Darvas Box: So funktioniert die Darvas-Methode

Darvas BoxBis heute entstehen zahlreiche neue Tradingtechniken, die Gewinneinkünfte proklamieren, doch welche Strategie ist verlässlich und führt zum Erfolg?

Auf diese Frage gibt es keine Antwort, denn jeder Trader hat bestimmte Fähigkeiten und Vorerfahrungen als auch Vorlieben, sodass es nicht immer leicht ist, pauschale Antworten zu geben.

  • Jede Strategie hat ihre Vor- und Nachteile.
  • Es gilt im Einzelfall zu prüfen, inwieweit eine Strategie zu den eigenen individuellen Zielen und Fähigkeiten passt.
  • Dabei sollten Anleger – unabhängig von der Strategie – stets kritisch reflektiert handeln, um Fehleinschätzungen und Verluste an der Börse zu vermeiden.
  • Denn ein Totalverlust ist nicht nur bloße Theorie, sondern findet auch in der Realität statt.

In der Vergangenheit gab es viele Börsen-Ikonen, die sich einen Namen gemacht haben, wie zum Beispiel Warren Buffett, George Soros bis hin Benjamin Graham.

Trend erkannt!Letzterer gilt als Begründer der Fundamentalanalyse, die bis heute unter Aktionären als erfolgversprechende Strategie gilt.

Doch ein Name kommt oftmals zu kurz, obwohl seine Strategie ihm zu Millionen geführt hat.

Es handelt sich um Nicolas Darvas, der sich ein eigenes Vermögen mit seiner Strategie an der Börse aufgebaut hat, die im englischen Sprachraum als „The Box Theory“ bezeichnet wird und in Deutschland unter der Begrifflichkeit „Kastentheorie“ bekannt ist. Börsenprofis sprechen auch von der „Darvas Box“.

Im nachfolgenden Text folgen einige Information zu seiner Person, insbesondere zu seiner Strategie. Dabei werden die Vor- und Nachteile seiner Strategie genauer untersucht, um Interessenten, bzw. Anlegern einen objektiven Überblick zu verschaffen. Der Ratgeber soll Einsteigern bei der Entscheidungsfindung helfen oder erfahrenen Investoren neue Impulse bieten, um bedarfsweise neue Strategien in Erwägung zu ziehen.

  • Seine Strategie findet bis heute Anwendung und gilt als effizient und zielführend.
  • Entgegen der Value-Strategie geht es bei der Darvas-Methode, primär um eine technische Chartanalyse, wobei Anteile der Value-Strategie durchaus inbegriffen sind, bzw. nicht komplett außer Acht gelassen werden.
  • Er gilt als Vorreiter der modernen Chartanalyse und seine Methodik ist bis heute in unterschiedlichen Abwandlungen in Gebrauch.

Ein ungarischer Tänzer, der Börsenmillionär wurde

Tänzer

Darvas ist in der Türkei professioneller Tänzer geworden.

Leben in Ungarn und Flucht in die Türkei

ungarnNicolas Darvas hat einen schwierigen Lebenslauf und entspricht nicht dem klassischen Erwartungsbild eines Investors, der aus einem wohlhabenden Elternhaus kommt.

Er hat sich sein Vermögen auf eigene Faust erarbeitet und durch Eigeninitiative Wissen angeeignet, bis er anfing, eigene Konzepte für die Börse zu entwickeln.

Doch um zurück zum Anfang seiner Geschichte zu kommen:

  • Nicolas Darvas wurde 1920 in Ungarn geboren und hatte ein Studium der Wirtschaft und Soziologie angetreten. Dabei strebte er eine andere Leidenschaft an, nämlich das Tanzen.
  • Mit 23 Jahren floh er, während der Wirren des Zweiten Weltkrieges, in die Türkei und erwarb die türkische Staatsbürgerschaft.
  • In der Türkei ist er professioneller Tänzer geworden und er traf dort – laut seinen Aussagen – seine Halbschwester Julia Darvas. Mit ihr bestritt er weltweit Tourneen als Tänzer und hatte zahlreiche Höhepunkte.

Der Weg zur Börse

Wall Street

Die New Yorker Wall Street: Hier befindet sich die weltgrößte Wertpapierbörse.

Im Jahre 1951 emigrierte er und lebte von da an in den Vereinigten Staaten.

Es dauerte nicht lange bis er erste Berührungspunkte mit der Börse hatte – in einem Land, das als Innovator gilt, wenn es um internationales Handeln mit Aktien geht.

1952 wurde Nicolas Darvas für einen Auftritt in Toronto mit einer Aktie vergütet. Zu dieser Zeit hatte er noch keinerlei Erfahrungen mit Wertpapieren und hat dem deshalb keine besondere Beachtung geschenkt. Dies änderte sich schlagartig, als sich der Wert seiner Aktie nahezu verdreifacht hat.

Die Aktie einer Baufirma namens „Brilund“ hatte einen Anfangswert von $3000 und hatte im Verlauf der Zeit einen Wert von fast $8000 erreicht.

Seit diesem Erlebnis war sein Interesse für Aktien entfacht – jetzt folgte ein Schritt dem nächsten. Um den Weg in die Börse zu finden, hatte er angefangen, Fachliteratur zum Thema Aktien zu lesen. Ausgehend von seinen Angaben waren es schätzungsweise 200 Bücher, die Nicolas Darvas gelesen hat.

Eigene Konzeptentwicklungen für die Börse

WarumUm an neue Erfolge zu knüpfen, hatte er zahlreiche Versuche und Strategien probiert, die in der Anfangszeit nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben.

Darvas machte unzählige Notizen zu seinen Beobachtungen und hatte, trotz der Irrtümer die mit Verlusten einhergingen, nicht aufgegeben, sondern kontinuierlich an seiner Vorgehensweise gearbeitet.

Dabei beobachtete er über einen längeren Zeitraum akribisch die Aktienbewegungen an der Börse und leitete daraus später seine Strategie ab – die sogenannte Darvas Box.

Von 1952 bis in die 60er Jahre hinein hatte er aktiv an der Börse agiert. In dieser Zeit hatte er seine Theorien und Strategien konzipiert. Diese haben ihm letztlich zum Reichtum verholfen, wodurch er sich einen Namen gemacht hat.

  • Ein Hauptmerkmal seiner Beobachtungen ist die These, dass bestimmte Kurse, bevor sie ihren Höhepunkt erreichen, Schwankungen unterliegen.
  • Laut seinen Beobachtungen kommt es zu einem Auf- und Abstieg der Kurse in einem bestimmten zeitlichen Zyklus, bevor letztere eine neue Wachstumsgrenze erreichen.
  • Er fasste seine Beobachtungen metaphorisch zusammen, indem er seine Handelsstrategie mit einem Sprung beim Tanzen verglich.

Zuerst geht’s runter, dann bergauf.

  • Bevor ein Tänzer einen Sprung absolvieren kann, muss er in die Hocke nach unten gehen. Ähnlich sieht der Sachverhalt – laut seiner Theorie – an der Börse aus. Bevor ein Kurs in die Höhe schießt, kann dieser vorher einen Tiefpunkt erreichen.

Wirken als Autor und Aktionär – und seine Kritiker

Händlerin

Die Erfolgsgeschichten zu seiner Theorie haben sich herumgesprochen und das Interesse an Nicolas Darvas wuchs.

Laut seinen Aussagen hat er es mit seiner Vorgehensweise zu einem Vermögen von 2.000.000 Dollar geschafft.

Darvas publizierte eigene Bücher zu seinen Erfahrungen an der Wall Street, wo er Einblicke zu seinen Strategien und Beobachtungen präsentierte. Zudem gab er neben seinem Wirken als Autor zahlreiche Interviews.

Doch die Presse hatte nicht nur Gutes zu berichten. Es gab auch kritische Stimmen, die ihm vorwarfen, einfach nur Glück gehabt zu haben oder im Hinblick auf sein tatsächliches Vermögen zu lügen.

Das US-Magazin „Times“ verlautbarte, dass die New Yorker Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Nicolas Darvas eingeleitet hat – mit dem Verdacht auf Betrug.

Die Staatsanwaltschaft unterstellte ihm, dass er mit seinen Angaben in seinen Büchern gelogen hat, bzw. sein Vermögen weit unter dem liegt, was er in seinen Schriften angab. Aufgrund eines gerichtlichen Beschlusses im Jahre 1961 wurden die Ermittlungen fallen gelassen, sodass letztlich nicht geprüft werden konnte, ob er tatsächlich Millionär ist.

Nach seiner langjährigen aktiven Zeit als Aktionär zog er sich in den 60er Jahren vom Börsengeschehen zurück.

Ungeachtet der Beschuldigungen vonseiten seiner Kritiker gilt Nicolas Darvas bis zur heutigen Gegenwart als Pionier der Chartanalyse.

Seine Vorgehensweise war zur damaligen Zeit einzigartig und ermöglichte einen neuen Blickwinkel auf das Börsengeschehen. Dank seiner Analysen und Beobachtungen haben sich neue Techniken entwickelt, die wir bis heute im Rahmen der technischen Analyse anwenden.


Handeln nach der Darvas-Box-Strategie

Seine Strategie für die Praxis

AktieSehen wir uns im Folgenden die Details seiner entwickelten Methode an: Wie wird nach der Darvas-Strategie gehandelt?

Seine Strategie zielt grundsätzlich darauf ab, nur Aktien zu kaufen, die steigen.

Ein entscheidender Unterschied zu anderen Aktionären seiner Zeit: Darvas konzentrierte sich bei seiner Vorgehensweise auf das Volumen einer Aktie.

Im Zentrum seiner Strategie steht Risikominimierung und Selbstdisziplin. Aufgrund dessen hatte er Richtlinien festgelegt, anhand derer er genau wusste, wann er eine Aktie kaufen oder verkaufen sollte.

In der Praxis hat sich seine Theorie bei vielen Anlegern als erfolgsversprechend erwiesen, sofern Aktionäre akribisch und systematisch vorgingen.

Handeln nach der Darvas-Strategie

Anleger sollten – entsprechend der Darvas-Strategie – primär das Handelsvolumen, einhergehend mit dem Preis, bewerten und analysieren.

  • Er hatte in einem zeitlichen Zyklus von 52 Wochen das Handelsvolumen einer Aktie analysiert.
  • Innerhalb dieser Zeitspanne ermittelte er die Hoch- und Tiefwerte des Volumens einer Aktie – also die obere und die untere Begrenzung.
  • Infolge dessen konnte er sein Kapital in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum vermehren, indem er Aktien mit einem hohen Volumen kaufte.
  • Dennoch ist seine Vorgehensweise nicht unbedenklich und der positive Effekt seiner Strategie kann sich ins Gegenteil wenden.
  • Aktionäre können ebenso so schnell Verluste erleiden. Auch der kurze Zeitraum der Betrachtungsweise ist mit Risiken verbunden und es kann zu unvorhersehbaren Schwankungen kommen.

Was genau ist die Darvas Box?

Darvas hat mit seiner Strategie visuell gearbeitet, bzw. seine Beobachtungen mit einer Box in einem Kursdiagramm visualisiert.

  • Wie bereits erwähnt, ist das Volumen Ausgangspunkt seiner Betrachtungen.
  • Hat eine Aktie ein 52-Wochen-Hoch erreicht, hat er diese gekauft. Dies bildete die obere Begrenzung der Box, die er visuell in einem Diagramm darstellte, sofern die Kurse nach drei Handelstagen das Hoch weiterhin nicht durchbrachen.
  • Es war die Markierung, aus der ersichtlich war, wo das 52-Wochen-Hoch stattgefunden hat.
  • Kam es zu Schwankungen, sodass Unternehmen sich in einer Konsolidierungsphase befunden haben und die Kurse sanken, markierte diese Phase den Boden der Box in der Grafik.
  • Innerhalb dieser Phase verzichtete Nicolas Darvas auf einen Kauf und wartete bis die Aktie wieder das 52-Wochen-Hoch erreichte oder bis es zu einem Ausbruch kam.

Diesbezüglich sei nochmals auf seinen Vergleich mit einem Sprung hingewiesen.

Bestimmte Unternehmen, die eine solide Rendite ermöglichen, müssen zeitweise – bildlich gesprochen – in die Hocke gehen, bevor sie wieder einen Sprung wagen können und die Kurse wieder steigen.

Aufgrund der festgesetzten Limits, bzw. Zeitpunkte, die festlegen, wann ein Kauf und Verkauf zu erfolgen hat, ist es empfehlenswert mit automatischen Limit Orders zu arbeiten.

Auf diese Weise ist es möglich, schnell und effizient auf Änderungen zu reagieren und entsprechend zu handeln. Ein weiteres Hilfsmittel für den Handel nach der Darvas-Methode sind Analysetools. Mithilfe von softwarebasierten Hilfsmitteln können Aktien ausfindig gemacht werden, die den Kriterien entsprechen.

Seine Methode ist eine reaktive Vorgehensweise, die keine Absicht hat den Verlauf zu antizipieren, sondern nur entsprechend auf Marktpreise und Schwankungen zu reagieren.

Risikominimierung bei der Darvas Box

Risikodiversifikation Beispiel

Es sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass Darvas Elemente der Fundamentalanalyse in seine Strategie einfließen lassen hat.

Für die Praxis bedeutet dies, dass Anleger nicht nur auf Chartanalysen Wert legen sollten.

Aktionäre, die nach der Darvas Box handeln, sollten ebenfalls wichtige Unternehmenskennzahlen einsehen, bevor sie eine Aktie kaufen. Ein blindes Vorgehen – unter Ausschluss von Unternehmenskennzahlen – wird nicht zum gewünschten Erfolg führen.

Somit geht seine Theorie über die reine Chartanalyse hinaus, bzw. es sollten noch andere Faktoren mit einbezogen werden, um ein renditestarkes Handeln an der Börse zu realisieren.

Des Weiteren sollten Anleger die Gewinnschwelle in ihre Handelsstrategie einfließen lassen.

Es handelt sich dabei um einen Terminus aus der Wirtschaftswissenschaft, der darauf hindeutet, dass kein Gewinn erzielt wird, weil die Einnahmen identisch mit den Fixkosten sind.

Ein weit verbreiteter Anglizismus ist „Break-Even-Point“, der in diesem Zusammenhang verwendet wird.

Aktionäre sollten somit die Fixkosten und Gebühren im Auge behalten, damit es zu tatsächlichen Gewinnen kommt. Häufig wird die vermeintliche Rendite durch hohe Order-Gebühren und dergleichen negativ beeinflusst und verringert.

Zielgruppe der Darvas-Strategie

Letztlich liegt es im eigenen Ermessen zu schlussfolgern, inwieweit die Darvas-Strategie in die eigene Konzeption passt.

Wie bei allen Strategien ist es wichtig, die Abläufe und den Hintergrund zu verstehen.

Ein Nachahmen, ohne die genauen Hintergründe zu verstehen, kann fatal sein und mit Verlusten einhergehen.

Tendenziell eignet sich die Darvas-Strategie für Trader, die ein Grundverständnis für die Chartanalyse mitbringen oder zumindest bereit sind, sich Wissen in diesem Themenspektrum anzueignen.

Zusätzlich ist es vorteilhaft, wenn Interessenten Basiswissen zum Thema Fundamentalanalyse haben, um Aktien nach ihren inneren Wert zu untersuchen.

Es verhindert, das Aktien nicht nur nach den Kursverläufen gekauft werden. Es erfordert letztlich Selbstdisziplin und das richtige Know-How, um die Strategie in die Tat umzusetzen. Deshalb ist es nicht für Personengruppen geeignet, die spekulativ unterwegs sind und schnelle Gewinne erwarten.


Fazit: Darvas Box

Fazit

Die Strategie nach Nicolas Darvas ist auf den ersten Blick schnell realisierbar, insbesondere mithilfe von Online-Tools, welche die Analyse vereinfachen.

Dennoch hat die Darvas Box weit mehr Tiefe, als viele Anleger auf den ersten Blick vermuten. Es ist eine Mischung aus technischer Chartanalyse und Fundamentalanalyse. Um als Anleger Erfolg zu haben, ist es unausweichlich, die Elemente miteinander zu verbinden und auch in die Praxis einfließen zu lassen.

Dabei begehen Trader häufig den Fehler, dass sie sich nicht mit der Thematik der Pyramidenmechanik auseinandersetzen, die für die Strategie nach Darvas wichtig ist.

Denn es reicht nicht, sich ausschließlich auf ein Diagramm zu fixieren, denn die Märkte sind ständig im Wandel.

Darvas Boxen sollten pyramidisiert werden. Dies bedeutet, dass die Boxen ergänzt werden müssen, bzw. neue Positionen zu den bereits vorhandenen zusammengefasst werden müssen. Auf diese Weise können Anleger auf Marktänderungen und Schwankungen reagieren und ihre Strategie entsprechend anpassen und fortsetzen.

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