Bullische Flagge & Bärische Flagge

Bullische FlaggeFlaggenformationen treten beim Trading sehr häufig auf.

Richtig interpretiert sorgen die bullischen und bärischen Flaggen für hilfreiche Signale, die in einem profitablen Trade enden können.

Bullische und bärische Flaggen treten jedoch sehr häufig auf. Als Trader hat man somit auch die Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen und nicht alle Flaggen sofort als Signal zu interpretieren.

Aber wie erkennt man so eine bullische oder bärische Flagge überhaupt? Was bedeutet bullisch und bärisch? Wir erklären bullische Flaggen und bärische Flaggen im folgenden Ratgeber.


Was bedeuten die Begriffe “bullisch” und “bärisch”?

Geht es um die Börsenwelt, so hört man oft Sätze wie “Die Märkte sind aktuell sehr bullisch” oder “Wir befinden uns in einem Bärenmarkt”.

Im Hintergrund dieser zwei Begriffe stehen die beiden Tiere Bulle und Bär.

Bullisch BärischDer Bulle hat einerseits große, dicke Hörner, die von unten nach oben schauen. Ein Bulle steht auch oft sehr aufrecht und sein Rücken ist nach oben gewandt. Deshalb symbolisiert der Bulle Aufwärtstrends. Ist von einem “bullischen Markt” die Rede, dann befindet sich der Markt schon länger in einem Trend nach oben. Trend-Trader sind immer auf der Suche nach bullischen Märkten.

Im krassen Gegensatz zum Bullen steht der Bär. Ein Bär geht meist gebückt, der Rücken wird zum Kopf hin niedriger. Während der Bulle von unten nach oben angreift (mit den Hörnern), greift der Bär von oben nach unten an. Der Bär ist somit das Tier, welches für sinkende Kurse steht. Ein “Bärenmarkt” verheißt oft nichts gutes – die Kurse befinden sich dann meist im freien Fall.

Zusammengefasst steht der Bulle für den Optimismus an den Börsen, während der Bär eher zu pessimistischen Gefühlen verleitet. Zwischen Bullenmarkt und Bärenmarkt gibt es aber natürlich auch den Seitwärtsmarkt, in dem es keine großartigen Bewegungen nach oben oder unten gibt.

Weitere Börsen-Begriffe haben wir hier analysiert.

Was ist eine bullische oder bärische Flagge?

Bullische Flagge Beispiel

Beispiel einer bullischen Flagge

Bullische Flaggen oder bärische Flaggen sind Muster im Chart, die auf einen Aufwärtstrend oder Abwärtstrend andeuten sollen.

Erkennt man als Händler das Muster einer bullischen Flagge, kann man nach der Flaggentheorie davon ausgehen, dass der Kurs steigen wird. Erkennt man eine bärische Flagge, wird es in die umgekehrte Richtung gehen.

Es gibt also zwei Flaggenformationen.

Wie erkenne ich eine Flaggenformation?

Flagge erkennenEine Flagge besteht im Chart immer aus drei Punkten:

  • Zuerst gibt es einen starken Auf- oder Abwärtstrend. Dieser sollte dominant hervorstechen. Er wird bei den Flaggen als “Flaggenmast” bezeichnet.
  • Nach dem Trend folgt eine Zeit lang eine Seitwärts-Phase. Hier gibt es keine größeren Bewegungen nach oben oder unten. Diese Phase wird auch als “Flagge” bezeichnet.
  • Nach der Seitwärts-Phase folgt wieder der ursprüngliche Trend, welcher schon im “Flaggenmast” sichtbar wurde.

Sind diese drei Dinge im Chart erkennbar, dann ist von einer Flaggenformation die Rede.

Wenn man sich diese Punkte so ansieht, dürfte man schnell bemerken, dass es sehr viele Flaggenformationen geben kann. Tatsächlich treten bullische und bärische Flaggen sehr häufig auf.

Als Trader hat man – wie bereits in der Einleitung erwähnt – die Aufgabe, gute von schlechten Flaggenformationen zu trennen.

Das ist natürlich nicht immer einfach.

Übrigens: Der Zeitrahmen von Bullen- oder Bären-Flaggen erstreckt sich über mehrere Tage und kann bis zu 4 Wochen andauern. Die Flaggen-Theorie ist also nicht fürs kurzfristige Daytrading geeignet.

Bullische Flagge handeln

Im ersten Schritt muss eine bullische Flagge gefunden werden.

Sie ist durch einen Aufwärtstrend, der durch eine Konsolidierungsphase unterbrochen ist, gekennzeichnet. In der Konsolidierungsphase sollte sich der Kurs immer leicht gegen den Aufwärtstrend entwickeln.

Ein idealer Trade ist gegeben, wenn der Händler nach der Konsolidierungsphase einsteigt (sobald der Kurs aus dem Konsolidierungs-Kanal ausbricht) und aussteigt, sobald der Kurs den höchsten Punkt der Flagge überschritten hat.

Ideale Exemplare einer bullischen Flagge findet man in der realen Welt aber leider nur zu selten. Hauptsächlich fokussieren sollte man sich auf die drei oben genannten Schlüssel-Elemente einer Flagge: Starker Trend, Konsolidierungsphase, Fortsetzung des ursprünglichen Trends.

Zusammengefasst wird eine bullische Flagge so getradet:

  1. Bullische Flagge finden
    Aufwärtstrend, welcher durch Konsolidierungsphase unterbrochen ist, finden.
  2. Im richtigen Moment einsteigen
    Einsteigen, sobald der Kurs den Konsolidierungs-Kanal durchbrochen hat und den Trend fortsetzt.
  3. Im richtigen Moment aussteigen
    Der Ausstieg ist nicht ganz so leicht definiert. Eine Möglichkeit ist, auszusteigen, sobald der Kurs den Höhepunkt der Flagge überschritten hat. Auch möglich: Stop-Loss nachziehen und aussteigen, sobald der Kurs dreht und der Trend unterbrochen wird.

Bärische Flagge handeln

Bärische Flagge Beispiel

Eine bärische Flagge ist das genaue Gegenteil einer bullischen Flagge.

Um sie zu handeln, muss sie zuallererst im Chart gefunden werden. Eine bärische Flagge ist gegeben, wenn es einen vorherrschenden Trend nach unten gibt, der durch eine Konsolidierungsphase (kurzer Seitwärtsmarkt oder kurzer Trendwechsel in die entgegengesetzte Richtung) unterbrochen ist.

Als Trader steigt man am besten am Ende der Konsolidierungsphase ein. Bei einer bärischen Flagge ist das dann der Fall, wenn der ursprüngliche Trend nach unten wieder Fahrt aufnimmt.

Wann man bei abwärtsgerichteten Trends aussteigt, ist der eigenen Trading-Strategie überlassen. Manche steigen aus, sobald der vorherige Tiefpunkt der Flagge erreicht ist. Wer mehr Gewinne mitnehmen möchte, setzt einen Stop-Loss und zieht diesen immer wieder mit.

Eine bärische Flagge wird so getradet:

  1. Bärische Flagge finden
    Abwärtstrend, welcher durch Konsolidierungsphase unterbrochen ist, finden.
  2. Im richtigen Moment einsteigen
    Eingestiegen wird, sobald der Live-Kurs den Konsolidierungs-Kanal durchbricht und den Trend wieder fortsetzt. Bei der bärischen Flagge muss also wieder der ursprüngliche Trend nach unten einsetzen.
  3. Im richtigen Moment aussteigen
    Wann ausgestiegen wird, hängt von den eigenen Trading-Taktiken ab. Sicherheitsbewusste Händler unterbrechen den Trade, sobald der Kurs den Tiefpunkt der Flagge (des “Flaggenmastes”) durchbrochen hat. Es ist jedoch auch möglich, weiterzutraden und einen Stop-Loss mitzuziehen.

Was ist ein Wimpel?

wimpel

Im Kontext von Flaggenformationen ist auch oft vom “Wimpel” die Rede. Aber was ist der Wimpel eigentlich?

Auf den ersten Blick sehen Wimpel ähnlich aus wie Flaggen, doch in der Konsolidierungsphase gibt es einen entscheidenden Unterschied.

Während bei der Flagge die Konsolidierungsphase meist von ziemlich symmetrischen Dreiecken gebildet wird, gibt es beim Wimpel eine Zuspitzung der Ausreißer. Der Wimpel spitzt sich also immer mehr zu, bis es dann die Weiterführung des vorherrschenden Trends gibt.

Ein Wimpel bildet also einen Kanal, der sich immer weiter verengt. Am Höhepunkt der Verengung kommt es zum Ausbruch.

Was sollte man beim Traden von Flaggen beachten?

Trader werden

Es gibt einige Dinge, die vor allem Neueinsteiger bei dieser Strategie bedenken und beachten sollten. Werfen wir einen Blick darauf.

  • Das Trading-Volumen sollte hoch sein
    Ein hohes Trading-Volumen tritt ein, wenn gerade viele Händler in einen bestimmten Markt stürmen. Das ist etwa dann der Fall, wenn ein großes Nachrichtenecho durch die Medien geht und viele Händler gleichzeitig kaufen oder verkaufen. Je höher das Volumen, desto besser für Flaggenformationen.
  • Die Flagge tritt in der Nähe anderer Hochpunkte auf
    Es kommt immer dann zu Konsolidierungsphasen, wenn viele Händler gleichzeitig überlegen, ob der Preis noch gerechtfertigt ist. Die Flagge (also die Konsolidierung) sollte sich also in der Nähe vergangener Hochpunkte bilden.
  • Konsolidierung sollte nicht mehr als 50% betragen
    Wenn die Konsolidierungsphase mehr als 50% des vorherigen Trends “auffrisst”, dann handelt es sich vielleicht um keine Flagge mehr. Das ist auch eine große psychologische Marke.
  • Chance-Risiko-Verhältnis im Auge behalten
    Das Chance-Risiko-Verhältnis sollte beim Traden von Flaggen immer beachtet werden. Empfehlenswert ist beispielsweise ein Verhältnis von 1:4 oder 1:3.
  • Trend folgen
    Vor allem Trading-Einsteiger sollten ungeachtet der Flaggenformationen dem Trend folgen. Trendfolgestrategien gehören zu den erfolgreichsten Taktiken, wenn es ums Trading geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt, ist nämlich höher als die Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr.

Weitere wichtige Chartmuster

Neben den Flaggenformationen gibt es noch viele weitere Chartmuster.

Bekannte Chartmuster sind etwa der Gap, Spike oder die oft genannten Trendkanäle.

Doppelhoch / Doppeltief

doppelhoch

Von einem “Doppelhoch” ist die Rede, wenn der Kurs nach einem kurzen Einbruch nochmals sein Hoch erreicht, aber nicht weiter nach oben ausbricht.

Ein Doppelhoch sieht aus wie ein Berg mit zwei Gipfeln. Der Kurs versucht, über die obere Begrenzung wegzubrechen – schafft es aber nicht und stürzt ab.

Zwischen den beiden Gipfeln befindet sich die Unterstützungslinie, die die untere Begrenzung darstellt.

Ein empfehlenswerter Einstieg in die Position ergibt sich hier, wenn man nach dem zweiten Gipfel eine Short-Position eingeht.

Ein Doppeltief ist dann vorhanden, wenn es zwei Täler gibt, die an der gleichen unteren Linie abgeprallt sind.

In so einem Fall gelten die gleichen Annahmen und Regeln wie für ein Doppelhoch – nur eben in entgegengesetzter Richtung.

Eine Long-Position kann nach der zweiten Bodenformation eröffnet werden.

Ausstiegspunkte können hier vielfältig definiert werden. Wir empfehlen aber, den Gewinn laufen zu lassen, während er gleichzeitig mit einem Stop-Loss abgesichert wird.

Gap

Als “Gap” wird eine ziemlich auffällige Erscheinung im Chart genannt.

Bei einem Gap handelt es sich um eine Lücke im Kursverlauf, die auch so sichtbar ist. Gaps sind oft bei großen Indizes (etwa beim DAX) morgens sichtbar.

Wenn ein Asset am Vortag zu einem deutlich höheren (oder niedrigeren) Preis gehandelt wurde als am nächsten morgen, können solche Gaps entstehen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn es wichtige Nachrichten oder Ereignisse gab, während die Börse geschlossen war.

Trader machen sich diese Gap-Situationen zu Nutze, um aus ihnen Profit zu schlagen. Beim DAX gibt es sogar eine Gap-Strategie, die wir schon in diesem Beitrag vorgestellt haben.

Wer schon im Vornhinein erwartet, dass es einen Kurssprung geben wird, kann vor Börsenschluss einen Trade mit Stop-Loss und Take Profit setzen.

Das ist jedoch eine sehr riskante Taktik, die auch in die gänzlich falsche Richtung gehen kann. Die Herausforderung hier liegt nämlich darin, die Richtung des Gaps vorherzusagen – und das ist überhaupt nicht einfach.

Wenn der Gap schon vorbei ist, kann man eine andere Taktik anwenden: Viele Gap-Theorien besagen, dass der Markt einen Gap wieder schließen will.

Tatsächlich sieht man in vielen Charts mit Gap, dass der Kursverlauf früher oder später wieder den Wert erreicht hat, den ein Asset vor dem Gap hatte. Nach einem Gap eröffnet man (nach dieser Theorie) also am besten eine Position in die entgegengesetze Richtung des Gaps und setzt einen Stop-Loss am anderen Ende des Gaps.

Eine weitere Gap-Taktik: Follow the Gap!

Gibt es beispielsweise sehr positive Wirtschaftsnachrichten für ein Asset, dann muss es nicht sein, dass der Gap wieder korrigiert wird. Ein Gap kann einen vorherrschenden Trend nämlich bestätigen und weiter anfeuern. Gaps können somit auch zu intakten Aufwärtstrends führen. Geht man davon aus, eröffnet man eine Position in Richtung des Gap.

Spike

Bei einem “Spike” handelt es sich ebenfalls um eine sehr markante Kursformation.

Der Begriff Spike deutet auf eine Speerspitze an, die wie aus dem Nichts zuschlagen kann. Von einem Spike ist die Rede, wenn es einen extrem starken Ausbruch nach oben oder unten gibt.

Im Candlestick-Chart erkennt man das an einer dominanten Kerzenformation.

Kommt es zu einem Spike, dann ist das wie bei einem Blitz: Der Druck wird abgebaut, da viele Händler einen automatischen Stop-Loss eingebaut haben. Es kann zur Trendwende kommen.

Erkennt man einen Spike im Chart, dann kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass sich der Kurs jetzt eine Zeit lang gegen die Richtung des Spike entwickeln wird.

Trendlinien / Trendkanäle

Trendlinie nach unten

Wenn es um die Einzeichnung eines Trends geht, unterscheiden wir zwischen Trendlinien und Trendkanälen.

Eine Trendlinie wird in den Chart eingezeichnet, indem die Maxima einer Bewegung miteinander verbunden werden.

Zum Beispiel: Wenn es einen stetigen Abwärtstrend gibt, werden die Höhepunkte dieses Trends miteinander durch eine Linie verbunden.

Wenn es einen Aufwärtstrend gibt, werden die Tiefpunkte des Trends verbunden.

Das ergibt dann eine Trendlinie, aus der man auch den weiteren Verlauf eines Kurses prognostizieren könnte.

Ein Trendkanal ist die Weiterentwicklung einer Trendlinie.

Hier werden zwei parallel verlaufende Linien in den Chart gesetzt, die sich an den Hoch- sowie Tiefpunkten einer Kursbewegung orientieren.

Kurse verlaufen oft eine Zeit lang weiter innerhalb eines gut definierten Kanals, bevor sie ausbrechen. In diesem Kanal können immer wieder Ein- und Ausstiegszeitpunkte definiert werden.

Chartanalyse Tools: Essentielles Trading-Werkzeug

Chartanalyse Tools Beispiel

Nicht nur Chartmuster können zu den Chartanalyse Tools gezählt werden.

Auch Indikatoren, die vom System errechnet und im Chart eingeblendet werden, sind wichtige Chartanalyse Tools.

Zu den wichtigsten Indikatoren zählen etwa der SMA, der EMA, der RSI oder die Stochastik.

Im Zusammenhang mit solchen Indikatoren gibt es viele Strategien, die man als Händler ausprobieren kann.

Wir empfehlen dazu die Nutzung eines kostenlosen Demokontos, um in einer sicheren und risikofreien Umgebung zu agieren.


Fazit: Bullische Flagge & Bärische Flagge

Die bullische Flagge und die bärische Flagge sind spezielle Formationen im Chart, die eine weitere Intensivierung eines vorherrschenden Trends andeuten können.

Der ursprüngliche Trend wird bei diesen Flaggenformationen kurz durch eine Konsolidierungsphase unterbrochen, wobei sich der Trend dann wieder fortsetzt.

Im Gegensatz zur Flaggenformation gibt es beim Wimpel eine Konsolidierungsphase, die sich immer weiter zuspitzt. Die Ausbrüche werden kleiner, bis der Trend fortgesetzt wird.

Neben den Flaggenformationen gibt es aber natürlich noch weitere Chartmuster, etwa die Doppelhochs / Doppeltiefs, den Gap oder den Spike.

Für erfolgreiches Trading muss man eine eigene Strategie entwickeln – dabei kann man sich natürlich auch an der bullischen Flagge und an der bärischen Flagge orientieren.

Wir empfehlen dazu auch unseren umfangreichen Ratgeber zu Chartanalyse Tools.

Platz 1 im Vergleich: Plus500

Der Broker Plus500 befindet sich zurzeit auf Platz 1 unserer Vergleichstabelle.

Seriöse & simple Plattform.
24/7 Support.
Mindesteinzahlung 100€.
Kostenloses Demokonto.
FCA-reguliert (#509909).

Jetzt bei Plus500 anmelden:

Das könnte dich auch interessieren …

Platz 1 in unserem Vergleich: Plus500

    

 

Jetzt zu Plus500

 

Risikohinweis: 72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.
Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.