Stop Loss & Take Profit: Funktion & Strategien

stop-loss1Eines der mächtigsten Werkzeuge im Trading sind Stop Loss und Take Profit Strategien. Das Konzept dahinter ist einleuchtend und simpel. Wenn eine Aktie an Wert verliert, verkauft man sie ab einem gewissen Punkt und nimmt die bisher eingefahrenen Gewinne mit.

Ganz so einfach wie das hier jetzt dargestellt wird, ist es natürlich nicht.

In diesem Ratgeber erklären wir dir alles, was du zur Stopp Loss und Take Profit Strategie wissen musst und wie du diese sinnvoll anwenden kannst. Im Fließtext werden wir Stop Loss, im Sinne der Lesbarkeit mit SL, beziehungsweise SL Strategie abkürzen.


Wo setzt man die Verkaufspunkte beim Stop Loss?

Stop Loss Plus500

Stop Loss bei Plus500 – Beispielpreise

Die SL Strategie ist dem aktiven Trading zugeordnet und muss ständig angepasst, erneuert und überprüft werden.

Wie niedrig die Verkaufsorder gesetzt wird, hängt von den persönlichen Einschätzungen und der Risikobereitschaft das Traders ab. Eine angewandte SL Strategie möchten wir dir hier anhand eines kleinen Rechenbeispiels zeigen.

  • Du kaufst zehn Aktien für je 100 Euro. Dein Investment hat einen Gesamtwert von 1000 Euro und steigt im ersten Jahr um 20 %. Die bereits eingefahrenen Gewinne möchtest du jetzt mit einer SL Strategie absichern.
  • Wenn der Kurs nun noch einmal um 20 % steigt, greift dein SL natürlich nicht und du nimmst die Kursgewinne mit. Wenn du einen SL bei einem Kurs von 110 setzt, sicherst du dir damit die ersten 10 % deiner Gewinne ab – egal wie der Kurs in der Zukunft verläuft.

Der erste Faktor für die Umsetzung der Strategie ist deine persönliche Risikotoleranz. Wieviel Verlust kannst du ertragen, bevor du verkaufen willst?

Und wie ist deine Markteinschätzung?

  • Wenn du die Gefahr einer größeren Korrektur siehst, solltest du deinen SL nicht zu weit unter dem aktuellen Kurs setzen. Wenn du davon ausgehst, dass die Märkte weiter steigen, kannst du den SL etwas tiefer ansetzen und dann korrigieren, wenn das nötig ist. Du siehst also: Eine pauschale richtige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Als Ausgangspunkt für einen SL kannst du ein Ziel, 10% unter dem aktuellen Kurswert setzen und dieses entsprechend deiner Risikotoleranz und deiner Markteinschätzung anpassen.
Vergiss nicht: Bei jedem Kauf und Verkauf entstehen Kosten. Diese müssen in eine profitable Strategie eingerechnet werden.

Wie funktioniert die Strategie in der Praxis?

Stop Loss Risikomanagement

Stop Loss – Screenshot von Plus500 – Beispielwerte

Die praktische Umsetzung der Strategie ist eigentlich sehr einfach. Du kaufst eine Aktie und setzt, nachdem du erste Gewinne eingefahren hast, eine SL Order bei deinem Broker.

Dieses Order ist ein Verkaufsauftrag an den Broker, wenn die Aktie einen gewissen Grenzwert nach unten erreicht. Wie niedrig dieser Grenzwert ist, legst du, wie im ersten Abschnitt beschrieben, selbst fest.

Wenn deine Aktie von 100 auf 120 Euro steigt und du einen SL bei 110 Euro setzt, sendet dein Broker beim Erreichen des Kurses von 110 Euro ein entsprechendes Verkaufsangebot an den Markt.

Du hast jetzt also seit Beginn deines Investments einen Profit von 10 Euro gemacht, wenn der Verkauf auch für 110 Euro stattfindet.

Stop Loss Animation

Stop Loss – Screenshots von Plus500 – Beispielwerte

Die gleiche Strategie kannst du natürlich auch mehrmals hintereinander anwenden. Wenn du erwartest, dass die Aktie wieder ihren ursprünglichen Wert erreicht, kannst du gleich wieder einkaufen und die Strategie beginnt wieder von vorne.

Mit etwas Glück kannst du die Aktie jetzt, im Vergleich zum Verkaufszeitpunkt, sogar noch deutlich günstiger einkaufen.

Was ist die beste Stop Loss Strategie?

Stop Loss StrategieWenn es die eine allerbeste SL Strategie geben würde, dann würde sie jeder nutzen und sie wäre nicht mehr erfolgreich.

Unterschiedliche Trader benutzen unterschiedliche SL und Take Profit Strategien, die manchmal mehr und manchmal weniger erfolgreich sind.

Einige Grundregeln gibt es aber bei jeder SL Strategie zu beachten.

1) Investiere nur in Geldanlagen, die du wirklich verstehst

Egal ob Forex, Aktien, Kredite oder Anleihen – du musst zu 100 % verstehen, in was du da investierst und wie die Mechanismen hinter der Anlageklasse funktionieren.

Wenn du in etwas investierst was du nicht verstehst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du Fehler in deine Strategie einbaust, welche dich teuer zu stehen kommen.

2) Folge den Trends

Trend GIFEine relativ neue Beobachtung ist die Relevanz von Trends beim Trading.

Kurse von Geldanlagen funktionieren wie selbst erfüllende Prophezeiungen. Je weiter ein Kurs steigt, umso eher gehen Leute davon aus, dass der Kurs noch weiter steigt und investieren.

Das wiederum sorgt dafür, dass der Kurs tatsächlich immer weiter steigt. Diese Trends halten in einigen Fällen nur wenige Stunden, in anderen teilweise mehrere Jahre an. Versuche, am besten gar nicht, die Trendwende vorherzusagen. Wer seine SL Strategie zu eng gesetzt hat, verkauft möglicherweise viel zu früh und verpasst einen Großteil der möglichen Gewinne.

Das gleiche gilt natürlich auch auf dem Weg nach unten: Nur weil eine Aktie bereits um 10 % gefallen ist und du diese jetzt verkauft hast, heißt das nicht, dass die Aktie nicht noch weiter fallen kann.

Warte mit dem Nachkauf, bis der Trend sich entweder umgekehrt oder zumindest über einen gewissen Zeitraum stabilisiert hat.

3) Beachte die Kosten und handle nicht zu häufig

Insbesondere bei Hochfrequenztradern sind die Kosten häufig der Grund für eine schlechte Performance.

Zu oft werden zu enge Margen gehandelt und die an und Verkaufskosten verschlingen die gesamte erzielte Rendite.

Setze deinen SL also nicht so, dass du bei jedem kleinen Kursverlust verkaufen musst, sondern lass einen ausreichenden Puffer zwischen dem aktuellen Kurs und deiner SL Order.

4) Nutze den Trailing Stop Loss

Der Trailing Stop Loss verhält sich dynamischer als der normale SL.

Er verfolgt die Entwicklung des Kurses.

Mehr Infos zum Trailing Stop Loss findest du in unserem umfangreichen Ratgeber.

Lohnt sich eine Stop Loss Strategie überhaupt?

Denkerpose

Über verschiedene SL Strategien und aktive Handelsstrategien generell, lässt sich auch in der Finanzwissenschaft vortrefflich streiten. Aktuell gibt es keine Beweise oder klare Indizien dafür, dass eine solche aktive Handelsstrategie langfristig zu einer besseren Performance führt. Aber ist die maximale Performance überhaupt dein Ziel?

Diese Frage musst du dir unbedingt stellen, bevor du beginnst, mit SL Strategien zu handeln. Wenn du langfristiges Vermögen aufbauen willst und das Geld über einen langen Zeitraum nicht brauchst, dann lohnt sich der Einsatz dieser Strategie möglicherweise nicht.

Wenn du das Geld aber bald wieder brauchst und deine Gewinne absichern möchtest, bist du möglicherweise dazu bereit, auf einen Teil deiner möglichen Rendite zu verzichten und stattdessen die Sicherheit zu haben, deine Aktien zu den gesetzten SL Preisen zu verkaufen.

Viele Privatanleger haben extrem großen Respekt vor Kursverlusten und dem höherem Risiko. Wenn es dabei hilft, deine generelle Anlagestrategie mit gutem Gewissen durchzuhalten, kann eine SL Strategie sehr sinnvoll sein, auch wenn diese mit Renditeverzicht einhergeht.

Wenn es dir um kurzfristige Wetten auf Kursentwicklungen geht, dann sei gesagt, dass Märkte sich oft irrational verhalten und der kurzfristige Kursverlauf einer Aktie nur sehr schwer vorhersehbar ist. Die meisten Gewinne, die mit solchen, auf Wetten basierten SL Strategien erzielt werden, sind Zufälle und langfristig nicht stabil.

Wie erziele ich mit einer Stop Loss Strategie Gewinne?

Stop Loss Take Profit

Nachdem wir jetzt viel über die Funktionen und Anwendungsweisen von SL Strategien gesprochen haben, klären wir jetzt, wie man mit solchen Strategien eigentlich Gewinne erzielen kann.

Letztendlich müssen SL Strategien aus zwei Winkeln betrachtet werden. Zum einen geht es natürlich im Rahmen einer SL und Take Profit Strategie darum, erzielte Renditen abzusichern, auch wenn das bedeutet, nicht zum optimalen Kurs zu verkaufen

Aus dieser Perspektive gewinnst und verlierst du zugleich: Du sicherst zwar deine bisherigen Gewinne ab und nimmst diese mit, verlierst jedoch auch die Differenz zwischen dem höchsten Kurs und deinem gesetzten SL. Ob du dieses Szenario als Gewinn oder Verlust siehst, bleibt dir überlassen.

Die zweite Perspektive ist die der Wette auf den weiteren Kursverlauf. Der Kurs, an welchem du deinen SL setzt, ist eine Wette darauf, dass der Kurs, nach passieren deiner SL Grenze, noch weiter nach unten fällt und du die entsprechenden Aktien dann günstig einkaufen kannst.

Wenn du zehn Aktien im Wert von jeweils 100 Euro besitzt und du den SL bei 90 setzt, erhältst du für den Verkauf 900 Euro. Fällt der Kurs weiter auf 80 Euro, kannst du von diesen 900 Euro nicht nur 10 Aktien kaufen, sondern 11,25. Du hast technisch gesehen also 1,25 Aktien gewonnen.

Funktionieren Stop Loss Orders immer?

Leider wird die Zuverlässigkeit von SL Orders, insbesondere in volatilen Märkten, häufig überschätzt. Nur weil du einen SL bei einem gewissen Aktienkurs setzt, heißt das nicht, dass dir jemand die Aktie auch für diesen Kurs abkauft.

Insbesondere bei Aktien mit extremer Schwankungsbreite ist es nicht unüblich, dass eine automatische Verkaufsorder ausgelöst wird und sich für den gebotenen Preis kein Käufer findet.

Das Problem: Die Verkaufsorder wird nicht zurückgenommen, sondern sie bleibt so lange im Markt, bis sich ein Käufer gefunden hat, auch wenn der Preis dann schon deutlich unter dem gesetzten SL liegt. Ein enorm dramatisches Beispiel dafür finden wir bei der Übernahmeschlacht zwischen VW und Porsche aus dem Jahr 2008.

Nach einem gescheiterten Leerverkauf ist die Volkswagen Aktie innerhalb weniger Tage um mehrere hundert Prozent gestiegen, nur um dann wieder über 90 % des Wertes zu verlieren. Man könnte jetzt denken, dass Leute mit SL Ordern hier richtig viel Geld verdient haben. Dem ist aber nicht so: Während dem freien Fall des Kurses gab es ein extrem hohes Verkaufsangebot, für welches sich keine Käufer finden ließen.

Erst als der Wert der Aktie wieder fast seinen Ursprung erreicht hatte, fanden sich wieder Marktteilnehmer, welche bereit waren, die Aktie von Volkswagen zu kaufen. Das ist ein klassisches Beispiel für ein extremes Versagen der SL Strategie, insbesondere wenn vorher zu einem extrem überhöhten Kurs eingekauft wurde. Aber auch bei kleineren Kursschwankungen verkaufst du nicht automatisch für deinen gesetzten SL Preis, sondern häufig einige Prozent darunter. Diese Tatsache solltest du in deiner Strategie auf jeden Fall berücksichtigen.

Praktische Anwendungstipps

Die 1 % Strategie im Trading

CFD-StrategieEine weitverbreitete und häufig angewandte Strategie beim Trading ist die sogenannte 1-Prozent-Strategie. Diese empfiehlt, dass bei einem einzelnen Trade maximal ein Prozent des gesamten Portfoliowertes eingesetzt werden soll.

Die Logik dahinter ist relativ einfach: Viele Anleger haben eine große Aversion gegen Verluste. Durch die 1 % Strategie begrenzt du deine Verluste auf eben maximal dieses eine Prozent des Portfoliowertes für einen einzigen Trade. Das Gute: Die Gewinne, welche bei diesen Trades erzielt werden können, sind trotzdem relativ hoch. Ein geringes Risiko ist also nicht zwangsläufig mit geringen Renditechancen verbunden.

Die Mathematik dahinter ist relativ einfach: Für den einzelnen Trade liegt das Verlustrisiko des eingesetzten Geldes zwar bei 100 Prozent, für das Gesamtportfolio jedoch nur bei einem Prozent. Der häufig begangene Denkfehler ist, dass damit auch die Renditechancen nur bei einem Prozent liegen können. Das stimmt so allerdings nicht, denn die Renditechancen bei 100 prozentigem Verlustrisiko sind theoretisch unendlich.

Ein kleines Beispiel aus der Praxis. Ein Trader kauft sich 100 Aktien von einem kleinen Unternehmen im Wert von 1 Euro. Für diese 100 Euro hat er ein 100 prozentiges Verlustrisiko. Wenn die Aktie jetzt allerdings von 1 Euro auf 10 Euro steigt, hat er einen Gewinn von 1000 % erzielt. Bezogen auf das Gesamtportfolio bedeutet das, dass mit einem einprozentigen Verlustrisiko eine Gesamtrendite von 10 % oder mehr erzielt werden kann.

Die 1 % Strategie nutzt also das Beste aus beiden Welten: Geringes Risiko durch breite Streuung und große Renditechancen durch Trades mit hohem Potenzial.

Praxisbeispiel: Wie du Stop Loss Orders in Metatrader setzt

Wir möchten dir in diesem Artikel auch die Praxis etwas näher bringen. Daher haben wir dir hier eine Anleitung zur Verfügung gestellt, wie du bei dem beliebten Broker Metatrader SL Orders setzen kannst.

Der SL im Metatrader funktioniert in nur wenigen einfachen Schritten:

1) Auf der linken Seite findest du die Marktübersicht. Dort kannst du dein gewünschtes Finanzprodukt suchen, welches du handeln möchtest.

2) Wenn du das Instrument nicht in der Marktübersicht findest, kannst du alternativ auch per Rechtsklick in der Marktübersicht danach suchen. Gebe das gewünschte Instrument dafür einfach in das Suchfeld ein.

3) Wenn du das Instrument gefunden hast und es in der Marktübersicht angezeigt wird, kannst du es per Linksklick anwählen und es auf das dafür vorgesehene Chartfenster ziehen.

4) In dem jetzt geöffneten Chartfenster kannst du den Handel in Auftrag geben. Rufe das Menüfenster per Rechtsklick auf und wähle die Option Handel und dann Neue Order.

5) Nun solltest du ein offenes Auftragsfenster vor dir haben. Hier kannst du alles mögliche einstellen. Handelsvolumen, Ordervariante und eben auch Stop Loss und Take Profit. Im letzten Schritt musst du dich über die Buttons Buy und Sell nur noch für deine Ordervariante entscheiden.

Platz 1 im Vergleich: Plus500

Der Broker Plus500 befindet sich zurzeit auf Platz 1 unserer Vergleichstabelle.

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