Chance-Risiko-Verhältnis: Erklärung des CRV

Chance-Risiko-VerhältnisDas sogenannte “Chance-Risiko-Verhältnis” zeigt an, wie die Chance im Verhältnis zum Risiko eines Trades steht. Das Ziel eines jeden Traders ist es, ein möglichst hohes CRV zu erhalten. Im Klartext bedeutet das, dass man die Chancen so hoch wie möglich ansetzen möchte, während das Risiko maximal minimiert wird. Natürlich funktioniert das nicht immer.

Die Berechnung des CRV gehört für viele Händler in jede gute Trading-Planung, um einen Überblick über die zu erwartbaren Chancen und Risiken zu erhalten.

Während manche Trader aufs Chance-Risiko-Verhältnis schwören, halten andere die Berechnung des CRV für übertrieben.

Egal wie man dazu steht – irgendwann wurde das CRV sicherlich mit einer positiven Intention erfunden.

Wir möchten uns das Chance-Risiko-Verhältnis im kommenden Beitrag genauer ansehen und erklären, wie es berechnet und interpretiert wird. Erfahre, ob du diesen Indikator in deine Trading-Planungen aufnehmen musst – oder nicht.


Was ist das Chance-Risiko-Verhältnis?

risiko

Das CRV ist ein einfach zu berechnender Wert, der darüber Auskunft gibt, wie es um das Verhältnis von Chance und Risiko steht.

Beim Handel werden Risikomanagement Tools eingesetzt – wie etwa der Stop Loss oder der Take Profit.

Wenn der Take Profit 30 Pips über der Einstiegsposition eingestellt wird, dann wird die Position automatisch bei einem Gewinn von 30 Punkten geschlossen.

Ist gleichzeitig ein Stop Loss mit 10 Pips aktiviert, schließt der Broker die Position, wenn der Trade einen Verlust von -10 Punkten erreicht.

Stop Loss Risikomanagement

Stop Loss – Screenshot – Beispielwerte

Das Chance-Risiko-Verhältnis wäre in diesem Beispiel 3:1 – der mögliche Gewinn sind 30 Pips, der mögliche Verlust 10 Pips.

So einfach funktioniert das CRV. Es stellt die Chance pro Trade mit dem Risiko pro Trade ins Verhältnis.

Um überhaupt ein aussagekräftiges CRV zu erhalten, wird also bereits vor der Eröffnung einer Position der Take Profit, sowie der Stop Loss eingeplant.

Natürlich kann der Take Profit und der Stop Loss auch mitgezogen werden, wenn sich die Position in die gewünschte Richtung entwickelt. Das CRV stellt nur die Ausgangslage einer Position dar.

Das bedeutet, dass sich das Chance-Risiko-Verhältnis während einer offenen Position also sehr wohl verbessern kann, wenn man TP, sowie SL (Take Profit und Stop Loss) in die positive Richtung mitzieht.

Man sollte den Stop Loss aber nie in den Verlustbereich erweitern – das Risiko sollte jederzeit so gut es geht minimiert werden.

Das Risiko ist auch die einzige Komponente, die man dank Risikomanagement Tools selbst kontrollieren kann.

Wie berechne ich das Chance-Risiko-Verhältnis?

CFD RechnenVorweg: Für jede Handelsposition sollte eine Strategie erstellt werden. Positionen, die “ins Blinde” eröffnet werden, führen oft zu ungewollten Verlusten.

Zu einer guten Planung vor jedem Trade zählt etwa die Ausarbeitung drei wichtiger Punkte:

  • Einstiegspunkt: Wo steige ich in den Trade ein? Bei welchem Wert des Assets eröffne ich meine Position?
  • Stop Loss: Wo setze ich meinen automatischen Verlust-Stopp? Wie weit darf sich der Kurs in die ungewünschte Richtung entwickeln, bevor die Position automatisch (mit einem Verlust) geschlossen wird?
  • Take Profit: Wo liegt mein Ziel? Wo setze ich meinen automatischen Gewinn-Stopp?

Mit moderner Trading-Software können diese drei Punkte auch in den Chart eingezeichnet werden.

Mit diesen Werten kann auch das Chance-Risiko-Verhältnis berechnet werden.

Einfache Beispielrechnung: CRV

Gehen wir davon aus, dass die Position eröffnet wird, wenn der Kurs 100,00€ erreicht.

Der Take Profit wird bei 120,00€ gesetzt, der Stop Loss wird bei 90,00€ gesetzt.

Die erwarteten Gewinne (Chance) erhalten wir, indem der Einstandspreis vom Zielkurs weggerechnet wird: 120,00€ – 100,00€ = 20,00€

Die maximal erwarteten Verluste (Risiko) erhalten wir, indem wir die Differenz von Einstandspreis und Stop Loss berechnen: 10,00€

Die Gewinnchance liegt also bei 20,00€, das Verlustrisiko bei 10,00€. Nun wird die Chance durchs Risiko geteilt.

20,00 / 10,00 = 2

Für jeden Euro, der riskiert wird, erwarten wir 2 Euro an Gewinn. Das Chance-Risiko-Verhältnis läge hier also bei 2:1.

Was bringt mir das CRV?

Denkerpose

Mit dem Chance-Risiko-Verhältnis sieht man als Trader sehr gut, wie die Chancen im Vergleich zum eingegangenen Risiko bei einer Investition stehen.

Die Optimierung des CRV ermöglicht es, dass man sich auch öfter Fehler leisten kann.

Hat man beispielsweise ein CRV von 3:1, kann man dreimal das komplette Risiko verlieren und braucht nur einen Gewinn-Trade, um wieder Break-Even zu sein.

Viele Experten sind daher der Meinung, dass beim Einstieg in eine Position vor allem nach hohen CRVs gesucht werden sollte.

Kann ich die Chance überhaupt genau definieren?

Beim Chance-Risiko-Verhältnis handelt man mit zwei Werten.

Einen kann man ziemlich genau bestimmen (Risiko), den anderen kann man bei jedem Trade in der Regel nur schätzen.

Das Risiko kann dank des Stop Loss sehr genau definiert werden.

Erreicht der Kurs einen vorher festgelegten Wert, wird die Position sofort geschlossen.

neinIm krassen Gegensatz dazu steht die Chance: Sie kann zwar mithilfe eines Take Profit ebenso definiert werden – aber sie ist nur eine ungefähre Schätzung. Es gibt keine Garantie, dass der Aktienkurs den festgelegten Wert auch wirklich erreichen wird.

Es gibt keine Möglichkeit, die Chance bombensicher zu definieren – auch wenn es vielleicht irgend ein Aktien-Guru behauptet.

Daher kann man die Chance nur schätzen. Hier sind vor allem Erfahrungswerte aus der Vergangenheit hilfreich.

Leider ist es aber so, dass wir Menschen zwar vernunftbegabte, aber auch sehr emotionale Wesen sind.

Ist man beispielsweise gerade ziemlich motiviert oder hat man den Kaffee doch etwas zu stark gemacht, kann man schnell manisch von hohen Gewinnchancen träumen.

Das verzerrt das CRV und macht es eigentlich unbrauchbar.

Wie gehe ich mit dem Chance-Risiko-Verhältnis richtig um?

Das CRV kann beim Traden sehr hilfreich sein und wird von vielen Händlern empfohlen, leider ist es aber auch sehr fehleranfällig.

Vor allem zu hoch eingeschätzte Chancen können eine CRV-Rechnung vollkommen unbrauchbar machen.

Hohe CRV-Werte sehen zwar gut aus, sind aber schwierig zu erreichen. Generell gilt: Je höher das Chance-Risiko-Verhältnis, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass man das Trading-Ziel erreicht.

Daher sollte das CRV auch immer mit der Trefferquote verbunden werden. Nur wenn man ein vergleichsweise gutes Chance-Risiko-Verhältnis UND eine hohe Trefferquote erreicht, kann man mit dem Handel langfristig profitabel sein.

Man sollte also auch immer die Trefferquote im Blick behalten.

Weiters sollte man nie vergessen, dass im CRV immer auch Emotionen eine große Rolle spielen. Nur weil ein Kurs gerade sehr vielversprechend aussieht, heißt das noch lange nicht, dass man die Chancen auch wirklich so hoch einschätzen sollte.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man das CRV für die eigenen Investionen durchaus nutzen sollte – zu hoch eingeschätzte Chancen bergen bei diesen Berechnungen aber eine große Fehlerquelle.

Je höher das CRV, desto besser?

Vor- und Nachteile

Jein.

Einerseits bedeutet ein hohes Chance-Risiko-Verhältnis ohne Frage, dass es ein größeres Potential für hohe Gewinne gibt.

Andererseits beruht das CRV immer auf der vom Händler selbst geschätzten Chance. Diese kann zwar mithilfe vergangener Erfahrungen etwas objektiviert werden, es bleibt aber ein sehr subjektiver Wert.

Sehr hohe Chancen sehen zwar in der Theorie sehr gut aus, sind in der Praxis aber alles andere als einfach zu erreichen.

Bei einem hohen Chance-Risiko-Verhältnis sollte man sich von den positiven Zahlen also nicht blenden lassen, sondern vielmehr immer wieder hinterfragen, ob die Chance wirklich realistisch ist.

Im Klartext: Ein hohes CRV ist wünschenswert, basiert aber möglicherweise auf einer falsch eingeschätzten und zu hohen Chance.


So funktioniert ein erfolgreicher Trade: Step by Step

1. Analyse

Im ersten Schritt wird der Kurs analysiert und es werden erste Interpretationen durchgeführt.

Bei der Interpretation sind vor allem Chartanalyse Tools wie etwa der Simple Moving Average oder die Stochastik nützlich.

Mit den Tools werden weitere Grafiken in den Chart eingeblendet, um Trends und Wendepunkte besser einschätzen zu können. Nützlich sind beispielsweise auch Trendkanäle, wenn ein Kurs etwa immer zwischen zwei Werten hin- und her pendelt.

In die Analyse sollte die Untersuchung lang- sowie kurzfristiger Trends eingebunden werden.

Anschließend wird ein Einstiegspunkt, sowie ein Wert für den angepeilten Stop Loss und Take Profit gesetzt. Der Trade nimmt so langsam Form an.

2. Berechnung des CRV

Im nächsten Schritt wird nun mithilfe der drei Werte (Einstiegspunkt, SL und TP) das Chance-Risiko-Verhältnis ermittelt.

Wie bereits weiter oben erwähnt, sollte vor allem auf einen realistischen Chance-Wert geschaut werden.

Als realistisch kann ein Kursziel etwa dann genannt werden, wenn sich ein Kurs beispielsweise schon lange in einem Aufwärtstrend befindet und die Anpeilung des Kursziels auch objektiv möglich scheint.

3. Eröffnung der Position

Sobald der Kurs den gewünschten Einstiegswert erreicht, wird die Position eröffnet.

Dies passiert entweder manuell oder mithilfe von Trading-Software, in die alle Parameter bereits vor dem Handel eingetragen werden.

4. Trade verfolgen und Stopps nachziehen

Nun muss der Trade verfolgt werden. Entwickelt sich der Kurs in die gewünschte Richtung?

Stopps, wie der Stop Loss und der Take Profit, werden nachgezogen. Steigt der Kurs etwa immer höher, können auch die Risikomanagement Tools immer wieder verbessert werden, um möglichst hohe Gewinnchancen zu garantieren.

Der Trade wird beendet, sobald man das Kursziel erreicht hat – oder wenn sich der Trade noch besser entwickelt und man die Stopps dementsprechend positioniert hat.

5. Trade protokollieren

Egal ob es ein positiver oder negativer Trade war: Jetzt sollte die Handelsbewegung protokolliert werden, um später nachvollziehen zu können, wie man gehandelt hat.

Viele Händler nutzen dazu ein Trading-Tagebuch. In dieses sollte man dann übrigens auch das erwartete und das dann tatsächlich eingetroffene Chance-Risiko-Verhältnis eintragen.

Wenn man das mit mehreren Trades gemacht hat, sieht man dann auch die eigene Trefferquote und kann sie optimieren.


Chance-Risiko-Verhältnis: Fazit

Fazit Chance RisikoDas CRV gehört zu den wichtigsten Parametern, wenn es um den Trading-Erfolg geht.

Es gibt darüber Auskunft, wie das Verhältnis von Chance und Risiko ist. Da gibt es klar definierte Regeln – das CRV sollte etwa nie geringer als 1:1 sein.

Viele Experten sind auch der Meinung, dass nur Trades ab einem Verhältnis von 2:1 eingegangen werden sollten.

Dieses Verhältnis sollte aber wirklich nur im Zusammenhang mit der eigenen Trefferquote gesehen werden, da das CRV nur dann einen Sinn ergibt. Wenn man sich zwar exorbitant hohe Chance-Risiko-Verhältnisse ausmalt, aber diese dann nie erreicht, dann hat das ziemlich wenig Sinn.

Eines der wichtigsten Dinge beim Chance-Risiko-Verhältnis ist daher, dass man versucht, die Chance so realistisch wie möglich einzuschätzen und nicht überemotional-euphorisch agiert.

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