EMA 200: Einsatz der 200-Tages-Linie im Trading

EMA 200 IndikatorEs gibt viele Möglichkeiten, einen Chart zu beobachten und zu analysieren. Manche möchten gar keine Analysetools benutzen, während andere auf Indikatoren wie den Simple oder Exponential Moving Average setzen.

  • Gleitende Durchschnitte sind eine der meistgenutzten Indikatoren-Gruppen beim Trading.
  • Sie ermöglichen es, den Chart zu glätten, indem Durchschnittswerte für jede einzelne Zeitperiode berechnet werden.
  • Dadurch ergibt sich eine saubere Linie, die frei von Ausbrüchen nach oben oder unten ist.

Eine besonders oft genutzte Form des Gleitenden Durchschnitts ist der EMA 200 – also der Exponential Moving Average in der 200er Zeitperiode.

Tipp: Im Zusammenhang mit dem EMA 200 empfehlen wir einen Blick in unseren Beitrag zur Trendfolgetaktik.

Im Beitrag folgt die genaue Erklärung des EMA 200. Unter anderem geben wir Antworten auf folgende Fragen:

  • Wieso ist der EMA 200 so wichtig?
  • Wie wird er berechnet?
  • Wie aktiviert man den Indikator?
  • Wie wird er interpretiert?

Grundlegendes

Was sind Gleitende Durchschnitte?

EMA 200 bei eToro

EMA 200 bei eToro im Apple Chart

Bei Gleitenden Durchschnitten handelt es sich um eine grundlegende Gruppe von Indikatoren, die nahezu jeder Trader schon genutzt hat.

Sie gehören zur Grundausstattung eines jeden Brokers. Wenn Chartanalyse Tools versprochen werden, müssen Gleitende Durchschnitte dabei sein.

Ein Gleitender Durchschnitt kann über das Trading-Programm aktiviert und im Chart angezeigt werden. Er gehört zur klassischen technischen Analyse.

Nach der Aktivierung eines Gleitenden Durchschnitts wird dieser als geschwungene Linie im Chart angezeigt.

SMA und EMA

SMA 200 (grüne Linie) und EMA 200 (rote Linie) bei Plus500 – Beispielwerte

Im Gegensatz zu den starken Auf- und Abwärtsbewegungen des Live-Kurses ist der Gleitende Durchschnitt (abhängig von der eingestellten Zeitperiode) geglättet.

Trends können dadurch leichter angezeigt werden und das “Grundrauschen” kleiner Ausbrüche wird bereinigt.

  • Die Berechnung von Einfachen Gleitenden Durchschnitten ist relativ unkompliziert.
  • Möchte man etwa den Simple Moving Average der letzten 5 Tage berechnen, werden die Werte der letzten 5 Tage genommen und durch 5 geteilt.
  • Beispiel: Die letzten 5 Kurspunkte waren 12, 11, 10, 12, 14. Diese Werte werden addiert und danach durch 5 dividiert. Der einfache SMA in der 5-Tages-Periode wäre für dieses Beispiel demnach 11,8.
  • Damit die SMA-Linie entsteht, wird demnach an jedem Tag diese Rechnung durchgeführt – fürs Beispiel immer mit den Werten der letzten 5 Tage, um den SMA 5 zu erhalten.

Was sind Exponential Moving Averages?

Exponential Moving Average Beispiel

Beispiel zweier EMAs (25 und 100) – Plus 500 Screenshots – Beispielwerte

Den Exponential Moving Average Indikator haben wir in diesem Artikel bereits ausführlich erklärt.

  • Die Abkürzung ist “EMA”.
  • Der EMA ist eine Weiterentwicklung des Simple Moving Average.
  • Im Gegensatz zum SMA reagiert der EMA empfindlicher auf aktuelle Kurswerte, da diese höher gewichtet werden als alte.
  • Die Gewichtung wird exponentiell geringer, je länger eine Kursperiode zeitlich entfernt ist.

Zusammengefasst handelt es sich beim Exponential Moving Average also um einen Indikator in der Gruppe der Gleitenden Durchschnitte, der im Vergleich zum Simple Moving Average jedoch aktuelle Kurswerte höher gewichtet.

Die Berechnung des EMA erfolgt nach dieser Formel, wobei “a” den Glättungsfaktor bezeichnet:

EMAt = [a*aktueller Kurs] + [(1-a)*EMAt-1]

“t-1” steht für den EMA des Vortages. Bei der Berechnung ist nämlich auch immer der EMA-Wert des letzten Tages nötig.

Wenn man mit der Berechnung beginnt, wird als erster Wert der SMA genutzt.

Was ist der Unterschied zwischen SMA und EMA?

EMA 200 und SMA 200 bei eToro

EMA 200 (rot) und SMA 200 (grün) im 4-Stunden Apple Chart bei eToro

Trader nutzen Moving Averages, um Durchschnitte im Trading herauszufinden.

Mit den Gleitenden Durchschnitten kann man einen langfristigen Trend aufzeigen, eine Trendumkehr rasch erkennen und kurze von übergeordneten Trends trennen.

Trend erkannt!Viele funktionierende Strategien nutzen den ein oder anderen Gleitenden Durchschnitt, denn es ist ein vergleichsweise simpler aber sehr nützlicher Indikator.

  • Der SMA und der EMA werden anders berechnet.
  • Die Grundberechnung ist ähnlich, doch während der EMA schnell auf Kursänderungen reagiert, ist der SMA eher träge.
  • Mit dem EMA können Trader zu schnelleren Aktionen verleitet werden, was manchmal hilfreich sein kann (etwa bei rasanten Kurssprüngen).
  • Gleichzeitig hilft es in manchen Situationen eher, langsam und bedacht zu reagieren. Hier wäre ein SMA in der charttechnischen Analyse besser.

Trader, die sehr kurzfristig und schnell agieren, sind mit dem EMA oft besser beraten. Der EMA passt zu rasanten Strategien besser.

Langfristige Händler und Investoren begnügen sich eher mit dem SMA, da dieser nicht sofort zu raschen Aktionen verleitet.

Unser Tipp: Es ist nicht leicht zu sagen, welcher der beiden Charttechnik Indikatoren (SMA oder EMA) besser zu dir passt. Teste die beiden Durchschnitte und überprüfe, mit welchem der beiden erfolgreicher bist.

Warum ist der EMA 200 so wichtig?

Der EMA 200 gehört zu den meistgenutzten charttechnischen Indikatoren.

Deshalb ist er auch für jeden einzelnen Händler ziemlich wichtig, denn wenn sich viele Menschen an der gleichen Linie orientieren, dient sie als Signalgeber.

Die Interpretation vieler Börsianer ist dabei ziemlich simpel.

  • Befindet sich der aktuelle Kurs über der 200er Linie, ist der Basiswert gerade in einem Aufwärtstrend.
  • Befindet sich der aktuelle Kurs unter der 200er Linie, ist der Basiswert in einem Abwärtstrend.
Gold im Aufwärtstrend bei eToro

Gold im Aufwärtstrend bei eToro mit EMA 200 Linie

Wie bei anderen Gleitenden Durchschnitten, ist es auch beim EMA 200 so, dass ein Schneiden des Live-Kurses durch die Linie ein starkes Signal sein kann.

  • Wenn der aktuelle Kurs den EMA 200 von unten nach oben durchquert, ist das ein Kaufsignal. Der Markt ist bullisch.
  • Wenn der aktuelle Kurs den EMA 200 von oben nach unten durchquert, ist das ein Verkaufssignal. Der Markt ist bärisch.
Tipp: Es empfiehlt sich immer, ein Signal zu bestätigen – etwa mit einem weiteren Indikator. Der EMA 200 ist zwar ein relevanter Indikator, man sollte aber vor jeder Trading-Entscheidung auch nochmal den eigenen Verstand einschalten und niemals blind nur den Signalen eines Indikators folgen. Das kann sonst zu Trading-Fehlern führen.

Wie wird der EMA 200 berechnet?

Die Berechnung des EMA 200 ist für unseren Trading-Erfolg nicht unbedingt relevant, da die Berechnung das Trading-Programm übernimmt.

CFD RechnenWerfen wir trotzdem einen kurzen Blick auf die Berechnung des EMA 200.

Die Berechnung erfolgt nach der Formel, die wir bereits weiter oben erwähnt haben:

EMAt = [a*aktueller Kurs] + [(1-a)*EMAt-1]

Der Glättungswert a gibt die richtige Gewichtung für den aktuellsten Preis an.

Der Glättungswert wird so berechnet:

a = 2 / (n+1)

n ist dabei die Anzahl der Perioden, in unserem Fall 200. Die Berechnung für den Glättungswert lautet daher:

a = 2 / (200+1)

Der 200er EMA hat nach dieser Berechnung einen Glättungswert von 0,00995.

Zur Berechnung des EMA 200 wird nun der Kurs mit dem Glättungsfaktor multipliziert und dann nochmals der EMA 200 des Vortages mit 1-a. Die Summe beider Werte ist der neue 200er EMA.

Wie aktiviert man den EMA 200?

Nahezu jeder Broker bietet den EMA für den Einsatz im Trading an.

Der Exponential Moving Average muss dafür im Chartfenster aktiviert und anschließend auf eine Zeitperiode von 200 eingestellt werden.

Sehen wir uns die Aktivierung des EMA an Beispiel von zwei Brokern etwas genauer an, nämlich bei Plus500 und eToro:

Bei Plus500 öffnen wir zuerst einen Chart – in unserem Fall EUR / USD.

Anschließend klicken wir oben auf das fx-Symbol und suchen nach Moving Average.

Im Einstellungsfenster wird dann der Zeitraum (200) und die Exponential Variante ausgewählt.

Exponential Moving Average bei Plus500 aktivieren

Exponential Moving Average bei Plus500 aktivieren – Screenshot – Beispielwerte

Bei eToro gehen wir ähnlich vor.

Dort versteckt sich der EMA unter dem Begriff “Gleitender Mittelwert”.

Nach der Auswahl muss ebenso wieder die Zeitperiode (200) und die Art (Exponentiell) gewählt werden.

Gleitender Mittelwert bei eToro

Gleitender Mittelwert bei eToro – Screenshot


Strategien mit dem EMA 200

Simple Einsteiger Strategie

Sehen wir uns zuallererst eine simple EMA Trading Strategie für Einsteiger an.

Die folgende Strategie beruht auf der Annahme, dass mit dem EMA Trends gut vorhergesagt werden können.

Durchbricht der Kurs den EMA 200 von unten nach oben, dann ist der Markt bullisch und der Trend geht nach oben. Durchbricht der Kurs den EMA 200 von oben nach unten, dann ist der Markt bärisch – es geht nach unten.

Bei dieser Strategie geht es darum, auf so einen Punkt zu warten und dann einzusteigen, wenn der Kurs den EMA durchbrochen hat.

Ein Trade wird erst getätigt, wenn es wirklich zum Durchbruch kam, denn oft prallen Kurse am EMA 200 auch ab, womit wir schon bei der nächsten Strategie wären:

Bounce Strategie

Lufthansa Abpraller

Abpraller der Lufthansa Aktie am EMA 200

Bei schwachen Trends agiert der EMA 200 wie eine Support- oder Resistance Linie.

Von einer Support-Linie ist die Rede, wenn der Kurs immer wieder auf / über dem EMA 200 abprallt, von einer Resistance-Linie, wenn er unter dem EMA 200 abprallt.

Es passiert bei vielen Basiswerten nämlich oft, dass sich der Kurs an den EMA 200 nähert und knapp davor (oder direkt dran) wieder seine Richtung ändert.

Diese Punkte sind ideale Einstiegspunkte für das Eröffnen einer Position.

Manche Kurse bewegen sich sehr lange entlang der EMA 200 Linie, bevor eine Trendumkehr einsetzt. Im verangenen Chart lässt sich daher ablesen, wie der Kurs reagiert, bzw. wann er sich wieder Richtung EMA 200 Linie bewegen wird.

Den Ausstieg muss man selbst definieren – es ist möglich, eine klassische Trendfolgestrategie anzuwenden und mit einem engen Stop Loss zu arbeiten, der die Position schließt, sobald es etwas in die andere Richtung geht.

Bullische Flaggen Strategie

Bullische Flagge Beispiel

Beispiel einer bullischen Flagge

Als Flaggen werden spezielle Muster im Chart genannt, die wir uns in Kombination mit dem EMA 200 zu Nutze machen können.

Was sind bullische & bärische Flaggen?

Eine bullische Flagge erkennt man eigentlich ziemlich leicht: Es sind kleine Korrekturen in einem Aufwärtstrend.

Mit etwas Fantasie betrachtet sieht es aus wie eine Flagge – daher auch die Bezeichnung.

Die bullische Flaggen-Strategie wird angewandt, wenn sich der Kurs etwas entfernt über dem EMA 200 befindet. Das ist dann der Fall, wenn ein starker Aufwärtstrend vorherrscht.

Hier warten wir nun, bis eine Flagge entsteht.

Eine Long-Position wird eröffnet, sobald der Kurs aus der Flagge ausbricht.

Absichern kann man diese Strategie mit einem klassischen Stop Loss oder mit einem Trailing Stop Loss.

Dreifache Trendbestätigung

Eine Theorie, von der im Internet immer wieder zu lesen ist, ist die dreifache Trendbestätigung mit dem EMA 200.

Hierbei geht es darum, einen Trend mit dem EMA in verschiedenen Chart-Zeiträumen zu bestätigen.

Zuerst überprüfen wir den Trend im Tageschart (eine Kerze, ein Tag).

  • Befindet sich der Kurs unter der 200er Linie, sind wir in einem Abwärtstrend.
  • Befindet er sich über der 200er Linie, ist von einem Aufwärtstrend die Rede.

Jetzt wechseln wir in einen kürzeren Chart, etwa den 4-Stunden-Chart.

Auch hier sollte der gleiche Trend vorliegen.

Anschließend wechseln wir noch in ein sehr kurzfristiges Fenster, etwa den 1-Stunden-Chart.

Kernpunkt dieser Strategie ist, dass in allen drei überprüften Zeitzonen der Kurs entweder über oder unter dem EMA 200 ist.

Ist der Kurs beispielsweise in allen drei Zeitzonen unter der 200er Linie, wird nach der Theorie dieses Trends eine Short-Position eröffnet. Umgekehrt wird eine Long-Position eröffnet.

Bonus: Als zusätzliche Bestätigung wird bei dieser Taktik ein Stochastik Indikator genutzt. Ist der Stochastik Wert über 80, ist das ein zusätzliches Short-Signal. Ist der Stochastik Wert unter 20, ist das ein Long-Signal.

Wie erhöht man beim EMA 200 die Erfolgschancen?

Sehen wir uns im Folgenden einige Ratschläge für das Erhöhen der Erfolgsaussichten mit dem EMA 200 an.

  • Der EMA 200 sollte für die Bestätigung eines Trends genutzt werden, jedoch nicht als einzelner signalgebender Indikator.
  • Daher gilt: Suche nach Kaufmöglichkeiten wenn der Kurs über dem EMA 200 ist und nach Verkaufsmöglichkeiten wenn er unter dem EMA 200 ist.
  • Nutze die oben genannten Strategien, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen.
  • Trade zuerst im kostenlosen Demokonto, bevor du mit der Strategie den Echtgeld-Handel beginnst.
  • Wenn du den EMA 200 in einer Trendfolgestrategie einsetzt, kannst du ihn nicht nur als Ein-, sondern auch als Ausstiegspunkt nutzen. Befindest du dich etwa in einem starken Aufwärtstrend, kannst du den Trend lange Zeit mitreiten – bis der Kurs den EMA 200 erreicht. Dann steigst du aus.
  • Achte bei der Erkennung von Trends auch auf die Fundamentalanalyse. Diese sollte neben der technischen Chartanalyse auch eine Rolle in deinen Trading-Entscheidungen spielen.

Fazit: EMA 200

Der Exponential Moving Average in der 200er Zeitperiode ist ein langfristiger, trendfolgender Indikator, welcher im Handel primär als Trendfilter genutzt werden sollte.

Das bedeutet, dass Trader nach Kaufpositionen Ausschau halten, wenn sich der Kurs über der 200er Linie befindet und nach Verkaufspositionen, wenn er sich unter dem EMA 200 befindet.

Mit dem Indikator können jedoch auch spezielle Trading-Strategien gehandelt werden – etwa die Bounce Strategie, bei der man auf das Abprallen von der 200er Linie wartet.

Ebenso empfehlenswert ist die dreifache Trendbestätigung: Hier wird der Trend in mehreren verschiedenen Zeitebenen überprüft, was das Vertrauen in einen Trend bestätigen kann.

Erfolgreiches Trading mit dem EMA 200 ist möglich, es sollte jedoch mit Köpfchen und Hausverstand erfolgen. Eine zusätzliche Sicherheitsebene kann geschaffen werden, wenn auch eine Fundamentalanalyse durchgeführt wird.

Platz 1 im Vergleich: Plus500

Der Broker Plus500 befindet sich zurzeit auf Platz 1 unserer Vergleichstabelle.

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