US-Märkte am Freitag trotz Konjunktur-Dämpfer mit Gewinn, Augustus Intelligence insolvent, Deutsche Bank im Visier der BaFin

10.05.2021 (KW19)

Am vergangenen Freitag schlossen die US-Aktienmärkte mit Gewinnen.

Der Leitindex Dow Jones lag bei 34.777 Punkten und legte damit um 0,66% zu. Auch der Nasdaq stieg um 0,78% auf 13.719 Punkte. Allerdings ist es so, dass in den USA derzeit die Konjunkturdaten schwächeln, ­was auch an der weltweiten Corona-Pandemie liegt.

Im April entstanden nur 266.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft (siehe Reuters Wirtschaftsnachrichten). Erwartet waren etwa dreimal so viel. Auch die Arbeitslosenquote stieg wieder an – von 6,0 % auf 6,1 %.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber, dass die Notenbank die Zinsen nicht erhöht, was wiederum zu dem derzeit herrschenden Rekordniveau an den US­ Aktienmärkten beiträgt.

DAX nimmt wieder an Fahrt auf

Die unbeständige Woche endete am Freitag doch noch versöhnlich.

Der DAX schloss mit einem Plus von 1,3 % bei 15.399 Punkten. Für die gute Stimmung der Anleger sorgten die oben erwähnten schwächelnden Zahlen am US-Arbeitsmarkt und die guten Unternehmensberichte. Der Wochengewinner war übrigens Adidas.

Euro legt zu – ebenso wie Gold

Die Daten vom US-Arbeitsmarkt hatten natürlich auch Einfluss auf den Euro-Kurs.

Dieser legte kräftig zu und kostete ­am Freitag ­1,21 US-Dollar. Auch die Goldwerte zogen um 0,9% an. Die Feinunze kostete demnach am vergangenen Freitag 1830 Dollar.

Augustus Intelligence beantragt Insolvenz nach US-Recht

Das Unternehmen Augustus Intelligence beantragte im vergangenen Monat Insolvenz bei einem Gericht im Bundesstaat Delaware (Chapter 11), die Bargeldbestände wären „bedrohlich niedrig“, so die Ansage.

Mit dem deutschen Insolvenzverfahren ist das amerikanische allerdings nicht zu vergleichen. In den USA haben die Unternehmen andere Möglichkeiten – siehe Wikipedia “Chapter 11”.

Bekannt aus der Lobbyaffäre um Philipp Amthor

Bei uns wurde der Name Augustus Intelligence allerdings aus einem ganz anderen Grund bekannt: Die Lobbyaffäre um den konservativen Jungstar Philipp Amthor. Dieser hatte für das Unternehmen bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lobbyiert und als „Belohnung“ dafür Aktienoptionen und einen Direktorenposten erhalten.

Einen Link zu dem Schreiben, das Amthor an Altmaier verfasste, findest du bei Abgeordnetenwatch. Auf einem der Präsidentenposten saß damals übrigens ein anderer gefallener CSU Star: Karl-Theodor zu Guttenberg.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel deckte im vergangenen Jahr die Unregelmäßigkeiten auf. Daraufhin legte zu Guttenberg den Präsidentenposten nieder und Amthor gab seine Aktienoptionen zurück. Auch der CEO Wolfgang Haupt verließ das Unternehmen. Weitere bekannte Namen, die in die Lobbyaffäre verwickelt sind: Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maßen und Ex-BND-Chef August Hannig

Was auch interessant ist: Augustus Intelligence wollte Software zur Gesichts- und Objekterkennung anbieten. Ebenso wollte man in das Geschäftsfeld der Spracherkennung einsteigen. Bis auf eine gekaufte Chatbot Software verfügte das Unternehmen aber über keine öffentlich Auffindbaren Produkte, wie die NZZ berichtete.

Auch pikant: Das Unternehmen wurde ursprünglich im US-Bundesstaat Delaware registriert. Der Staat wird von vielen Firmen genutzt, um dort sogenannte Briefkastenfirmen zu eröffnen.

Preos- und Publity-Aktie rufen Bafin wegen Verdachts auf Marktmanipulation auf den Plan

Die Aktien beider Unternehmen geraten derzeit gehörig unter Druck. Der Grund: Die Bafin ermittelt wegen Verdachts auf Marktmanipulation und Insiderhandels.

Die Unternehmenstochter Preos entstand im Jahre 2019 durch die Einbringung von Liegenschaften in einen leeren Mantel. Dadurch wurde die Bewertung der eigentlich marktengen Aktie nach oben gejagt. Daraufhin war das Unternehmen in Spitzenzeiten 1,8 Milliarden Euro wert. Die Mutter Publity hält derzeit einen Anteil von 80% an dem Unternehmen. Die Gewinne, die Preos schreibt, sind allerdings sehr undurchsichtig und werden vor allem durch Zuschreibungen erzielt.

Sollten durch die Bafin nun weitere Unregelmäßigkeiten aufgedeckt werden, drohen ein tiefer Fall und stark eingeschränkte Refinanzierungsmöglichkeiten.

Beide Unternehmen sind sich jedoch – wenig überraschend – keiner Schuld bewusst: „Es liegt kein Fehlverhalten unserer Mitarbeiter vor.“

Auch im Visier der Bafin: Die Deutsche Bank

Eigentlich hatten ja fast alle Analysten gedacht, dass es endlich etwas ruhiger um das angeschlagene Bankhaus wird. Aber Ruhe will bei der Deutschen Bank nicht einkehren. Die SZ berichtet, dass die Bafin immer noch sehr unzufrieden ist.

Die Geldwäsche-Prävention lässt in den Augen der Finanzaufsicht immer noch einiges zu wünschen übrig – obwohl die Bank fest zugesagt hatte, das System den Anforderungen anzupassen. Das betrifft unter anderem das Geschäft mit den Korrespondenzbanken, die Aktualisierung der Kundenakten und natürlich die Überwachung der Transaktionen.

Bereits seit dem Jahr 2018 ist ein Sonderbeauftragter der Bafin bei der Deutschen Bank eingesetzt. Eigentlich sollte dessen Mandat kommenden September auslaufen – es wurde aber um weitere drei Jahre verlängert.

Die Deutsche Bank ist wohl doch nicht so geläutert, wie der Chef Christian Sewing immer wieder beteuert. Nicht nur bei den Korrespondenzbanken läuft nicht alles rund. Ebenso betroffen ist das Investmentbankinggeschäft, das traditionsgemäß ja sehr anfällig für Geldwäsche ist. Die Deutsche Bank hat tausende Kunden, bei denen ein hohes Risiko besteht.

Das wäre an und für sich ja nicht so schlimm, wenn die Prüfungen ordnungsgemäß erledigt würden. Da hinkt die Bank allerdings gewaltig hinterher. Jetzt besteht die Gefahr, dass die Deutsche Bank sich, ähnlich wie bereits 2019, von einigen tausend Kunden trennen muss. Peinlich: Bereits seit 2012(!) versucht die Bank die Geldwäsche-Abwehr zu verbessern. 2015 kam dann heraus, dass das Institut jahrelang Geldwäsche aus Russland ermöglicht hatte. Die Folge: Eine satte Strafe von 40 Millionen Euro.

Online Supermarkt will hoch hinaus

Der Trend geht, was auch der Corona Pandemie geschuldet ist, immer mehr zum Online Shopping – ­auch bei den Lebensmitteln.

Einer dieser Lieferdienste ist das deutsche Startup Gorillas, das 2020 gegründet wurde. Im März erreichte das Unternehmen bereits Unicorn Status und hat noch lange nicht genug. Geplant wird eine derzeit noch nicht bestätigte Investorenrunde, bei der rund 500 Millionen Euro eingesammelt werden sollen.

Insgesamt strebt Gorillas eine Bewertung von 6 Milliarden Euro an.

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