montag fällige Anleihe zurückgezahlt werden kann, entsendete die Regierung der Provinz Guangdong eine Arbeitsgruppe in das Unternehmen. Ebenso ist der Chef von Evergrande, Xu Jiayin, zu einem Gespräch von den Behörden „gebeten“ worden.

Der Immobilienkonzern gilt als eines der weltweit am höchsten verschuldeten Unternehmen. Möglich geworden ist das, weil Evergrande seine aggressive Expansion durch immer wieder neue Schulden finanziert hat.

Ebenso im Fall befindet sich der chinesische Immobilienentwickler Kaisa. Das Unternehmen hatte versucht, eine in der kommenden Woche fällige Zahlung zu verschieben, ist damit aber gescheitert. Prompt brach die Aktie daraufhin um 9 % an der chinesischen Börse ein.

Didi: Bye bye, New Yorker Börse

Erst vor einem halben Jahr war der chinesische Fahrdienstleister Didi, dessen Geschäftsmodell ähnlich wie Uber ist, fulminant an der New Yorker Börse gestartet – und jetzt soll schon wieder alles vorbei sein.

Im Visier der Regierung

Dass die chinesische Regierung es gar nicht gerne sieht, wenn chinesische Unternehmen an ausländischen Börsen starten, ist ja allgemein bekannt – siehe Alibaba.

Nach dem Börsengang, der übrigens der zweitgrößte nach Alibaba war, geriet Didi schnell in das Visier der Regierung. Die machte jetzt Druck. Zunächst verschwand die App des Fahrdienstleisters aus dem chinesischen App Store mit der Begründung, dass schwere Verstöße gegen den Datenschutz festgestellt worden waren.

Daraufhin kündigte Didi den Rückzug von der New Yorker Börse an – und der Kurs brach prompt um 15 % ein.

Allerdings wird das Unternehmen nicht völlig von der Börse verschwinden, da es gleichzeitig eine Notierung an der Hongkonger Börse anstrebt.

Skepsis herrscht auf beiden Seiten

Chinesische Unternehmen sind bereits seit vielen Jahren an der New Yorker Börse vertreten und sammeln dort Kapital ein. Das Misstrauen der beiden Supermächte Amerika und China ist allerdings beidseitig, auch vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den Ländern.

Die USA werfen den chinesischen Unternehmen Intransparenz und Nähe zur kommunistischen Regierung vor, während China Sicherheitsbedenken äußert.

Der 14-tägige Elon

Elon verkauft weiterhin fleißig seine Tesla-Aktien.

Mittlerweile hat er Aktien im Wert von einer Milliarde US-Dollar versilbert. Vorangegangen war seine denkwürdige Twitter Aktion, bei der er eine Umfrage unter seinen Followern gestartet hatte, ob er verkaufen soll – oder nicht. 57,9 % stimmten daraufhin mit Ja.

Will sich Elon Musk allerdings an sein Ziel halten, zehn Prozent der von ihm gehaltenen Aktien zu verkaufen, ist noch deutlich Luft nach oben.

Mit ganz anderen Problemen schlägt sich MacKenzie Scott herum. Die Ex-Frau von Jeff Bezos wird nämlich unfreiwillig immer reicher. Das liegt an dem derzeit rasanten Anstieg der Amazon Aktien. Nach ihrer Scheidung hatte Scott vier Prozent aller Amazon Aktien erhalten. Damals war das Paket 38 Milliarden Dollar wert.

Von diesem Geld hat sie mittlerweile 8,4 Milliarden Dollar an gemeinnützige Organisationen gespendet, die sich unter anderem für Bildung und gegen Rassismus einsetzen. Doch das verflixte Geld wird bei ihr einfach nicht weniger, ganz im Gegenteil. Derzeit beläuft sich ihr Vermögen auf 58 Milliarden Dollar, das sind 20 Milliarden Dollar mehr als am Tag der Scheidung von Jeff Bezos.

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