Chartanalyse Tools: Anleitung mit Top 11 Tools

Chartanalyse ToolsMithilfe der Chartanalyse (oder auch “technischen Analyse”) werden vergangene Preisbewegungen analysiert, um zukünftige Entwicklungen vorherzusagen. Bei der Chartanalyse werden Schlüsse aus dem Kurschart gezogen, die einem bei Trading-Entscheidungen helfen sollen.

Die Chartanalyse soll also Kauf- und Verkaufssignale generieren.

Zu Chartanalyse Tools zählen einerseits Klassiker, die man selbst digital in den Chart zeichnen kann. Dazu gehören etwa Trendlinien, Unterstützungs-/ Widerstandslinien oder Hoch- und Tiefpunkte.

Doch Chartanalyse Tools sind auch technische Indikatoren. Diese sind komplexer und werden im Hintergrund automatisch von der Software berechnet und im Kurs oder in einem separaten Fenster eingeblendet.

Damit man die Chartanalyse Tools aber überhaupt richtig anwendet, muss man verstehen, wie sie interpretiert werden und wie die technische Analyse funktioniert.

Wir präsentieren im folgenden Beitrag nicht nur die 11 besten Chartanalyse Tools, sondern zeigen auch anhand unseres Beispiels eine einfache technische Analyse. Außerdem: Was ist der Unterschied zwischen Chart- und Fundamentalanalyse?

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Was versteht man unter “Chartanalyse”?

Chartanalyse Tools Beispiel

Plus500 Screenshot (Beispielpreise)

Als “Chart” wird der Kurs einer Aktie oder eines anderen Basiswerts (etwa eines Indizes oder eines Rohstoffs) bezeichnet.

Am Chart sehen Händler, wie sich der Preis in der Vergangenheit entwickelte und wo er jetzt gerade steht.

Bei der Chartanalyse geht es darum, aus vergangenen Bewegungen im Kurs zukünftige Preisänderungen abzuleiten. Das passiert etwa durch das Erkennen von Mustern, Trends oder Widerstandspunkten mithilfe technischer Analysetools.

AktienhändlerDie Folge einer erfolgreichen Chartanalyse ist ein gewinnbringender Trade.

Es gilt, gute Ein- und Ausstiegspositionen im Kurs zu finden. Das funktioniert manchmal, aber nicht immer.

Jeder Trader sollte wissen, dass bei dieser Art der Analyse wirklich nur der Preis (also der Kurs) eine Rolle spielt. Um das “Warum” geht es nicht. Technische Analysten interessiert es nicht, welche Nachrichten es zu diesem Unternehmen gerade gibt oder ob etwa ein neues Produkt auf den Markt gebracht wurde. Als technischer Analyst fokussiert man sich tatsächlich nur auf den Chart.

Der Gegenpart zur Chartanalyse ist die Fundamentalanalyse. Fundamentalanalysten interessieren sich weniger für den Chart, aber dafür mehr um Nachrichten und Informationen zu einem Basiswert.

Beispiel: Wenn Apple ein neues iPhone vorstellt, wäre das für einen Fundamentalanalysten eine wichtige Nachricht, da dies Auswirkungen auf den zukünftigen Wert haben könnte. Der Fundamentalanalyst würde anhand solcher Infos eine Trading-Entscheidung treffen.

Wie funktioniert die technische Analyse?

Trader werden

Die Chartanalyse basiert auf der Theorie, dass zukünftige Kursentwicklungen vom vergangenen Chart eindeutig ablesbar sind.

Technische Analysemethoden funktionieren bei sehr kurzfristigem Handel, etwa bei Scalpern oder Daytradern. Es ist kein Wissen über den betriebswirtschaftlichen Hintergrund eines Unternehmens nötig.

Alles was hier wichtig ist, sind die richtige Konfiguration der Tools sowie genügend Know-How im Umgang mit diesen Analysewerkzeugen.

Kaufen verkaufenDie technische Analyse wird anhand mehrerer Schritte durchgeführt. Zuallererst gilt es, einen aktuellen Trend zu erkennen. Anschließend müssen Ein- und Ausstiegspunkte definiert, sowie eine Risikomanagement-Strategie ausgearbeitet werden. Am Ende wird der eigene Plan noch mit größeren Basiswerten / Indizes abgeglichen, um einen weiteren Filter für die eigene Strategie zu haben.

Anhand des hier beschriebenen Step-by-Step Plans haben wir weiter unten eine Beispiel-Analyse durchgeführt.

Der genaue Ablauf der Chartanalyse hängt auch davon ab, welche Tools zur Verfügung stehen und in welchen Märkten man sich bewegt.

Die technischen Indikatoren spielen bei diesen Analysen eine große Rolle.

Die Basis für die technische Analyse stellt natürlich der Chart dar. In ihm werden Indikatoren eingeblendet und eigene Linien eingezeichnet.

Der Zeitraum des Charts hängt vom eigenen Trading-Stil ab. Scalper werden einen ziemlich engen Zeithorizont wählen, Daytrader ebenso. Swingtrader, die ihre Positionen auch mal über einpaar Wochen offen halten, dürften sich für einen etwas längeren Zeitraum entscheiden.

Chartanalyse oder Fundamentalanalyse?

Chartanalyse vs Fundamentalanalyse

Während Chartanalysten nur den Kurs analysieren, spielen bei Fundamentalanalysten auch Infos wie etwa Nachrichten oder Unternehmensdaten eine entscheidende Rolle.

Einen Gegenpol zur Chartanalyse stellt die Fundamentalanalyse dar.

Aber worin bestehen die Hauptunterschiede? Wofür sollte man sich als Händler entscheiden?

Wie in diesem Beitrag schon einige Male erwähnt, wird die Chartanalyse auf der Grundlage des Charts erstellt. Chartanalysten analysieren also vergangene Preise und möchten daraus die Zukunft eines Basiswerts vorhersagen.

Das Gegenteil davon ist die Fundamentalanalyse. Diese Analysten sehen sich relevante Unternehmens- und Wirtschaftszahlen zu einem bestimmten Basiswert an und möchten daraus Vorhersagen treffen.

Ein Fundamentalanalyst sieht sich alle Faktoren einer Aktie an, bevor er sie kauft. Zur Analyse gehört beispielsweise ein Blick die Bilanzen, in die Chefetage, in die aktuelle Branchensituation und in aktuelle Nachrichten, die für das Unternehmen wichtig sind.

Fundamentalanalysten haben es längst nicht so einfach wie Chartanalysten, die sich bei ihrer Recherche an klare Regeln halten können.

Analyse

Fundamentalanalysten analysieren auch das Management eines Aktienunternehmens.

Eine komplexe Fundamentalanalyse ist außerdem deutlich umfangreicher und langwieriger als eine vergleichsweise schnell durchgeführte Chartanalyse.

Unsere Meinung dazu ist daher relativ eindeutig. Für kurzfristiges Intraday- oder sogar Scalp-Trading sind Fundamentalanalysen viel zu aufwändig. Ein Kurs kann innerhalb eines Tages trotz perfekter Firmenzahlen fallen. Eine Fundamentalanalyse macht bei kurzfristigen Handelsintentionen also einfach keinen Sinn.

Wer darüber nachdenkt, Aktien länger zu halten (über Monate oder Jahre), kann sich dem Thema widmen. Für kurze Anlagehorizonte (Daytrading, Scalping und Swing-Trading) ist eine technische Chartanalyse aber das Mittel der Wahl.

Welche Chartanalyse Tools kommen zum Einsatz?

Sicher einsetzenWir unterscheiden im folgenden Ratgeber zwischen drei verschiedenen Arten von Chartanalyse Tools:

  • Eigenhändisch definierbare Tools
    Das sind Werkzeuge, die von den meisten Brokern angeboten werden. “Eigenhändisch” deswegen, weil sie vom Händler selbst in den Chart gezeichnet werden können. Dazu gehören beispielsweise selbstgemalte Trendlinien, Verstärker-/ Widerstandslinien und Hoch- und Tiefpunkte. Diese werden nicht von einem Programm berechnet, sondern vom Trader zur besseren Ansicht selbst eingezeichnet.
  • Oszillatoren (Momentum Indikatoren)
    Bei den sogenannten Oszillatoren handelt es sich um Indikatoren, die von der Software im Hintergrund automatisch berechnet und dann über oder neben dem Kursbild (oder beides) eingeblendet werden. Mit Oszillatoren können Trader kurzfristig überkaufte oder überverkaufte Marktsituationen erkennen. Sie spielen bei der technischen Analyse eine wichtige Rolle.
  • Trendfolgende Indikatoren
    Alle trendfolgenden Indikatoren laufen dem Markt sozusagen “hinterher”. Die einfachsten Trend-Indikatoren werden aus einem simplen gleitenden Durchschnitt berechnet. Zuverlässige Handelssignale werden von trendfolgenden Indikatoren vor allem in Märkten mit einem eindeutigen Trend geliefert. In Seitwärtsmärkten ist diese Art von Indikator nicht sonderlich hilfreich.

Weiter unten präsentieren wir 11 Chartanalyse Tools, die alle zu einer der drei oben genannten Kategorien gezählt werden können. Die drei Kategorien können auch untereinander kombiniert werden, um Handelssignale zu validieren, bzw. falsche Signale auszufiltern.

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Einfaches Beispiel: So wird eine Chartanalyse durchgeführt

Der erste Schritt ist, den passenden Zeithorizont zu wählen.

Ganz kurzfristige Scalper wählen einen Zeitraum von wenigen Stunden, Daytrader ein- bis zwei Tage. Swing-Trader können das Chartfenster auf mehrere Tage, bzw. Wochen einstellen.

1. Aktuell gültigen Trend erkennen

Hier geht es darum, die aktuelle Situation einzuschätzen.

Wohin bewegt sich der Markt aktuell? Mithilfe eines einfachen gleitenden Durchschnitts können wir eine Linie über den Chart legen, die uns die ungefähre Trendrichtung im vorher definierten Zeitfenster anzeigt.

Was der “Einfache Gleitende Durchschnitt” überhaupt ist und wie er funktioniert erklären wir hier.

In unserem Fall gilt: Desto stärker der Trend, desto besser. In langfristig seitwärts gerichteten Märkten ist der SMA nämlich kein allzu guter Berater.

Alles klar. In unserem Swing Trading Beispiel haben wir einen Trend nach unten gefunden.

Chartanalyse DAX

Ab dem 22. 1. 2021 gings im DAX bergab – Plus500 Screenshot (Beispielpreise)

Der gleitende Durchschnitt zeigt uns das in diesem Beispiel sehr gut. Der DAX (Deutschland 30) befindet sich seit dem 22. 1. 2021 in einem Abwärtstrend.

Zwar ist der Abwärtstrend nicht allzu stark, doch er ist eindeutig erkennbar und auch im SMA sichtbar.

2. Ein- und Ausstiege definieren

Nun wird es Zeit, die Ein- und Ausstiege zu definieren. Hierzu werden nun weitere Tools genutzt.

Eine Möglichkeit dafür ist, Support- und Resistance-Linien in den Chart zu malen.

Eine weitere Möglichkeit: Wir nutzen einen Oszillator, um überkaufte Situationen zu finden.

In unserem Beispiel nutzen wir einen Stochastik Oszillator. Am 25. 1. 2021 steigt der Oszillator, der auf einen 100-tägigen Zeitraum eingestellt ist, erstmals seit der Trendwende über einen Wert von 80.

DAX Chartanalyse Einstieg

Sell-Signal ausgelöst durch den Stochastik Indikator – Plus500 Screenshot (Beispielpreise)

Das bedeutet, dass der Markt verglichen mit den vorherigen Tiefs und Hochs überkauft ist. Nach der Theorie des Stochastik Indikators ist dies ein klares Sell-Signal.

Ein Einstiegspunkt wäre somit schon gegeben – wenn die Stochastik wieder unter einen Wert von 80 fällt.

Der Ausstiegspunkt wäre beim Stochastik Indikator gegeben, wenn der Wert unter 20 fällt. Dann gilt der Markt nämlich wieder als überverkauft – und es könnte erneut zu einer Trendwende kommen.

3. Risikomanagement durchführen

Vor allem beim Daytrading und Scalping handelt man dank des Hebels womöglich mit großen Summen.

Entwickelt sich der Kurs in die ungewünschte Richtung, können auch schnell große Geldsummen verloren gehen. Daher ist effizientes Risikomanagement wichtig.

Eine der beliebtesten Varianten für durchdachtes Risikomanagement ist die Nutzung eines Trailing Stop Loss.

Der Trailing Stop Loss schließt die eigene Position automatisch, wenn sich der Kurs um eine vorher definierte Punkte-Anzahl in die falsche Richtung entwickelt.

Trailing Stop Loss Erklärung

Würde der Kurs also plötzlich einen Rebound hinlegen und sich der Trend umkehren, würde ein richtig eingestellter Trailing Stop Loss die Position schnell schließen.

Wie der Trailing Stop Loss genau funktioniert, haben wir im Ratgeber zum Thema ausführlich erklärt.

Bei der Chartanalyse geht es darum, zu definieren, wo der Stop Loss, bzw. der Trailing Stop Loss positioniert wird.

Dies hängt vor allem von deiner eigenen Risiko-Affinität ab. Enge Trailing Stop Losses sind zwar besonders sicher, können aber schon bei der kleinsten kurzfristigen Umkehr zuschnappen. Man sollte also ein richtiges Chancen-Risiko-Verhältnis finden.

4. Mit verbundenem Basiswert vergleichen & loslegen

Als letzter Filter für eine Chartanalyse können auch andere, mit der Hauptaktie vergleichbare Basiswerte verwendet werden. Kategorie- oder branchenähnliche Aktien und Werte haben oft einen identischen Kursverlauf.

Wenn man also mit dem DAX handelt, kann man sich beispielsweise auch am USA 30 – Wall Street orientieren. Die Kursbewegungen und Trends beider Indizes ähneln sich nämlich oft.

USA Index im gleichen Zeitraum

USA Index im gleichen Zeitraum – Plus500 Screenshot (Beispielpreise)

In unserem Beispiel ist auch der USA 30 Index ab dem 22. 1. 2021 in einem Abwärtstrend geraten – und die Stochastik des US-Index gerät am 25. 1. 2021 in eine überkaufte Phase. Also gleich wie beim DAX.

Die Chartanalyse hat uns nun folgende Dinge gezeigt:

  • Der DAX befindet sich seit dem 22. 1. 2021 in einem Abwärtstrend.
  • Die Stochastik des DAX stieg am 25. 1. 2021 in eine überkaufte Phase.
  • Ein Sell-Signal wurde generiert, als die Stochastik den überkauften Bereich verließ.
  • Der US-Index hat einen ähnlichen Kursverlauf. Auch hier wurde am 25. 1. 2021 durch die Stochastik ein Sell-Signal generiert.
  • Der Ausstiegspunkt ist erreicht, wenn die Stochastik in den überverkauften Bereich kommt.

Wären wir nun an dem Punkt, an dem die Stochastik am Vormittag des 25. 1. 2021 den überkauften Bereich des DAX verlässt, würden wir eine Sell-Position eröffnen. Geschlossen hätten wir die Position beim Eintritt der Stochastik in die überverkaufte Phase.

Hinweis: Das ist natürlich nur ein einfaches Beispiel zur Demonstration der Chartanalyse. Erfahrene Trader setzen noch viele weitere Tools ein – etwa die Fibonacci Retracements – um die Ein- und Ausstiegspunkte noch genauer zu definieren.

Chartanalyse Tools: Die besten 11 Werkzeuge

Nachdem wir nun oben ein simples Beispiel einer technischen Analyse mit einfachen Chartanalyse Tools gezeigt haben, möchten wir im folgenden die besten 15 Chartanalyse Tools präsentieren.

Eigenhändisch definierbare Tools

1. Trendlinien

Trendlinie nach unten

Trendlinien können von jedem Händler selbst in den Chart eingezeichnet werden. Sie helfen, Trends zu analysieren.

Bei vielen Trends ist es so, dass sie mit dem bloßen Auge zwar auch erkennbar sind – Trendlinien sind jedoch auch eine psychologische Hilfe bei der Beurteilung der Marktsituation.

Um eine Trendlinie zu zeichnen, wählt man in den Chartanalyse Tools des Brokers das Werkzeug “Linie”.

Dann werden die Hochs sowie Tiefs eines Trends verbunden. Man generiert somit einen Trendkanal, in dem sich der Preis einer Aktie hin- und herbewegt.

Bereits mithilfe einfacher, selbst eingezeichneter Trendlinien können Handelssignale generiert werden. Bricht der Live-Chart beispielsweise aus dem Trendkanal aus (nach oben), ist das ein bullischer Breakout. Das könnte als Signal für eine Kaufposition gewertet werden. Bricht der Live-Chart nach unten aus, wäre das ein Signal für eine Verkaufsposition.

Vor allem bei starken Trends, die bereits über einen längeren Zeitraum anhalten, können Trendkanäle ein Weg sein, um die Weiterentwicklung des Kurses zu projizieren.

Wir empfehlen neben der Nutzung eines Trendkanals aber, weitere Trendfilter einzusetzen. Trendkanal-Breakouts können nämlich sehr oft falsche Signale erzeugen.

2. Support- & Resistance-Linien

Ein sehr beliebtes Chartanalyse Tool vieler Trader sind sogenante Unterstützungs- und Widerstandslinien.

Dabei handelt es sich um Bereiche im Chart, an denen der Live-Kurs immer wieder abprallt.

Ein Grund dafür ist, dass beispielsweise viele Händler an der gleichen Stelle einen Stop Loss setzen. Vor allem institutionelle Trader mit großen Kapitaleinsätzen können für solche Bereiche im Chart sorgen.

Eine Barriere wird Widerstands- oder Resistance-Linie genannt, wenn der Kurs von unten nach oben “möchte”, aber immer wieder an dieser Linie abprallt.

Von einer Unterstützungs- oder Support-Linie ist dann die Rede, wenn der Kurs sinkt, aber immer wieder an der gleichen Linie abprallt. Die Linie “stützt” den Kurs sozusagen.

Diese Linien müssen vom Händler aber selber eingezeichnet werden. Uns ist bisher kein Broker bekannt, der diese Bereiche im Chart erkennen würde.

Werfe einen Blick in den Chart – du wirst schnell Bereiche erkennen, an denen der Live-Chart (egal ob nach oben oder nach unten) immer wieder abprallt. An diesen Punkten können Widerstands- und Unterstützungslinien eingezeichnet werden.

Dafür wird das Tool “Horizontale Linie” oder einfach nur “Linie” genutzt. Die genaue Bezeichnung ist bei jedem Broker etwas anders.

Support- & Resistance-Linien können dazu genutzt werden, Handelssignale zu generieren. Diese schnelle Form des Tradings wird auch Range-Trading genannt.

Man handelt immer in der gleichen Range hin und her. Auch Ausbrüche aus diesen Support- und Resistance-Kanälen können auf Handelssignale deuten.

3. Hoch- und Tiefpunkte

Hoch- und Tiefpunkte

Als Hoch- und Tiefpunkte bezeichnen wir Punkte im Chart, an denen ein neues Hoch bzw. Tief innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreicht wird.

Dieses kann mithilfe horizontaler Linien eingezeichnet werden.

Ein Hoch oder Tief kann beispielsweise auf einen Breakout in diese Richtung deuten.

Erreicht der Chart beispielsweise nach wochen- oder monatelangem hin- und herdümpeln ein neues Hoch, ist die Wahrscheinlichkeit höher als sonst, dass es nun einen bullischen Trend gibt und der Kurs längerfristig steigen wird. Auch im Gegenteil (neues Tief) kann man dies als bärische Entwicklung sehen.

Bei diesem Chartanalyse Tool gilt es, zwei Punkte zu beachten.

Einerseits sind die Kurse längst nicht mehr so geradlinig wie noch vor einigen Jahrzehnten. Dank Internet- und Computertrading gibt es an den Börsen ein stetiges Auf und Ab.

Andererseits muss man bei Hoch- und Tiefpunkten erst darauf warten, dass sie der Kurs durchbricht, bevor man wirklich einsteigt. Hoch- und Tiefpunkte dienen nämlich oft auch als hervorragende Support- und Resistance-Regionen.

Oszillatoren (Momentum Indikatoren)

4. RSI

RSI Indikator Beispiel

RSI bei Plus500 – Plus 500 Screenshot – Beispielwerte

Einer der beliebtesten Oszillatoren ist der RSI. RSI steht für “Relative Stärke Index”.

Der Oszillator wird aus aufwärts sowie abwärts gerichteten Kursen in einer bestimmten Zeitspanne berechnet.

Stellt man beispielsweise einen 30-Tages-RSI ein, dann ist das der Quotient aller auf- sowie abwärtszeigenden Kurse in diesem Zeitraum.

Wie viele andere Oszillatoren auch, läuft der RSI in einem separaten Fenster auf einer Skala zwischen 0 und 100.

Beispiel: RSI steigt über 70 (Kreis), anschließend fällt der Kurs (Linie) – Plus 500 Screenshots – Beispielwerte

Befindet sich der RSI unter einem Wert von 30, gilt der Markt als überverkauft. Über 70 ist von einem überkauften Markt die Rede.

Durch seine Konstruktion läuft der RSI nicht – wie etwa wiele Trendindikatoren – dem Markt hinterher, sondern eher vorraus. Richtig eingesetzt gibt der RSI also schon Trading-Signale ab, bevor dies im echten Chart überhaupt sichtbar wird.

Eine wichtige Rolle im Relative Stärke Index spielen auch Divergenzen. Als Divergenzen werden Unterschiede zwischen dem Oszillator und dem Live-Chart bezeichnet.

Divergenz Beispiel

Chart Hochs werden höher, RSI Hochs werden kleiner (Divergenz) – Folge: Kurs bricht ein – eToro Screenshot

Steigt der RSI etwa, während der Live-Kurs fällt, ist das eine Divergenz. Umgekehrt ist auch dann von einer Divergenz die Rede, wenn der RSI fällt, während der Live-Kurs steigt.

Eine bekannte Strategie im Zusammenhang mit dem RSI: Die Kombination eines Trendindikators (wie etwa dem SMA) mit dem RSI. Der SMA kann hier die Rolle des Trendfilters übernehmen und womöglich falsche Handelssignale des RSI rausfiltern.

5. Stochastik

Stochastik Indikator Beispiel

Stochastik Oszillator – Plus 500 Screenshot – Beispielwerte

Wie der RSI, läuft auch der Stochastik Oszillator in einem separaten Fenster neben oder unter dem Chart.

Weiter oben haben wir bereits erklärt, das vor allem trendfolgende Indikatoren nicht in Seitwärtsmärkten genutzt werden sollten. Die Stochastik ist jedoch ein Momentum Indikator und somit auch in Seitwärtsmärkten ein sehr hilfreiches und empfehlenswertes Tool.

Bei der Berechnung der Stochastik geht es darum, den letzten Schlusskurs in Relation zu den vergangenen Hochs und Tiefs einer vorher definierten Handelsperiode zu setzen.

Befinden sich beide Stochastik-Linien über einem Wert von 80, gilt der Markt als überkauft. Beide Linien unter 20 stehen für einen überverkauften Markt.

Doch überkaufte oder überverkaufte Situationen sollten bei der Stochastik nicht bereits als Handelssignal gewertet werden.

Kommt es während einer Extremsituation noch zusätzlich zu einer bullischen oder bärischen Divergenz, darf dies jedoch bereits als Handelssignal interpretiert werden.

Von einer “bullischen Divergenz” ist die Rede, wenn der Live-Kurs ein tiefes Tief markiert, der stochastische Indikator aber ein höheres Tief. Das könnte auf einen Ausbruch nach oben hin andeuten.

Bei der bärischen Divergenz ist es genau umgekehrt.

Um einen Filter und eine Absicherung zu haben, gilt es, die Stochastik mit anderen Indikatoren zu kombinieren.

6. CCI

CCI bei eToro

CCI – eToro Screenshot – Beispielwerte

Die Abkürzung CCI steht für “Commodity Channel Index”. Das Wort “Commodity” deutet eigentlich auf die Nutzung des Indikators in Rohstoffmärkten an, doch der CCI darf natürlich auch in anderen Markets genutzt werden.

Der CCI pendelt in einem separaten Chartfenster um eine Nullerlinie. Mal steigt er über die Nullerlinie, mal fällt er wieder unter sie. Wie bei anderen Oszillatoren geht es auch beim CCI darum, überverkaufte oder überkaufte Märkte zu erkennen.

Signale für Ein- und Ausstiege werden generiert, wenn der CCI stark in eine Richtung ausschlägt. Somit eignet sich dieses Tool vor allem für sehr kurzfristiges Traden.

Befindet sich der CCI über einem Wert von +100, so ist von einer überkauften Situation die Rede. Eine Korrektur nach unten könnte die Folge sein, wenn er den Bereich über +100 wieder verlässt.

Unter einem Wert von -100 ist die Marktsituation überverkauft. Eine Korrektur nach oben ist nach der Theorie des CCI nun zu erwarten, wenn der CCI die -100 Linie von unten nach oben schneidet.

In der klassischen Einstellung orientiert sich der CCI an den letzten 20 Perioden.

7. Momentum

Ein vergleichsweise simpler Oszillator ist der klassische Momentum Indikator.

Er wird in einem extra Fenster angezeigt und oszilliert um eine Nuller-Linie herum. Die Berechnung erfolgt anhand der Subtraktion des aktuellen Kurses durch die Schlusskurse einer bestimmten Periode.

Abhängig vom eingestellten Zeitraum ist der Indikator sensitiver oder auch unsensitiver. Zu kurz sollte man den Momentum Indikator auf keinen Fall einstellen, denn dann würden zu viele falsche Handelssignale generiert.

Steigt die Linie des Momentum Indikators über der Nuller-Linie, ist das ein Anzeichen für eine Beschleunigung der Aufwärtsbewegung des Kurses.

Handelssignale werden bei diesem Oszillator generiert, wenn eine Linie vom negativen in den positiven Bereich wechselt (oder umgekehrt).

Natürlich sollte man auch bei diesem Indikator nicht nur anhand der Überschreitung der Nuller-Linie große Handelsentscheidungen treffen. Besser wäre es, wenn die Signale zusätzlich gefiltert werden – etwa mithilfe eines trendfolgenden Indikators.

Sieht man im SMA beispielsweise, dass der Trend nach oben zeigt und der Momentum Indikator überschreitet die Nuller-Linie von unten nach oben, sind das zwei Signale, die sich gegenseitig stützen.

Viele Händler nutzen den Momentum Indikator, um frühzeitig eine Abschwächung des Trends zu erkennen. Er ist ein sehr simpler Indikator, der Ein- und Ausstiegszeitpunkte gut definieren kann.

Trendfolgende Indikatoren

8. Gleitender Durchschnitt

SMA Indikator bei Plus500

Einfacher Moving Average bei Plus500 – Plus 500 Screenshots – Beispielwerte

Zahlreiche Indikatoren werden auf Basis von komplexen Rechnungen bestimmt. Das Gegenteil ist beim einfachen gleitenden Durchschnitt der Fall.

Er gibt einen Überblick über die Börsenkurse in einer bestimmten Periode und zeigt eine normale Durchschnittslinie.

Trends sind normalerweise zwar auch ohne Durchschnittslinie erkennbar, Ausreißer nach oben oder unten sind jedoch schlechte Guidants.

Gleitende Durchschnitte werden zur Vereinfachung der Aktienkurse nicht nur von langfristigen Händlern, sondern auch von Daytradern oder Scalpern genutzt. Das “Hintergrundrauschen” wird somit aus dem Chart geschnitten und stattdessen eine simple Linie nach oben, unten oder eher geradeaus gezeigt.

Im Vergleich mit anderen Indikatoren funktioniert der einfache gleitende Durchschnitt jedoch besonders gut in Märkten mit einem klaren Trend. In Seitwärtsmärkten sind trendfolgende Indikatoren nicht das Mittel der Wahl.

Je größer der Zeithorizont für den einfachen gleitenden Durchschnitt eingestellt wird, desto mehr wird der Kurs geglättet. Zu kurz sollte die Einstellung aber auch nicht sein, denn dann erfolgt überhaupt keine Glättung.

Eine Alternative zum einfachen gleitenden Durchschnitt ist der Exponential Moving Average (EMA).

EMA Indikator

EMA Indikator – Plus500 Screenshot – Beispielwerte

Dieser berechnet zwar auch einen Durchschnitt aus vergangenen Kursen, aktuellere Kurse werden jedoch höher gewichtet als ältere Kurse. Die Linie sieht somit etwas anders aus als beim SMA.

9. Doppelter gleitender Durchschnitt

Ein trendfolgendes Chartanalyse Tool, welches in einigen Märkten ziemlich zuverlässige Handelssignale liefert, ist der doppelte gleitende Durchschnitt.

Wer einen doppelten gleitenden Durchschnitt nutzt, wählt einfach zwei gleitende Durchschnitte in unterschiedlichen Zeithorizonten.

Eine Durchschnittslinie wird auf einen längeren Horizont eingestellt (beispielsweise 200), die zweite auf einen kürzeren (beispielsweise 50 oder 25). Eine sehr populäre Kombination: SMA-200 und SMA-50.

Schneidet der SMA-50 die SMA-200 Linie von unten nach oben, ist das ein Kaufsignal. Umgekehrt ein Verkaufssignal.

Natürlich gibt es nicht die eine, perfekte Einstellung. Das dürfte auch von Markt zu Markt unterschiedlich sein.

Tipp: Ändere und teste die Einstellungen des gleitenden Durchschnitts und sieh dir im Chart an, welche Kombination in der Vergangenheit die besten Signale geliefert hat. So dürftest du die beste Doppel-Strategie für dich finden.

10. MACD

MACD Strategie am Beispiel von Plus500

MACD Beispiel – Plus500 Screenshot – Beispielwerte

Die Abkürzung “MACD” steht für “Moving Average Convergence Divergence”.

Bei ihm werden zwar auch zwei gleitende Durchschnitte unterschiedlicher Zeiträume miteinander kombiniert, der MACD-Chart verläuft jedoch in einem separaten Fenster.

Handelssignale werden generiert, wenn die kurzfristige Linie die langfristige schneidet.

Ein Kaufsignal wird etwa generiert, wenn die kurzfristige MACD-Linie die langfristige von unten nach oben schneidet. Wenn dann noch die Nuller-Linie auch von unten nach oben überschritten wird, ist das ein zusätzliches Argument für einen Klick auf “Kaufen”.

Eine wichtige Rolle spielen beim MACD auch Divergenzen. Zeigt der Live-Chart etwa ein tieferes Tief, der MACD aber ein höheres, ist das nach der MACD-Theorie ein Indiz für einen kommenden Kursanstieg.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der MACD Indikator den langfristigen Kursverlauf mit kurzfristigen Schwankungen in Relation setzt. Er liefert simple Handelssignale, es sollten jedoch auch hier noch andere Indikatoren mit dem MACD kombiniert werden, um eine sichere Entscheidung treffen zu können.

Eine Garantie für die Richtigkeit der Indikator-Signale gibt es natürlich nie. Vielmehr sind es Unterstützungen für den Nutzer bei Trading-Entscheidungen.

11. Parabolic SAR

Parabolic SAR

Parabolic SAR im Tesla-Chart – Plus500 Screenshot – Beispielwerte

Der Ausdruck “Parabolic SAR” steht für “Parabelförmiger Stop und Umkehr”.

Dieser Indikator zeigt mit seinen parabel-ähnlichen Bewegungen, wann es zu Umkehren im Trend kommen könnte und wie stark ein Trend gerade ist.

Im Gegensatz zu allen anderen Indikatoren auf dieser Seite wird der Parabolic SAR mit Punkten im Chart angezeigt. Er ist ein klassischer Trendfolge Indikator und orientiert sich direkt an den Preisbewegungen im Chart.

Befindet sich der Parabolic SAR unter dem Live-Kurs, befinden wir uns in einem Aufwärtstrend. Wenn der Parabolic SAR über dem Live-Kurs ist, sind wir in einem Abwärtstrend.

Trendwechsel werden mit der Parabolic SAR-Theorie so dargestellt: Gehen wir davon aus, dass sich der Markt in einem Aufwärtstrend befindet. Fällt er nun unter den letzten SAR-Wert, beginnt nun ein Abwärtstrend.

Umgekehrt: Der Markt ist in einem Abwärtstrend und fällt unter den letzten SAR-Wert. Es beginnt ein Aufwärtstrend.

Hat man den Parabolic SAR erst einmal drauf, liefert dieser Indikator sehr einfache Handelssignale. Immer wenn der Live-Kurs den Parabolic SAR berührt, kommt es nach der Theorie des Indikators zur Trendwende.


Fazit: Chartanalyse Tools

Wie dieser Mega-Ratgeber gezeigt hat, gibt es viele verschiedene Chartanalyse Tools, die man beim alltäglichen Traden nutzen kann.

Die einzelnen Werkzeuge wurden von uns in drei Kategorien gesplittet: Eigenhändig definierbare Tools, Oszillatoren und trendfolgende Indikatoren.

Zwar werden die eigenhändig definierbaren Tools vom Trader selbst eingezeichnet, sie sind deswegen jedoch nicht minderwertiger und können bei richtiger Anwendung auch gute Signale liefern. Wichtig ist hierbei jedoch, dass man selbst versteht, wieso man eine Linie in den Chart zeichnet.

Oszillatoren eignen sich vor allem für Seitwärtsmärkte, in denen es ein ständiges Auf- und Ab gibt. Sie zeigen das Momentum einer Bewegung und ermöglichen es dem Trader, die aktuelle Stärke zu erkennen.

Übrig bleiben noch die trendfolgenden Indikatoren. Sie versuchen, dem Trader den Trend so einfach wie möglich darzustellen. Doch obwohl diese Indikatoren dem Kurs nur “nachlaufen”, sind sie trotzdem wichtige Handelswerkzeuge und generieren ebenfalls Signale.

Den größten Erfolg wird man im Trading haben, wenn man eine eigene Strategie entwickelt, die auf mehreren verschiedenen Chartanalyse Tools basiert. Experten warnen immer wieder davor, sich nur auf einen einzigen Indikator zu verlassen.

Nutzt man beispielsweise einen Oszillator und filtert Signale noch mithilfe eines Trend-Indikators, können zuverlässigere Handelssignale generiert werden.

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