Versöhnlicher Wochenschluss beim DAX, Ölpreise ziehen an, Biontech im Höhenrausch, Durchhalten bei Spotify

21.05.2021 (KW 21)

Versöhnlich ging am vergangenen Freitag eine turbulente Woche an der deutschen Börse zu Ende.

Nachdem der DAX zunächst ein Rekordhoch von 15.538 Punkten erreicht hatte, stürzte er dann kurze Zeit später auf unter 15.000 Punkte ab.

Am Freitag schloss er dann bei 15.438 Punkten mit einem kleinen Wochenplus.

Es läuft rund in Europa und den USA

Überraschend gute Konjunkturdaten gab es aus Brüssel. Dank der Lockerungen im Mai in einigen Ländern der Eurozone zog die Wirtschaft stark an.

Der Einkaufsmanagerindex stieg daraufhin um 3,1 auf 56,9. An der Spitze steht derzeit übrigens Frankreich. Auch in den USA läuft es derzeit ziemlich gut. Dort kletterte der Einkaufsmanagerindex um 4,6 Punkte auf 68,1.

Die Anleger an den Börsen befinden sich derzeit in einem echten Zwiespalt. Zum einen freut es natürlich, dass die Konjunktur endlich wieder nach oben geht. Zum anderen gibt es aber auch die Angst vor einer neuen Inflation – vor allem in Ostmitteleuropa, wie auf FAZ.net zu lesen ist.

Benzin wieder teurer

Pünktlich zu Beginn der Pfingstferien stiegen auch wieder die Ölpreise.

Ein Fass des Nordseeöls Brent kostet derzeit 2,4% mehr und liegt bei 66,70 Dollar. Noch stärker, nämlich um 3%, stieg der Preis für die Sorte WTI.

Dazu kommt der derzeit fallende Dollarkurs. Der macht den Rohstoff, der in Dollar notiert wird, interessant für Käufer außerhalb des Dollarraums.

Biontech im Höhenrausch

In Mainz dürften in der Zwischenzeit regelmäßig die Sektkorken knallen, denn der Covid-19 Impfstoff von Biontech lässt den Umsatz sprudeln.

Im vergangenen ersten Quartal haben die Mainzer 2,05 Milliarden Euro eingenommen – etwa 74-mal soviel wie im ersten Quartal des Vorjahres. Auch die Umsatzprognose für dieses Jahr wurde mittlerweile angehoben – von 9,8 auf 12,4 Milliarden Euro.

Der Quartalsgewinn beträgt übrigens 1,13 Milliarden Euro. Auch der Aktienkurs stieg entsprechend pfeilschnell nach oben. In der Spitze waren es sogar 10%.

Größter Liefervertrag aller Zeiten

Als wäre das noch nicht genug, hat die EU mit Biontech und seinem Partner Pfizer den derzeit wohl größten Arzneimittelliefervertrag aller Zeiten abgeschlossen.

Bis 2023 will Brüssel bis zu 1,8 Milliarden weitere Dosen des Covid-19 Impfstoffs kaufen, berichtet die Tagesschau. Das liegt wohl auch an den Imageproblemen, die derzeit die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson haben. Es läuft also im Moment richtig gut für das Mainzer Unternehmen.

Doch wie ist die mittelfristige Planung von Biontech? Die Erwartungshaltung ist groß.

Werden sich die neuen Technologien auch im eigentlichen Hauptforschungsgebiet des Unternehmens gegen Krebs bewähren? Dieses Jahr wird es Neuigkeiten aus fünf klinischen Studien geben. Zudem sollen weitere sieben Produkte dieses Jahr an Patienten erprobt werden. Unklar ist auch, wie lange noch das Impfstoffgeschäft den Geldsegen bringt. Denn Nachimpfungen werden auch in den nächsten Jahren immer noch nötig sein.

Es forschen auch andere Unternehmen weiter an Covid-19 Impfstoffen.

Natürlich wollen die Investoren, dass Biontech weiterhin Geld in die Forschung und Entwicklung investiert. Doch sollte der Geldstrom irgendwann versiegen, wird es heißen, dass das Unternehmen schlecht gewirtschaftet hat. Biontech Aktien sind derzeit extrem günstig bewertet. In den kommenden Monaten sind durchaus Kurssteigerungen zu erwarten. Allerdings sollte sich jeder Anleger bewusst sein, der in Biontech-Aktien investieren möchte, dass es natürlich auch Kurskorrekturen nach unten geben kann.

Spotify: Durchhalten ist angesagt

2006 gegründet, ist Spotify mittlerweile der weltweit größte Anbieter für Musikstreaming – siehe Wikipedia.

Unter anderem profitiert der Anbieter auch davon, dass immer mehr Hörer vom konventionellen Radio zum Musikstreaming wechseln. Hier sieht der Spotify Gründer Daniel Ek eine Riesenchance. Er glaubt, dass Podcasts, Musik und andere Audioangebote den Umsatz des Unternehmens um ein fünf- bis siebenfaches anschieben könnten.

Doch bis es soweit ist, heißt es zunächst einmal durchhalten.

Im ersten Quartal legte das Unternehmen nämlich lediglich um 17% zu. Vergleicht man die Zahlen mit dem Schlussquartal aus dem letzten Jahr, sank der Umsatz sogar leicht. Daraufhin ging der Aktienkurs auf Talfahrt. Er büßte um 35% ein – verglichen mit dem Hoch von 300,00 Euro im Februar. Damit gehört Spotify, wie so viele andere Technologiekonzerne auch, zu den aktuellen Verlierern an der Börse.

Im ersten Quartal dieses Jahres betrug die Zahl der Spotify Nutzer 356 Millionen – wovon der größte Teil die Plattform kostenlos nutzt. Spotify nutzt ein sogenanntes „Freemium” Modell – die Plattform finanziert sich sowohl über Werbe- als auch über Aboeinnahmen. Auch Expansionspläne gibt es mittlerweile, wie die Skandinavier im Februar verkündeten – beispielsweise nach Südkorea.

Apple vs. Spotify

Potenzial bieten vor allem die Podcasts. Zwar hat der größte Konkurrent Apple früher damit begonnen, doch so richtig durchstarten wollten die Podcasts auf dieser Plattform nicht.

Spotify hingegen baute diese Plattform auch durch Übernahmen konsequent aus. Das will sich Apple nicht kampflos gefallen lassen. Der Konzern hat zunächst angekündigt, Geld verlangen zu wollen – allerdings von den Podcastern. Bei Spotify hingegen sollen die Einnahmen (zunächst) bei den Podcastern bleiben.

Mit seinem Abomodell startet das Unternehmen zunächst in den USA. Apple hingegen in mehr als 170 Ländern. Das große Potenzial sehen auch die beiden Marktforschungsunternehmen Emarketer und Magna Global. Ihrer Meinung nach liegt der Werbemarkt für Podcasts bei etwa 1 Millionen Dollar – mit Chancen zur Steigerung. Allerdings gelingt es Spotify derzeit nicht, schwarze Zahlen zu schreiben.

Schafft es Spotify allerdings, sich gegen die anderen Techkonzerne zu behaupten, dann besteht durchaus Luft nach oben.

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