Vonovia und Deutsche Wohnen, Commerzbank in der Krise, Playstation schiebt Sony an – und was macht Elon Musk?

04.08.2021 (KW 31)

Börsennews August 2021

In der Zwischenzeit schreiben wir schon August. Der Sommer vergeht wie im Flug! Urlaubsbedingt erscheinen die Börsennews diese Woche etwas später. Trotzdem gibt es natürlich einen Rückblick auf die vergangenen 14 Tage.

Der Juli war ja, zumindest wenn man den Dow Jones betrachtet, ein Monat der Rekorde. Diesem Trend schloss sich – zumindest im Großen und Ganzen – der DAX an. Am vergangenen Freitag sah das aber ganz anders aus. Schauen wir uns zunächst einmal den Nasdaq an. Dieser sackte am vergangenen Freitag um ganze 0,6 Prozent ab. Das war wohl der Amazon Aktie geschuldet, deren Ausblick sich auf das nächste Quartal eingetrübt hatte. Die Quittung von den Anlegern kam prompt und die Aktie sackte um 8 Prozent ein.

Der DAX schaffte zwar den sechsten Monatsgewinn in Folge, aber die Hoffnung auf eine echte Sommerrallye hat sich leider nicht erfüllt. Schauen wir also, was der August bringt.

Vonovia und Deutsche Wohnen – perfekte Kombi?

Mittlerweile ist es schon der dritte Übernahmeversuch von Vonovia für die Deutsche Wohnen.

Die beiden vorherigen Versuche waren am Widerstand der Aktionäre des Wettbewerbers gescheitert. Jetzt soll noch einmal kräftig nachgebessert werden.

2016 startete Vonovia den ersten Übernahmeversuch. Dieser scheiterte an der Gegenwehr des Konkurrenten. Beim zweiten Übernahmeversuch, der in diesem Jahr stattfand, konnte Vonovia zwar den Aufsichtsrat und den Vorstand der Deutsche Wohnen hinter sich wissen, nicht aber die zahlreichen Hedgefonds, die an dem Unternehmen beteiligt sind. Diese spekulierten auf einen höheren Preis im Rahmen eines Beherrschungsvertrags und hielten deswegen ihre Aktien zurück.

Aller guten Dinge sind drei

Geplant ist, den Eignern bzw. den Hedgefonds der Deutsche Wohnen 53,00 Euro/Aktie zu zahlen. Das ist ein Euro mehr als das vorherige Angebot lautete und aufgrund dessen die Aktionäre Vonovia die kalte Schulter gezeigt hatten.

Das Gesamtvolumen beläuft sich damit also auf 19 Milliarden Euro. Allerdings muss erst die BaFin der Erhöhung zustimmen, dem nichts im Wege stehen dürfte. Zudem hält Vonovia derzeit 30% der Aktien an dem kleineren Wettbewerber, erworben auf dem ganz normalen Markt.

Einen Beherrschungsvertrag, bzw. einen Gewinnabführungsvertrag will der Vonovia Chef Buch die nächsten drei Jahre nicht abschließen. Damit sind Spekulationen zunächst einmal raus. Der Deal soll noch möglichst vor der Bundestagswahl unter Dach und Fach gebracht werden, da eine neue Regierung auch bedeutet, dass die Karten neu gemischt werden. So haben SPD und Bündnis 90/Die Grünen in ihren Wahlprogrammen verankert, etwas gegen die steigenden Mieten zu tun.

Zudem steht Vonovia immer wieder in der Kritik. Zuletzt wegen Mieterhöhungen und höheren Dividendenzahlungen während der Coronakrise. Auch überhöhte Nebenkostenabrechnungen waren immer wieder Thema bei Vonovia.

Commerzbank in der Krise

Im zweiten Quartal schreibt die Commerzbank rote Zahlen, nachdem das erste Quartal noch hoffen ließ. Der Verlust beläuft sich auf insgesamt 527 Millionen Euro.

Das liegt an zwei Faktoren. Seit Anfang des Jahres befindet sich der Konzern im Umbau. Infolgedessen fallen bis Ende 2024 etwa 7.500 Vollzeitstellen weg und die Filialdichte soll gesenkt werden – von derzeit 790 auf 450. Die Kosten für den Konzernumbau belaufen sich seit Jahresanfang auf etwa 976 Millionen Euro.

Dann ist da noch das BGH-Urteil von Ende April. Dort hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass Banken, wenn sie ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen ändern, die Zustimmung der Kunden einholen müssen. Infolgedessen können diese nun einen Teil der zu viel gezahlten Gebühren zurück fordern. Dafür mussten insgesamt 66 Millionen Euro zurückgestellt werden.

Ein weiterer Posten, der mit 200 Millionen Euro Sonderabschreibung zu Buche schlägt, ist die missglückte Auslagerung der Wertpapierabwicklung. Für zusätzliche Kratzer am Image sorgt dann zuguterletzt noch der Stresstest, bei dem die Commerzbank eher semi abgeschnitten hat. Das bewertet die Bank allerdings anders und sieht sich bei einer Kernkapitalquote von 13,4% gut aufgestellt. Derzeit ist die Commerzbank Aktie nur etwas für eher risikoorientierte Anleger.

Playstation schiebt Sony an

Sie wurde von Gamern heiß erwartet und als sie dann im November endlich auf den Markt kam, war sie blitzschnell ausverkauft. Die Rede ist von der Playstation 5, dem derzeitigen Konsolenflaggschiff von Sony.

Auch Fernseher, Kameras und Musik wurden stark nachgefragt, was wohl auch der Coronapandemie geschuldet ist. Im ersten Quartal stieg der Gewinn des Elektronikkonzerns damit auf 280,1 Milliarden Yen (etwa 2,16 Milliarden Euro). Damit wurden auch die Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr nach oben korrigiert, von 930 Milliarden Yen auf 980 Milliarden Yen.

Fehlende Halbleiter sorgen für Probleme

Allerdings hat der Elektronikkonzern derzeit, wie andere Technologiekonzerne auch, mit Problemen bei der Beschaffung von Halbleitern zu kämpfen, wodurch der Markt nicht richtig bedient werden kann.

Die Halbleiterkrise ist übrigens der Corona-Pandemie geschuldet. Durch die Krise stand beispielsweise die Autoindustrie eine geraume Zeit still und es wurden entsprechend weniger Halbleiter produziert. Gleichzeitig stieg der Bedarf in der Elektronikindustrie an – was die Chipproduzenten anscheinend nicht auf dem Schirm hatten. Dazu sollte man wissen, dass die Halbleiter nicht auf „Vorrat“ hergestellt werden können und diese im Herstellungsprozess ein Verfallsdatum haben.

Zudem gibt es derzeit Versorgungengpässe bei den Rohstofflieferanten. Deswegen gibt es nicht nur bei der Playstation 5 Lieferschwierigkeiten, sondern auch bei Neuwagen ist die Lieferzeit derzeit ziemlich lang.

Und was macht Elon Musk eigentlich so?

Auch unser Lieblingsmilliardär hat derzeit mit den Lieferengpässen zu kämpfen. Genauer gesagt wurde unter anderem deswegen der Serienbau des Tesla Cybertrucks bis ins nächste Jahr verschoben.

Ein weiterer Grund ist die Entwicklung und Produktion der 4680-Batterietechnologie, die der Cybertruck braucht, um überhaupt fahren zu können. Die Produktion des E-Pickups ist zwar möglich, aber nur in kleiner Stückzahl und nicht wie von Musk geplant als Serienfahrzeug.

Dadurch verteuern sich auch die Kosten für den Cybertruck auf etwa eine Million Dollar. Geplant waren 39.900 Dollar.

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